Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Glasperlenmacherei

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Eintrag #1 vom 22. Aug. 2003 17:53 Uhr   Nachricht

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Hallo,
ich hab mich grad ein bissel umgesehen und habe kein Thema zu Glasperlenmacherei gefunden, also mache ich eins auf! So.
Ich habe in Ribe fleißig in der Glasperlenwerkstatt gearbeitet und hatte viel Spaß daran. Also möchte ich dieses Handwerk auch hier in Deutschland gerne weitermachen. Dazu habe ich noch ein paar Fragen zu dem Thema:
1. Ist der Ofen in Ribe belegbar (Wer in kennt…)? Oder gibt es andere Funde nach denen ich mich richten kann, um einen Ofen nachzubauen. (Er sollte transportabel sein, für auf’m Markt, zum vor den Touris machen, aber Authentizität ist mir schon wichtig, auch bei der Herstellung der Perlen.) Ich möchte ihn gerne komplett “a” bauen, d.h. aus Lehm und Stroh mit Blasebalgen.
2. Bezugsquellen für Lehm?
3. Ich möchte gerne wie in Ribe italienische Mosaik-Glassteine als Rohstoff verwenden. Kennt jemand eine Bezugsquelle?
4. Kennt jemand eine Alternative für das Perlentrennmittel?
Vielen Dank im Vorraus,
Freydis Baldersdottir

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Eintrag #2 vom 22. Aug. 2003 18:25 Uhr Heinz-Peter Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heinz-Peter Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
bei Fragen hilft Torben Behrends gerne weiter.
www.derglasperlenmacher.de
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte
www.folgari.de

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Eintrag #3 vom 25. Aug. 2003 12:11 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Dankeschön

Hey Silvia, vielen Dank für deinen Tip, aber den Torben habe ich vorsorglich schon kontaktiert und privat kennengelernt. Tja, so klein ist die Szene.
Ich hofft mit dem thread hier noch andere außer dem (verdammt guten, supernetten) Torben zu finden.
Aber trotzdem Danke.
Freydis
PS: In Ribe wurde mir gesagt, ich hätte exakt die gleiche Stimme wie du. Ich glaube, wir müssen mal telefonieren… *g*

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Eintrag #4 vom 25. Aug. 2003 12:37 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Katrin,
du warst das :-)
Ruf einfach mal unter 0203/9304130 an.
Ich habe einiges an Infos zu Perlen zusammengestellt. Die CD´s kann ich Dir gern zukommen lassen.
Oder sieht man sich im Acheon?
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte
www.Folgari.de

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Eintrag #5 vom 29. Aug. 2003 13:45 Uhr Torben Barthelmie  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Torben Barthelmie eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Katrin!
Ja, die Feuerstelle/Ofen….belegt sind nur offene Feuerstelle wie sie auch in
einer Schmiede verwendet worden sind.
Die Abmessungen betragen bis zu 60×60cm, 20cm tief sind aber meist kleiner.
(Diese Schmiedefeuerstelle werden in Verbindung mit derGlasperlenherstellung gebracht, da sich im Bereich dieser Feuerstellen immer wieder Produktionsreste der Glasperlenherstellung finden)
Eine Kuppel über diesen Feuerstellen läßt sich nicht nachweisen :(
Zur Römerzeit habe ich einen Beleg für einen Ofen….allerdings so groß, das sich das nicht mehr transportieren läßt, da dieser Ofen wohl auch zur Gewinnung des Glases selber genutzt wurde)
Der Kuppelofen wird jedoch vielfach verwendet, da Brian Franson, DER dänische Glasperlenmacher aus Ribe, hiermit die praktikabelste Lösung gefunden hat (m.E. im Bereich der Wärmenutzung, nicht im wenn es darum geht darunter zu arbeiten). Diese Konstruktion ist eine Anlehnung an ßfen wie sie heute noch in der Türkei genutzt werden.
Hingegen: T. Gam Aschenbrenner hat jedoch die gleichen Perlen über einer niedrigen und offenen Feuerstelle gefertigt (Glasperlefremstilling - En
Analyse of teknologi og handvaert in: Eksperimental Araelologi - Studie i
kultur og tenkologi, Lejre 1991).
Auf einem Markt in Norwegen habe ich dann noch eine kegelförmige Konstruktion gesehen, leider habe ich mich zu der Zeit noch nicht für diese
Thematik interessiert, sonst hätte ich besser aufgepasst :( So viel aber weiß ich noch: Höhe etwa 40 bis 50cm, Durchmesser (Basis) etwa 50cm und ein Seitenfenster zum arbeiten. Luftzufuhr natürlich über Blasebalg.
Ich arbeite derzeit über einer transportablen Konstruktion, die ich auch wieder und wieder versuche zu verbessern.
Du hast also von der archäologischen Seite keinen absoluten Beleg für eine Feuerstelle/Ofen.
Zum Trennmittel: in gewickelten Originalperlen ist ebenso wie in den von uns gefertigten das Trennmittel eingebrannt!
Grüße von der Küste!
Torben
(und nein, in Schweden war es nicht so warm wie in Bederkesa)

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Eintrag #6 vom 15. Jan. 2004 14:46 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Torben,
sind Dir neben der Verwendung der Glasperlen als Schmuck im MA auch noch andere Art der Verwendung bekannt, z.B. als “Glasmurmeln” zum Spielen ?
Wenn ja, dann nur vom Adel oder auch bei niederen Schichten ?
Gruß, Ingo

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Eintrag #7 vom 18. Jan. 2004 01:47 Uhr Antje (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Antje eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ingo!
Die Römer kannten Spielsteine aus Glas z.B. für verschiedene Brettspiele.
Es gibt sie ein- oder mehrfarbig und von ganz winzig (Durchmesser ca.5mm) bis etwa 50ct-Münzengröße. Einige sind schön in Millefioritechnik hergestellt.
Bin im Moment allerdings nicht sicher wie lang es die gegeben hat,aber sie waren auch in den germ.Provinzen z.T. verbreitet.
Außerdem weiß ich von kelt.Glasarmreifen in der Antike und gläsernen Fingerringen bei den Slawen im Frühmi.leider fällt mir im Moment nicht mehr ein (is´schon bißchen spät :-) )
Aber Torben weiß bestimmt noch mehr dazu.
Lieben Gruß
Antje

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Eintrag #8 vom 02. Feb. 2004 21:08 Uhr Torben Barthelmie  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Torben Barthelmie eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Spielsteine

Hallo Ingo,
ich fasse mich heute etwas kurz, da ich gerade am Umziehen bin.
In der Latene Zeit gibt es einige Funde, da ich nicht weiß auf wie viel Interesse das hier stößt, nähere Ausführungen in Kürze auf meiner HP.
Zur Römerzeit sind die Ausführungen von Antje schon genügend (Dankesknuddler)- die Funde sind äußerst zahlreich. Eine Anmerkung: die Spielsteine sind opak, transzluzende Spielsteine sind mir nicht bekannt.
Zur Völkerwanderungszeit kenne ich nur einige Funde aus dem Museum in der
Burg Bederkesa, hier handelt es sich um Spielsteine des römischen Typus.
Zur Verwunderung führt in der Ausstellung jedoch eine weitere Vitrine mit etwa 5 jeweils 2cm hohen, grün transluzenden kegelförmigen Glassteinen. Sie werden dort als Glättsteine geführt. Eine Publikation gibt es dazu nicht. Die Größe lässt jedoch sehr auf Spielsteine schließen. Die Funde sind gesamt nicht mehr so zahlreich.
Zur Merowinger-/Vendelzeit kenne ich keine Spielsteinfunde mehr aus Glas,
die Spielsteine in Skandinavien sind aus Geweih / Knochen (am häufigsten),
Holz, Bernstein oder Stein (am seltensten).
Für die Wikingerzeit bleibt es bei dieser Variation. In Birka gibt es 18
Sätze Spielsteine aus Glas, nur ein Satz stammt sicher aus einem Frauengrab), mehr als
die Hälfte der Sätze besteht aus Bein, einer aus Bernstein. 5 Spielsteinsätze sind aus Glas, die meisten Spielsteine sind etwas mehr Halbkugeln, die untere Hälfte ist die Standfläche. Die Spielsteinsätze sind einfarbige und zweifarbige Steine in einem Set, die mehrfarbigen Spielsteine haben eine Spiralfarbenauflage, die Grundfarbe ist schwarz, purpur oder dunkelgrün.
Ein Set ist aus Glas, mit einen aufwendig gestalteten König und mehreren
ebenso durchscheinenden fast kugeligen, unten abgeflachten Spielsteinen. Die Basis des König ist pyramidenförmig (keine richtige Spitze) mit einem aufgesetztem vieleck mit einem stilisiertem Gesicht (dieser Stein wird den meisten bekannt sein.
Weitere Glasspielsteine wurden in Kiew, Smolensk und am Ladogasee gefunden, hier habe ich jedoch keine näheren Angaben.
Einen auf das 11-13.Jhr. Spielstein wüsste ich noch. Es handelt sich um einen “Bauern” aus blauen Glas, es ist nur noch bis zu einer Höhe von 3cm erhalten. Der Mehrteil der Funde dieser Zeit ist wiederum Knochen und Geweih.
Zur Standesfrage - für die vorrömische Eisenzeit kann ich das nicht
beantworten.
Bei den Römern war das Glas weit alltäglicher als in der darauf folgenden
Zeit, hier gibt es vereinzelt Funde auch in ansonsten nicht so reich ausgestatteten Gräbern.
Für die Völkerwanderungs- bis Merowingerzeit werden die Spielsteine seltener (bzw. geringe oder schlecht dokumentierte Funde….ich denke da an die Ausstellung der Burg Bederkesa….?)
Zur Wikingerzeit finden sich die Glasspielsteine nur in sehr reichen
Gräbern, ein Luxusartikel für die gehobenen Schichten.
….und Ringe und Armreifen…..das ist eine andere Geschichte die nach dem
Umzug erzählt wird…
…und dann die von den keltischen Glasschiebern….
Grüße von Torben (derglasperlenmacher)

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