Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Gottesacker und das Ende

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Eintrag #1 vom 04. Nov. 2002 09:46 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch,
wie sahen im HOCHMITTELALTER die Friedhöfe aus? Wie wurde beerdigt, gab es schön Särge?
Wurde Totenwache gehalten, wurde gefeiert, was tat die Kirche, was die Hinterbliebenen?
Wie wurden die Gottesäcker gestaltet?
Es geht nicht die grossartigen Grablegen der Edlen und Reichen, sondern um den Alltag.
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 04. Nov. 2002 19:06 Uhr Frank D.   Nachricht

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Abend Haduwolf,
hier ein Buchtip: Philippe Aries, Geschichte des Todes. Das Buch ist 1999 als dtv-Buch neu aufgelegt worden.
Eine hübsche ßbersicht, das Mittelalter wird aber nur unter anderem abgehandelt und viele Beleg beziehen sich auf Frankreich.
Sehr lesenswert.
Viele Grüße
Frank Dittewig

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Eintrag #3 vom 06. Nov. 2002 14:55 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schleswig

Hallo Hadu,
ich werde mir morgen aus der Göttinger Bibliothek ein Buch ausleihen können, in dem es um die Ausgrabung eines Friedhofes in Schleswig geht. Eine ausführliche Zusammenfassung des Buches werde ich nicht schaffen, aber wenn Du hier nochmal möglichst konkrete Fragen stellst, werd ich beim Lesen drauf achten und meine Funde hier posten.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #4 vom 08. Nov. 2002 19:05 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe in das Schleswig-Buch erst kurz reinschnuppern können. Hier erstmal das, was ich schon gelesen habe, plus einiges, was ich heute gehört habe:
Der Friedhof in Schleswig ist vom 11. bis 13. Jahrhundert genutzt worden, müßte also genau in Deine Zeit fallen. Gräber geostet, wie zu erwarten war, relativ dicht belegt. Wenn man damals beim Graben eines neuen Grabes Teile eines alten Skeletts gefunden hatte, hat man es teils in das neue Grab mit hineingelegt, zum Teil wurden für diese Funde extra Gruben ausgehoben.
Die Särge waren meist aus Eichenholz, z.T. aber aus verschiedenen anderen Hölzern. Anscheinend eher unverziert, trapezförmige Grundfläche (also breiter zum Kopf hin) und zum Kopf hin auch höher.
Und heute in einer Vorlesung: Prof. Schubert sagte, daß es in manchen Städten Informationen darüber gibt, daß arme Leute auf dem Friedhof Hütten gebaut hatten. Wann das war, weiß ich nicht mehr, hatte aber eher daß Gefühl, daß es ums Spätmittelalter geht. Ich habe Herrn Schubert daraufhin angesprochen, und er hat mich auf sein Buch “Alltag im Mittelalter” hingewiesen, in dem auch noch mehr steht über die “Nutzung” von Friedhöfen zu eher profanen Dingen (z.B. Müllabladen).
Und noch was: Ab dem 12. Jahrhundert eigentlich kein Totengedenken ohne Almosen. Wer es sich irgendwie leisten konnte, hat einen Teil seines Erbes für die Armen gestiftet. Diese bestand meist in einer Brotspende, die am 30. Tag nach dem “Todfall” ausgegeben wurde. Erwartet wird dafür das Gebet der Armen für die Seele des Verstorbenen. Es konnten aber auch andere Dinge gestiftet werden. (Nur am Rande: Schubert sagte auch, daß gegen Ende des Mittelalters von institutioneller Seite aus kostenlose Bäder für die Armen gestiftet wurden, die anscheinend sehr beliebt waren; es scheint eine Redewendung gegeben zu haben “Hier ist es ja voll wie in einem Seelbad!”)
Und hier die Bücher, die ich genannt habe:
Kirche und Gräberfeld des 11. - 13. Jahrhunderts unter dem Rathausmarkt von Schleswig / mit Beitr. von Gisela Grupe
Neumünster : Wachholtz, 1997
284 S.; zahlr. Ill., graph. Darst.,
Kt.Schriftenreihe: Ausgrabungen in Schleswig ; 12 ISBN: 3-529-01462-1
Alltag im Mittelalter : natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander / Ernst Schubert
Darmstadt : Wiss. Buchges., 2002
423 S. : Ill. ; Literaturverz. S. [373] - 401
ISBN: 3-534-15999-3
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #5 vom 08. Nov. 2002 19:19 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch,
…vielen Dank, Karen!
Mir gehts auch ums Aussehen der Friedhöfe… Grabsteine, Holzkreuze…? Einfache Erdhügel, oder so eingefriedete Schrebergärtchen wie bei uns heute? Blumen und so…?
Wie waren sie angelegt…
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #6 vom 09. Nov. 2002 12:26 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Grabsteine

Hallo Hadu!
Grabsteine auf eine ehem. Friedhof, der heute verlassen ist, sind kleine Steinkreuze, ziemlich dicklich. Das untere Teil des Kreuzes ist ein Blümchen oder ein Totenkopf eingemeißelt, jedenfalls kann ich mich daran noch erinnern. Größe der Gräber leider nicht mehr erkennbar.
Zeit allerdings 15. Jhd.
Aus 12./13. Jhd. hab ich bisher nur Grabplatten von Edlen, Mönchen und Priestern gesehen.
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #7 vom 11. Nov. 2002 11:48 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht nochmal Schleswig

In Schleswig war auch nicht die Rede von ausgegrabenen Grabsteinen. Also scheint es keine gegeben zu haben… Statt dessen hat es Schutt von der danebenstehenden, abgebrochenen Kirche gegeben, und darüber Dungschichten, da der Platz danach als Marktplatz benutzt wurde. Der Friedhof wurde - das kann ich inzwischen präzisieren - etwa 1215 aufgegeben. Daß es auf dem Friedhof - im Gegensatz zu heute - auch keine Familienbegräbnisse gab, wo ein Grabstein als Markierung nötig gewesen wäre, dafür spricht auch, daß bei der Untersuchung der Skelette kein Anhaltspunkt dafür gefunden wurde, daß Verwandte in benachbarten Gräbern bestattet wurden, und daß Frauen (tendenziell) eher im nördlichen Teil des Friedhofs und Männer (tendenziell) eher im südlichen Teil des Friedhofs bestattet wurden.
Aber daß der Friedhof (auch im Spätmittelalter?)noch nicht so mit Grabsteinen zugestellt war, das sagte auch Prof. Schubert, als er über die Armen-Hütten auf dem Friedhof sprach. Ich werd mal schauen, was das Friedhofskapitel in dem oben genannten Buch hergibt.
Möchtest Du übrigens auch noch mehr wissen darüber, was die Toten anhatten, und was ins Grab mitgegeben wurde? Dann kann hier noch ein längeres Posting mit einer Zusammenfassung der Verhältnisse in Schleswig kommen. Wenn Dich dagegen nur das “Oberirdische” interessiert, dann werde ich es bei Schuberts Buch belassen.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #8 vom 11. Nov. 2002 12:03 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Die Zeit danach...

Grüß Euch,
…super, danke Karen. Eigentlich interessiert alles! Nun kommt aufgrund Deines Eintrags die Frage, ob denn der gemeine Sterbliche, (also nicht der Adlige usw…) denn kein gekennzeichnetes Grab hatte, das die Angehörigen zum Totengedenken und als Erinnerungsplatz hatten…
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #9 vom 11. Nov. 2002 13:47 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Grabsteine II

Hallo Karen!
Nun, daß keine Grabsteine gefunden wurden, muß ja noch lange nicht heißen, daß es keine gegeben hat. Und Holzkreuze sind ja auch wohl kaum noch aufweisbar. Oberer Teil meines Satzes ist natürlich Vermutung, da ich weiß, daß z. B. Grabplatten zur Verbesserung der alten Römerstraßen oder zur Repartaur von Gebäuden benutzt wurden. Damit meine ich, daß sie also vom Friedhof entfernt wurden, was das nicht auffinden erklären würde. Also ist auch die Verneinung der Grabsteine Spekulation.
Diese Friedhöfe aus dem 15. Jhd. waren nicht mit diesen Kreuzen “vollgepflastert”. Das hab ich nicht geschrieben. Im Gegenteil, sie stehen weit auseinander und anscheinend völlig planlos. So wie wir heute in Reihe haben die Leute führer ihre Toten wohl nicht bestattet.
Garantiert gibt es in den Bestattungsarten, auch in denen des Hochmittelalters, regionale Unterschiede. Glaube nicht, daß man an einem Friedhof in Schleswig auf alle im Reich (Brabant bis Livland, Schleswig bis Sizilien) schließen kann.
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #10 vom 11. Nov. 2002 14:57 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Klar!

Stimmt, daß Schleswig repräsentativ gewesen wäre, habe ich auch gar nicht gemeint. Es war nur zufällig das Buch, das ich mir etwa zeitgleich mit Hadus Posting ausgeliehen hatte. Und, klar, evtl. vorhandene Grabsteine oder Holzkreuze hätten auch bei dem Abriss der Kirche abgebaut worden sein können. Allerdings ist es mir aufgefallen, daß von so etwas nun wirklich gar nicht die Rede ist, nicht einmal von Bruchstücken (gut, kann im Bauschutt untergegangen sein). Und wenn sich die Holzsärge unter der späteren Dungschicht so hervorragend gehalten haben, hätte das gleiche in nur leicht schlechterem Maße doch auchfür Holzkreuze gelten können, oder?
Ich gebe zu, nur ne These, und auf Schleswig begrenzt. Bin ja auch keine Archäologin. Macht draus, was Ihr denkt.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #11 vom 11. Nov. 2002 17:36 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Holzkreuze

Das zwar Särge, aber nicht die Holzkreuze dazu gefunden wurden, hab ich ne einfache erklärung für:
1. Wenn ich nen Friedhof aufgebe, nehme ich die gesamten Kreuze darauf natürlich weg (kenne nen Park, wo im 19. Jhd. mal ein Friedhof war. Da findest auch keine Kreuze mehr, selbst nicht im Boden, wohl aber Särge, wie eine Leitungslegung dort mal bewiesen hat)
2. Im Hochmittelalter wurde alles verwertet, was man irgendwie gebrauchen konnte. Das fängt bei den Steinen einer geschliffenen Burg an und hört beim Kuhfladen auf.
Holz war für den armen Leibeigenen auch nicht so einfach zu haben. Und warum mühselig Reisig sammeln, wenn da richtig feste und lange brennende Holzbalken rumliegen?
Frag mal Deine Oma, wie sie kurz nach dem Krieg heizen konnte und Du wirst feststellen, daß sie Dir von Bauzäunen berichtet usw. (bis ins Jahr 1955 ca.). Die armen Leute damals waren auch nicht besser dran.
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #12 vom 11. Nov. 2002 17:52 Uhr Udo Brühe   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Kirchenbegräbnisse

Wie sah das aus mit Begräbnissen in Kirchen…Tumbengräber, Hoch- und Tiefgräber, Krypten etc.?
Wer hatte ein Anrecht darauf, in Kirchen bestattet zu werden und wie ging dies vonstatten?
Udo

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Eintrag #13 vom 11. Nov. 2002 20:02 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht LexMA

Schade, das Schubert-Buch gibt nicht so viel her, wie ich gehofft hatte. Hauptsächlich spätmittelalterliche Belege für Müll, den Leute auf den Friedhof gekippt haben, und in anderen Städten wurden Viehhirten dafür angestellt, um dafür zu sorgen, daß die Schweine der Städter nicht auf den Friedhof liefen.
Aber - wie so oft - warum hab ich nicht gleich ins Lexikon des Mittelalters geschaut? Band 4, Artikel “Friedhof”, B: “Lateinischer Westen - Mittelalter” (im folgenden hauptsächlich das, was zum oberirdischen Teil gehört):
Die Trennung nach Geschlechtern (Frauen nördlich, Männer südlich), die ich schon in Schleswig hatte, ist relativ typisch.
Städtischer Friedhof: “Die Friedhöfe umschlossen die Kirchen als ringförmige Gürtel, wurden jedoch u.U. auch auf freiem Areal gegenüber oder neben dem Gotteshaus angelegt.”
“Die Friedhöfe wurden durch Mauern, Zäune oder Hecken von der Profanwelt abgetrennt; fehlende Friedhofstore wurden oft durch Beinbrecher (???) ersetzt. Die Friedhöfe wurden durch ein allgemeines großes Holz- oder Steinkreuz gekennzeichnet, während die Einzelgräber entweder schmucklos waren oder schlichte Holzkreuze (lach nicht so, Christoph! ;o) trugen.”
“Zu den festen Bestandteilen des Friedhofs zählen die Beinhäuser (…). Im Spät-MA nehmen die Kalvarienberge, Kreuzweg- und Totentanzdarstellungen, Hl.-Grab-Kapellen und privaten Stifterkapellen zu. Gemeindebänke, Schuppen und Verkaufsbuden vervollständigen das belebte Bild des ma. Friedhofs.”
“Die weltlichen Nutzungsmöglichkeiten wie Heumahd, Obsternte, Holz- und Weidewirtschaft standen grundsätzlich ebenfalls dem Pfarrer zu.”
“Volksfeste und ausgelassene Tänze werden bis ins SpätMA bezeugt…”
Dörflicher Friedhof: Entweder im Dorfkern, am Dorfrand, oder auch isoliert, wenn er zu mehreren Dörfern gehörte.
“V.a. in Gebieten mit ausgeprägter Gemeindebildung entwickelten die Friedhöfe verschiedene profane Funktionen wie: Gerichtsstätte, Versammlungsort für Kirchspielberatungen oder Markt- und Festplatz.”
Teilweise sind Friedhöfe ähnlich wie Burgen befestigt worden.
“Gegen Geld oder Wachszinsabgaben durften die Bauern oft Vorratshäuschen und Schuppen errichten. (…) Urkundlich belegt sind auch Pfleghöfe oder Zehntscheunen…”
Volkskunde: “Bereits im MA belegt ist der Brauch, Lichter auf den Gräbern anzuzünden; viele Friedhöfe besaßen eigene, zum Gebet für die Verstorbenen auffordernde Leuchten.”
Eklig: “Wegen der oft nur geringen Bestattungstiefe und der postmortalen Veränderung der Körperlage durch Verwesungsprozesse traten Leichenteile aus dem Erdreich heraus…”, auch Faulgase werden erwähnt. Gestunken hats also…
Vermutlich deshalb war der Friedhof deshalb nicht nur der gesellschaftliche Treffplatz, sondern auch ein unheimlicher Ort; ßngste vor den Toten scheinen keine Seltenheit gewesen zu sein.
Literaturangaben gibts auch noch, die tipp ich aber jetzt nicht ab.
Da kriegt man doch schon eine Vorstellung, wie es ausgesehen hat, oder? Das Lexikon des Mittelalters kann man wirklich nicht oft genug empfehlen.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #14 vom 11. Nov. 2002 21:09 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Informatives

@ Udo: In Kirchen wurden Stifter oder Begünstiger dieses Gotteshauses beerdigt, was Grabplatten in div. Kirchen bezeugen. Ein gutes Beispiel dafür ist die große Kirche in Lüttich/Liége, wo sehr viele dieser Platten zu finden sind.
Bei Klosterkirchen sind Stifter als auch div. Mönche (werden wohl was besonderes gemacht haben) im Boden des Kreuzganges bestattet. Beispiel dafür die ehem. Franziskanerkirche in Bonn.
Anders bei der aus dem 9. Jhd. stammenden Kirche in Bonn-Oberkassel: Hier sind die Stiefterplatten an der Wand des Gebäudes befestigt. Sicher, dies kann später erfolgt sein, jedoch sind in dem Gebäude selbst keine Stifterplatten vorhanden.
@ Karen:
Die von mir beschriebenen SpäMi-Friedhöfe in Bonn-Kessenich und Oberwinter/Remagen liegen sogar heute noch außerhalb des Dorfes. Die SpäMi-Kirchen liegen ca. 500 m. entfernt davon.
Arlen/Ostpreußen: Auch hier liegt der Friedhof, sogar ziemlich weit, außerhalb des Dorfes. Selbst heute noch ist es ein ziemlicher Weg, diesen Friedhof zu erreichen. Ich glaube nicht, daß Arlen im MA keine Kirche hatte, bezweifle aber, daß diese so weit außerhalb des Dorfes war.
Auf diesem Friedhof wurde seit deutscher Zeit (1250-ca. 1960) deutsche Dorfleute beerdigt. Der Adel allerdings in der Ordensstadt Rastenburg.
Den Dorffriedhof konnte ich 2000 besichtigen. Deutlich erkennbar war der von Dir genannte “Beinbrecher”. Das ist nichts anderes als eine aus Stein gehauene Schwelle; so als ob man in ein Gebäude tritt. Es ist eine längliche, weiße Steinschwelle. In dem schwer verwilderten Friedhof standen oder lagen viele Grabeszeichen aus dem 18. und 19. Jhd. Durch zufall fand ich mitten zwischen Efeu ein umgefallenes Kreuz aus dem 15. Jhd., mit denen aus Bonn-Kessenich und Oberwinter/Remagen gleich.
Tatsächlich herrscht dort in Ostpreußen die Furcht vor den (rein deutschen?) Friedhöfen sehr, da mein Führer mich eindringlich warnte, daß ich zurückkehren solle, sobald es dunkelte. Dieser Pole hatte selbst bei Tageslicht nicht den Mut, näher als 100 m. an den Friedhof heran zu treten.
Ein Friedhof, der eine Kirche praktisch umschloß, ist mir noch nicht begegnet, wohl aber einer (ebenfalls 15. Jhd.) der auf einer der Seiten der Kirche angelegt war.
Aus all dem schließe ich, daß man Friedhöfe die älter als das 15. Jhd. sind, einfach nicht finden kann, da diese Gräber nicht mehr existent.
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #15 vom 12. Nov. 2002 13:48 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schleswig - unterirdisch

Hallo Christoph!
Friedhöfe, die bis in die Neuzeit benutzt wurden, werden heute tatsächlich keine auffindbaren Gräber haben, da jeglicher verfügbarer Platz seit damals mindestens drei- bis viermal neu belegt sein muß. Anders aber sieht es aus, wenn der Friedhof irgendwann aufgegeben wurde. Oberirdisch verändert sich zwar einiges drastisch, bei Grabungen findet sich aber doch Einiges. Der von mir oben zitierte Lexikonartikel nennt unter dem Unterpunkt “Anthropologie” eine ganze Menge archäologisch erforschter mittelalterlicher Friedhöfe. Gründe für die Aufgabe eines Friedhofes sind unterschiedlich: In Schleswig wurde die Kirche abgebrochen und an anderer Stelle neu aufgebaut; der neue Friedhof war dann im Umkreis der neuen Kirche. Das LexMA gibt an, daß aus Platzmangel im SMA viele Friedhöfe im Ortskern aufgegeben und außerhalb der Siedlung neu angelegt wurden. Und in Wüstungen lebte schlicht niemand mehr, den man begraben konnte.


Aber nun wirklich zu Schleswig. Auch wenn es - wie gesagt - vielleicht nicht repräsentativ ist, vielleicht interessiert es jemanden.
Holzsärge waren üblich, das hatte ich ja schon geschrieben. Das Holz war offenbar “recycled” worden und nicht speziell für die Särge geschlagen worden. Nicht jeder Tote hatte einen kompletten Sarg, bei manchen war auch nur der Körper in eine Grube gelegt worden, und darauf ein Holz-“Deckel”. Oder eine Art Sarg war gebildet worden durch Bretter, die den unteren Teil der Grube auskleideten, darauf der Deckel. Bei dieser Variante gibt es keine Nägel, die alles verbinden. Einige wenige Gräber hatten anstelle eines Sarges eine Art Ummauerung aus Backsteinen, noch seltener: aus Tuffsteinen (die möglicherweise von einem abgebrochenen Schleswiger Kirchenbau aus eben diesem Material stammten).
Textilien sind in den Gräbern erhalten, allerdings stark vermodert, so daß Material, eventueller Schnitt u.ä. meist nicht bestimmt werden konnten. Trotzdem glauben die Autoren, zwei Varianten von Bestattungen unterscheiden zu können: Häufiger (vor allem bei Kindern) wurde der Leichnam in ein Leichentuch gewickelt (allerdings nicht so wie bei den Mumien, die Lage der Kettfäden passt nicht dazu), oft noch zusätzlich auf ein Tuch gelegt und mit einem Tuch zugedeckt, ein zusätzliches Tuch bedeckt den Kopf. Verwandt damit könnten Bilder von der Grablegung Christi und der Auferweckung des Lazarus (Neues Testament, Stelle hab ich nicht im Kopf) sein. Die seltenere Variante zeigt Bestattungen in einem Leichenhemd, auch hier wieder zusätzliche Tücher zum Zudecken bzw. Drauflegen. Vorbild für das Leichenhemd könnte das Taufhemd sein. Nur eine einzige Leiche wurde in etwas begraben, das ßhnlichkeit mit einer Art Alltagskleidung hatte.
In die Särge hineingelegt wurde häufig eine Lage Stroh. Die Autoren meinen, hier zeige sich die Vorstellung vom Tod als Schlaf; der Sarg wurde mit dem Stroh zurechtgemacht wie ein Bett, das “Laken” und das Tuch zum Zudecken passen dazu.
Nicht ganz klar ist die Bedeutung verschiedener Dinge, die den Toten mit ins Grab gegeben wurde. ßblich war es anscheinend, den Toten Blumenkränze aufzusetzen oder Blumensträuße in den Sarg zu geben. Ein paar gerade Stäbe könnten Pilgerstäbe gewesen sein. Dazu passen Funde von Muscheln, die zu der damals gerade aktuell gewordenen Santiago-Pilgerfahrt gehören. Einige krumme, nicht entrindete Holzstöcke werden als Hinweis auf den heiligen Christopherus gedeutet, dessen Symbol ein ähnlicher Stab ist. Unter einigen Särgen findet sich Holzkohle. Parallelen dazu gibt es bei der Bischofskirche in Lund, deren Patron u.a. Laurentius war. An dessen Festtag hergestellte Holzkohle sollte angeblich segensreiche Wirkung haben.
So, das wars von mir.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #16 vom 21. Mai. 2003 08:13 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Berlin - unterirdisch

Fürs 12. Jh. sah es hier folgendermaßen aus: In Spandau (bei oder in Berlin) fanden noch christlich slawische Beisetzungen in Baumsärgen und auf Totenbrettern statt, während sich zur gleichen Zeit in Berlin die christlich-deutsche Beisetzung durchgesetzt hatte: Rechteckige Särge ohne Beigaben und mit Ost-West Ausrichtung mit Blick gen Osten.
In der Außenwand des Palais der Spandauer Zitadelle ist ferner ein jüdischer Grabstein von 1244 eingearbeitet. Es handelt sich um den ältesten Berliner Grabstein überhaupt. Der Grabstein wurde zusammen mit anderen bei der Errichtung des Gebäudes einfach als Baumaterial verwendet.
Dies alles und noch viel mehr in Adriaan von Müller´s Edelmann… Bürger, Bauer, Bettelmann
Gruß aus der Mark
Joachim
von
Marca brandenburgensis AD 1260
Märkisches Leben zur Zeit der Askanier www.brandenburg1260.de

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Eintrag #17 vom 04. Aug. 2003 22:31 Uhr Alexander Maul   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Friedhöfe MA

Im Rahmen der Bundesgartenschau in Fulda wurde ein Friedhof zur Darstellung der Geschichte der Grabanlage (MA bis heute) angelegt. die Gräber des Mittelalters waren (auch nach den Schautafeln) unbeflanzt, am Kopfende stand ein Holzbrett mit inschrift, später Holz-, seltener Steinkreuze. Die Zeitangaben weiss ich leider nicht mehr. Der Friedhof im mittelalter war Grasbewachsen und diente als Weidefläche für den Pfarrer.
Inwieweit das zutrifft …
Demnächst bin ich wieder dort und werde mir das nochmal genauer anschauen.
Alex

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Eintrag #18 vom 05. Aug. 2003 10:32 Uhr Angharad Beyer   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Mahlzeit...

Was aß denn so ein MA Pfarrer, wenn er auf dem Friedhof weidete? *ggg*
Sorry, ich konnt’s mir nicht verkneifen… du meintest wohl, daß der Pfarrer dort Schafe oder eine Kuh weiden lassen durfte?
Angharad

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Eintrag #19 vom 30. Jan. 2004 08:34 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Berliner Särge/Gräber

Hier noch ein paar Details aus “Berlin im Mittelalter” von Heinz Seyer (sehr zu empfehlen):
Berliner Särge um 1200 sind ohne Eisennägel hergestellt, um 1300 wurden dann schon Nägel verwendet.
Breite der Särge etwa 45 cm.
Bei 2 Modellen ragen die langen Seitenwände etwa 10 cm über die Stirnwände hinaus.
Im übrigen wurden die Gräber (um die Nikolaikirche) durch Kirchenerweiterungen/umbauten immer wieder überbaut. Der Autor führt jedoch an, daß das durchaus im christlichen Sinne stand: Je näher das Grab an, oder sogar in (unterhalb) der Kirche lag, desto besser für den Verstorbenen.
Grüße aus der Mark
Joachim

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Eintrag #20 vom 30. Jan. 2004 14:41 Uhr David Seidlitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um David Seidlitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Friedhöfe...

…wurden gemeinhin auch als Obstgärten genutzt.
Zu sehen beispielsweise im Klosterplan von St. Gallen.
Grüße
David
familia ministerialis
www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #21 vom 08. Apr. 2004 11:30 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Tod und Sterben im Mittelalter

Ich beschäftige mich seit geraumer Weile aus archäologischer Sicht mit dem Thema, deshalb im folgenden einige Links und Literatur:
Sehr zu empfehlen:
Titel: Sterben in Schwyz : Beharrung und Wandlung im Totenbrauchtum einer ländlichen Siedlung vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit ; Geschichte - Archäologie - Anthropologie / [Schweizerischer Burgenverein, Basel]. Georges Descoeudres … Mit Beitr. von Franz Auf der Maur …
Sonst. Personen: Descoeudres, Georges
Körperschaft: Schweizerischer Burgenverein
Erschienen: Basel : Schweizerischer Burgenverein, 1995
Umfang: 274 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 30 cm
Schriftenreihe: Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters ; Doppelbd. 20/21
Hochschulschrift: Literaturangaben
ISBN: 3-908182-05-0 (kart.)
Im Internet:
Kassel, Museum für Sepulkralkultur www.sepulkralmuseum.de
Hier u.a.:
Andreas Jobst, Kirchhöfe im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Christoph Daxelmüller, Sterben und Tod und Tote im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Weiteres später
Viele Grüße Roman

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Eintrag #22 vom 08. Apr. 2004 11:39 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Tod und Sterben im Mittelalter

Am 17. und 18. Juli 2003 fand in Bamberg ein wissenschaftliches Kolloquium zu dem Thema statt:
“… und ward begraben in großer Wirdigkait…”
Archäologische Forschungen zum -christlichen Grab’ in Mittelalter und Neuzeit
“Wurde noch vor wenigen Jahrzehnten das -christliche Grab- als standardisiert,
merkmalsarm und einer kulturhistorischen Interpretation weitgehend entzogen
angesehen, beweisen aktuelle Forschungen, daß auch im Grabbefund nach der
vollständigen Durchsetzung des Christentums bis in die entwickelte Neuzeit eine
wichtige Quelle zur Kenntnis geistesgeschichtlichen Wandels vorliegt.
Im Rahmen eines zweitägigen Kolloquiums sollen materielle, d.h. in der Regel
mit archäologischen Mitteln festgestellte Merkmale an jüngeren Gräbern
vorgestellt, diskutiert und in Hinblick auf ihre mentalitätsgeschichtliche
Bedeutung interpretiert werden. Die Tagung will somit dazu beitragen, Zugänge
zur Interpretation der Merkmale an Gräbern und Bestattungsplätzen zu finden.
Dabei werden aktuelle archäologische Forschungen zum Grab als Quelle für
Jenseitsvorstellungen, für soziale Differenzierungen, für die unterschiedlichen
Behandlung von Jung und Alt, Frau und Mann im Grab sowie für Aber- und
Parallelglaube zur Sprache kommen.
Das Programm findet ihr unter: www.uni-bamberg.de/~ba5am1/info/grab.doc
Da keineR weiß, wie lange es dort zu finden ist, stelle ich auch hier noch einmal ein. Es ist insofern von Interesse, da fast alle ReferentInnen mit einschlägigen Publikationen hervorgetreten sind.
Donnerstag, 17. Juli
14.00 Begrüßung M. Sanke
14.15 Ungewöhnliche Gräber - Ein ßberblick zu ”abweichenden" Bestattungsformen der Merowingerzeit M. Schäfer
14.45 Nobilifizierung oder Institutionalisierung? Einige ßberlegungen zu den Bestattungsformen spätmerowingerzeitlicher Eliten N. Krohn
15.15 ßbergangsriten? Begräbnissitten an der nördlichen und östlichen Peripherie des karolingisch-ottonischen Europa U. Müller
15.45 Die Gräber im und am ottonenzeitlichen Kirchenbau am Magdeburger Domplatz R. Kuhn
16.15 Bestattungsformen in Bad Windsheim vom 8. bis 17. Jahrhundert (Markt - Spitalkirche - Klosterplatz) W. Steeger
17.15 Die Gräber von Sulzburg. Archäologische und anthropologische Studien zum Friedhof einer Bergbaubevölkerung um 1200 B. Lohrke/M. Rauschkolb
17.45 St. Lamberti zu Lüneburg. Bestattungen und Grabbeigaben. D. Vick/E. Ring
18.15 Der Friedhof von Breunsdorf, Lkr. Leipziger Land. Totenbrauch vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. H. Kenzler
18.45 Das Grab des Bischofs - Zwischen kollektiver Repräsentation und individueller Frömmigkeit M. Sanke
19.15 Die Grabfunde aus dem Basler Münster Ch. Ochsner
18. Juli
9.00 Grablege und Memoria von Angehörigen der Nordgaugrafen des 9. bis 12. Jahrhunderts auf der Burg Sulzbach M. Hensch
9.30 Leichenpredigten als Quelle für Grabbeigaben im protestantischen Begräbniswesen der Neuzeit M. Kügler
10.00 Gräber als Zugang zur Geschichte: Zwischen Mikrohistorie und world systems theory Th. Meier
11.30 Laien und Mönche im Zisterzienserkloster Altzella. Untersuchungen zu Bestattung und Memoria S. Geck
12.00 Der Friedhof der spätmittelalterlichen Dorfwüstung Dahmsdorf bei Ludwigsfelde (Mark Brandenburg) F. Biermann
12.15 Tracht und Beigaben auf dem Friedhof der Kirche in Tasdorf (Brandenburg) - Hinweise zu unterschiedlichen Lebensbedingungen in Mittelalter und früher Neuzeit am Beispiel der Skelettserie aus Tasdorf B. Wittkopp/B.
Jungklaus
14.00 Die Bestattungen des spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Friedhofs an der Pfarrkirche in Seußling (Oberfranken) M. Singer
14.30 Die Gruft der Berliner Parochialkirche - Anthropologische, archäologische, kunsthistorische und geschichtliche Aspekte. B. Jungklaus/ B. Wittkopp/ A. Stroebl/ D. Krebs
Viele Grüße Roman

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Eintrag #23 vom 08. Apr. 2004 11:52 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Der Friedhof von Breunsdorf in Sachsen

Einer der wenigen komplett ergrabenen Friedhöfe ist der des im Zuge der Braunkohlegewinnung zerstörten Dorfes Breunsdorf südlich von Leipzig:
Hierzu im Internet: www.archsax.sachsen.de/museum/aktuelles/fdm/breuns.pdf
Viele Grüße Roman

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Eintrag #24 vom 16. Apr. 2004 07:42 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schleswiger Särge

Und in Schleswig sind 3 mittelalterliche Särge unterschiedlicher Länge (Kindersarg) ausgestellt. Die Särge sind auffallend schmal und verjüngen sich nach oben hin sogar noch.
Grüße
Joachim
Marca brandenburgensis AD 1260
Märkisches Leben zur Zeit der Askanier www.brandenburg1260.de

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Eintrag #25 vom 23. Apr. 2004 14:56 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ausstellung in Dresden: Nach dem Tod: 7000 v.Chr. - 1700 n. Chr.

Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden. www.archsax.sachsen.de/museum/aktuelles/vorschau.html
Nach dem Tod: 7000 v.Chr. - 1700 n.Chr.
vorr. 27. Mai 2004 bis 29. Mai 2005
Die Ausstellung präsentiert auf 300 m2 über 9.000 Jahre sächsische Geschichte zu den Themenkreisen Tod, Bestattung und Grabbeigaben. Beginnend mit den Rötelgräbern der Jäger der Mittelsteinzeit bis hin zu den Bestattungen der Barockzeit in den Grüften der Frauenkirche erfahren die Besucher, wie die Menschen zwischen Elster und Neiße der Konfrontation mit dem Tod begegneten, welche Bestattungsrituale und -sitten vorherrschten und wie die Jenseitsvorstellungen aussahen. Dabei wird deutlich, dass der Umgang mit dem Tod und den Verstorbenen liebevoll aber auch fantasievoll war: Körper- und Brandbestattungen wechseln ständig, ebenso die Grabbeigaben. Sie können einfach und praktisch aber auch wert- und prunkvoll sein. Das Grab als letzte Ruhestätte kann eine Grube, ein mächtiger Grabhügel, ein Haus aus Steinen oder Holz sein. Grabbeigaben wie Waffen, Schmuck, Tongefäße und Werkzeuge spiegeln das Alltagsleben wider, offenbaren aber zugleich die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Die Ausstellung soll vor dem Hintergrund der vielfältigen Bestattungskulturen der Vergangenheit dazu anregen, über eigene Todesvorstellungen und den persönlichen Umgang mit dem Tod und den Toten nachzudenken. Zugleich soll deutlich werden, dass die Verhaltensmuster der Gegenwart im Umgang mit Tod und Sterblichkeit auf geschichtliche und kulturelle Kontinuitäten und Brüche zurückzuführen sind.
Viele Grüße Roman

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