Vergiß die Halsketten einfach im Falle einer Männerdarstellung ;-)
Es gab mal Aussagen im Netz, als Gotland-Darsteller (Mann) könne man Axtanhänger und Perlen um den Hals spazieren führen - ein Blick in die Gotlandbücher hat mir dann aber schnell offenbart:
- Die Axtanhänger aus Bernstein weisen keinerlei Abnutzungsspuren auf und kommen auch im Falle von Brandbestattungen vor, es dürfte sich somit ziemlich sicher um reine Grabbeigaben handeln.
Die Perlen (bis zu 4) sind im Falle von Körperbestattungen nie im Bereich des Halses gefunden worden, scheiden also auch aus, was Halsketten angeht.
Bei Gürtelbeschlägen bleibt nur Selbstbau, sich an den Schmied/Bronzegießer des Vertrauens zu wenden, oder mal hier vorbeuzusurfen: www.reenactors.de
Allerdings bekommst Du hier “nur” die orientalischen Beschläge, die meist in privaten Sammlungen aufgetaucht sind und somit ohne Fundumstände etc. pp.
Im Prinzip kommst Du bei der geplanten Darstellung um das Studium der Gotland-Reihe nicht herum, auch wenn die preislich heftig ins Kontor schlagen - aber es gibt ja die Unibüchereien und Fernleihe ;-)
Deswegen habe ich auch zu beginn hier geschrieben, dass ich genau davon Abstand nehmen will. Eben nur auf fundiertem Wissen basierende Repliken in eine Darstellung einbauen.
Bei mangelndem Wissen muss man auf Kompromisse zurückgreifen? Mitnichten, man sollte die Zeit, die man mit Kompromiß- und Ausredenfindung vertrödelt, besser zum Aneignen des fehlenden Wissens verwenden.
Wenn du mit Fehlendem Wissen meinst, daß es der gesamten Geschichtswissenschaft unbekannt ist, dann wären wir eh wieder im Bereich der wilden Spekulation und freien Assoziation, aber nicht mehr bei der historisch fundierten Darstellung.
Bei notwendigen Dingen, wie Kleidungsschnitten, Schuhen, Gebrauchsgegenständen des Alltags oder solchen Dingen, die textuell belegt sind, soweit, wie es nötig ist um eine gangbare Interpretationsbasis zu erhalten.
Bei allen nicht nötigen Dingen, wie eben Schmuck, so eng wie die Quellenlage eben ist.
naja, egal wo und wann hab ich nicht gesagt, aber da, wo es einfach nichts gibt auf das zeitlich, örtlich und kulturell am nächsten gelegene zurückgreifen erscheint dann doch vielen als die besste Lösung, weil eben sonst nur “weglassen” übrigbleibt.
Wer da wo die Grenzen setzt muss jeder selber wissen.
Möglichkeit 2 = einfach alles benutzen was man brauchbar findet, egal wo und wann?
Das klingt nach Legitimation der eigenen Wünsche (und hey, nur weil mans nicht gefunden hat heisst es ja nicht, dass es es nicht gegeben haben könnte).
Möglichkeit 1 einfach weglassen, dann kann das kein fehler sein.
Möglichkeit 2 einfach benutzen, was es gibt, aber das muss man dann mit seiner darstellung auch machen wollen, weil einem halt der fokus auf eine bestimmte zeit/ort flöten geht.
nya, is vll. etwas übertrieben, es is zumindest mal alles handgenäht, und von anständiger qualität, aber der fokus fehlt halt noch, also stammen die anhänger an der halskette halt nicht von einem grab, sondern von 3 verschiedenen Orten, die leider 1000 km auseinander liegen^^
ich bin grade dabei meinen momentanen histotainment-wiki auf eine richtige Darstellung umzubaun, und hänge an dem Problem, was zu beginn des Threads mal aufgetreten ist:
Wo bekomme ich die replikate von einem kompletten Prunkgürtel aus Gotland her?
also Schnalle, beschläge und die meist 3 Enden?????
finde nur einzelne Teile, oder nur schnallen, aber nie einen kompletten satz.
bevor Du in die Anschaffung von Kleidungs-Accessoires wie Gürtelbeschlägen einsteigst (die übrigens, wenn sie nicht nur Billig-Pressblech mit Fantasymuster sein sollen, durchaus mehr kosten als ein gutes Buch), solltest Du noch ein paar Fragen über die Herkunft Deiner Figur klären.
Der Begriff Waräger ist etwas schwammig, wird aber in der Regel für “Wikinger”(?) eher in Osteuropa und Söldner in Byzanz verwendet. Das passt für mich nicht zusammen mit der Herkunftsangabe “Gotland, Norwegen, Dänemark”. Skandinavien hat im von dir beschriebenen Zeitraum “900-1000 (geht auch früher)” mindestens ein Dutzend verschiedene Schmuckstile hervorgebracht, gerade Gotland hat da sehr spezielle Eigenarten, die man woanders nicht findet.
Es wäre schön, wenn Du die Legionen der herumziehenden Wikingersöldner mit pfundweise Silbergebaumel aus drei Jahrhunderten und fünf Regionen nicht um ein weiteres Mitglied bereichern würdest :-/
Du hast zu wenig Geld, um Dir Bücher auszuleihen? Ein Leihausweis einer Stadt- oder Unibibliothek kostet für Normalos in der Regel 20-40 Euro im Jahr (manche haben Sozialtarife für Leute mit ganz wenig Geld), evtl. noch ein paar Euro Gebühren für Fernleihe und Dir liegt die ganze Welt des Wissens zu Füßen. Womit Du einige Hundert Goldrandthaler für unüberlegt gekauften Klimbim einsparen kannst ;-)
Einen ersten Einstieg und viele Literaturhinweise zur Männertracht kannst Du hier finden:
Wenn Du Geld für die Beschläge etc. hast, solltest Du wohl auch Geld für Fernleihe etc. haben. Sonst wird bei Deinem Wunsch nach “A” wenig herauskommen, zumal man Händlern zunächst mal lieber nicht vertrauen solle ;-)
Ich bin gerade dabei eine Waräger Darstellung zu machen und suche zurzeit einen passenden Gürtel dazu.
Leider habe ich nicht das Geld dazu mir teure bücher zu kaufen oder auszuleihen, daher wollte ich hier mal fragen.
Ich suche Informationen für einen Gürtel aus Gotland / Norwegen / Dänemark aus dem Zeitraum ca um 900-1000 (geht auch früher).
Mein Bauchumfang ist 88cm, wielang sollte der Gürtel ungefähr sein damit er möglichst “A” herunterhängt am Ende? Also wieviel Gürtel sollte herunterhängen?
Und wie breit sollte der Gürtel sein?
Und zum wichtigsten Teil: Was für Gürtelbeschläge / Enden / Schnallen sind denn “A” Kennt ihr gute Seiten / Händler wo man welche herbekommt? Und wieviele Beschläge sollte man auf einen Gürtel draufmachen?
Ich habe jetzt hier mal geguckt ( www.walhalla.com.pl/sklep/index.php?cPath=24_41_42 ) nach Gürtelbeschlägen, da es die einzige Seite ist die ich kenne wo man sowas herbekommen kann, aber ich will mir da nichts unnötig holen bevor ich mir net sicher bin, was wirklich “A” ist und was nicht.