Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Gürtelbeutel nach Manesse-Tafel 27 Herr Dietmar von Ast

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Eintrag #1 vom 27. Feb. 2006 12:05 Uhr Jeanette Wette  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jeanette Wette eine Nachricht zu schreiben.

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Auf der benannten Tafel findet sich neben den “gewöhnlichen” Almosenbeuteln auch ein solcher mit einem kreisrunden Eingriff.
Ich habe vor einiger Zeit mal bei irgendeiner Gruppe eine Replik einer solchen Tasche gesehen, kann sie aber auf Gedeih und Verderb nicht mehr wiederfinden.
Für Hinweise auf diese Seite oder auch andere Tipps zum Nachbau einer solchen Tasche wäre ich außerordentlich dankbar.
jea

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Eintrag #2 vom 27. Feb. 2006 13:46 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,
Die entsprechende Tasche ist vermutlich einer der bis ins 18te Jahrhundert bekannten und praktisch baugleich gebräuchlichen Jagdtaschen, hier ein Original in ca. demselben Zeitraum:
www.kikirpa.be/www2/cgi-bin/wwwopac.exe?[…]
Ein Vergleichsexemplar späteren Zeitraums findet man in Nürnberg im Germanischen Nationalmusem, sowie verschiedene fragmentarisch und komplett erhaltene Exemplare vornehmlich im französisch-englischen Raum.
Solche Taschenrahmen findet man in Fundkomplexen von London Amsterdam, Paris, Flandern und soweit mir bekannt ist, auch seltener Deutschland, Schweden und Dänemark.
Italien gibts auch welche.
Die frühesten Exemplare sind meines Wissens nach für Ende des 13ten im französisch beeinflussten Raum zu finden, später auch woanders.
Gruss, Jens, Diu Minnezît

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Eintrag #3 vom 27. Feb. 2006 18:45 Uhr Jeanette Wette  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jeanette Wette eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo und vielen Dank für die fixe Antwort.
Allerdings bin ich mir noch immer nicht ganz sicher, ob ich die Bauweise der Tasche verstanden habe.
Wenn ich das richtig sehe, dann wurde sie wohl flach angefertigt, mit einem halbkreisförmigen Ausschnitt auf der Vorderseite und einer halbkreisförmigen Zugabe auf der Rückseite.
Innerhalb des Kreises (Weidenrute? Metall?) gibt es ja wohl einen Verschluss aus Stoff, scheinbar mit einem Bändchen durch einen Tunnelzug zusammengehalten. Dann würde dieses Stück Stoff wohl als rechteckiger Streifen einzeln an den Kreis angesetzt?
Das “Mützchen” ist bei der Manesse-Abbildung nicht dabei. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie es angebracht ist, die Fotos sind da recht interpretationsfreudig. ich würde zu der Annahme tendieren, dass es auf einem sehr kurzen Stück (1-2cm) am Ring festgenäht ist. Aber verrutscht es dann nicht zu stark?
Leider ist auch die Aufhängung auf den Fotos nicht gut zu erkennen, für mich sieht es ein bisschen wie ein Haken aus (was ich eigentlich nicht glaube). Leider ist die Manesse-Tafel auch nicht wirklich auskunftsfreudiger.
Ich würde schätzen, dass die Aufhängung zu beiden Seiten am Ring angebracht sein sollte (da, wo Vorder- und Rückseite der Tasche aufeinander treffen), damit die Tasche im Gleichgewicht hängt und sich nicht eindreht.
Du schreibst, es gab bis ins 18te Jh ‘baugleiche’ Taschen. Kannst du mir nen Tipp geben, wo ich etwas darüber finden kann? Ein paar Google-Versuche waren bisher erfolglos…
Auch für weitere Hinweise, Tipps und Spekulationen wäre ich sehr zu Dank verpflichtet
jea
jea

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Eintrag #4 vom 28. Feb. 2006 08:16 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Jea,
Es handelt sich hier um in der Ausführung allesamt sehr aufwändige Prunktaschen, der Taschenhänger ist immer aus Metall, die Bauweise variiert je nach Exemplar und Zeit etwas, mit sind Exemplare mit oder ohne Klappe bekannt.
Der Rahmen (In den Londonfunden Messingbronze) besitzt oben eine ßse oder einen Haken zur Befertigung am Gürtel, in den Londonfunden ist es eine Vierpassförmige ßse. Im Kunsthistorischen Museum in Vienna ist ein reichverzierter Rahmen mit Aufsatz in Form einer Burg, dieser ist wiederrum aufklappbar.
( www.thadenarmory.com/[…]/reed_purseFrame_thumbnail[…] )
Ich empfehle für die genaue Bauweise schlicht mir ein Exemplar für die Zeit und Region passend rauszusuchen, und direkt ins Museum zu fahren, und die Tasche dort zu analysieren, oder Dir von Dort mehr Informationen, entweder über einen Ausstellungskatalog, oder eine andere Arbeit, zu holen.
Taschenhänger dieser Art gibt es wie erwähnt in verschiedenen Fundkomplexen, ich denke, im Dress Accessoirs wirst Du am leichtesten fündig:
www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…]
Hier hast Du weitere Fragmente von Beutelhängern:
www.pastperfect.info/sites/thrislington/[…]/1424.j[…]
www.pastperfect.info/sites/thrislington/[…]/1416.j[…]
In Google einfach mal nach “medvieal purse frame” suchen, dann wirst Du jede Menge Hinweise finden.
Desweiteren liegt wie gesagt u.a. in Nürnberg.
Gruss, Jens, Diu Minnezît

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