es gibt für solche Musterungen noch eine dritte Möglichkeit: Die des Druckes und der Bemalung.
Die zumindest für Deutschland übliche udn alltägliche Technik des Musterdruckes lässt solche Stoffmuster problemlos herstellen, bis hin zum Silber- und Golddruck.
Stellt sich die Frage, ob die Sachen nach England exportiert wurden, oder obs Drucker auch dort gab. Bei den guten Handelsbeziehungen…eigentlich möglich.
danke für Deine prompte Antwort und die spätere, wie immer freundliche, Erläuterung dazu.
Als “Darstellung” habe ich tatsächlich eine niedere gewählt. Edle Dame ist mir viel zu anstrengend und langweilig. Ich bevorzuge doch eher verschiedene Tätigkeiten anstatt nur hübsch auszusehen im Lager.
Nichtsdestotrotz interessiere ich mich aber für die Kleidung einer englischen Frau edlerer Herkunft um 1250 um sie einfach herzustellen und sicher dann auch ab und an mal zu tragen.
Leider bin ich bisher nur zur richtigen Kopfbedeckung gekommen….:-)
Ob es in den höheren Schichten nun nur mustergewebte Stoffe gab sei dahingestellt. Ich habe sicher noch nicht alles durchgesehen was sich so finden lässt.
Hallo, ich habe manchmal den Eindruck, die hier Lesenden haben noch nie mittelalterliche Stoffe gesehen. Sonst würde manche Frage einfach nie gestellt werden. Um dem abzuhelfen, habe ich unter www.dueppel.de/lexikon/bindung.htm (ganz unten) einige Bildbeispiele eingebaut. Nicht repräsentativ, aber zumindest eine Vorstellung für den Anfang.
Natürlich sind solche Muster weder halbwegs ökonomisch nachzuweben, noch im Kaufhaus zu erwerben. Dennoch ist keine authentische Darstellung höherer Schichten denkbar, ohne daß solche (im Vergleich relativ groben) Musterungen benutzt werden.
Es liegt im Ermessen des Einzelnen, ob er nicht doch lieber einen Bauern darstellen sollte, oder ob man sich solche standesgemäße Gewandung webt, bedruckt oder in Kopien des 19. Jahrhunderts für teures Geld ersteigert.
Auch der neue Link geht irre. Aber egal, er erlaubt das Blättern in der Handschrift bis auf Folio 11 verso, und dort kann man bis ins Detail an die Abbildung heranzoomen. Danke für diese hervorragende Technik!
Aus der Abbildung allein läßt sich natürlich nicht sagen, wie die Streifen hergestellt wurden. Im textilgeschichtlichen Zusammenhang aber ist es völlig klar: Dies sind keine Borten, sondern ein Bestandteil des Webmusters. Das Kleid der Königin ist mit Sicherheit nicht “einfach blau”, wie es der Zeichner minimieren mußte: Es handelt sich um einen Brokat, Stufensamt, Lampas oder was auch immer mit Musterstreifen. Damit die Musterstreifen farblich genügend vom blauen Grund getrennt sind, ist ein Websystem mit mehreren Kettsystemen und Schußsystemen erforderlich.
Dort sieht man auf fo.11v Queen Edith in einem blauen Kleid. Was ich mich frage ist, sind da wohl Stickereiborten drauf oder könnten das gewebte Borten sein. Was meint ihr?