Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Geschütze und ihre Mannschaften

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Eintrag #6 vom 30. Jan. 2001 12:52 Uhr Wolfgang Landwehr   Nachricht

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PS: die schematische Darstellung der Mannschaftsaufstellung ist verutscht. Hier noch ein Versuch: …..WS…..ZV …………….FE …KKKKKKKKKK………MMMM …………….KO …..KR…..LA
Gruss Wolfgang

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Eintrag #5 vom 30. Jan. 2001 12:49 Uhr Wolfgang Landwehr   Nachricht

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zu Fragen von Alexander Klenner selbst bin ich Mitglied in einer Artilleriegruppe der Napoleonischen Zeit und somit an dieser Materie intressiert. Also: zumindest seit der Zeit ab der Artillerie eingesetzt wird (sehen wir einmal von den ersten Anfängen des Schwarzpulvereinsatzes ab), geschieht dies durch extra dafür ausgebildetes Personal. Dabei wurden die einzelnen Tätigkeiten auf mehrere Personen verteilt. Der grundsätzliche Ablauf der Geschützbedienung ist dabei über die Zeit identisch geblieben. Ziel war es unter anderem eine hohe Schußfrequenz zu erzielen und dabei ein Maximum an Sicherheit des bedienenden Personals zu gewährleisten. Aus diesem Grund ergeben sich zwangsläufig die entsprechenden Arbeitsschritte: AUSKRATZEN Je nach einsatz der Geschosse (in der Regel vorgefertigte Kartuschen mit irgendwelchen Geschossen) wurde der Lauf mit einem spiralförmigen Kratzer von Kartuschenresten gereinigt. WISCHEN Danach wird der Lauf nass ausgewischt, um eventuell noch glimmende Kartuschenreste zu löschen un eine grobe Reinigung vorzunehmen. LADEN Alsdann wird der Lauf mit der Ladung (Geschoss) bestückt. Im Falle von Vorderladerkanonen geschieht dies selbstredend von vorne, indem die vorgefertigte Kartusche (Geschoss) in den Lauf eingeführt wird. Bei Hinterladern (wie sie bei der Companie of St. George verwendet werden) wird der Geschosseinsatz präpariert (Schiesspulver) und in die Kanone eingesetzt und gesichert. Das Geschoss wird in diesem Fall separat vo vorne geladen. STOPFEN, VERDßMMEN ist eigentlich der Abschluss des Ladens. Das Geschoss bzw. die Kartusche wird mit einem Stopfer fest in den Lauf gerammt. Geschoss und Pulver müssen eine kompakte Einheit ohne Luftzwischenraum bilden. ZßNDUNG VORBEREITEN Je nach Zündmechanismus der Kanone wird am Zündloch/Zündpfanne eine kurze Lunte eingesetzt bzw. Schiesspulver eingefüllt. Zuvor wird mit einem Stecher das Zündloch durchstochen. Eventuelle Verstopfungen werden dadurch beseitigt und im Falle der Benutzung einer Kartusche wird das Kartuschenmaterial (Papier, Stoff) durchstossen, damit des Schiesspulver Kontakt zum Zündmittel bekommt. Während des kompletten Reinigungs- und Ladevorgangs wird das Zündloch von dem dafür zugewiesenen Mannschaftsmitglied geschlossen gehalten (nur bei Vorderladern) FEUER Die so präparierte Kanonen kann jetzt gezündet d. h. abgefeuert werden. Dies geschieht mit Hilfe einer glimmenden Lunte, die an einem Stecken befestigt ist. DIE MANNSCHAFT Für fast jeden dieser Arbeitsschritte wurde in der Regel ein Mannschaftsmitglied abgestellt. Dies ist der Idealzustand bei ausreichend vorhandenen Resourcen. Die Mannschaft wird dabei auf fest vorgegebenen Plätzen am Geschütz positioniert. In unserem Fall sieht das wie folgt aus: WS ZV FE KKKKKKKKKK MMMM KO KR LA WS Wischer (2. Aktion) und Stopfer (4. Aktion) KR Kratzer (1. Aktion nach dem Schuss) LA Lader holt die Kartusche aus der Munitionskiste und setzt sie in den Lauf (3. Aktion) ZV Zündvorbereitung (5. Aktion) und Zündloch verdammen (ab 1. bis 4.) FE Zündloch präparieren und Feuern (6. Aktion) KO Kommandant (gibt Befehle zu 1. - 6.) KKKK Kanone MMM Munition (Kiste etc.) Schlussbemerkung: Je nach Kanonentyp und -Größe kann die Mannschaft varieren. Der beschriebene Ablauf zeigt aber das prinzipielle Vorgehen bei einer Geschützbedienung. Das für den gefechtsmäßigen Einsatz ein gut eingespieltes Team erforderlich war bei dem jeder Handgriff sitzen muss, ist eigentlich selbstredend. Auch muss im Umgang mit Schiesspulver eine gehörige Portion Vorsicht an den Tag gelegt werden, sowie ein entsprechendes Fachwissen vorhanden sein (Schiesspulver wird heutzutage in die höchsten Gefahrenklasse eingeordnet und darf nur von Personen gehandelt werden, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen…). In keinem Fall wurden irgendwelche unausgebildeten Personen eingesetzt, die bei Bedarf mal schnell zusammengestellt wurden. Ich hoffe einige Punkte konnten geklärt werden. Für eingeschlichene Fehler muss ich mich entschuldigen. Ich habe nur mal schnell hingeschrieben, was mir so durch den Kopf ging. Eigentlich sollte ich schon längst beim Kunden sein…
Gruss Wolfgang

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Eintrag #4 vom 26. Jan. 2001 00:31 Uhr Marcus Schreiber   Nachricht

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Moin Ivain, zum Thema Geschützvernichtung bei Niederlage fang ich mal mit der Juristenantwort ;-) an: kommt drauf an. Entscheident ist wohl am ehesten, ob der Rückzug noch halbwegs geordnet durchgeführt werden konnte, oder ob einfach nur aufs Wegkommen geachtet wurde… Da die Eroberung eines Geschützes natürlich einen starken Reiz ausgemacht hat, gab man sich auch häufig die Mühe, an feindliche Geschütze ranzukommen… da konnte eine Geschützreihe schon mal überrascht werden. Und in soclchen Fällen wurde eben gerannt, ohne das Geschütz zu vernichten. Es ist auch schon mal vorgekommen, daß feindliche Truppenteile mit den eigenen verwechselt wurden… das war zwar im Amerikanischen Bürgerkrieg, aber ich kann ir vorstellen, daß sowas auch früher schon vorgekommen ist. Fakt ist jedenfalls, daß eine überraschte Mannschaft lieber den eigenen Hintern rettet, als sich gedanken über ihr Gerät zu machen. Anders ists natürlich, wenn die Niederlage und drohende Eroberung absehbar wird… da kann man noch gemütlich den Rückzug befehlen und das Geschütz vernichten… Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen Bis denn
Marcus von Hohenovere

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Eintrag #3 vom 24. Jan. 2001 18:56 Uhr Jürgen Ludwig   Nachricht

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Hallo, da ich mich mit der Zeit der Landsknechte beschäftige sind die folgenden Angaben hauptsächlich aus der Zeit 1500 - 1600. Herstellung und Bedienung der Geschütze lagen in der Hand der Büchsenmeister, die ihre Kunst streng hüteten. Die Verpflichtung zur Geheimhaltung dieser neuen Kunst bestand noch bis in die Zeit Kaiser Maximilians. Zur ßbung und Ausbildung wurden schon Früh Schießübungen abgehalten. Die Reichsstadt Nürnberg hatte schon 1422 einen dauerhaft eingerichteten Schießplatz Große Reichsstädte wie Augsburg oder Nürnberg hatten ständig Büchsenmeister in ihren Diensten. Ihre Aufgabe bestand darin das bestehende Material in den Zeughäusern zu warten und zu erneuern, oft wurde diese Büchsenmeister mit ihren Geschützen gegen Bezahlung “ausgeliehen”. Diese Büchsenmeister hatten auch besondere Vorrechte in einem Heerlager, die ihnen per Artikelbrief zugesichert waren, z.B. durften ihre Frauen und Kinder auf dem Kugelwagen mitfahren, auch hatten sie im Lager ein Vorkaufsrecht bei den Lebensmitteln. Die Büchsenmeister und ihre Gehilfen waren keine regulären Soldaten, gehörten aber auch nicht zu den Handwerkern. Dies zeigt sich auch daran, das sie nach der Erstürmung einer Stadt nicht an der Plünderung teilnehmen durften, sondern bei ihren Geschützen bleiben mußten. Dafür erhielten sie aber auch mehr Sold als der einfache Landsknecht. Unterstellt waren die Geschützbedienungen einem Feldzeugmeister, der sie nachdem sie eine Prüfung abgelegt hatten, je nach ihren Fähigkeiten, den verschiedenen Geschützen zuteilte. Die besten Leute wurden den Wurfgeschützen zugeteilt und als Feuerwerker bezeichnet, dann den Brechgeschützen mit der Bezeichnung Büchsenmeister und der Rest den leichten Kanonen als Schlangenschützen zugeteilt. Diese Einteilung bestimmte auch die Höhe des Solds. Der Artillerie waren auch noch Hilfskräfte, Schanzgräber und Soldaten zur Bedeckung zugeteilt. Die je nach Bedarf bewaffnet waren, ausgenommen Langspieße, da dies nicht zweckmäßig war. Im Verlauf des 30jährigen Krieges setzten die Schweden auch eine leichte Regimentsartillerie ein, die erstmals durch reguläre Soldaten bedient wurde. Ich hoffe ich konnte ein bischen behilflich sein, mehr zu diesen Thema gibt es nach dem nächsten update auf unsere Homepage unter: www.landsknechtsrotte.de Gruß Jürgen

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Eintrag #2 vom 24. Jan. 2001 16:55 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Mein Wissensstand gleich hinterher: Ich habe aus einer Abhandlung auf CD, daß die großen Belagerungs - Geschütze im HMA zum Teil nach Bedarf vor Ort oder zumindest in der Nähe errichtet wurden. Bauleiter sollen Ingeneure zum Teil aus z.B Byzanz oder sogar dem moslemischen Gebieten gewesen sein. Da reicht aber irgendwie meine Bereitschaft nichtmehr, das so einfach zu glauben. Mir erscheint das dann doch etwas zu zeitaufwendig. Ich habe auch schon von verschiedenen Schlachten gehört, in den Geschütze nach dem Sturm gedreht wurden und gegen die eigentlichen Besitzer abgefeuert wurden. Gab es hier keine Order, z.B. statt dem letzten Schuß besser die Torsionssehnen zu durchtrennen oder später das Pulver hochzujagen ? Worüber ich garnichts weiß, ist der Bereich, der sich um die Bedienmannschaft dreht.
Gruß, Ivain

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Eintrag #1 vom 24. Jan. 2001 16:22 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Tach. Ich habe nun mal begonnen, mich mit dem Thema der Geschütze zu beschäftigen. Dazu mal eine Reihe von Fragen, die Antworten sollen nicht unbedingt auf eine bestimmte Zeit eingeengt sein, sondern ruhig durchgängig sein. Dadurch sieht man dann auch gut bestimmte Entwicklungen in verschiedenen Bereichen. Zur Geschützmannschaft: -Waren das Profis in ihrem Metier, oder wurden sie nach Bedarf an solch ein Teil gestellt ? -Wie sah ihre Ausrüstung / Bewaffnung / (Schutz)Rüstung aus ? -Was hatten sie im Falle einer Gefangennahme zu erwarten ? -Gab es wirklich käufliche Geschützingeneure ? Zu den Geschützen: -Wer besaß überhaupt Geschütze ? -Wer konnte sie bauen, nicht alle waren transportabel ausgelegt ? Speziell für die Anti-Infantrie Geschütze: -Was passierte, wenn die Geschützereihe überrannt wurde ? Versuchte man, daß Geschütz unbrauchbar zu machen, um nicht auf der Flucht unter Feuer genommen zu werden ? Soviel erstmal zu den Fragen.
Gruß, Ivain

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