einen interessanten Vorratsbehälter für Gewürze aus Holz findest Du im Stadtmuseum Esslingen. Zwar wohl erst aus dem 18. Jahrh. stammend, könnte er aber im Mittelalter genauso ausgesehen haben.
Wer weiß wann er genau nach Europa kam? Manche Quellen sagen, er war bereits im antiken Griechenland und Rom bekannt, andere wiederum sagen, das er nördlich der Alpen erst im 14. Jhd. bzw. manche sagen sogar erst Anfang des 16. Jhd angekomme ist.
Was stimmt nun? Wie war seine Verbreitung? Wie kostbar war er?
Mal weg von den Kräutern und zurück zu den Gewürzen. In den Kochbüchern des Spätmittelalters (das ist natürlich adelige Küche)sind die absoluten Renner, ohne geht es nicht: Pfeffer, Zimt, Nelken, Ingwer, Koriander, Anis und Muskatblüte (Macis). Salz wird selten explizit erwähnt, aber man findet oft die Textstelle: “und versalz es nit”
U. Willerding, Gärten und Pflanzen des Mittelalters. In: M. Carroll-Spillecke (Hrsg.), Der Garten von der Antike bis zum Mittelalter. Kulturgeschichte der Antiken Welt 57² (Mainz 1995) 249-284.
[Aussagen zu bildlichen und schriftlichen Quellen, Anlage und Funktion der Gärten, daran angebauten Pflanzen (Zier-, Gewürz- und Heilpflanzen, Obst und Gemüse mit dem ersten Nachweis) sowie den Geräten.]
zur Verbreitung einzelner Gewürze im Mittelalter habt. Sprich was gab es ab wann wo in welchen Mengen. Vielleicht habt ihr hier ja auch schon einen Thread in die Richtung, hab ihn bloß nicht gefunden.
Es gibt ein Gedicht eines Moenches aus dem 10. (?) Jahrhundert, das alle damals gebraeuchlichen Krauter und ihre Verwendung beschreibt. Ich habe letztens mal eine illustrierte und kommentierte Ausgabe in Berlin in der Museumsbuchhandlung des Gropiusbaus gesehen, habe sie aber leider nicht gekauft. An den genauen Titel kann ich mich nicht mehr erinnern. Weiss das jemand?
Ausserdem hat Hildegard von Bingen sehr viele Pflanzen und ihre Verwendung beschrieben. Da lohnt es sich auch nachzusehen.
Gewürze im Sinne unserer heutigen Streuwürzen wird es wohl weniger gegeben haben. Im Sommer gaben Garten und Feldrand die entsprechende Würze. Im Winter selbiges, nur getrocknet. Ich würde aber eher die Kräuter in Bündeln aufhängen, als sie in Gläser und Töpfe zu sperren.
Salz & Pfeffer, sofern Du es Dir leisten kannst.
Kümmel, Anis, Fenchel, Senfkörner, Wacholder fallen mir noch an “Schüttgut” ein.
stelle mir gerade eine neue Kücheneinrichtung zusammen. Unter anderem ein kunstvoll gefertigtes Gewürzregal. Jetzt bin ich auf der Suche nach den 25 geläufigsten Gewürzen des MA (bis 1350).
Wo kann ich mich da Informieren, bzw. kann mir vielleicht jemand weiterhelfen?