Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Glasierte Keramik: wann und wie?

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Eintrag #1 vom 27. Mrz. 2000 00:51 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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In vielen Veröffentlichungen ist nicht erwähnt, ab wann Keramik glasiert wurde, und vor allem, wie! Die Datierungen wiedersprechen sich häufig sogar. Mit einigen Töpfern geht die Diskussion hin und her, und dabei geht es vor allem, ob glänzende Glasuren “A” sind oder nicht! Dabei ist natürlich auch die Frage nach den möglichen Farben im HM wichtig. Nun, Töpferware ist nicht mein Spezialgebiet, aber wissen möchte ich es schon.
Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 27. Mrz. 2000 17:53 Uhr Axel Aue   Nachricht

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Hi Hadu. Schau doch mal auf Seite 3, Thema-Nr.608. Da findest Du schon einiges und kriegst ansonsten auch raus, wer für Deine Frage kompetent ist. Gruß
Axel

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Eintrag #3 vom 28. Mrz. 2000 00:54 Uhr Birthe Haak   Nachricht

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Moin Hadu! Wie Axel schon sagte, steht im Kochgeschirr-Thema schon einiges. Das Problem mit den widersprüchlichen Datierungen ergibt sich u. a. daraus, daß es in der Keramik große regionale Unterschiede gibt, wo was wann gebräuchlich wurde. Prinzipiell kommt Glasur ab dem 13./14. Jh (wieder) auf Tafelgeschirr vor, hauptsächlich auf Kannen. Ist zunächst aber eher selten. Farben: grün bis gelb, seltener (auf bestimmten Warenarten) rot. Ich werd bei Gelegenheit dazu was für die Bibliothek schreiben, kann aber etwas dauern. Gruß
Birthe

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Eintrag #4 vom 06. Apr. 2000 19:56 Uhr Michael E. Wolf   Nachricht

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Hallo Hadu, damit rechnet ja niemand, daß Du auch mal ne Frage hast. Eigentlich hast Du sonst immer nur Antworten. Ganz sicher helfen Dir Olaf Viewag, Monika Podzierski und mein Freund Jerke aus Sinsheim weiter. Die beiden letzteren sind die anerkannten Praktiker in Sachen Keramik im MA. Außer dem will ich zwar Werbung machen, aber nicht unangenehm auffallen und deswegen empfehel ich Dir auch nur ungern an dieser Stelle “Rüstung, Gewandung, Sachkultur” und ggfs ein Telefonat mit dem in Münster lebenden Autor Dr. Gösta Ditmaer.Trauth. Alles Gute Hadu
Miwo

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Eintrag #5 vom 12. Apr. 2000 20:42 Uhr Günther Sanwald   Nachricht

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Ave Hadowulf, ich bin kein Keramikspezialist, kann dir aber einen kleinen Literaturtipp zum Thema Fliesen und Kacheln geben: im letzten Heft “Monumente” der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt dazu ein interessanter Artikel. Gruß Günther
Gruß Günther

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Eintrag #6 vom 12. Apr. 2000 22:48 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, danke an alle! ßbrigens, Micha, das Buch empfehle ich unseren Neulingen als Einsteiger-Literatur, was gut ist, darf auch Werbung bekommen!
Euer Haduwolff

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Eintrag #7 vom 24. Apr. 2000 13:15 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Tach zusammen! Ich habe mal eine Frage zum Verzicht auf Glasur und Engobe beim Steinzeug oder Faststeinzeug, denke aber, die paßt hier ganz gut in den Zusammenhang. Denn so habe ich gelesen, die beschriebenen Bleiglasuren zum Beispiel hätten sich bei hohen Brenntemperaturen von anderen Materialien als Ton, schlicht verflüchtigt. Auch seien gar keine Glasuren nötig gewesen, da Steinzeug ausgesprochen wasserdicht sei. In einem Ausstellungsheft zur (modernen) Produktion von Porzellan und Steinzeug habe ich gefunden, Steinzeug sei porös und im Gegensatz zum Porzellan unglasiert wasserdurchlässig. Nun schreiben aber die Keramikexperten für das MA, Siegburger Steinzeug habe sogar andere Keramik vom Markt drängen können, weil es so wasserdicht war. Wie “dicht” unglasierter Ton nach dem Brennen ist, habe ich durchaus schon ausprobiert. ßber das “Abdichten” von Tonwaren ist ja hier und im Thread 608 “Kochgeschirr im HMA” schon eine Menge gesagt worden. Matthias schreibt dort auch, bestimmtes Steinzeug hat “eine Wasseraufnahme von weniger als 1%”. Was bedeutet das denn in der Praxis? Und in wie weit unterscheidet sich dieses Steinzeug noch vom hochmittelalterlichen Faststeinzeug? Hat dazu jemand praktische Erfahrungen? Frohe Ostern Sascha

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Eintrag #8 vom 24. Apr. 2000 14:17 Uhr Matthias Schlegel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Schlegel eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Sascha ! Steinzeug wird bei ca. 1280°C gebrannt. Bei dieser Temperatur (bzw. ab 1200°C) sintert das Material, und der Scherben wird praktisch wasserdicht. Eine Glasur wäre somit aus heutiger Sicht lediglich dann sinnvoll, wenn bei einer schamottierten Masse - also einem Ton mit “Körnung” sozusagen - die Oberfläche so rauh ist, daß man aus hygienischen Gründen lieber einen Becher oder Krug ohne “Eigenleben” bevorzugt … Die Unterschiede zwischen mittelalterlichen und heutigen modernen Tonmassen sind gar nicht mal so gravierend; das Material ist im Grunde genommen immer noch dasselbe, wobei man heutzutage die Masse durch Beimengungen verschiedener Metalloxyde und organischer Bestandteile praktisch nach Kundenwunsch herstellen kann. Zu damaliger Zeit dürften die verschiedenen Massen allerdings mehr dem Standort der entsprechenden Tongrube entsprochen haben. Inwiefern die metallurgischen und chemischen Kenntnisse im Mittelalter eine gezielte Aufbereitung ermöglichten, entzieht sich mangels Wissen meiner Kenntnis. Zur Glasur läßt sich noch folgendes sagen : Bleihaltige Glasuren hatten je nach Brand eine dunkelbraun-graue Färbung mit teilweise leicht metallisch wirkenden Einschlüssen. Dieser Effekt läßt sich heute mit verschiedenen Materialien erzielen, ohne dabei auf das äußerst gesundheitsschädliche Blei zurückgreifen zu müssen. Hauptbestandteile heutiger Glasuren sind Siliciumdioxid als Trägerbestandteil, sowie Aluminiumoxid zur Härtung und einem Flußmittel zur Steuerung der Schmelztemperatur. Zum Einfärben von Glasuren bieten sich verschiedene Oxide an : Eisenoxid (1-10%) ergibt in Steingutglasuren ein blasses Gelb bis intensives Rostbraun, in Steinzeugglasuren Dunkelbraun bis Schwarz. Mit Kupferoxid (1-5%) entstehen bei einem Oxidationsbrand Türkis und Grün, bei einem Reduktionsbrand ein dunkles Kupferrot. Kupferoxid darf nicht in bleihaltigen Glasuren eingesetzt werden und ist nicht für Lebensmittelgefäße geeignet !!! Manganoxid (1-8%) ergibt in Glasuren violette bis braun-schwarze Farbtöne. Abschließend eines noch: “A” sein ist nett, aber verwendet doch bitte keine Bleiglasuren für eure Gefäße ! Ich habe selbst schon entsprechende Anfragen erhalten und abgelehnt; auch das Argument mit den guten alten Bleiwasserrohren, von denen man ja auch nicht gestorben ist zieht hierbei nicht … wenn´s euch selbst schon egal ist, dann denkt wenigstens an den, der sowas verarbeiten muß :-((( Gruß,
Matthias

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Eintrag #9 vom 29. Apr. 2000 17:34 Uhr Monika Podzierski   Nachricht

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Hallo, Matthias mach´ mich doch mal schlau, warum man kein Kupferoxid in Bleiglasuren bzw für Eßgeschirr verwenden darf. Meines Wisens werden mit Kupfer eingefärbte Bleiglasuren wunderschön smaragdgrün und Bleiglasuren haben grundsätzlich nichts auf Eßgeschirr zu suchen. Es gibt heute schon genügend bleifreie Ersatzmöglichkeiten. Danke, daß Du auch mal erwähnst, daß derjenige, der damit arbeiten muß, eben durch diese Glasur gesundheitsgefährdet ist. Herzlichen Gruß
Monika

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Eintrag #10 vom 04. Mai. 2000 03:52 Uhr Matthias Schlegel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Schlegel eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Monika ! Sorry; hat etwas länger gedauert … ich war in Freienfels ! :-))) Also; Kupfer ist bei niedrigen Temperaturen (bis 1.150°C) in einer Bleibisilikatmischung instabil und wird ausgelöst. Somit gibt´s bei glasiertem Steingut Probleme. Bleibisilikat wird in den meisten Steingutglasuren als Flußmittel verwendet, ist jedoch in seiner Zusammensetzung im Gegensatz zu den blei- bzw. bleioxidhaltigen Glasuren der früheren Zeit nicht gesundheitsschädlich. Eine smaragdgrüne Färbung erreichst Du ebenfalls mit Kupfercarbonat in 2-10%iger Beimischung, jedoch ohne die “Nebenwirkungen” von Kupferoxid. Ich habe bewußt auf die Nennung von reinen Steinzeugglasuren verzichtet, da diese eine Brenntemperatur zwischen 1.250 und 1.300°C benötigen. Die meisten Hobbykeramiker mit eigenen ßfen können diese Temperaturen nicht erreichen; Töpfereien und VHS lehnen Brände bei diesen Tempraturen zumeist ab, da die Heizelemente zu stark beansprucht werden. Gruß,
Matthias (Robert Enrick of Caithness)

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Eintrag #11 vom 28. Okt. 2001 15:45 Uhr Regina Lüdecke   Nachricht

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Hallo,
ich betreibe nebenberuflich eine “Hobbytöpferei”, das heißt zu mir kommen Leute, die meine Werkstatt, Material und Werkzeug nutzen um Keramikarbeiten herzustellen. Nun möchten einige auch auf der Glasur malen. Das habe ich noch nie probiert.
Kann man für den Anfang einfach Baumarktfliesen bemalen lassen und im Schrühbrand (950°C) mitbrennen ? Welche Farben sind da günstig, Malkasten oder Pulverfarben? Und was brauche ich noch?
Vielen Dank für eine Antwort
Regina
www.hobbytoepferei.de

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