Eintrag #13 vom 13. Sep. 2004 17:26 Uhr
Hans-Christoph
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Eintrag #12 vom 13. Sep. 2004 17:10 Uhr
Hans-Christoph
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Es gibt mehrfach Darstellungen von gehbehinderten (gelähmten) Menschen mit doppelstegigen Handtrippen - die in den Händen gehalten werden, oder um die Unterarme geschnallt werden!
Belege z.B.: Ein Relief aus dem frühen 14. Jh im Marburger Dom, sowie Darstellungen von Lucas Cranach und Breughel (beide um 1500)
Wenn ich dich recht verstehe, suchst du Weitere Darstellungen sind mir blslang nur mit Krücken bekannt, eine Art Rollstuhl dürfte allein wegen den Bodenverhältnissen in mittelalterlichen Städten schwierig gewesen sein.
Bevorzugt verwendet für Stäbe, Lanzen und überhaupt alles, was irgendeinen Schaft besaß, wurde Esche, weil leicht und sehr zäh und überall verfügbar. Wird auch heute noch für Werkzeugstiele verwendet.
hat vielleicht noch jemand eine Idee, welche Art von Holz man für so etwas verwenden könnte? Sollte gut aussehen, gut zu verarbeiten sein, aber auch einen armen fußlahmen stützen können.
Wer hat Erfahrung in der Holzverarbeitung und könnte und einen Tipp geben?
Nur ein Detail, aber gestern las ich in “Spektrum der Weltgeschichte 1100-1200 n. Chr.” zufällig in einem Kapitel über den Pilgerweg nach Compostela, daß die Pilgerstäbe vor dem Antritt der Reise von einem Geistlichen gesegnet wurden.
auch auf die Gefahr, dass es angesichts des Autors ein wenig wie Eitelkeit aussieht, darf ich auf eine kleine Veröffentlichung zur Geschichte des Stocks hinweisen:
Nikolaus Thon, Stock und Stab - Kleine sozialgeschichtliche Einführung (Begleitheft zu den Ausstellungen im Emschertalmuseum Herne und im Ceredigion Museum Aberystwyth 1998/99, daher auch dreisprachig Deutsch/englisch/walisisch), Herne 1998 (ISBN 3-922987-55-9)
Daraus sei zitiert (S. 8 f.d. deutschen Text):
“… dauerte es, soweit wir wissen, doch bis in das ausgehende Mittelalter, nämlich in das 14. Jh., dass Spazierstöcke im eigentlichen Sinne in Westeuropa in Gebrauch kamen: Der älteste erhalten gebliebene ”richtige“ Spazierstock datiert jedenfalls erst aus der Zeit um 1450, stammt aus Ungarn und zeigt in Reliefschnitzerei historische Geschehnisse der Zeit.
Porträts des ausgehenden Mittelalters, der Renaissance (dazu eine Abbildung eines vornehmen Burgunders / Bronzestatuette von Jacques de Gérines, 1. Hälfte 15. Jh.) und besonders des 16. Jh. zeigen diese dann aber immer häufiger mit Spazierstöcken und belegen zugleich die künstlerische Sorgfalt, die schon damals auf diese Stöcke verwandt wurde. Sie wurden jetzt allmählich zu einem so integralen Bestandteil der Kleidung der führenden Klassen, also vor allem des Adels und der höheren Geistlichkeit, aber gelegentlich auch schon herausragender Vertreter des ständischen Bürgertums, dass nicht selten für verschiedene Kostüme auch verschiedene, in materieller wie künstlerischer Hinsicht exquisite Stöcke in Gebrauch waren und bereits erste Sammlungen solcher Stöcke angelegt wurden. König Henry VIII. von England (1509-1549) etwa besaß einige sehr schöne ‘cane-staffs’ mit reich verzierten Oberteilen, und seine Hofleute beeilten sich natürlich, diesem Trend zu folgen und ebenfalls ähnliche Stöcke zu besitzen - angesichts des gut bekannten Charakters des Monarchen allerdings klugerweise weniger prachtvolle Exemplare. Gefasst wurden diese Stöcke übrigens unter dem eigentlichen Knauf an einem dafür vorgesehenen glatten Stück.”
ßlter als die eigentlichen Spazierstöcke sind natürlich Stücke als Würde- und Herrschaftszeichen sowie als Gehhilfen, vor allem der “wallestab” der Pilger (vgl. ebd., S. 7).
Ich muß nochmal nachgraben, wo ich die gesehen hatte, aber es gibt diverse Funde von Gehstöcken, die den heutigen Spazierstöcken nicht unähnlich sind. Wenn Du einen Ast mit einem Seitenzweig nimmst, dann wird der Ast unterhalb der Stelle, wo der Seitentrieb herauswächst, abgesägt. Der Hauptast bildet dann den Griff, indem er auf Handlänge gekürzt wird. Den Seitentrieb schneidet man auf die Länge zurecht, auf der man den Gehstock haben will. Sieht letztlich dann aus wie ein T mit schrägem Querbalken, wobei der Querbalken der Hauptast war, der senkrechte Strich der Seitentrieb.
Schau mal auf Tafel 108 der Manesse, da findest Du einen weißen T-förmigen Krückstock.
Auf Tafel 122 einen braungelben Pilgerstab, der oben einen ovalen Knauf besitzt, eine handbreit darunter eine Art Parierstange (ja, ich weiß, der Begriff ist blöd hier), Form kann man leider nicht erkennen, könnte z.B. auch scheibenförmig sein.
gibt es Informationen oder Bildmaterial, welcher Hilfmittel sich Fußkranke bedienten, um sich zu entlasten?
Ich denke, der einfache “Krüppel” wird sich einen langen Holzstab (ähnl. Pilgerstab) zunutze gemacht haben.
Was haben Bürger und Adel verwendet, wenn sie nicht gut zu Fuß waren? Die etwa hüfthohen Gehstöcke wie man sie heute noch kennt, gab’s die damals schon? Wurden sie verziert? Wie sah das obere Ende aus? Knauf?