Ich möchte darum bitten beim Thema zu bleiben und hier keine persönlichen Zwistigkeiten auszutragen.
Hier geht es um das Thema Ablauf einer SMA-Hochzeit, also um Informationen.
Was, wie, wo und warum Christian sonst so verzapft ist dafür doch vollkommen unerheblich.
ßber die spätere Qualität einer Darstellung muss immernoch der Darsteller selbst entscheiden, auch wenn man dann darüber sicherlich diskutieren kann.
Aber die ‘rechtmäßigkeit’ einer Anfrage aufgrund des eigenen Urteils über die bisherige Darstellung des Fragenden in Frage zu stellen halte ich für ziemlich vermessen.
Wenn ihr es sooo romantisch findet, und eh nicht für andere machen wollt, dann macht es halt für euch auf der grünen Wiese und nicht auf einem Markt, warum unbedingt vor Publikum?
Mag sein, dass ich damit allein dastehe. Aber ich finde nach wie vor, egal ob es jetzt ein Markt ist, oder sonsteine Veranstaltung, wenn ihr etwas präsentiert, und nicht klarstellt, dass es falsch ist, wird es als richtig angenommen. Das schafft die Verantwortung, es auch entweder richtig zu tun.
Oder das halt auszuräumen.
Aus Verantwortung ob der Information, aus Mindestrespekt vor unseren Vorfahren. Und das gilt für Kleidung, für Rüstung, für alles, und für eine Zeremonie, die auch heute noch für viele Menschen von zentraler Bedeutung ist, gleich mehr.
Niemand spricht euch das Recht auf die Inszenierung einer mittelalteresken Hochzeit ab, für euch.
Aber wenn ihr es präsentiert, wirds halt ein anderes Kaliber. Und wenn ich dann- verzeih mir Christian-streckenweise eure momentane Umsetzung der Beleglage wie etwa bei der Kleidung ansehe, dann ist der Weg vorgezeichnet. Obwohl wir uns vorher intensiv ausgetauscht haben. Obwohl ich Zeit für u.a. ein persönliches Treffen investiert habe. Also bleibe ich dabei: arbeitet lieber an eurer Ausrüstung, als Arbeit in so etwas zu stecken.
Meinetwegen können mich die versammelten TV User dafür verdammen, aber ich verstehe ich nicht, warum man seine Energie in etwas ohnehin stark diskutables stecken muss, wenn man ansonsten genug Dinge hätte, an denen man was tun könnte.
Es gibt echt genug Leute, die 15tes “sodala” darstellen, mit 08/15 Schnitten nach Gerry Embelton und Söldnerleben, warum nicht mal Zeit darein stecken, es _anders_ zu machen?
Und wenn jetzt der Tenor kommt “das ist halt unser Hobby, uns reicht das”: schön, aber dann ist ja wohl der Weg für die Darstellung der Hochzeitskiste vorgezeichnet.
Und da sind wir wieder bei: das muss so nicht sein!
Eine kirchliche Trauung im 15. Jahrhundert? Dazu bräuchtet ihr euch nur den Sakraltext zu besorgen. Wenn ihr nett fragt, ist euch ein toleranter Geistlicher dabei behilflich.
Oder wollt ihr das “Hochzeitsgeschehen” darstellen? Dazu wäre zu bemerken, dass Hochzeitsbräuche regional geprägt waren (und sind). Es käme also ganz wesentlich darauf an, wo eure Mittelalterhochzeitsfeier hypothetisch angesiedelt wäre. Zu den jeweiligen lokalen Hochzeitsbräuchen hilft euch das naheste Heimatmuseum, der Heimatverein, eventuell der Trachtenverein etc sicherlich gerne weiter, sowie die volkskundliche Fachschaft der nahesten Uni.
Ich denke Andrej hat die Problematik mal wieder sehr gut auf den Punkt gebracht. Eine gewisse moralische Distanz ist bei solchen Dingen wirklich sehr wichtig.
Aber vielleicht habe ich mir wirklich zu wenig Gedanken darüber gemacht, wie so eine Hochzeit auf manche Menschen wirken könnte.
Ich bin nun mal sehr liberal erzogen, auch was Religion angeht und vertrete daher die Meinung, dass jeder Mensch selbst entscheiden darf, was er für sich aus einer Sache wie Kirche oder Glauben herauszieht solange er niemanden damit verletzt.
Wenn jemand also den Gottesdienst nur deswegen besucht, weil er Orgelmusik schön findet oder gerne unter Menschen ist, ist das für mich völlig okay.
Uns so sehe ich das auch bei einer Trauung: Wenn zwei Menschen nur als Zeichen der Liebe kirchlich heiraten wollen, habe ich damit kein Problem. Natürlich ist es von der Kirche nicht so gedacht, aber sie schaden damit ja niemandem.
Eine kirchliche Trauung sehe ich nämlich nicht nur in erster Linie als Sakrament, sondern auch als eine Art Tradition und Brauchtum.
Das Argument mit der Kirchensteuer stimmt natürlich. Wenn man die “Leistungen” der Kirche nutzt, sollte man dafür auch bezahlen.
Was die beiden Links angeht und die Suche per Google: vielen Dank dafür, aber leider habe ich das schon hinter mir und es hat mir nicht wirklich weiter geholfen.
Denn es geht mir um die Details der Trauung im Spätmittelalter. Und da habe ich bisher fast nichts gefunden.
Aber das mit den Ringen ist sehr interessant, da werde ich mal weiter recherchieren.
Genau das meine ich mit dem Vorteil der Distanz. Wer das Ritual der Eheschließung als Sakrament verstanden wissen will und sich gegen dessen Zurschaustellung möglicherweise noch verwahrt, scheint mir nicht der richtige zu sein um so etwas öffentlich darzustellen.
Ob es sinnvoll ist das, gar noch auf einem Markt zu tun ist etwas völlig anderes. Warum allerdings die Aussage man müsse schon ein sehr guter Schauspieler sein um so etwas darstellen zu können, die ich übrigens nicht teile, bei christlichen Ritualen kommt, während diverse Spielarten der Living-History-Szene munter fremde oder archaische Kulturen und deren Riten darstellt, ist mir schlicht schleierhaft.
Gerade in der Beschäftigung mit religiösen Themen sollte man, genau wie bei anderen historischen Themen eine moralische Distanz wahren.
oder einfach Google: geschichte kirchliche hochzeit, da kommt einiges.
aus meiner ausbildung als goldschmied weiß ich das die Handringe im MA sehr beliebt waren. es sind ringe wo nur zwei sich haltende hände zwischen dem reif sind, oder auch vier, zwei oben zwei unten. beliebt waren hochzeitssprüche ein zu gravieren. Aufwändige ringe trugen einen naturbelassenen diamant statt der hände. je höher der stand um so wertvoller die ringe. es gipfelte darin das man zwei ineinander passende ringe anfertigte die zusammen getragen wurden. erst wenn man sie ab nahm zeigten sie ihre geheimen liebesbotschaften.
Und trotzdem heiraten immer noch die meisten kirchlich. Meiner Meinung nach, weil es halt ein schönes Ritual ist und soo romantisch…
…Trotzdem findet es doch niemand respektlos, dass solche Menschen, die nicht wirklich an Gott glauben bzw. nicht nach christlichen Maßstäben leben, trotzdem kirchlich heiraten.
Zitat Ende
Und ob ich das respektlos finde!
Vor allem, wenn die selben Leute danach aus der Kirche austreten, um ein paar Euro Kirchensteuer zu sparen. Eine kirchliche Trauung ist doch kein Schauspiel, sondern ein Sakrament!
Entweder man steht zur Kirche, oder man lässt es. Warum man dann kirchlich heiraten muss, ist mir schleierhaft. Dann kann man statt eines Pastors auch einen Schauspieler engagieren.
Man muss ja nicht unbedingt über Religion streiten, aber darüber zu diskutieren finde ich sehr interessant.
Ich verstehe sehr gut, was du mit respektlos meinst und in Ansätzen auch, warum du denkst, dass eine Hochzeit mit Religion fest verknüpft ist.
Zu dem Respektlosen: respektlos fände ich es nur, wenn wir uns in irgendeiner Weise über die Religion, ihre Anhänger oder die Menschen damals lustig machen würden. Aber wir versuchen ja, dass wir das Ganze glaubhaft und möglichst realistisch darstellen. Also ich denke nicht, dass damit jemand ein Problem haben wird.
Zur Verknüpfung Hochzeit - Religion: wenn man unsere Gesellschaft betrachtet, findet man doch immer weniger Menschen, die wirklich nach den christlichen Grundsätzen leben, regelmäßig in die Kirche gehen, usw.
Und trotzdem heiraten immer noch die meisten kirchlich. Meiner Meinung nach, weil es halt ein schönes Ritual ist und soo romantisch.
Aber den eigentlichen Sinn, den Segen von Gott zu bekommen, ist vielen doch unwichtig. Eine Hochzeit ist heutzutage doch mehr ein Treueversprechen der Eheleute (zumindest bei vielen). Trotzdem findet es doch niemand respektlos, dass solche Menschen, die nicht wirklich an Gott glauben bzw. nicht nach christlichen Maßstäben leben, trotzdem kirchlich heiraten.
Und für eine glaubhafte Darstellung einer Hochzeit ist es meiner Meinung nach viel schwieriger, dieses “Wir wollen für immer zusammen bleiben”-Gefühl rüber zu bringen.
Und damit haben wir keine Schwierigkeiten, denke ich :-).
Also auch wenn wir die Gottkomponente für uns ausklammern, so sehen wir den Rest schon sehr ernst ("in guten wie in schlechten Zeiten…).
Also noch einmal so als eine Art Fazit: wir wollen damit niemanden beleidigen und sehen das Ganze auch nicht als Gag, Jux oder sonstwas.
Wir machen das in aller erster Linie für uns und erst danach auch als öffentliches Ereignis auf einem Markt.
Mag sein. Nur dann muss man nach meiner Einschätzung ein verdammt guter Schauspieler sein.
Ich persönlich stelle es mir schwierig vor einen Aspekt religiösen oder philosophischen Lebens richtig darzustellen, ohne ansatzweise zu spüren, was den Menschen wohl zu seinen Handlungen bewegt hat.
Sicher kann man sich scholstisch einem solchen Thema nähern, nur entzieht sich ein Thema wie Religion, Philosophie, Weltanschaung nach meiner Erfahrung zu einem Teil einer eher wissenschaftlichen Herangehensweise.
Eine gute Darstellung kriegt man sicherlich auch ohne Religion hin. Nur sprechen wir hier über einen Ritus, der halt eben mit Relogion fest verknüpft ist.
Dann stellt sich mir noch die Frage, warum möchte ich, wenn ich mit dieser Sache nichts zu tun habe, unbedingt einen solchen zentralen Aspekt des damaligen religiösen Lebens darstellen. ? Als Schauspiel ? Als Abendunterhaltung oder Volksbelustigung ?Nun ja, das empfinde ich persönlich als “respektlos”
Bitte seht das nicht als einen persönlichen Angriff, es spiegelt meine persönliche Einstellung zu diesem Thema wieder.
Mit ist schon klar, daß man über Religion trefflich streiten kann oder soagr Kriege führen ;-)
Eigentlich ist den Worten von Andrej nicht viel hinzuzufügen, aber da es einige von euch anders sehen, noch ein paar Worte zu mir, meiner Freundin und unserem Vorhaben: Natürlich muss man sich mit Religion, vor allem mit dem damaligen Glauben, beschäftigen, um eine Hochzeit glaubhaft darstellen zu können. Aber das sollte meiner Meinung eh jeder tun, der sich nur ein bisschen für das Leben der Menschen zu der Zeit interessiert, da man sich sonst vieles nicht erklären kann. Der Glaube an Gott war damals nun mal ein zentraler Punkt im Leben der Menschen.
Nun zu uns: wie schon gesagt, meine Freundin und ich sind christlich erzogen. Während meines Studiums habe ich schon an mehreren Seminaren in Kath. Religionslehre teilgenommen, Neues und Altes Testament. Und ich habe auch die gängige “Anfängerliteratur” über die Menschen im Mittelalter und ihren Glauben gelesen.
Also ich denke ich weiß recht gut, was es bedeutet zu glauben bzw. christlich zu leben (heute und damals). Und dass ich nicht mehr an Gott glaube, liegt genau daran, dass ich mich so viel damit beschäftigt habe, nicht einfach aus Desinteresse oder so.
Egal, bei dieser Hochzeit wird es sich jedenfalls nicht um ein einfaches Laienschauspiel handeln und es ist auch nicht geplant, das ganze danach noch einmal als Programmpunkt auf einem Markt zu wiederholen.
Wir machen das vor allem weil wir uns auf einem Mittelaltermarkt in unseren “Rollen” kennengelernt haben, jetzt auf einem Markt heitraten wollen und danach (vorerst nur im Mittelalter) als Mann und Frau weiterleben wollen. Vielleicht finden das einige von euch albern oder unpassend, ich/wir finden es sehr romantisch und freuen uns auf den Tag fast so als wäre es eine echte Hochzeit.
Und dass das Ganze evtl. auch für die Besucher des Marktes interessant sein könnte, ist nur ein positiver Nebeneffekt und steht nicht im Vordergrund.
Und das einzige, was ich mir erhofft hatte, war, dass mir hier jemand helfen kann, das Ganze möglichst “a” hinzubekommen, damit wir es während des Marktes machen können und nicht erst nachts, wenn die Besucher weg sind.
Denn auch wenn hier viele von Märkten nichts halten und die Meinung vertreten, dass man da machen kann, was man will, weil es eh “un-a” ist, so sehen wir im Verein das anders.
Gerade auf Mittelaltermärkten trifft man oft Menschen, die noch fast überhaupt nichts vom Mittelalter wissen und wenn, dann aus Filmen (also trotzdem nichts). Und genau diesen Menschen dann Blödsinn zu zeigen oder zu erzählen, finde ich nicht fair.
Mir völlig unklar, warum ich bei einer Darstellung einer Hochzeit irgendwas mit dem christlichen Glauben anfangen muss. Ich stelle viele Dinge dar ohne irgendeine ßberzeugung mitzubringen und halte das für eine Grundlage der Schauspielerei, die in dem Fall ja durchaus gefragt wäre. Natürlich muss ich mich dafür mit christlichem Glauben auseinandersetzen, das kann ich aber durchaus aus einer gewissen philosophischen Distanz heraus.
Ich würde auch von Darstellern einer orientalischen Rolle keine Konvertierung zu entsprechenden Religion erwarten und bei frühmittelalterlichen Darstellern sind mir diejenigen die laut verkünden die entsprechende Religion auch privat zu betreiben eher suspekt.
Religion gehört zu jeder historischen Darstellung, keine Frage. Ich muss mich damit auch zweifelsfrei beschäftigen. Das geht aber auch als Agnostiker oder Atheist ganz hervorragend. Vielleicht sogar in einigen Punkten besser, wegen der Distanz.
um noch einmal auf den Ursprung deiner Idee zurückzukommen. Was soll es denn nun werden ? Die Darstellung einer Hochzeit die nach TV Maßstäben “a” ist, oder halt doch nur ein Laienspiel ?
Wenn es wirklich was “a”iges werden soll kann ich mich der Argumentation von Claus nur anschließen.
Ohne eine gewisse innere Beteiligung wäre das genau so, als wenn ein Antialkoholiker das große Besäufnis von 1543 oder ich den Hungerwinter von 1367 darstellen würde.
Ich verstehe schon, was du meinst, aber ich finde es nicht unverschämt, in einem Forum Fragen zu stellen, auch ohne vorher (sehr ausführlich) recherchiert zu haben. Im Gegenteil: dafür ist m.M. nach ein Forum da! Für mich gehört es zu den verschiedenen Arten der Recherche, sich in Foren zu informieren und Fragern zu stellen.
Wenn ich etwas wissen will, gehe ich meist so vor: ich schaue, ob ich über Google oder hier im Forum etwas dazu finde. Wenn nicht, schaue ich noch in den verschiedenen Büchern nach, die ich habe. Wenn auch das nichts hilft, frage ich jemanden, manchmal eben auch hier im Forum. Und manchmal ist es doch so einfach:
“Hi Chris! Zm Thema heiraten gibt es eine super Homepage www.XYZ.de, da findest du Antworten auf deine Fragen”.
Warum sollte ich dann wochenlang in verschiedenen Büchern einzelne Informationen suchen, wenn sich diese Arbeit schon andere gemacht haben?!
Unverschämt (kenne ich aus anderen Foren und zu anderen Themen, ich bin nicht überall Anfänger) finde ich, wenn jemand Fragen stellt, die schon 1000mal beantwortet wurden oder die man per “googeln” in 2min selbst finden könnte. Aber ich denke, sowas habe ich hier bisher noch nicht gemacht. Okay, vielleicht ganz am Anfang :-).
@ Claus:
Ich verstehe auch dich und deine Einwände. Aber es ist ja nicht so, dass uns diese Heirat nichts bedeutet und das nur ein Gag für uns ist. Natürlich stellt so eine Hochzeit dann auch einen Unterhaltungspunkt auf so einem Markt dar, aber wir “empfinden” schon etwas dabei. Außerdem sind wir beide christlich erzogen, wissen beide recht gut, welche Rolle der Glauben für die Menschen damals gespielt hat (für manche heute noch) und wollen das nicht nur als Blödsinn verkaufen. Und deine Aussage, dass wir uns ausdenken können, was wir wollen, wenn es nur für den Markt sein soll, teile ich überhaupt nicht.
Denn das ist doch das, was ihr immer an Mittelaltermärkten kritisiert: Dass den Leuten etwas als “so war es” verkauft wird, was nie so war. Und das ist auch nicht das, was wir wollen! Wenn, dann soll es schon passen und kein Kasperltheater sein.
@ Timm:
Danke für dein Verständnis, genau so sehe ich die Funktion eines Forums auch. Und wenn ich mal mehr Wissen zum Thema Mittelalter gesammelt habe, werde ich dies auch gerne “Anfängern” weiter geben, weil ICH nicht vergessen werde, wie schwer es am Anfang war. Das mache ich auch jetzt schon so, so weit ich das kann.
Ich für meinen Teil lese bei Christian keine reine Konsumhaltung heraus. Er ist allerdings ehrlich und sagt, dass er eigene Recherche
z.Z. nicht leisten kann. Interesse hat er an dem Thema aber schon.
Ich bin durchaus der Meinung, dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muß und man guten Gewissens auf vorhandenes Wissen zurück greifen kann. Wenn es denn freiwillig zur Verfügung gestellt wird.
Ich z.B. nutze gerne Fachbücher zum Thema Schmieden oder such mir Tricks aus anderen Foren zusammen. Auch gerne mal ‘ne komplette Härteanleitung. Demjenigen, der sie schreibt bin ich dankbar, demjenigen der es lässt bin ich nicht böse.
An anderer Stelle bereichere (die inhaltliche Bewertung überlasse ich dem geneigten Leser) ich Foren durch mein Geschreibsel. Davon lebt ein Forum ja.
Ich gehe fest davon aus, dass Christian dies an andere Stelle tut und vielleicht auch in Zukunft hier tun wird.
wenn Du und Deine Freundin nicht an Gott glauben, dann ist das selbstverständlich Eure Sache. Wenn Du aber nach Vorlagen für eine Hochzeit im Mittelalter suchst, wirst Du _ausschließlich_ mit Dingen in Berührung kommen, die mit dem damaligen Glauben in Verbindung stehen.
Eine mittelalterlich Darstellung an und für sich ist sicherlich auch ohne große Berücksichtigung der damaligen Glaubenswelt machbar, eine Eheschließung aber m.E. keinesfalls.
Wenn es als Marktgag gedacht ist (so verstehe ich das), dann ist es völlig wumpe, was ihr euch an Zeremonien ausdenkt, da es sich ja um eine Show handelt.
Für mich paßt es allerdings nicht zusammen, einerseits vom Glauben an Gott nichts wissen zu wollen und andererseits ein so zentrales Thema des Glaubens wie eine kirchliche Eheschließung darstellen zu wollen.
Falls ihr das ganze historisch ernsthaft angehen wollt, empfehle ich Kontakt mit einem Religionshistoriker oder einem Theologen, die liturgischen Abläufe der Zeremonie sind einfach zu komplex, um sie mal schnell in einem Thread darzustellen.
Als ersten Einstieg, um danach weiter zu recherchieren, empfehle ich:
Duby, Georges (Hg.): Geschichte des privaten Lebens, Bd. 2, Frankfurt am Main 1990, S.Fischer Verlag. ISBN 3-8289-0733-4
Fossier, Robert: Das Leben im Mittelalter, München 2008, Piper Verlag. ISBN 978-3-492-05092-0
P.S. Meine Frau und ich haben 2004 in einer Zeremonie nach historischen Quellen des 13. Jh. geheiratet und dazu mehr als ein Jahr recherchiert und vorbereitet. Dennoch ist vieles an Fragen offengeblieben.
Wenn einem eine Darstellung aus persönlichen Gründen nicht zusagt, ist das die eine Sache.
Fachliche Diskussionen deswegen abzuwürfgen eine andere, letzteres bringt keinen weiter.
Eine gute, gescheit recherchierte Darstellung einer Hochzeit kann auch eine Bereicherung sein, in Ansätzen zeigt Landshut das ja immer wieder.
Desweiteren wäre das Thema, losgelöst von einer echten Hochzeit, ob der immer wieder auftauchenden “Will Heiraten” Anfragen recht praktisch.
Und einmal zu Christian:
Nein, das hier ist kein Forum nur für Profis.
Aber schreiben, und Informationen suchen kostet Zeit.
Zeit, die man auch anderweitig verbringen könnte. Schöner, für einen selbst produktiver.
Wenn nun jemand ankommt und um Infos bittet, zeitgleich aber - wie du - klarstellt, daß er (ob nur aktuell oder generell, egal) keine eigene Recherche anstellen will, dann wird die Bitte um Hilfe zu einer als unverschämt empfundenen Forderung.
Sollte noch jemand etwas fachliches zum Thema Hochzeit im 15. haben, bitte, nur zu.
Fragen über “was darf man darstellen” bitte woanders, Streits über “Arsch nachtragen” bitte garnicht mehr.
Auch ganz ehrlich: im Prinzip stellen sich dir doch bei fast allem, was auf einem Mittelaltermarkt gezeigt wird, die Nackenhaare auf, oder? Was findest du denn so schlimm daran, dass das jetzt halt eine Hochzeit ist? Oder geht es dir darum, dass es ein heiliges Sakrament ist und man das nicht “aus Spaß” machen soll/darf? Dazu kann ich nur sagen, dass meine Freundin und ich nicht an Gott glauben und sich dieses Problem für uns daher nicht stellt.
Es gibt so viele Theaterstücke/Filme, in denen geheiratet wird und da stellen sich niemandem die Nackenhaare auf.
Du wirst jetzt wieder sagen: wenn ihr nicht an Gott glaubt, dann lasst es doch einfach, ist mir im Prinzip auch egal, denn es kann ja jeder seine Meinung haben.
Aber immer diese Kommentare: “Lasst das, macht lieber dieses…” nerven mich langsam echt!
Wenn du ein Buch kennst, dass das Thema Hochzeit behandelt oder eine Internetseite, wäre es nett, wenn du mir sie nennen würdest. Wenn du nichts dazu sagen kannst, dann halt nicht.
Es ist hier ja schon einigen die Lust an TV vergangen und langsam verstehe ich auch warum.
Man kann hier echt keine Frage stellen, wenn man nicht vorher schon 2 Jahre lang recherchiert hat und im Prinzip schon alles weiß. Macht doch ein geschlossenes Profiforum daraus. Und jeder, der mitmachen will, muss vorher bei dir eine Prüfung ablegen. Wenn man sein Wissen nicht weitergeben will oder nur mit “würdigen” Menschen diskutieren will, dann kann man solche Anfänger wie mich doch auch einfach ignorieren, oder?
Vielleicht sollte ich jetzt besser hier aufhören, ich bin im Moment einfach zu gestresst für eine sachliche Diskussion.
Falls noch jemand was zum Thema Hochzeit weiß, kann er es mir gerne sagen, ansonsten werde ich meine TV-Aktivitäten aufs passive Mitlesen beschränken so wie die letzten Monate auch.
Ganz ehrlich: bei dem Gedanken, dass ein Eheversprechen jetzt zu einem Unterhaltungspunkt mit anschliessendem Gelage reduziert werden soll, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Und bei dem Punkt “mir fehlt im Moment einfach die Zeit zum selbst recherchieren”- du kennst mich ja auch- nochmalig.
Lasst es doch einfach bleiben. Investiert die Zeit lieber darin, eure Sachen zu verbessern.
Kann mir jemand von euch sagen, wo ich Informationen über den Ablauf einer bürgerlichen Hochzeit im späten 15. Jahrhundert finden kann?
Es geht nicht darum wirklich zu heiraten und hat schon gar nichts damit zu tun, dass wir so ein “Ritteressen” veranstalten wollen.
Es ist nur so, dass wir in unserer Darstellung Mann und Frau “spielen” wollen und dazu (mehr als Mittelalterprogrammpunkt) auf dem nächsten Mittelaltermarkt heiraten wollen.
Ich habe schon gehört, dass die Hochzeiten früher über mehrere Tage gingen und sehr viel gegessen und getrunken wurde.
Was mich aber mehr interessiert: wurden Ringe ausgetauscht? Wenn ja, wann, welches Material, Aussehen? Was hat der Priester gesagt? So wie heute mit “Ja”-Sagen, usw.?
Was wurde getragen? Einfach das beste Gewand oder so wie heute extra ein Brautkleid? Hatte die Braut einen Schleiher?
Fragen über Fragen, ich weiß, aber mir fehlt im Moment einfach die Zeit zum selbst recherchieren (Unistress).