Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) (Haus) Tierhaltung im HMA / SMA

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Eintrag #1 vom 03. Feb. 2000 21:35 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Leute, ich halte Frettchen, und weiß, dass sie schon früh zu Jagd eingesetzt wurden, kann aber nicht herausfinden, wie weit verbreitet diese Tierhaltung war, bzw. von welcher Schicht etc… Ich würde mich freuen, wenn in diesem Thread Informationen zur Frettchenhaltung - und auch (Haus)Tierhaltung generell -zusammengetragen werden.
ein gespannter Patrick

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Eintrag #2 vom 04. Feb. 2000 11:58 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Zum Frettchen kann ich jetzt so schnell nichts finden, ich forsche aber noch mal ein bißchen. Anbei erst mal ein kleiner(?) ßberblick über die wichtigsten Haustierrassen vom Früh- bis Spätmittelalter (ist eines meiner Lieblingsthemen, hihi). Mittelalterliche Haustierrassen Pferd: Pferde wurden schon vor etwa 5000 Jahren domestiziert und dienten hauptsächlich als Fleischlieferant, etwa seit der Bronzezeit wurden sie auch als Arbeits- und Reittier genutzt. Im Mittelalter erreichen die Pferde eine Widerristhöhe von etwa 130 - 140 cm, nur vereinzelt auch über 150 cm. In Gräbern und einer mittelalterlichen Abdeckerei hat man auch Skelette von Tieren mit einer Widerristhöhe von 160-165 cm gefunden, die als Indiz für das Vorhandensein größerer “Ritterpferde” gewertet werden. Aber auch Pferdeskelette mit einer Widerristhöhe von 120 cm werden nicht selten gefunden. Pferde der Latènezeit sowie der römischen Kaiserzeit sind eher schlankwüchsig, außerhalb der römisch besetzten Gebiete sind sie eher von derberem Schlage. Im Mittelalter findet man vermehrt Pferdeskelette vom derberen Typ, so daß auf einen mittelschlanken Pferdetyp geschlossen werden kann. Während des Mittelalters existierte wahrscheinlich keine einheitliche Rassezucht. Andererseits muß man in den “Ritterpferden”, die etwa seit der Jahrtausendwende auftreten, wohl das Ergebnis eines Züchtungsprozesses sehen. Um 1400 gab es im Gebiet des Deutschen Ordens in Ostpreußen sogenannte “Ackergestüte”, in denen Pferde des alten preußischen Landschlages unabhängig von den Ritterpferden gezüchtet wurden. Ob diese Gebrauchspferde schon früher als Rasse gezüchtet wurden oder einer unsystematisch betriebenen Landpferdezucht entstammten, kann bisher nicht nachgewiesen werden. Innerhalb bestimmter Gegenden scheinen sich einigermaßen einheitliche Landpferdeschläge entwickelt zu haben. Sicher darf man davon ausgehen, daß ein Bedarf an speziellen Arbeitspferden bestand, zumal es im MA zu einer erheblichen Ausweitung des Ackerbaus kam, so daß züchterisches Interesse an landwirtschaftlichen Gebrauchspferden bestand, was als Vorraussetzung für eine Entwicklung von Rassezucht gilt. Pferde erreichen im MA ein hohes Lebensalter, gut die Hälfte aller Tiere werden zwischen 10-20 Jahre alt. Rein zur Fleischgewinnung genutzte Pferde werden meist ein einem Alter bis zweieinhalb Jahre geschlachtet. Aber auch ältere Tiere werden nach langer Arbeitsnutzung geschlachtet (offensichtlich entgegen das Verbot, das Bonifatius erlassen hatte). Dabei wurden die Knochen während des Schlachtvorgangs und beim Kochen besonders geschont, da Pferdeknochen ein wichtiger handwerklicher Rohstoff waren. Esel: Esel wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht und wurden vorwiegend in Mühlen und Bergwerken zu Arbeitszwecken gebraucht. Sie können in mittelalterlichen Funden nur in sehr geringer Zahl nachgewiesen werden. Rind: Rinder wurden zunächst vor 8500 Jahren auf der Balkanhalbinsel domestiziert und später (vor etwa 6500 Jahren) auch in Mitteleuropa. Bis zum Mittelalter fand eine erhebliche Größenreduktion statt, so daß sich in dieser Zeit ein sehr kleinwüchsiger, schlanker Rindertypus findet. (100-120 cm Widerristhöhe, ca. 100-200 kg). Dies mag entweder auf eine gezielte Selektion kleiner Rinder zurückzuführen sein, die leichter zu handhaben waren, oder lag an einer ßberbetonung der Viehzahl gegenüber der Viehqualität, den nur kleinen Weideflächen und ungenügender Futtermenge im Winter bzw. einer Intensivierung des Ackerbaus auf Kosten der Viehzucht. So haben sich wahrscheinlich in Abhängigkeit von den natürlichen Futter- und Haltungsbedingungen Landrassen herausgebildet, die sich in Größe und Wuchsform voneinander unterschieden. Es kamen “inselartig” größere Rinder vor, z.B. in einigen Gegenden der Schweiz, wo die Tiere die Größe der heutigen Schweizer Rinder erreichten. Bis zum 17. Jahrhundert finden sich neben den domestizierten Rindern auch noch (größere!) Wildformen, der Auerochse lebte im MA herdenweise in deutschen Flußniederungen und lichten Waldlandschaften. In östlicherren Gebieten kamen Wisente vor. Während des Mittelalters stand in der Rinderhaltung besonders die Fleischnutzung im Vordergrund (Schlachtalter zwischen 3 und 5 Jahren), die Tiere wurden aber auch als Arbeitstiere (hauptsächlich Ochsen) und in geringem Maße auch zur Milchgewinnung genutzt. Das Rind ist in Mitteleuropa seit eh und je wichtigstes landwirtschaftliches Nutztier, was aus dem hohen Anteil an Rinderknochen in mittelalterlichen Grabungen hervorgeht. Es erbringt etwa die fünffache Fleischmenge pro Schlachtkörper im Vergleich zum Schwein. Zusätzlich hat es seine Bedeutung als Düngerlieferant in der im MA stark betonten Felderwirtschaft. Haut, Knochen und Horn waren zudem Ausgangsmaterial zur Herstellung diverser Gebrauschgegenstände. Schwein: Das Schwein wurde in Mitteleuropa vor 6000-6500 Jahren aus dem Wildform domestiziert. Im Mittelalter waren die Hausschweine erheblich kleiner als ihre Wildform, die Widerristhöhe lag etwa bei 65-75 cm bei 40-60 kg Lebendgewicht. Die Hausschweine waren kleinwüchsig, flachrippig und ohne bedeutenden Speckansatz. Die Schlachtung mittelalterlicher Schweine fand meist im 1., seltener im 2. Lebensjahr statt. Nur sehr selten werden Knochen von Tieren über 4 Jahren gefunden. Es gibt Grabungen mit einem erhöhten Anteil älterer weiblicher Tiere, dies wird als ein Indiz für ein verstärktes Zuchtgeschehen gewertet. Das Schwein wird als Fleischlieferant gehalten, die gelegentlich erwähnte Nutzung zur Trüffelsuche, zum Stöbern und Karreziehen ist eine Ausnahme. Mittelalterliche Schweinhaltung ist extensiv und an das Vorhandensein von Eichen- und Buchenwäldern gebunden. Rodungen im Zuge der mittelalterlichen Bevölkerungsexplosion engten die Haltungsmöglichkeiten ein, was sich in den betreffenden Gebieten an einem starken Rückgang des Schweineanteils in Grabungen nachweisen läßt. Kleine Wiederkäuer: Schafe und Ziegen sind die ältesten Wirtschaftstiere des Menschen, die Domestikation erfolgte etwa vor 10-11.000 Jahren im vorderen Orient. Die Größe der Schafe und Ziegen entspricht im Mittelalter etwa der der mittelgroßen rezenten Landrassen, das quantitative Verhältnis der Haltung hat sich zugunsten der Schafe verschoben. Während die Römer noch großen Wert auf Milch resp. Wolle legten, zog die mittelalterliche Bevölkerung die Fleischnutzung vor; das Schlachtalter lag bei zwei bis drei Jahren. In Gegenden, in denen vermehrt auch Milch und Wolle genutzt wurden, liegt das Alter der Tiere etwas höher. Jungtiere wurden meist zum sofortigen Verbrauch geschlachtet (Reduktion überzähliger Tiere), das Fleischh von älteren Tieren eignete sich eher zum Trocken und Räuchern (Vorratshaltung). Schafe lieferten nicht nur Wolle, Fleisch und Milch, sondern auch Häute, Felle, Därme und Dünger. Geflügel: Es wurden Hühner, Gänse, Enten und Tauben gehalten. Bei Gänsen und Enten ist die Unterscheidung von Haus- und Wildformen schwierig. Enten wurden aber wohl seltener gehalten als Gänse. Huhn und Gans scheint in der Haltung die gleiche Bedeutung zuzukommen. Die Hühnerhaltung gewann im MA seit einem Rückgang während der Völkerwanderungszeit immer mehr an Bedeutung. Der Anteil von Hühnerknochen liegt bei Grabungen in Burgen zwischen 5 und 10%. Neben dem Fleisch wurden Hühner vor allem auch zur Eierproduktion gehalten. Hühner und Gänse wurden extensiv aufgezogen., wobei für die Gänsehaltung auch ein kleiner Weiher oder Teich benötigt wurde. Sie waren kleiner als rezente Rassen und schlankwüchsig. Die von den Römern eingeführten Haustauben waren ebenfalls recht häufig, Taubenfleisch stellte eine willkommene Abwechslung als Speise der Burgbewohner dar. Ihre Haltung war recht unproblematisch, da sie sich selbst ihr Futter suchen. Hund: Eine Rassebestimmung anhand osteologischer Funde ist schwierig, die Knochenfunde deuten auf Hunde hin, die den rezenten Bracken und Laufhunden entsprechen. Die verschiedenen Schläge und Typen wurden früher für bestimmte Zwecke gezüchtet. Es kam weniger auf ßußerlichkeiten an, als auf praktische Eigenschaften, wie z.B. Stöberhunde, Vorstehhunde oder Hirtenhunde. Oft wurden Tiere verschiedener Typen gekreuzt, um einen neuen Wesenszug zu gewinnen. Eine gewisse Rassezucht wurde im MA auf den Adelshöfen an den Jagdhunden betrieben. Es traten die ersten spezialisierten Jagdhunde auf, wie die Schweißhunde zum Aufspüren des Wildes, die Laufhunde zum Stellen der Hirsche, die Windhunde zu deren Verfolgung, die Doggen zum Erledigen der Büffel und der Bären. Kleine Hunde wurden zum Eindringen in Fuchsbauten und Höhlen von Wildkaninchen verwendet. Katze: Im Fundgut von Siedlungen des frühen MA sind Katzenknochen selten vertreten. Erst im ausgehenden MA werden sie häufiger. Dies ist anscheinend mit der Ausbreitung von Kleinsäugerarten vergesellschaftet, die sich dem Menschen besonders eng anschlossen: der Wanderratte, der Hausratte und der Hausmaus. Mit der Zunahme dieser Vorratsschädlinge ergab sich die Notwendigkeit ihrer Bekämpfung, deshalb sorge man für die weitere Ausbreitung und Vermehrung der Hauskatze, besonders in großen Städten. Es gab sogar ein Gesetz, das das Mitführen von Katzen auf Schiffen zur Vertilgung von Ratten zu Pflicht auferlegte. Die mittelalterliche Katz war kleiner und zierlicher als rezente Rassen (wahrscheinlich als Ausdruck schlechter Ernährung). Katzen erreichten selten ein Lebensalter über 2 Jahre. Trotz ihrer anerkannten Bedeutung in der Schädlingsbekämpfung wurden Katzen v. a. in Großstädten wegen ihrer “abergläubischer Belastung” (schwarzer Kater, Hexenbegleiter, Tier des Satans etc.) und auch wegen ihres Felles und Fleisches getötet (“Dachhase” des kleinen Mannes). Quellen: verschiedene osteometrische Studien und Dissertationen über MA Handschriften, können bei Bedarf nachgeliefert werden. Viel Spaß, ich werde zu Hause (da stehen die Bücher) noch mal nach weiteren Details forschen. Ruth

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Eintrag #3 vom 04. Feb. 2000 13:38 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Jetzt habe ich doch noch etwas zum Frettchen gefunden, und zwar in einer Dissertation über die Hundeheilkunde des Moamin. Moamin (Moamyn, Moamus, Moamoino, Oxaminus) war ein arabischer Falkner am Hofe Friedrichs II, der als Autor einer Abhandlung über die Falknerei genannt wird. Diese umfaßt 4 Bücher und enthält in ihrem letzten Ausführungen über die Hunde. In einem Kapitel erläutert Moamin die verschiedenen anderen, zur Jagd einsetzbaren Raubtierarten. Er erwähnt eine Wieselart (lat. bdalach, altfranzösich: dalac), die nicht genauer bestimmbar ist. Man nimmt an, daß es sich um ein persisches arabisiertes Wort hadelt. Es könnte sein, daß es sich hierbei um die heutige Form des Frettchens handelt. Die Verwendung des Frettchens bei der Jagd soll nach der vorliegenden Arbeit auch bei Friedrich´s II Werken über die Jagd erwähnt werden. Auf jeden Fall wird das Wiesel erwähnt (lat. mustella, afrz. mustele), welches bei der Jagd verwendet wurde, um Vögel, die im Dickicht versteckt waren, aufzuschrecken (für die folgende Beizjagd?). Quelle: Hermann Mattheis (1967): Die Hundeheilkunde des Moamin. TieHo Hannover, Diss. Ich hoffe, damit ein wenig zu Deiner ursprünglichen Frage beigetragen zu haben. Das Frettchen scheint also zumindest an den Fürstenhöfen als Jagdgehilfe eingesetzt worden zu sein. Ruth

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Eintrag #4 vom 04. Feb. 2000 16:05 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Ich habe noch ein bißchen was über exotische, zur Jagd abgerichtete Tiere gefunden. Moamin berichtet, daß auch Leoparden (lat. leopardus), Luchse(lat. lynx, lyns) und Zibetkatzen (lat. zabbadeg) zur Jagd abgerichtet werden können. Leopard: Wahrscheinlich ist hiermit der Gepard gemeint, der in der Antike zum Jagen gebraucht wurde. Auch Friedrich II benutzte den Gepard zur Jagd. Diese Jagdart bürgerte sich in Frankreich gegen Ende des 15. Jhd. ein. Von Leoparden ist bekannt, daß sie sich zwar zähmen, aber kaum bei der Jagd verwenden lassen. Im lateinischen Text des Maomin wird auch vom kleinen Leoparden gesprochen, was wohl auch auf den Geparden hindeutet. Bereits im Altertum waren Geparden als Jagdleoparden bekannt.Ihre Jagdmethode wandte man nach Abrichtung zur Antilopenjagd an. Leider habe ich fast gar keine Literatur zur Jagd mit Vögeln, dieses Thema wäre jedoch auch sehr spannend. Vielleicht findet sich dazu ja noch jemand? Ruth

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Eintrag #5 vom 04. Feb. 2000 18:02 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo! Klar gibt es was zur Jagd mit Vögeln. Auch da steht mal wieder Friedrich II. dahinter. Er hat selbst ein Buch verfaßt unter dem Titel “de arte venandi cum avibus”. Der Stauferkaiser bezeichnet darin die Jagd mit Greifvögeln als adeliger denn jede andere. Besonders begehrt - und entsprechen teuer, aber auch selten war dabei der nordische Gerfalke, den man sogar aus Island bezog. Die Tiere erreichen eine Größe von 53 cm, zum Vergleich, der hiesige Turmfalke mißt 30 cm. Eng verbunden ist diese im Mittelalter sehr populäre Jagdform auch mit der Kunst. So wird der Falke zum Symbol, um etwa den Adeligen hohen Standes zu kennzeichnen. Friedrichs Enkel Konradin wird im Codex Manesse bei der Falkenjagd dargestellt. Das Falkenlied entwickelt sich zu einer besonderen Form mittelalterlicher adeliger Dichtung, wobei hier der Falke sinnbildlich für einen zu zähmenden, zu haltenden Partner steht. Bekannt ist sicher auch die Form des Mönch von Salzburg, wo sich der Falke verselbständigt… Falkenjagd fand vom Pferd aus statt. Der Jäger führte den Vogel auf der Hand mit sich und ließ ihn von dort aus auf Beutevögel los. Die Beute wurde Anschließend von Hunden aufgespürt. Ein früher Bildbeleg für diese Form der Jagd ist auch schon auf dem Teppich von Bayeux zu sehen. In Friedrichs II. Buch werden so wohl Beutevögel, als auch die Greifvögel beschrieben, bis hin zu Besonderheiten im Verhalten. Es werden detaillierte Anweisungen mit Bildern gegeben, so etwa, wie man den Falken ideal auf der Hand führt oder wie ein Falke auf dem Reck anzubinden ist. Interessant in ist auch, daß Friedrich erwähnt, die Lehren der antiken Autorität Aristoteles teilweise abzulehnen, da der nicht mit der Beizjagd vertraut gewesen sei. Was ich hier so zum Buch Friedrichs niedertippte, stammt im wesentlichen aus einem Artikel von Johannes Fried unter dem Titel Der Kaiser als Forscher, in Forschung Frankfurt, 1/98. Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #6 vom 05. Feb. 2000 17:02 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ruth und Sascha, danke für die ausführlichen Informationen.
Patrick

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Eintrag #7 vom 07. Feb. 2000 08:31 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, hier, der Vollständigkeit halber, auch noch was zum jagdbaren Wild (ja, ich beschäftige mich halt schon länger und gerne mit diesem Thema *gr*): Wildwiederkäuer: Der Auerochse (Ur)lebte im MA herdenweise in deutschen Flußniederungen und lichten Waldlandschaften. In östlicheren Gebieten kamen auch Wisente (Bisons) vor. In der Schweiz gab es beispielsweise um das Jahr 1000 noch so viele Urrinder, daß sie in der Wildbretliste der Benedictiones ad mensas des St. Galler Mönches Ekkehart IV (ca. 980 -1060) zusammen mit Hasen, Murmeltier, Reh, Gemse, Steinbock und Wisent Aufnahme fanden. In Europa verschwand der Ur im Laufe des MA, angefangen vom Westen und Süden aus, fortschreitend nach Osten und Norden, bis 1627 die letzte Urkuh in Polen starb. Abt Rumpler von Vorbach spricht gegen Ende des 15 Jahrhundert von Uren im Neuenburger Wald in Niederbayern und im Jahre 1501 hat Maximilian I fünf lebende Ure öffentlich in Nürnberg ausgestellt, demnach könnte es selbst im Spätmittelalter in den Auen des oberen Rheintales noch Ure gegeben haben. Auch Elche kamen neben dem Ur in Weich- oder Laubholzgebieten vor. Dem Rothirsch galt sowohal in prähistorischer Zeit als auch im Mittelalter das Hauptinteresse bei der Jagd, wobei osteometrische Untersuchungen vermuten lassen, daß die Tiere größer als die rezente Art waren. Den Knochenfunden nach zu schließen kam dem Reh als Jagdtier keine große Bedeutung zu. Als Fleischlieferant war es sicher genauso beliebt wie Hirsch oder Wildschwein, aber es kam viel seltener vor. Gründe dafür sind in der weitgehenden Bewaldung Mitteleuropas, der großen Konkurrenz des Hirsches und in den zahlreichen natürlichen Feinden zu suchen. In den schon im MA verheideten Blößen und “Räumden” des Hannoverschen Wendlandes (Walcher, 1978) konnten dagegen Rehknochen fast so häufig wie Hirschfunde dokumentiert werden. Gemsen und Steinböcke gehörten in den alpinen Regionen ebenfalls zum Jagdwild, diese Wildwiederkäuer waren im MA anscheinend deutlich größer als die rezenten Arten. Wildschweine: Wildschweine waren nach dem Rothirsch die beliebtesten Wildbretlieferanten. Der Lebensraum des Wildschweines war im MA nicht so eingeengt wie heute. Aus diesem Grund waren Wildschweine damals größer und gedrungener als die heutigen Exemplare. Wildschweine wurden häufig auch deshalb bejagt, weil sie eine große “Landplage” waren. Durch große Treibjagden wurde versucht, die Zahl der Wildschweine zu verringern. Braunbär: Der Braunbär war in ganz Mitteleuropa verbreitet und kann deshalb häufig in Knochenfunden nachgewiesen werden. Er wurde häufig bejagt, um Schäden an Viehherden zu vermeiden. Wolf: Wölfe wurden wegen ihres Pelzes gejagt, in manchen Regionen wurden sie zum Schutz der Einwohner und aus Sorge um den Wildbestand regelrecht verfolgt. Karl der Große verpflichtete seine Ritter nicht nur zur Hatz auf die heidnischen Sachsen, sondern auch auf die Wölfe. Erstmals hörte man nun von organisierten Wolfsjagden. Für sie wurden besonders große Hunderassen gezüchtet, so der berühmte und bald an allen Höfen Europas verbreitete irische Wolfshund. Fuchs: Füchse wurden vermutlich nicht wegen ihres Fleisches, sondern wegen ihres Felles und/oder zum Schutz des Hausgeflügels erlegt. Fuchsfett wurde als Wundermittel und als Bestandteil von Arzneien verwendet. Wildkatze: Der Bestand der Wildkatze war im MA schon stark zurückgegangen. Sie wurde wohl meist wegen ihres Pelzes erlegt. Dachs: Dachse wurden ebenfalls hauptsächlich wegen ihres Felles gejagt. Außerdem spielte der Dachs als ein Tier, dem zauberabwehrende Kräfte innewohnen, eine Rolle. Pfoten, Fell und Fleisch des Tieres dienten in vielfältiger Gebrauchsform zur Abwehr von Gefahren. Dachsfett fand ebenfalls in Medikamenten Verwendung. Hase: Knochen von Hasen werden selten gefunden. Dies mag darauf zurückzuführen sein, daß der Hase, der offene, trockene Landschaften bevorzugt, in den größeren zusammenhängenden Waldlandschaften des Mittelalters keinen optimalen Lebensraum fand. Die Umweltbedingungen für den Hasen verbessern sich mit der bevölkerungswachstumsbedingten fortschreitenden Waldrodung. Kaninchen: Das Hauskaninchen stammt vom Wildkaninchen ab, das ursprünglich in Mitteleuropa nicht vorkam. Die Römer hielten Kaninchen wegen ihres Fleisches in Gehegen (Leporarien) und brachten sie in die von ihnen besetzen Gebiete. Diese Art der Haltung war später in Frankreich und England ebenfalls üblich, sie diente bevorzugt dem Jagdvergnügen. Nach Deutschland kamen die ersten Wildkaninchen um das Jahr 1300, und zwar wurden sie auf der Insel Amrum ausgesetzt. ßber die Gehegehaltung wurde im MA die eigentliche Domestikation vollzogen, und zwar zunächst in Frankreich. Hauskaninchen wurden in Deutschland ab der Mitte des 12. Jahrhunderts gehalten, also noch vor der Wildform. Die Haltung war zunächst noch sehr extensiv in Gehegen. Kaninchen wurden vor anstehenden Jagden auch gezielt frei gelassen. Biber: Biber waren bis zum Beginn der Neuzeit in Europa weit verbreitet und gehörten auch im MA wegen des Pelzes und des Fleisches zum beliebten Jagdwild. Der Biber gewann als vermeintlicher Kaltblüter vor allem in der Fastenzeit Bedeutung für die Nahrungsversorgung. Biberfett wurde in der Medizin verwendet. Marder: Baummarder wurden wegen ihres Pelzes gejagt, gleiches gilt für den Iltis. Außerdem wurden sie natürlich als “Hühnerdiebe” gejagt. Wildvögel: Zu den bejagten Wildvögeln zählen Auerhühner, Ringeltauben, Wildente, Wildgans, Fasan, Rebhuhn, Schnepfe, Fischreiher, Störche, Wachteln. Außerdem wurden auch Raben, Krähen, Dohlen, Rohrdommeln, Kormoran, Elster und viele mehr bejagt und verzehrt, wie aus archäologischen Studien und überlieferten Kochrezepten hervorgeht. Vögel wurden in der Beizjagd, mit Pfeil und Bogen oder der Armbrust erlegt (eine solche Abbildung findet sich in Tafel 127 des Codex Manesse), oder auch mit Hilfe von Netzen gefangen. Abbildungen von Jagdszenen finden sich im Codex Manesse: Beizjagd: Tafel 2, 7; Rotwildhatz: Tafel 67; Hatz auf Fuchs und Hse: Tafel 110; Sauhatz: Tafel 74; Bärenjagd: TAgel 105, eine Abbildung einer Bärenfalle findet sich im Teppich von Bayeux. Ruth

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Eintrag #8 vom 07. Feb. 2000 09:08 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, Auf die spezielle Anfrage von Joachim: Ja, über alle Jahrhunderte wurden Pantoffeltierchen gehalten, und zwar gleich neben dem NachtPOTT, also unter oder neben dem Bett (smile!). Ruth

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Eintrag #9 vom 08. Feb. 2000 11:49 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, wegen des gewaltigen Interesses - äh, na gut, trotzdem: zu diesem Thema findet sich demnächst ein Traktat in der Bibliothek. Ruth

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Eintrag #10 vom 27. Mrz. 2000 09:31 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, das Werk ist nun in der Bibliothek unter Bibliothek → Geschichte → “Tierhaltung und Jagd” zu bewundern (Danke, Gunther!). Ruth

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Eintrag #11 vom 01. Nov. 2000 19:34 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Hier noch ein Literaturhinweis für alle, die sich an einer Fülle von MA-Tierdarstellungen erfreuen wollen: Das “Bestiarium” des Codex aus der Bodleian Library in Oxford (MS Bodley 764) aus der 1. Hälfte des 13. Jh. ist gerade in einer schönen englischen ßbersetzung mit allen (!) originalen Miniaturen in exzellenter Wiedergabe (in der ßbersetzung und mit guter Einleitung von Richard Barber) ist erschienen in der Boydell Press, Woodbridge 1999, (ISBN 0 85115 753X für die Paperback-Ausgabe) für 19,99 Pfund. Darin finden sich Abbildungen praktisch aller (damals in England) bekannten Tiere mit entsprechendem erklärenden Text der Zeit.
mit besten Grüßen und Wünschen Nikolaj aka Argl. Rhisiart ap Maredudd

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Eintrag #12 vom 12. Feb. 2001 11:49 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Nochmal ein Nachtrag zur “Geschichte” des Frettchens: Die Zähmbarkeit von Iltissen (das Frettchen stammt vom Waldiltis ab) wird bereits von Aristoteles (384-322 v. Chr.) erwähnt. Verläßlicher erscheint allerdings der Hinweis von Strabon (64/63 v. Chr - um 20 n. Chr.), der in seiner “Geographica” davon berichtet, daß Frettchen zur Bekämpfung einer Kaninchenplage auf den Balearen eingesetzt wurden. Die Frettchen hätten Maulkörbe bekommen und seien dann in die Kaninchenbaue geschickt worden. Die Nutzung zur Kaninchen- und Rattenjagd ist als Hauptmotiv für die Iltisdomestikation anzusehen, und wurde deshalb in solchen Regionen vollzogen, wo Wildkaninchen vorkamen. Der Beginn der Iltisdomestikation ist im westlichen Mittelmeergebiet in den letzten Jahrhunderten des 1. Jahrtausends v. Chr. zu vermuten. Die Römer waren mit der Verwendung des Frettchens für den Kaninchenfang bzw. für die Jagd auf Ratten vertraut. Mit der Ausbreitung des Kaninchens von Spanien aus in das südliche Mittelmeergebiet sowie über Frankreich nach West- und Mitteleuropa wurde vermutlich auch das Frettchen verbreitet. Seit dem frühen Mittelalter war es Mode geworden, Kaninchen für jagdliche Vergnügen in größeren Gehegen bzw. auf Inseln (beispielsweise Amrum) freilebend zu halten. Für die Jagd auf diese Tier wurden neben Hunden auch Frettchen eingesetzt. Albertus Magnus (1193-1230 n. Chr.) beschreibt das Frettchen im 13. Jh in Deutschland. Kaiser Friedrich II soll nach den Aufzeichnungen seines Tierbestandes aus dem Jahre 1245 auch Frettchen besessen haben. Auf die Erwähnung der Frettchen in der Hundeheilkunde des Maomin habe ich ja schon hingewiesen. Eine französische Quelle, das Jagdbuch des Grafen Gaston Phébus aus dem Ende des 14. Jh, zeigt die Kaninchenjagd mit einem Frettchen, das einen Maulkorb trägt, sowie mit Netzen. Die erste Erwähnung des Frettchens in Großbritannien stammt aus dem Jahre 1223. Im Queen Mary´s Psalter (um 1340) sind zwei adlige Frauen abgebildet, die mit dem Frettchen Kaninchen jagen. König Richard II soll die Genehmigung für diese Form der Jagd erteilt haben. Bereits im 13. Jh waren die Frettchen als Kaninchenjäger in Mittelasien verbreitet, so ist für das Jahr 12221 überliefert, daß Dschingis-Khan Frettchen zur Jagd verwendet hat. Ein osteologischer Nachweis stammt aus der Burg Laarne in Ostflandern. Hier fand man zwei fast komplette Ilitsskelette, die nach Schädelmerkmalen als Reste von Frettchen bestimmt werden konnten. Die Funde sind in den Zeitraum von der 2. Hälfte des 13. Jh bis zur Mitte des 14. Jh datiert. Im Knochenmaterial aus dieser Burg sind auch Kaninchenknochen nachgewiesen worden, womit sich ein zusätzlicher Hinweis für die Nutzung des Frettchens zur Kaninchenjagd ergibt. Dieser Befund steht im Einklang mit schriftlichen Quellen aus diesem Gebiet. So sind z. B. im Bestandsverzeichnis der Grafen von Hainaut und Holland aus dem Jahre 1333 Frettchen aufgeführt. Angaben zur Jagd mit Frettchen finden sich in einem holländischen Jagdbuch des 17. Jh, in welchem das “Frettieren” ausführlich beschrieben wird. Neben dem Anlegen von Maulkörben wird auch das Abfeilen der Zähne beschrieben, um die Frettchen daran zu hindern, die Kaninchen bereits im Bau zu töten. An einem der Frettchenschädesl aus Laarne sollen sich an den Eckzähnen Spuren vom Abfeilen der Zähne befinden. Quellen können wie immer bei Bedarf genannt werden. Ruth

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Eintrag #13 vom 24. Mai. 2002 08:32 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hunde an der Front

Auch eine Art von Tierhaltung, aber eine sehr spezielle:
Frühes 15. Jh. Die Johanniter nehmen ihre Aufgabe nach wie vor sehr ernst und setzen sich im feindlichen, osmanischen Festland fest, errichten dort die Festung St. Peter in Bodrum. Sie dient dem Zweck, daß sich entlaufene christliche Sklaven dorthin retten können. Der Orden verschifft sie dann in die Heimat. Aus zahlreichen Pilgerberichten geht hervor, daß die Johanniter sich dort (französische oder korsische) Dogen hielten. Die etwa 40 Tiere liefen in der weiteren Umgebung der Burg frei herum und waren darauf abgerichtet, Christen zur Festung zu geleiten, Türken hingegen zu töten. Ihr Futter bekamen sie in der Burg.
Angeblich soll die Unterscheidung über den Geruchssinn erfolgt sein. Keine Ahnung, ob das funktioniert. Aber der erfolgreiche Einsatz der Hunde ist dokumentiert und rette etwa 100 Menschen im Jahr.
Grüße
Joachim

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Eintrag #14 vom 24. Mai. 2002 08:56 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Moin!
Ich glaube Joachim meinte Doggen, den Doge ist meines Wissens ein venezianischer Titel, und ich glaube kaum das die Johanniter die Burg mit abgerichteten Venezianern bewachten, oder?:-)
gruß, uli

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Eintrag #15 vom 28. Mai. 2002 08:58 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Dogen oder Doggen

Doch, Uli, wenn Du Dich mit der Ordensgeschichte auseinandersetzt, wirst Du sehen, daß sich der Orden auch venezianische Dogen “hielt”. :-)
Aber Doggen lasse ich auch gelten :-)
Grüße
Joachim

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Eintrag #16 vom 12. Jun. 2002 08:27 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe da noch was interessantes gefunden, was zumindest mir noch nicht bekannt war. Da denkt man immer, das wäre eine moderne Erfindung, aber die Johanniter führten spätestens im 15. Jh. aus ßgypten den Brutofen auf Rhodos ein, in dem Eier von Hühnern, Enten, Gänsen und Pfauen ausgebrütet wurden. Fassungsvermögen: ca. 300 Eier.
Quelle: div. sichtlich erstaunte Pilger auf ihrer Reise ins Heilige Land und ihre entsprechenden Reiseberichte
Gruß
Joachim

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Eintrag #17 vom 10. Sep. 2002 01:50 Uhr Georg (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Georg eine Nachricht zu schreiben.

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Weiß jemand Quellen zum Thema ´Hunde als Nahrung im Mittelalter` ?
Giraut le Noir

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Eintrag #18 vom 10. Sep. 2002 09:08 Uhr Tom Schönberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Tom Schönberger eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hundenahrung

Hallo Georg ,
schau mal in Stadtluft Hirsebrei und Bettelmönch , da gibts ‘ne ganz nette Tabelle über Knochenfunde in Latrinen - und Abfallgruben ! Da sind auch Hunde aufgeführt , als “Nahrung”.
Naja , wer’s ausprobieren will!
Ciao
Tom
Thomas der Zimmermann

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Eintrag #19 vom 10. Sep. 2002 09:33 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ethik ?

Ich glaube, das ist ein ethisches Problem. Hundefleisch als Nahrungsmittel ist in unserem Kulturkreis tabu, vermutlich wegen der sozialen Rolle, die Hunde hier und heute spielen (“der Freund des Menschen”).
In anderen Kulturen wird imho immer noch Hundefleisch gegessen. Vielleicht weil dort Rind- oder Schweinefleisch tabu ist. Vielleicht weil es billiger oder leichter zugänglich ist.
Im Mittelalter war Hundefleisch der Fundlage nach auch hier Nahrungsmittel.
Grüße von der Spree, Ulli

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Eintrag #20 vom 10. Sep. 2002 11:59 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hund ist nicht gleich Hund :-)

Hurra, mein Lieblingsthread belebt sich… :-)
Wie eigentlich immer, kann man auch zum Thema ‘Hund als Fleischlieferant’ nicht das ganze Mittelalter über einen Kamm scheren… und auch nicht alle Hunde(rassen)…. ;-)
Aus der Lage, Vollständigkeit und evtl. vorhandenen Beschädigungen der Knochen kann man eine ganze Menge herauslesen… liegen die Knochen verstreut oder unvollständig im allgemeinen ‘Abfallbereich’ der Grabung und sind gar vermischt mit anderen Tierknochen, oder liegt das (dann meist komplette) Hundeskelett separat an einem besonderen Ort (vielleicht sogar in nächster Nähe zu einem menschlichen Skelett) etc., etc.
Im ersteren Fall geht man beispielsweise davon aus, daß es sich um einen normalen ‘Haus- oder Straßenköter’ :-) gehandelt hat. Im zweiten Fall interpretiert man das so, daß es sich um einen besonderen Freund des Menschen, z. B. einen treuen und teuren Jagdhund eines höhergestellten Menschen gehandelt hat (in der Regel kann man die ‘Nutzung’ bzw. einen primitiven ‘Rassetypus’ eines Hundes an bestimmten Eigenheiten des Skelettsystemes ablesen). Solche ‘Bestattungsriten’ für Tier (und Mensch) variieren je nach Region und Kultur, und eben auch nach dem Wert des Hundes.
Im allgemeinen Abfallkonvolut gefundene Hundeknochen kann man dann daraufhin untersuchen, ob eventuelle Schlacht- oder Zerlegespuren an den Knochen erkennbar sind (wie bei den anderen Haustierspezies auch) - das wäre dann ein deutlicher Hinweis darauf, daß dieser Hund als Fleischquelle genutzt wurde.
Deshalb an Georg: Für alle aufgezählten Szenarien könnte ich Dir beispielhafte Literatur nennen. Um Deine Frage gezielt beantworten zu können, müßtest Du uns schon verraten, welche Zeit und welche Region Dich in dieser Frage besonders interessiert… ;-)
Ruth

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Eintrag #21 vom 10. Sep. 2002 12:36 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Immer noch aktuell

Hab neulich in einem Bericht im Fernsehen auf einem Ohr mitgekriegt, daß in der Schweiz bis in die heutige Zeit in einigen Gegenden Hunde als Delikatesse gelten.
Der Verkauf von Welpen als “Kochhund” ist seit ein paar Jahren wohl nicht mehr legal, wird aber noch praktiziert (zu Wort kam ein Bauer, der die überzähligen Hunde eines Wurfes am Markt verkaufte und sicher gehen wollte, daß sie nicht im Kochtopf landeten, da der besagte Markt bekannter Umschlagplatz für illegale Kochhunde ist.)
Leider weiß ich weder den Titel des Beitrages, noch den Sender, vielleicht findet sich aber im WWW was dazu.
Gruß,
Indy (Tassilos Rache)

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Eintrag #22 vom 10. Sep. 2002 12:49 Uhr Patrizia Frin  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrizia Frin eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nicht nur die Schweizer....

….essen heutzutage noch Hunde, auch bei uns, vor allem in Bayern, werden fleischreiche Rassen (Berner Senne, Bernhardiner etc.) als Delikatesse unter der Hand verkauft. Legal ist das nicht, aber die Strafen für das ßberschreiten der Tierschutzgesetze sind immer noch so gering angesetzt, daß jeder Händler sie locker aus der Portokasse bezahlt…
*etwas off topic*
Tricia von Lubeca

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Eintrag #23 vom 10. Sep. 2002 13:13 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Da wir gerade beim Hund sind

Wer weiß genaueres über die Kriegshunde im MA.
In vielen, allerdings sehr populär wissenschaftlichen, Schriften wird erzählt, daß die Hunde genutzt wurden um die Reihen der Infanteristen in Unordnung zu bringen und noch phantastischer sogar Rüstungen getragen haben sollen.
Aber wenn ich mir den Rest des Themas anschaue waren sie wohl doch eher für die Feier nach der Schlacht gedacht :-)
Oliver

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Eintrag #24 vom 11. Sep. 2002 12:45 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kriegshunde

Hallo Oliver,
ausgesprochene ‘Kriegshunde’ sind mir eigentlich nur von den Germanen bekannt. Hunde gehörten nach erhaltenen Gesetzestexten neben Pferden zur Ausstattung (Heergewäte) eines germanischen Reiterkriegers und wurden auch in vökerwanderungszeitlichen Reitergäbern gefunden. Diese Hunde waren zum Zeitpunkt ihrer Bestattung zwischen 2 und 3 Jahren alt, hatten eine Widerristhöhe von 60 bis 80 cm und waren in der Regel männlich (also kräftige Rüden im ‘besten Alter’… *gr*). Aus mittelalterlicher Zeit sind entsprechende ‘Gebrauchshundezuchten’ für die Jagd belegbar, ob sie auch explizit für den Kriegsdienst eingesetzt wurden, muß ich noch mal genauer recherchieren.
Zur fraglichen Rüstung: es sind zumindest breite Halsbänder, die z.T. mit aufwendigen Metallbeschlägen (Zier- und Schutzfunktion?) versehen sind, gefunden und abgebildet worden, die vermutlich die empfindlichen Weichteile im Hals- und Vorderbrustbereich bei der Jagd (und im Kriegsdienst?) schützen sollten.
Ruth

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Eintrag #25 vom 11. Sep. 2002 12:48 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kriegshunde im Aberdeen Bestiary

P.S. in einem hochmittelalterlichen Bestiarium werden die Kriegshunde des Königs Garamentes beschrieben, die diesen sogar aus der Gefangenschaft retten. Da diese Bestiarien zu den meistgelesenen Büchern des Mittelalters gehören, kann man zumindest davon ausgehen, daß die Idee des Kriegshundeeinsatzes weit verbreitet war. Ob es wirklich reine Kampfunde im engeren Sinne gab, kann ich im Moment nicht beantworten.
Ruth

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Eintrag #26 vom 13. Sep. 2002 08:55 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hier soll es stehen ?

There is a drawing of a war-dog in Mariano Taccola’s mid-fifteenth-century treatise De Machinis
Das habe ich bei der amerikanischen Verwandschaft von TV gefunden. Leider kenne ich das Buch nicht.
Oliver

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Eintrag #27 vom 13. Sep. 2002 23:55 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Halsbänder...

Moin!
Das Stachelhalsband dient nicht etwa als Angriffs- oder Verteidigungswaffe im Kriegseinsatz, sondern ist vielmehr ein unerläßliches Zubehör beim einsatz der Köter als Hütehunde in wolfgeplagten Gebieten benutzt worden.
Denn: Greift ein Wolf einen Hund an, so versucht er meißt, sich in Hals oder Kehle zu verbeißen, was durch ein solides Stachelhalsband entscheident erschwert wird (hab ich aus einem Buch über franz. Volksbräuche, ISBN habbichnicht, da aus der Bücherei).
Im Kriegseinsatz hätte das Stachelhalsband wohl kaum gegen Stangenwaffen und Armbrust- und Bogenschützen geholfen.
gruß, uli

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Eintrag #28 vom 16. Sep. 2002 10:05 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nein, aber....

…gegen die Kampfhunde der anderen wohl schon.
Gruß, Ivain

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Eintrag #29 vom 17. Sep. 2003 12:27 Uhr Beitrag anonymisiert

nach oben / Zur Übersicht Schoßtiere

Hallo Ruth!
Um deinen Lieblingsthread zu beleben ;-) und weil du dich ja klasse damit auskennst: Ich kenne Abbildungen von einer Dame mit einem kleinen Hündchen auf dem Arm (Manesse, glaube ich) und weiß, daß Hunde auch mal als Geschenke zwischen Liebenden überreicht wurden. Weißt du noch mehr darüber? Besonders über die Beziehung Adlige Dame - Schoßtierchen. Danke! :-)
Nicola (Auszubildende Zofe)

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Eintrag #30 vom 17. Sep. 2003 13:39 Uhr Claudia Henn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia Henn eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kriegshunde

Hallo!
Das mollossoide Hunde bei germanischen Stämmen und in Britannien zu Einsatz kamen ist mir bekannt, auch das diese von den Römern gerne importiert wurden. Leider gibt es scheinbar wenig Quellen zu ihrem Einsatz im Mittelalter.
Nun würde es mich schon interessieren ob und wenn wie Hunde im Mittelalter eingesetzt wurden. Kennt dazu jemand vielleicht Bildquellen?
In einem Artikel der Zeitschrift “Wuff” gabe es gerade einen Artikel “Der Hund im Kriegseinsatz” wo auf die Verwendung von Kriegshunden im Mittelalter hingewiesen wurde.
Auch soll zu diesem Thema gerade ein Ausstellung in ßsterreich laufen, kann leider gerade nichts näheres dazu sagen da der Bericht bei mir Zuhause rumliegt.
Gruß

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Eintrag #31 vom 18. Sep. 2003 16:08 Uhr Larissa Fröhlich   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Hunde - Jagdhunde - Schoßhunde

Hallo!
Leider habe ich nichts über Kampfhunde finden können, aber hier einmal ein kleiner ßberblick aus dem Lexikon des Mittelalters:
Hunde Allgemein:
Obwohl seit der Vorzeit in mehreren, heute schwer bestimmbaren Rassen zur Wacht, Jagd und Repräsentation gezüchtet, waren Hunde
den Laien vertrauter als den theol. gebildeten naturkundl. Enzyklopädikern. Thomas v. Cantimpré unterscheidet nach dem »Liber
rerum« die schnellen windhundartigen »leverarii (mlat. statt leporarii) canes«, die Spur- und Hetzhunde mit hängenden Ohren (wohl
Bracken oder Doggen) und die in zahlreichen Spielarten verbreiteten Hofhunde bzw. Schoßhunde Ihre Biologie (nach antiken Q.) und
ihr Verhalten, besonders zum Menschen, wird beschrieben, ihre Intelligenz und Treue bewundert.
Nach Isidor und Bibelstellen deutet Hrabanus Maurus ihre Eigenschaften meist negativ geistlich aus. Man schätzte bei Hunden neben
ihrer guten Nase Schnelligkeit und Tapferkeit. Züchter. Geheimnisse wurden bewahrt und seit der Antike stattdessen Kreuzungen mit
anderen Arten der Hunde- und sogar der Katzenfamilie (Tiger) behauptet. Seit Pseudo-Aristoteles wird das Fressen von Kräutern
und Gras als Selbstmedikation gedeutet. Volksmedizinisch wird häufig die heilende Kraft der Zunge erwähnt. Den tollwütigen Hunden
suchte man durch Hühnerkot, die menschliche Bißwunde durch Waldrosenwurzel zu heilen. Ausführlich behandelt Albertus Magnus
nach z. T. unbekannten Quellen Zucht, Ernährung und Krankheiten der Jagdhunde.
Sybolische Bedeutung:
Entsprechend der ambivalenten Auffassung des Hundes wird er entweder dem Guten oder dem Bösen zugeordnet. Weitverbreitet als
Symbol der Treue (z. B. »Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten«, »Anbetung der Hl.n Drei Könige«, Monatsbilder, in Szenen
der Vita des Moses, des Job, Joachim und Lazarus u. a.). Ferner: Symbol der Glaubenstreue (Aquamanilien, 14. Jh.), Sinnbild der
ehelichen Treue (vornehml. auf Grabmälern zu Füßen des oder der Verstorbenen). Symbol verschiedener Tugenden, Laster und Sinne:
u. a. Barmherzigkeit, Beredsamkeit, Friede, Gerechtigkeit, Geruchssinn, Glaube, Kontemplation, Liebe, Melancholie, Wahrheit;
Gefräßigkeit, Irrglaube, Neid, Undankbarkeit, Unzucht, Hochmut, Feindseligkeit (H. und Katze), Zorn. - Der Hund edler Rassen ist
oft auch Herrschaftssymbol und Heiligen-Attribut u. a. bei Bernhard v. Clairvaux, Eustachius, Heinrich Seuse, Hubertus, Julianus
Hospitator, Margareta v. Cortona, Rochus, Wendelin; auch als Sternbild des Sirius.
K. Lindner, Von Falken, H.n und Pferden, Dt. Albertus-Magnus-ßbers. aus der 1. Hälfte des 15. Jh., 1962
F.E. Zeuner, Geschichte der Haustiere, 1967.
Jagdhunde:
Das MA kennt keine Hunderassen in unserem heut. Sinne, wiewohl bereits seit Xenophon die Züchtung innerhalb eines Rassetyps
bekannt ist. Deswegen ist für die mittelalterliche Jagdhunde ihre Funktion bei der Jagd entscheidend und entsprechend für eine
Klassifizierung der Jagdhunde die genaue Kenntnis der ma. Jagdmethoden unabdingbar notwendig.
Vom Aussehen der ma. Jagdhunde zeugen bildl. Darstellungen, etwa in Handschriften, auf Altarbildern, auf Reliefs, in Skulpturen
u. ä.; frühe Hinweise auf ihre Funktion und v. a. auf ihre Wertschätzung finden wir in den Stammesrechten und später in den
Jagdtraktaten.
Bei der Hetzjagd wurden je nach ihren Fähigkeiten und Eigenschaften unterschiedl. Hunde gebraucht. Bereits das FrühMA scheint
eine formgerechte Hetzjagdtechnik entwickelt zu haben, wie sie dann im hochma. Schrifttum in allen Einzelheiten überliefert ist.
Die beiden wichtigsten Hetzhunde sind ‘vertragus’ und ‘segutius’, die sich grundsätzl. in ihrer Hetztechnik unterscheiden. Die
vertragus-Schläge (Windhund), auch »hetzende Hunde« gen., erreichen beim Laufen hohe Geschwindigkeiten, jagen das Wild auf Sicht
und bringen es dank ihrer überlegenen Schnelligkeit zur Strecke.
Die Seguser (canis segusius, sigusius, seucis oder seusius), auch »Laufhunde« oder »jagende Hunde« gen., sind in der Regel
langsamer als das verfolgte Wild, arbeiten auf Witterung, d. h. auf Geruch, und ermüden das Wild durch ihre Ausdauer. Der
vertragus spielte bei den Kelten frühzeitig eine große Rolle und kam zu den Germanen (vgl. Pact. Alam. 157; Lex Alam. 83,3; Lex
Sal. 6,2; Lex Baiuv. 20,5; Lex Gundobada 97). Jagdgeschichtlich besesonders wichtig sind die Angaben in der Lex Baiuv. 20,5 (»De
canibus veltricis qui leporem non persecutum, sed sua velocitate conprehenderit…«), ein Hinweis auf die Technik der Hasenhetze,
und in der Lex. Sal. 6,2 (»… aut veltrum porcarium sive veltrum leporarium qui argutarius dicitur …«), ein Beweis, daß das
frühe MA bereits zwei Windhundschläge nebeneinander kannte, einen schweren für Schwarz- und wahrscheinlich auch Rotwild und einen
leichten für die Feldjagd auf Hasen. Der segutius erscheint bei der Hetzjagd in der Funktion als Leithund und als Meutehund. Der
Leithund (Lex. Alam. 83,2: »Illo doctore qui hominem sequenter ducit, quod laitihund dicunt …«) war ursprgl. nur eine
Dressurform des Laufhundes, bei der ein zur Riemenarbeit geeigneter Hund mit bes. feiner Nase aus der Meute ausgewählt wurde.
Erst später wurden Hunde des im Ardennenkl. St. Hubert gezüchteten Stammes zur Leithundarbeit bevorzugt. Nach erfolgreicher
Vorsuche hetzten die Meutehunde (Lex Sal. 6,2: »Si quis vero seusum relicum …«; Lex Baiuv. 20,2: »Si autem seucem doctum quod
triphunt vocant …«), angeführt vom Kopfhund (Lex Alam. 6,1: »Si quis canem siusium furaverit aut occiderit, qui magister sit
…«), das Stück, bis es zur Strecke gebracht war. Beliebt sind gemischte Meuten, bestehend aus Windhunden und Bracken, bei der
Hasenhetze und beim ßberlandjagen.
Zum Aufstöbern des Flugwildes, vornehml. bei der Beizjagd, diente der Habichtshund (Lex Baiuv. 20, 6: »De eo cane qui dicitur
hapuhhunt …«; Lex fris. 4,4: »… Canem acceptoricium …«). Schon früh wurden bei Beizjagd und Vogelfang die hierfür bes.
wichtigen »vorliegenden« oder »vorstehenden« Hunde erwähnt. Sie alle gehören zur großen Gruppe der Vogelhunde, in der
traditionell Vorstehhunde, Pointer, Setter, Wachtel und Spaniels als typ. Jagdhunde mit hängenden Ohren trotz teils unterschiedl.
jagdl. Funktion zusammengefaßt werden.
Bereits ab frühma. Zeit dürften Dachshunde zur Jagd verwendet worden sein: der Teckel (wohl Kreuzung zw. auf Erdarbeit
abgerichteten Terriern und kleinen Stöber- und Laufhunden) wurde lange zusammen mit Terriern bei der Erdjagd eingesetzt. Die
Terrier, die mit Spitzer und Pintscher zu den ältesten jagdl. geführten Hunden gehören, werden darüberhinaus vorzugsweise bei der
Saujagd gebraucht, es sei auch auf den Biberhund verwiesen. Die Doggen, große Hunde von gedrungenem Körperbau und schwerem Kopf,
kamen zur Jagd auf Bären, Auerochsen, Wildschweine und Wölfe zum Einsatz (Lex Alam. 83,3; Lex Baiuv. 20,7). Um einen leichteren
Schlag zu erhalten, wurden sie vielfach mit Windhunden eingekreuzt. Im spätma. frz. Schrifttum erscheinen sie als alants,
unterschieden in a. gentil, a. vautre, a. de boucherie. Hirtenhunde haben in der frühma. Jagd bei der Verfolgung von Wölfen
Bedeutung (Lex Alam. 83,4: »Si quis canem pastoralem qui lupum mordet …«; Lex Baiuv. 20,8: »Qui vero pastoralem qui lupum
mordet …«). Strittig erscheint, ob der Molosser als Dogge oder vielmehr als Hirtenhund anzusehen ist.
K. Lindner, Das Jagdbuch des Petrus de Crescentiis in dt. ßbers. des 14. und 15. Jh., 1957
K. Rolfs, Der Jagdgebrauchshund, 1964
H. Schulze, Jagdhunde einst und jetzt, 1965
Barmbracke.
Die Lex. Fris. 4, 4 und 8 nennt neben einem zur Beize verwendeten Habichtshund, einem Wachhund für Vieh und Haus und einem für die Wolfsjagd geeigneten Hund eine kleine Bracke (»braconem parvum, quem barmbraccum vocant«), deren Aussehen ungeklärt ist. Sie erfreute sich, wie das für sie jenseits der Laubach angesetzte hohe Bußgeld von zwölf Schillingen erkennen läßt, großer Wertschätzung. Möglicherweise handelte es sich um einen niedrig gebauten Laufhund, der jagdl. Funktionen erfüllte oder als Schoßhund diente.

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Eintrag #32 vom 19. Sep. 2003 09:30 Uhr Ulrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Jagdhunde mit Kettenhemden

Auf der Veste Coburg gibt es Intarsien von Jagdszenen aus dem 16. Jht. auf der die Jagd auf Wildschweine dargestellt wird. Dabei werden keine Jagdhunderudel verwendet sondern einzelne, sehr große kräftige Hunde, die den Eber stellen bis die Jagdgesellschaft mit der Saufeder ein Ende macht. Das tolle daran ist die Hunde targen ein Kettenhemd!!. Verständlich, wenn man überlegt ein gut ausgebildeter, somit teurer Hund, trifft auf einen waidwunden Eber. ßber die Rasse kann ich nur spekulieren dass es sich um Molosser handelt. Ob diese Hunde für Kriegszwecke verwendet wurden ist mir zumindest unbekannt.
Gruß
Ulrich

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Eintrag #33 vom 08. Dez. 2003 15:18 Uhr Claudia Henn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia Henn eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Saupacker

So, nach länger TV Abstinenz wollte ich mich noch herzlich für die, für mich, superinteressante Quellenliste von Larissa bedanken. Hat mir sehr weitergeholfen soweit ich es schon sichten konnte.
@ Ulrich.
Die Jagdszene von der Veste Coburg kenne ich. Es scheint mir eine recht verbreitete Jagdmethode auf Schwarzwild zu sein, oft werden diese kräftigen Jagdhunde ja auch als “Saupacker” bezeichnet.
In einer Schrift der Wartburg, über deren ehemalige Rüstkammer ist auch ein Hund mit einer einem Gambeson ähnlichen Decke abgebildet.
Desweiteren habe ich in dem Band
Kampfhunde I+II
von Dr. Dieter Fleig (Verlag: Kynos)
Abbildungen von Hunden in Ketten und Plattenpanzerung gesehen. Leider ist mir nichts bekannt aus welcher Quelle der Autor diese Bilder hat und ob sie realistisch sind.
Grüße
Claudia Henn

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Eintrag #34 vom 28. Apr. 2006 13:20 Uhr Leo Mayer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Leo Mayer eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kormoran (phalacrocorax sinensis)

Als historische Nachweisquellen für seine Präsenz im dt. Binnenland werden immer wieder (leider nur ganz unpräzise) Tacitus, Hildegard v. Bingen u. Albertus Magnus genannt.
Wer kann mir - für ein referat - bitte die vollständigen Sätze/Zitate aus diesen (oder noch anderen Quellen) nennen?
Vielen Dank für kompetente Auskünfte, am liebsten direkt an meine E-Mail-Adressse!
Leo Mayer

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