Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Gottesdienst nur für Edle?

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Eintrag #1 vom 04. Jun. 2009 10:00 Uhr S. Katinka Richter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um S. Katinka Richter eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Missverständnis oder Tatsache

Ich war im Herbst auf einer Führung einer mittelalterlichen Burganlage in Bayern. (Leider fällt mir der Name nicht mehr ein). Während der Besichtigung der erstaunlich großen Kapelle erzählte die Burgführerin, dass das niedere Gesinde kein Recht hatte an Gottesdiensten teilzunehmen. Das es ihnen nicht erlaubt war die Kapelle zu betreten, kann ich noch leicht nachvollziehen, aber ein Verbot an Gottesdiensten teilzunehmen nicht.
Liegt hier ein Missverständnis vor oder gab es für niederes Gesinde keinen Gottesdienst? Oder kann es sein, das mittelalterliches Gesinde einfach zu arbeiten hatte und deshalb nicht am Gottesdienst teilnehmen konnte / durfte?
Noch vor 120 Jahren mussten Dienstboten auch am Sonntag arbeiten, wenn ihre Dienstherren im Gottesdienst saßen. Ausnahmen waren die hohen Feiertage Ostern und Pfingsten.
Wer kennt sich zu diesem Thema aus? Gibt es vielleicht sogar eine mittelalterliche Gesindeverordnung in der das Thema des Gottesdienstes angesprochen wird?

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Eintrag #2 vom 04. Jun. 2009 10:10 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Es gab schon Kirchen für verschiedene Schichten.
Eigenkirchen.. „Privatkapellen“.
In den Kirchen Trennungen von Klerikern, Adel und einfachem Volk.
Du solltest noch einmal schauen was das für ein kirchliches Gebäude war, auch aus welcher Zeit.
Auf einer Burg? Der Burgherr wird die für sich und Familie gebaut haben.
Das Dorf in der Nähe vielleicht seine eigene Kirche gehabt haben.

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Eintrag #3 vom 04. Jun. 2009 10:35 Uhr S. Katinka Richter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um S. Katinka Richter eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Leider ohne Zeit

Leider kriege ich nicht mehr heraus, in welcher Burg wir waren, deswegen kann ich auch keine Zeitangaben machen.
Die Gebäude der Burganlage wiesen romanische und gotische Stilelemente auf. In einem Gebäude sogar beides. Unten Romanik oben Gotik. Die Kapelle war im barocken Stil ausgestattet und mit ca. sechzig Sitzplätzen erstaunlich groß. Leider lässt sich daraus nicht schließen, wann die Kapelle gebaut worden ist und ob sie nicht im Laufe der Jahrhunderte vergrößert, ausgebaut und modernisiert worden ist.

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Eintrag #4 vom 04. Jun. 2009 10:48 Uhr Andre Henning  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andre Henning eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bayern

…ist eine Welt für sich. Falls Du gerade z.B. in der Fränkischen Schweiz warst, so brauchst Du Dich nicht darüber wundern. Hier war es eher die Regel, dass Burganlagen eigene Privatkapellen hatten, die später barockisiert wurden und das einfache Volk vom Dorf in die Dorfkirche ging. Also: Nichts Besonderes.

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Eintrag #5 vom 04. Jun. 2009 11:18 Uhr S. Katinka Richter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um S. Katinka Richter eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht unklar ausgedrück

Ich glaube ich habe mich unklar mit meiner Frage ausgedrückt. Ich hatte die Burgführerin so verstanden, dass das niedere Gesinde, welches auf der Burg lebte und arbeitete, überhaupt nicht in den Gottesdienst gehen durfte. Also auch nicht in die Dorfkirche. Und da setzt meine Frage an. Gab es so ein generelles “Verbot” am Gottesdienst teilzunehmen für bestimmte Bevölkerungsgruppen auf einer Burg (niederes Gesinde können auch Unfreie gewesen sein)?

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Eintrag #6 vom 04. Jun. 2009 13:21 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kaum

Moin Katinka,
Dergleichen ist mir- insbesondere für hier- gar noch generell, nicht bekannt. Ich glaube, das wird ein Missverständnis ob des von André und co. beschriebenen Umstandes sein.
Möglich ist natürlich, dass die nächste Kirche so weit weg war, dass die Möglichkeiten der einfachen Bewohner der Burg, am Sonntag zur Kirche zu gehen, begrenzt waren.

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Eintrag #7 vom 04. Jun. 2009 18:17 Uhr Joachim Dittrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Dittrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hier liegt eine Fehlinformation bzw. nicht ausführliche vor. Offensichtlich gab es zeitliche Unterschiede. Die romanischen Kleinkirchen wie man sie z. B. in Rieneck, Wildenberg/fränkischer Odenwald etc. sieht, waren in der Regel den Burgherren (und ihren Gästen) vorbehalten.
Mit dem späten 13. Jh. kamen die separaten Kapellenbauten (in der Romanik und Frühgotik noch selten anzutreffen)in den Burgen hinzu, die für alle Burgbewohner zur Verfügung standen. Adel und Volk waren dabei räumlich getrennt; das konnte eine Empore sein (Hohenberg/Wern im fränkischen Spessart), eigene Räume für die Herrschaft mit Öffnungen, um am Gottesdienst teilnehmen zu können (Aggstein, Bayern)oder richtige Doppelkapellen, die räumlich voeinander getrennt waren, aber noch eine Einheit bildeten (Nürnberg/Franken).
Die alten Burgkirchen blieben nachwievor der privaten Andacht der Burgherrn vorbehalten.
Allgemein läßt sich keine Grenze ziehen. Wenn Burgkapellen Pfarrechte erhielten, strömte das gesamte zweibeinige Burginvetar samt Dorfbevölerung zu ihr.
Hatte die Burgkapelle privaten Status und war ohne Pfarreigerechtigkeit, mutße man an hohen Feiertagen in die Pfarrkirche gehen, die außerhalb der Burg im eigenen Pfarrsprengel lag.

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