das ist ja mein Problem, dass ich von Anfang an hatte…
Es gibt, mit Ausnahme eines Fragments von Schienen, die sogar vor “Wiki Zeit” sind keine Belege für Gliederschutz im FMA…
In einem Artikel der Viking Answer Lady (dt. ßbersetzung auf unserer HP) finden sich zwar Bemerkungen über Lederkappen und Arm / Beinpolster mit Knochenverstärkung, aber das ist auch nur Theorie…
Nur leider will ich definitiv nicht absolut “A” in die Schlacht und mir die Griffel zerschmettern lassen,
genausowenig will ich mit HMA/SMA Platten Handschuhen losziehen.
Oder kennst du einen Prüfer der dich ohne Handschuhe in den Kampf lässt?
Daher dachte ich an die Anwendung / Zweckentfremdung einer belegten Methode (Schildrand mit Rohaut beschlagen) um dieses Manko zu beseitigen…
Einem Besucher würde ich natürlich erklären, dass das ein Kompromiss ist und nicht belegt…
Vorsicht! Nur weil es vielleicht (…) logisch ist, heißt es aber noch nicht, das es belegt ist. Das Spiel läuft so, daß Du ZUERST den Beleg brauchst. Z.B. eine zeitgenössische Darstellung oder eine Erwähnung in einem überlieferten Text, der auf solch einen Gliederschutz hindeuten könnte. Erst dann könntest Du hingehen und Dir überlegen, woraus der gemacht sein könnte usw. Aber selbst dann, wird es immer eine Vermutung, im besten Falle nach bestem Wissen und Gewissen hergestellt, bleiben.
Aber zum Thema: War es nicht so, das die Kämpfer bei der zeitgenössischen Hit& Run Taktik als Schutz nur auf ihr Schild vertrauten und am Körper wenig geschützt waren? Ich sogar mal gelesen, das teilweise 2 Schilde mit in die Schlacht genommen wurden, als ERsatz wenn das erste zerhauen war… gibts dazu Belege?
was zusätzlichen Gliederschutz neben dem Kettenhemd angeht, so sieht es im 10. Jhdt. mau aus. Ich selber bin von den “Warägerschienen” im nordeuropäischen Raum nicht überzeugt und auch Bild- und Schriftquellen schweigen sich derartig beharrlich aus, daß ich vermute, daß es ganz simpel keinen Zusatzschutz gab.
Die Lederarmschienen, die ich aus der Wikiszene kenne sind “moderne” Unterarmschützer, die im allgemeinen auch versucht werden unter den Klamotten zu verstecken. Die Lederschienen mit Metallstreifen, die Dein Freund benutzen wollte sind schon mittelalterlich - leider aber primär in der Zeit zwischen 1320 und 1420 ;-)
Was die Kettenbeinlinge angeht, so kenne ich keine Abbildungen vor 1100, die auf das Tragen dieser Rüstungsteile hinweist. Es gibt in den karolingischen Kapitularien einen Absatz, der sich mit den Rüstungen der Panzerreiter befasst, dort wird auf Schienbeinschützer hingewiesen, doch wird das nicht weiter ausgeführt. Aber da die Kapitularien afaik anfang des 9. Jhdts. und in Zentraleuropa angefertigt wurden, würde ich das nicht ohne weiteres auf Nordeuropa projizieren. Genauso kann man imho auch nicht einfach auf die Vendel-Kultur verweisen, die meines Wissens nach über einfache Schienen verfügte.
nachdem ich zufällig an schnuckeliges Kettenhemd gekommen bin und dieses auch gar wunderbar mit meinem Polsterwams harmoniert,
begann ich in meinem jugendlichen Leichtsinn
darüber zu grübeln, wie ich denn meine Glieder
vor den natürlichen Umwelteinflüssen eines europäischen Wikingers (Däne, 950AD, freier Mann),
also Schwerthieb, Pfeil und Mönchsverbiss(*)
schützen könnte…
Die einzigen Möglichkeiten die ich fand waren
Kettenbeinlinge und die berühmt-berüchtigten
Waraeger-Schienen…
Gibt es sonst noch Möglichkeiten?
Wie vertretbar sind die allgegenwärtigen Leder-Armschienen? Ein Gruppenmitglied wollte sich auf seinen schwarzen Leder-Armschienen Metallstreifen nähen, aber dagegen sträube ich mich irgendwie….