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Eintrag #1 vom 26. Mai. 2001 22:00 Uhr Annette Bornfeld   Nachricht

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Hallo ihr alle :) Ich habe eine Frage zum Gorget, da ich leider kaum Informationen über diese Art der Kopfbedeckung finden konnte. Wann genau und von wem wurde sie getragen? War sie nur fuer Frauen mit wirklich sehr langen Jahren gedacht oder koennte man sie auch mit brustlangen Haaren tragen (weil die Widderhoerner dann kleiner sind)? Und war der Stoff, mit dem man den Hals bedeckte hinten im Nacken irgendwie verschlossen? Ich freue mich über wirklich jede Information. Und verzeihung wenn dieses Thema vielleicht schonmal angesprochen wurde, ich habe es dann wohl nicht gesehen. Vielen Dank im Vorraus!
Gruß, Annette

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Eintrag #2 vom 27. Mai. 2001 20:24 Uhr Angharad Beyer   Nachricht

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Hi Annette, “Gorge, auch Gorgerette, im 14./15. Jh. allgemein gebräuchliche Bezeichnung für jede Art von Hals- und Dekolletéhülle; im 17. Jh. ein Halstuch, Gorge de Paris genannt; im 18. Jh. eine Schleife am Dekolletérand; um 1800 der Brusteinsatz in der Mitte des en coeur geschnittenen Dekolletés der Chemise.” Quelle: Loschek, Ingrid. Reclams Mode- und Kostümlexikon. 4. Aufl. Stuttgart: Reclam, 1999. ISBN 3-15-010448-3. Sorry für die etwas dürftige Beschreibung, aber in den anderen Büchern hab ich gar nichts gefunden. Nach deiner Beschreibung handelt es sich allerdings eher um eine Hörnerhaube. Dazu Loschek: “Extravaganter weiblicher Kopfputz um 1380/1390-1460 in Form von zwei steilen oder flachen hörnerartigen Kegeln über den Schläfen. Die H. wurde auf verschiedene Weise gebildet, u.a. mittels einen steifen runden Wulstes oder einer ebenso geformten Netzhaube, frz. Escoffion genannt, der hörnerartigen Atours oder als Hörnerfrisur. Zwischen den Hörnern war oft ein Schleier, die Huve, gespannt, der über den Rücken herabfiel.” Vielleicht könntest du die fragliche Kopfbedeckung etwas näher beschreiben, denn gerade in der burgundischen Mode gibt es eine Vielzahl von Hauben. Ein Bild per Mail könnte auch helfen.
Angharad

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Eintrag #3 vom 30. Mai. 2001 15:32 Uhr Annette Bornfeld   Nachricht

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Herzlichen Dank erstmal…! :) Das hat mir schon sehr geholfen. Also ich habe soeine Kopfbedeckung zum ersten Mal auf www.gewandungen.de gesehen, das ist das einzige Bild, das ich kenne. Deswegen kann ich es leider nicht genauer beschreiben, tut mir leid. Hm, wenn es als ein “extravaganter, weiblicher Kopfputz” beschrieben wird, ist es wohl eher dem Adel vorbehalten, oder?
Gruß, Annette

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Eintrag #4 vom 31. Mai. 2001 19:10 Uhr Angharad Beyer   Nachricht

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Hi Annette, ich habs mir mal angesehen. Die Quelle ist eine englische, also gehe ich mal davon aus, daß diese Kopfbedeckung (auch mit den Widderhörnern) in erster Linie in England getragen wurde, evtl. auch mit französischen/aquitanischen Einflüssen. Aus Deutschland sind mir aus dem 13. Jh. keine Abbildungen dieser Haarschnecken bekannt. Man trug eher Zopf/Zöpfe und Gebende. Das Tuch um den Hals wird allgemein “Wimpel” genannt und ist die Variante des Gebendes für ältere Damen ;-) oder Nonnen, bzw. es kommt dann im 14. und 15. Jh. so richtig in Mode. Bei fehlender Haarpracht trug man übrigens auch im MA schon falsches Haar… nicht jede Frau kann sich knielange Zöpfe wachsen lassen, auch damals nicht. Die Hörnerhaube hat mit dem englischen Gorget übrigens nichts gemeinsam; ich bin da auf die Erwähnung der “Hörner” reingefallen ;-). Aber ich gehe mal davon aus, daß auch das Gorget eine adlige Kopfbedeckung war. Für welche Darstellung suchst du denn was auf den Kopf?
Angharad

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