Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Halbkreismantel- Kapuze Ja oder Nein?

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Eintrag #1 vom 12. Mai. 2009 14:17 Uhr Vera Focken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Focken eine Nachricht zu schreiben.

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Es geht um einfache Leute (etwas bessergestellte Bauern) im Norden Deutschlands, genauer im heutigen Ostfriesland, und zwar im Zeitraum ab 1280 bis etwa 1340.
Wir möchten uns beide einen Mantel herstellen und da kommt die Frage auf:
Waren an den Mantel genähte Kapuzen dort üblich, oder gab es nur Gugeln etc.?
Hat jemand Belege? ich finde nichts…
Schon mal danke für alle Hinweise!
Gruß
Vera (und Mann)

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Eintrag #2 vom 12. Mai. 2009 15:03 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Ich würde das gleich doppelt verneinen.
Zum einen wäre mir generell keinerlei Beleg für einen Halbkreismantel mit Kapuze im Mittelalter bekannt.
Dann würde ich in Hinblick auf deine Rolle auch den Halbkreismantel schwer in Frage stellen.
Grade bei Bauern würde ich praktischere Kleidung erwarten, solche, die auch dann den Körper bedeckt und wärmt, wenn man darin arbeitet.
Gugel, ja, oder gleich eine Cappa, oder ganz simpel, Schichten.

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Eintrag #3 vom 14. Mai. 2009 11:30 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Ich muss dir widersprechen Alexander. Im welschen Gast (Bayern 1256) sind mehrer Personen mit einem Halbkreismantel dargestellt. Teils offen, dteils vorne geschlossen, teils mit sichtbarer Fibel.
In einem franz. Psalter aus Frankreich (Morgan Lib G2 Fol 125v) sind kirchliche Personen mit Mantel und Kapuze dargestellt.
Das gleiche in G42 Fol 173v aus England, wohl Oxford. Kirchliche Personen mit Mantel und Kapuze.
Das gleiche bei M153 fol 147r und M729 fol 3r aus Frankreich.
Alles kirchliche Personen.
Was bäuerliche Darstellungen angeht, so hat dieMorgan Library viele Kalendare, die in ihren Szenen der jeweiligen Monate Bauern darstellen.
Ich würde für eine bäuerliceh Darstellung zu einer Cappa raten. Bei einer anderen Darstellung, wenns Geld da is, dann Halbkreismantel mit extra Gugel.
Diese Bauern tragen dort meist eine Cappa mit Kapuze. Keine Mäntel.

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Eintrag #4 vom 14. Mai. 2009 14:32 Uhr Vera Focken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Focken eine Nachricht zu schreiben.

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Dank an euch zwei für die schnelle Antwort! Das hat uns schon viel weitergeholfen!

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Eintrag #5 vom 22. Mai. 2009 13:48 Uhr Vera Focken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Focken eine Nachricht zu schreiben.

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Also nochmal zurück zum Thema Mantel:
Ich würde gerne euere Erfahrungen/Einschätzungen zum Thema füttern hören.
Schwerer Wollstoff oder Loden sind ja sicher für sich schon recht warm, aber ohen Futter geht es doch trotzdem nicht wenns richtig kalt wird, oder?
Und mit welchem Stoff würdet ihr (oder habt ihr) gefüttert, wenn ihr keinen Adel darstellt?
Nimmt man einfach den gleichen Stoff wie oben, oder einen dünneren Wollstoff? Oder gar Leinen? (Oder saugt sich dieses zu schnell voll?)
Und wenn man füttert, könnten die unteren Schichten auch einen andersfarbigen Stoff dafür genommen haben? Sogar was Buntes?
Gibt es dafür Belege?

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Eintrag #6 vom 25. Mai. 2009 14:07 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Von Futter habe ich keine Ahnung. Da ich es noch nie gemacht habe. Ich habe zwei Mäntel. Der eine aus 800 gr/m² und der andere aus 1.045 gr/m². Ich nenne den letzteren auch liebevoll: “Meine Pferdedecke”.
Eignet sich auch prima zum zudecken… ;-)

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Eintrag #7 vom 27. Mai. 2009 11:01 Uhr Vera Focken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Focken eine Nachricht zu schreiben.

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Woher, wenn ich fragen darf, hast du denn diese schweren Lodenstoffe? War bestimmt teuer, oder? Da wo ich nachgeschaut hab, war schwerer Loden 750g pro Laufmeter, mehr gibts da nicht!

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Eintrag #8 vom 27. Mai. 2009 11:34 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Bezugsquelle
Ich bestelle seit ca. 1 1/2 Jahren nur noch bei Robert Stenner.
E-Mail: R.Stenner@gmx.de
Einfach ne Mail hinschicken, was man sucht, und sich auf die Stoffproben freuen.
Die Auswahl ist sehr gross, wechselt aber immer wieder. Daher könnte es sich lohnen, wenn nix da ist, vielleicht mal nach 4 Wochen nochmals anfragen, oder einfach sagen, dass man um Proben bittet wenn was rein kommt.
Ich kann es sehr empfehlen.
Wer nicht unbedingt auf Naturgefärbt wert legt, also mit Farben die nur so aussehen, aber heute industriell gefärbt wurden, kann gut zugreifen.
Aber auch naturweiß und ungefärbt, sowieso naturfarbene Wollstoffe sind immer wieder zu erhalten, und das zu sehr guten Preisen.
Achja… Er freut sich, wenn ihr die Proben die ihr nicht mehr braucht zurück sendet.

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Eintrag #9 vom 04. Jun. 2009 15:26 Uhr Vera Focken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Focken eine Nachricht zu schreiben.

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Und wie ist es mit Kosten?
Also man will natürlich gute Ware, aber wenn es zu teuer ist, kann ich mir das einfach nicht leisten.
(Hat der Mensch keine Homepage?)
Ich hab jetzt mal Rechtecksmäntel zu kaufen gesehen, da stand die wären aus neuwertigen, aber antiken Militärdecken gemacht.
Was haltet ihr von sowas?
100% Schurwolle sind die und halt eben mehr Überwurf als repräsentativer Halbkreismantel (Stichwort passend(er) für Darstellung einfacherer Leute)…

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Eintrag #10 vom 04. Jun. 2009 16:08 Uhr Thomas Schlosser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Schlosser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Leute
Ich habe mich mal bei dem Hr. Stenner gemeldet und auch ein Musterstück bekommen.
1000gr/m² Loden in Naturgrau.
Naja, ich würde sagen das ist kein Loden sondern Industrie-Filz(von der Stabilität) her.
Ob das für einen Mantel geeignet ist kann ich nicht ganz sagen. Meiner meinung nach ist das schlicht zu schwer und für Bekleidung(auch wenn es um einen Mantel geht)nicht sooo gut geeignet.
Preis ist 29.80€ pro laufenden Meter bei einer breite von 150cm.
Grüße
Thomas

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Eintrag #11 vom 04. Jun. 2009 17:30 Uhr Kirsten Sundermeier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kirsten Sundermeier eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Militärdecken

Militärdecken sind oft z.B. mit Mottenschutz behandelt und stinken dann, ich habe mal eine alte BW-Decke verarbeitet, die roch zwar nicht, war dafür aber so locker verfilzt, das die Nähte ausgerissen sind.
Bei einem Rechteckmantel fallen natürlich die Nähte weg, schau doch einfach mal bei Raer nach Decken, die kannst du dann wenigstens in die Hand nehmen und beschnuppern

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Eintrag #12 vom 04. Jun. 2009 18:24 Uhr Vera Focken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Focken eine Nachricht zu schreiben.

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bei den Mänteln, die ich dort gesehen hab, wurden die Decken aber vorher gewaschen.
Und wie gesagt, beim Rechtecks-Überwurf entfallen ja die großen Nähte ;)

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Eintrag #13 vom 05. Jun. 2009 10:24 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Ich sagte ja…
Pferdedecke.
Es ist auch kein Industriefilz, sondern eben sehr dicker Loden. Bekommst du in bayrischen Trachtengeschäften auch. Nur zum 3-fachen Preis.
Sicher ist der sehr dick und schwer, dafür aber auch absolut dicht. Hier muss man abwägen. Ich hatte dieses Jahr eine Winterwanderung. War schön warm…
@ Vera
von den Bundeswehr/englische Armee/ungarische Armee Decken würde ich abraten… Das sind Decken.
Das passt so oder so schonmal gar nicht… und glaub mir… man wird auf 30 Meter sehen, daß das Decken sind/waren.

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