Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Germanen im Erzgebirge?

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Eintrag #1 vom 29. Nov. 1999 00:22 Uhr Ines Hardy  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ines Hardy eine Nachricht zu schreiben.

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Seid gegrüßt! Ich habe hier schon seit längerem ein Problem und hoffe, daß auch mir geholfen werden kann. Und zwar sind wir eine Gruppe von Leuten, die gerne einen germanischen Stamm darstellen wollen. Nun aber als Wikinger im tiefsten Erzgebirge rumzuspringen, ist ziemlich doof und fern jeder Realität. Nur welche Stämme gab´s denn im dunklen Miriquidi? Sämtliche Bücher, die ich bisher über die Geschichte unserer Region finden konnte, scheinen die Meinung zu vertreten, daß vor der großen Besiedlung ab 1000 n.0 durch Otto den Großen, hier sonst niemand gelebt hat. Daß kann meiner Meinung nach aber nicht sein, da es hier zwischen den fränkischen, sächsischen und lothringischen Ortsnamen auch sehr viele slawische und keltische Orte gibt, die wohl schon vorher bestanden. Wie eben unser Chemnitz, ist slawischen Ursprungs und heißt richtig Kamenitza = steinerner Fluß. Oder gleich um die Ecke gibt´s einen Ort namens Lugau, der verdächtig nach dem keltischen Gott Lug ausschaut. Ich weiß nun, daß es in Thüringen die Thüringer gab/gibt; südlich von uns erst die Markomannen, die dann vom slawischen Stamm der Böhmen verdrängt wurden; im Norden gab/gibt´s die Sorben und östlich der Elbe saß der wendische Stamm der Daleminzier; aber was lebte bei uns? Wenn mir irgendjemand weiterhelfen kann, auch mit Buchtips wäre ich sehr dankbar!
Ines, die Duftge von Mittgard

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Eintrag #2 vom 29. Nov. 1999 16:25 Uhr Axel Aue   Nachricht

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Hallo Ines. Direkt helfen kann ich Dir da auch nicht, Du weißt ja anscheinend auch schon eine ganze Menge. Aber hast Du´s schon mal mit einem Besuch in einem archäologischem Museum probiert? Die meißten Kreis- oder Landesarchäologen reißen einem auch nicht den Kopf ab, wenn man sie anschpricht. Probiers mal über die Kreisverwaltung oder über das Landesamt f. Denkmalschutz (oder wie immer das nun gerade heißt). Die können dir dann im übrigen auch gleich Tips für wichtige Literatur geben.
Axel

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Eintrag #3 vom 30. Nov. 1999 19:26 Uhr Ines Hardy  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ines Hardy eine Nachricht zu schreiben.

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Was denn Leute? Kann mir wirklich niemand helfen? Kein Buchtip wenigstens? Okay, ich fang an: Ich habe da letztens im Theiss Verlag ein Buch gesehen namens “Die keltische und germanische Besiedlung des deutschen Mittelgebirgsraumes” oder so ähnlich. Kennt das jemand? Ist es eventuell das was ich such? Gebt mir mal ´nen Tip bevor ich die 90 Mark für ausgebe!
händeringend, Ines die Duftge von Mittgard.

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Eintrag #4 vom 01. Dez. 1999 09:14 Uhr Oliver Kramm   Nachricht

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Grüß dich Ines ! nun vielleicht kann ich dir ein wenig helfen. zunächst möchte ich dir 2 Buchtips geben, die über die Germanen gut zu lesen sind. - Die Germanen von Ernst F. Jung - Tacitus Germania vom Verlag VM Wiesbaden wie ich erlesen oder besser ersehen habe, laut einer Karte könnten in deinem Gebiet sprich im Erzgebirge (dies ist ja recht groß) die Hermunduren gelebt haben, um die Zeit des Tacitus ( 55-115 n. Chr.) Leider weiß ich auch nur oberflächliches und nichts von ihrer Lebensart-und weise. Ich möchte laut Tacitus zitieren um das Gebiet einzukreisen. da ward eine große Schlacht zwischen Hermunduren-Thüringern(die vieleicht doch in dein Gebiet fallen) und Chatten-Hessen um den Besitz der Salzquellen, gewiss der von Salzungen und Kissingen. Nun weiß ich auch das Chemnitz von den Städten ca. 2,5 Std. entfernt ist und das das Gebiet groß ist, es mag aber sein das dieser Stamm in deiner Region siedelte. hoffe dir geholfen zu haben
Hartmut von Bredow

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Eintrag #5 vom 03. Dez. 1999 11:04 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Ines. Ich habe mal nachgesucht und Folgendes zusammengetragen: Für das 4. vorchristliche Jhd. bis etwa 60 v.Chr. sind für das Gebiet die keltischen Boier nachgewiesen Um 9 n.Chr. siedelten nördlich des Erzgebirges die Hermunduren, südlich die Markomannen (Germanen) Im 3. Jhd. wanderten die Stämme nach Süden, Richtung Italien; jemand hatte mit der Axt den Limes geöffnet, und man wollte nicht zu spät am Grabbeltisch “Imperium Romanum” sein Anfang des 4. Jhd. wanderten von Norden die Burgunden ein und siedelten sich an Gegen 500 zogen sie wieder aus und verlagerten sich ins heutige Burgund; wohl wegen des Weines. Für sie zogen dann die Langobarden ein, ohne lange Zwischenzeit. Diese zogen dann Anfang des 7. Jhd. ebenfalls nach Italien und machten Platz für die Slawen, die von Osten kommend das Gebiet besetzten und dort blieben. Zwar wechselte die Herrschaft (um 1000 kam das Gebiet zum Deutschen Reich), aber großartige personelle Verschiebungen hat es nicht mehr gegeben.
Dietrich

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Eintrag #6 vom 03. Dez. 1999 11:06 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Oh, sorry. Quelle (leider nur sekundär): Neuer Grosser Bildatlas der Deutschen Geschichte, 1999
Dietrich

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Eintrag #7 vom 03. Dez. 1999 20:25 Uhr Ines Hardy  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ines Hardy eine Nachricht zu schreiben.

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´n Abend Dietrich! Danke, daß du dich für mich auf den Hosenboden gesetzt hast. Durch den Tip von Oliver mit den Hermunduren habe ich mir vorgestern auch die Nacht mit meiner alten Schwarte “Die deutschen Stämme” um die Ohren gehauen. Wo ich gerade dabei war, habe ich gleich die Geschichte der Hermunduren in Stichpunkten von etwa 100 v.0 bis 1500 n.0 ausgearbeitet und werde sie demnächst auf unserer Homepage der ßffentlichkeit präsentieren. Allerdings hat sich dieser Stamm mehr zwischen Gera und Erfurt rumgetrieben, dafür habe ich für´s Erzgebirge einen keltischen Stamm der Teuriskier gefunden. Allerdings war sich der Autor selbst nicht sicher, ob der mit den germanischen Duren (Hermunduren) identisch ist. Und dann halt immer wieder Verweise, auf den wendischen Ansturm aus dem Osten. Heute habe ich Literatur über die Wenden gesucht, allerdings geht´s da immer nur über die Wenden an der Ostsee und in Polen… Meine Suche geht halt weiter - noch mehr Tips?
Ines, die Duftge von Mittgard

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Eintrag #8 vom 28. Jan. 2000 08:48 Uhr beate werner   Nachricht

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Semnonen???
beate (aritha)

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Eintrag #9 vom 28. Feb. 2000 18:30 Uhr Blain Fries   Nachricht

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Tachen, Ines! Als Buchtip für dich habe ich “Die Germanen-Ein Handbuch”, 2 Bände, herausgegeben von Joachim Herrmann, Akademie-Verlag-Berlin 1988 (DDR). Wahrscheinlich nur noch antiquarisch zu finden. Nun, sozialistische Ideologie hin oder her, finde ich es doch recht informatif, gerade auf dem Gebiet der Ex-DDR, da hier auch viele Funde gezeigt werden und materielle Kultur erklärt wird. ßbrigens waren die Wenden Slawen und Slawen sind keine Germanen, gleich, was Geza von Nemenyi oder Michael Pflanz in ihre Hefte schreiben. Grüss mir alle von Mittgart, die mich kennen. Blain der Fries a.b.a. Fenris Bücherwurm

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