das von Thurid erwähnte Bild ( www.vl-museen.de/aus-rez/pix/westermann01-1.jpg )ist auch in “Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch” S.399 drin. Ist aber leider um 1450 von einer Spielkarte des sog. Hofämterspiels.
im Goslarer Evangeliar (Deutschland, frühes 13. Jh.) gibt es eine Abbildung einer Frau/Magd am Wochenbett in einem anscheinend kurzärmligen grauen Kleid - die Abbildung ist allerdings interpretationsbedürftig: die kurzen ßrmel sind am Abschluß braun besetzt - es könnte sich also auch um kontrastfarbig gefütterte hochgekrempelte ßrmel handeln (obwohl dafür wiederum keine korrespondierenden Falten oder Stoffwülste ersichtlich sind, die bei der nebenstehenden Magd wiederum hervorragend erkennbar sind)… sag niemals nie… ;-)
Wenn ich mich recht erinnere, ist auf dem Katalog zu der Ausstellung “Spätmittelalter am Oberrhein” (so 3, 4 Jahre her) eine Frau an einer Tonscheibe abgebildet, die nur eine Art Latzkleid trägt. Gut, ist halt leider später.
Mir ist durchaus bekannt, dass es regionale Unterschiede gabe, wenn Esca auch der Meinung ist, dass ich das nicht unbedingt weiß. Ich kann denken und ein weiterer Vorteil: Ich kann lesen !
Esca´s Einwand finde ich im Prinzip schon berechtigt; Region A ist nicht unbedingt gleich Region B, ebenso wie Zeit X nicht unbedingt gleich Zeit Y ist.
Allerdings habe ich persönlich keine ernstlichen Bedenken die MAC Bibel auch für den Raum Lothringen, Franken, Schwaben einzusetzen.
Wenn ich z.B. Abbildungen von Zivilkleidungen, Schuhen, Gegenständen in Mac und alternativ dem Aschaffenburger Evangeliar (ca. 1250) betrachte, dann fallen eigentlich keine Unterschiede auf.
Einziger mir aufgefallener Unterschied liegt in der Form der abgebildeten Eisenhüte, aber darum gehts ja hier nicht *ggg*
Olivier, die Mac ist 1250-60 entstanden, also wären es erbenzählerisch 20-30 Jahre.
Und ich habe wie garnix getan, ich habe nur darauf hingewiesen, dass man die Regionalität beachten sollte. Und das, weil ich davon ausgehe, dass das Svea eben _nicht_ unbedingt bekannt ist!
Und zum Thema:
Ich täte mich gerade bei einer Magd _nicht_ nach nicht-regionalen Quellen richten, sondern eher konservativ auf einheimische, möglichst auch noch örtliche Nahe, zurückgreifen, ehe ich ob der persönlichen Vorliebe auf eine möglicherweise(!) regional französische Lösung zurückgreife.
ich frag mich warum da jetzt plötzlich soviel Aufhebens gemacht wird. Ich sprach ja nicht umsonst in meinem ersten Satz von hohem Interpretationsbedarf … Escas Einwand ist zwar durchaus berechtigt, aber eigtl unnötig, da das regionale Problem ja sowieso bekannt sein dürfte.
Allerdings halte ich (Vorsicht eigene Meinung) das Problem in der Region Mittelrhein (=Sveas Region)und Oberrhein für nicht besonders stark ausgeprägt, da sich bspw. in der figuralen Plastik des 13ten Jahrhunderts zwischen dem Rheingebiet und Frankreich viele Gemeinsamkeiten finden. Was natürlich auch darauf zurückzuführen ist, daß viele Baumeister sich an den französischen Traditionen orientiert haben, wenn sie nicht sogar identische Personen waren …
Das Problem hat man aber ebenso in der stilistischen Weiterführung der Illuminationen der Pariser bzw. Flandrischen Schulen etc.
Aber dieses Themengebiet gehört eher generell zum Thema Kunstgeschichte oder Recherche bzw. Wissenschaftskritik im Allgemeinen…
>allerdings ist es auch gewagt, eine zeitliche ßbereinstimmung der Ausbreitung einer Mode anzunehmen!
Wäre es in der Tat, nur habe ich das nicht getan. Ich habe lediglich kritisiert, dass Jens so tut, als ob Frankreich und Deutschland auf unterschiedlichen Kontinenten liegen. Im ßbrigen liegen zwischen der Maciejowski-Bibel und dem fraglichen Zeitraum 30-40 Jahre. Weshalb du also auf zeitliche ßbereinstimmung kommst, ist mir nicht ganz klar.
Hast du irgendeinen Anhaltspunkt, oder Grund anzunehmen, dass es das nicht in Deutschland gab? Zumal die Frage ist, was in diesem Zusammenhang Deutschland, und was Frankreich ist. Zur Blüte der Champagnemessen eine textilkulturelle Isolation Frankreichs anzunehmen ist reichlich gewagt.
Also hochgekremptelte ßrmel der Unterkleidung und “Schlitze” in Achselnähe. Inwieweit diese Form einen speziellen Namen in der Literatur (ob nun zeitgenössisch oder der modernen Fachliteratur) hat ist mir nicht bekannt.
Also ich habe noch keine kurze Hauptoberbekleidung gesehen; warum auch. Man braucht das Kleidungsstück ja schliesslich auch für die kühleren Tage. Wenn’s störte wurde halt hochgekrempelt.