Moin, Moin!! sicherlich war das Hauptgetränk der Leute sowohl vom Stand als auch von der Gegend abhängig. Zu den Hauptgetränken scheint jedoch das Bier gehört zu haben. In verschiedenen Städten (Z.B. Neumarkt in Schlesien) gehört alles was man zum Brauen braucht bis auf das große Faß zur Frauengerade. Das Brauen scheint zum größten Teil Frauensache gewesen zu sein. Es gab jedoch auch Brauerzünfte, die reich und einflußreich waren. Die Lübecker Brauerzunft errichtete die erste Wasserleitung in Deutschland seit der Römerzeit. (1294/Brauwasserkunst vor dem Hüxtertor). Die Stadt Einbeck als Hansestadt exportierte Bier über weite Strecken. 1516 wurde von Herzog Wilhelm IV., der von München aus das vereinigte Ober- und Niederbayern regierte, das sog. Reinheitsgebot erlassen. Als Inhaltsstoffe waren nur noch Hopfen Malz und Wasser zugelassen. Hofen als Bitterstoff macht das Bier haltbar. Hopfen ist vielfach in den zeitlich entsprechenden Siedlungsschichten nachgewiesen. Eine Alternative war die Verwendung von z.B. Gagel. Die älteste Urkunde über eine Verleihung des “Grutrechts” wurde 947 von Otto dem II an die Kirche verliehen. Diese Grutrecht, das Recht zu Brauen wird von vielen Quellen erwähnt. So war den Wenden in Holstein das Brauen und Mälzen verboten. Sylvia _______________ Die Geschichte der Stadt Oldenburg in Holstein Erich Koglin Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält Orbis Verlag Spuren in die Vergangenheit Helga Wingert Frauen im Mittelalter Edith Ennen
Gutes Thema, Wie sah es eigentlich mit Milch aus ? Wurde sie getrunken (wenn ja, war Ziegenmilch oder Kuhmilch beliebter ?) oder einfach zum Größtenteil weiterverarbeitet ? Ich kenne einen Hinweis, daß Molke (oder Lab ? oder wie immer das Zeug heißt das beim Käsern anfällt) als Kindergetränk beliebt war (stammt allerdings aus einem exzellenten, englischen Kinderbuch). ein durstiger Nikolaus
Hallo, soweit mir bekannt ist, gab es Wein und Brot bereits zum Frühstück. Um den Schwips nicht all zu doll werden zu lassen und wohl auch aus Kostengründen wurde dieser Wein mit Wasser gepanscht. Betuchtere Leute konnten sich sicherlich “trinkbaren” Wein leisten, der weder mit Wasser noch mit Süßmitteln oder Gewürzen verfeinert werden mußte. Dieser wurde mit Sicherheit zu besonderen Anläßen dann auch ungepanscht verzehrt. Je nach finaziellem Status des Trinkers ;o) Der Claret ist tatsächlich schlichtweg der Versuch, den Wein trinkbar zu machen. Die Rebsorten waren im Mittelalter bei weitem noch nicht so kultiviert wie heutzutage. Die Weinqualität dürfte weitestgehend recht mies gewesen sein (für heutige Verhältnisse). Import von lieblicheren Weinsorten aus wärmeren Gefilden dürfte sich das einfache Volk wohl kaum geleistet haben. Auch heutzutage wird Grundwein von Winzern an die großen Weinhersteller verkauft. Dieser Grundwein ist extrem sauer und im Normalfall ungeniesbar. Auch heute werden dem “billigeren” Wein bestimmte Zutaten beigemischt, um ihn trinkbar(er) zu machen. Bier war wohl eher das Getränk für das einfache Volk. Bei Hofe war dieses Getränk jedenfalls verpöhnt. Das Bier war weder kohlensäurehaltig wie heutzutage noch entsprechend gekühlt (vermutlich). Wenn man also einem Bier heutzutage die Kohlensäure “rausschüttelt” und es auf Zimmertemperatur erwärmt, dürfte man dem mittelalterlichen Geschmack einigermassen nahe kommen. Obwohl das Reinheitsgebot ja bekanntlich noch nicht galt und es dazu sicherlich noch lokale Unterschiede in der Herstellung und Rezeptur gab. In Klöstern wurde Bier als günstiges “Standardgetränk” hergestellt. Zu Säften und Most kann ich ad hoc leider auch nichts sagen…das mit dem Wein stammt aus “Alltegsleben im Mittelalter”, eine Quelle die in einigen Threads bereits des öfteren erwähnt wurde. Bestätigt wurden mir diese Informationen (insbesondere das mit dem “Grundwein”) von einem bekannten Winzersohn…ich gehe also davon aus, daß sie einigermassen gesichert sind. ;o) Soweit mein Senf zum Thema… Gruß Andreas
Grüß Euch, gestern fand bei uns ein nettes Streitgespräch statt. Thema: Getränke! Daß Wein das am meisten genannte Getränk des HM war, ist wohl klar, und daß Bier nicht so angesagt war, klang auch an. Met? Hat im HM kaum noch jemand getrunken… Natürlich war klares Wasser das Hauptgetränk der Zeit. Aber Säfte, Tee, Most und Apfelwein? Doch wie war es nun wirklich, wie wurde zubereitet, wie schmeckte es… War der Claret, so lecker er ist, nur der Versuch, schlechten Wein trinkbar zu machen, gab es Würzwein zum Frühstück, also begann der Tag schon angeschwipst? Wurde Wein wirklich nur verdünnt genossen? Na denn, Prost!