Naja, eigentlich gar nicht so schwierig. Allerdings kommt es dabei meiner Meinung nach zuerst einmal auf den richtigen Stahl an. Ich habe für meinen Nachbau des Dargener Topfhelms (siehe ´Bibliothek´ → ´Rüstungen´ → ´Helme´) 1,5mm Stahlblech mit der Bezeichnung St13.03 verwendet - also das, was manche als ´Tiefziehblech´ bezeichnen. Dieser Stahl ist sehr gut kalt verformbar und kommt dem mittelalterlichen “Stahl” noch am nächsten, da er einen hohen Kohlenstohanteil hat, somit mehr Richtung Eisen geht. So wie ich ihn kenne, wird Peter Müller sich zu diesem Thema noch zu Wort melden, er kann da mehr sagen, da Maschinenbauer. Nach dem Ausschneiden einer Scheitelplatte habe ich rundum 1,5cm zugegeben und um 90° umgebogen. An der 1,5cm-Markierung auf das Amboß-Horn (es gehen aber auch die beliebten Eisenbahnschienen *g*) gelegt und mit einem 2kg-Hammer draufgedroschen - aber mit Gefühl! Nicht mit Gewalt beim ersten Schlag die 90° erreichen wollen, wenn sich die Außenkante bei jedem Schlag um 4-5mm nach unten biegt ist das vollkommen ausreichend. Dabei immer um Hammerbreite weiterdrehen und so das Blech nach und nach zusammenstauchen. Natürlich verformt sich auch die eigentliche Scheitelplatte immer wieder ein wenig (läßt sich mit ein paar Schlägen mit aufgelegter Platte auf die Innenseite beheben) und wenn man auf der einen Seite die Krempe schlagen will, kommt sie auf der gegenüberliegenden Seite wieder etwas hoch - etwas Geduld ist angesagt. Funktioniert aber prima, habe damit schon mehrere Scheitelplatten hergestellt. Bis auf ein Mal, bei dem ich versuchte, eine ´Nase´ in die Krempe einzubauen ist mir dabei auch noch nie das Blech gerissen. Nachdem die Krempe fertig ist, dürfte der eigentliche Rand, also die Unterkante der Krempe etwas wellig sein, da man das Blech an einigen Stellen stärker ausgetrieben hat, als an anderen. Kein Problem, man legt den ´Deckel´ umgekehrt auf den Tisch, fixiert eine Reißnadel knapp 1,5cm über der Tischplatte und reißt eine durchgehende Linie rund um die Krempe. Danach feilt man die Krempe bis zu dieser Linie herunter (Kriegsherren von Og dürfen auch einen Winkelschleifer benutzen *g*). Fertig ist die Scheitelplatte - die sich wohltuend von den radial eingeschlitzten und Stück für Stück einfach umgebogenen Krempen (schauder!) der allgemein erhältlichen Helme unterscheidet. BTW, ich verwende 6mm Stahlvollnieten. Bezugsquellen wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt, meine Adresse in Hamburg nützt Dir nichts, oder? Noch etwas: Die Idee mit der gewölbten Scheitelplatte halte ich nicht für besonders glänzend. Frühe (Topf-) Helme hatten nun einmal die gerade Scheitelplatte, für das 14. Jahrhundert ist eine gewölbte Scheitelplatte völlig in Ordnung…
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´
Sey gegrüßt, Leider werde ich aus deiner Beschreibung nicht ganz schlau, aber ich will trotzdem versuchen dir zu helfen. Sofern die Scheitelplatte nur in einer Richtung gebogen werden soll, versuche es doch mal über einem Stahlrohr zu biegen. Und die Nieten kannst du dir auch selber herstellen. Aus Rundstahl Arbeitest du dir kleine Bolzen, und arbeitest dir daraus Nieten. Allerdings wäre es Besser wenn du Nietformer hättest ( gibt es im sehr gut organisierten Baumarkt). Ich hoffe ich konnte helfen, und sonst kann man mir ja mailen.
Hallo Namensvetter! Hier mein bescheidener Beitrag: Ich habe waehrend eines Praktikums mal so einen Helm gebaut. Meine Empfehlung zur Scheitelplatte ist, in selbige eine leichte Woelbung zu treiben (bei 1.5mm Schwarzblech geht das noch kalt; z.B. mit einem Schonhammer und einer Mulde in einer Bleiplatte; schneckenfoermig im Kreis von aussen nach innen treiben). Das gibt der Scheitelplatte enorme Stabilitaet und ist auch noch ganz schick. Beim Boerteln des Randes wirst Du ums Warmmachen nicht rumkommen. Das bedeutet nicht das du unbedingt warm boerteln musst (obwohl es dann leichter ist, da du das Material dann etwas besser stauchen kannst), es reicht evtl. schon, das Material nur etwas auszugluehen, um die Spannung aus selbigem zu nehmen. Sehr nuetzlich, wenn auch etwas un-A ist eine Sickenmaschine (ich hoffe das wird so geschrieben, bin halt auch nur Anfaenger). Damit bekommst du sozusagen den “ersten Knick” in den Plattenrand, was das Boerteln einfacher macht (geh einfach mal mit der Platte in eine Schlosserei und frag nach sowas; fuer `nen Fuenfer in die Kaffekasse machen die das eigentlich). Weiterhin ist es sinnvoll nicht zuviel Rand umzuboerteln, das wuerde das Ganze noch schwieriger machen (mehr Material, das gestaucht werden muss), 1 cm muesste eigentlich reichen, auch wenn das Nieten dadurch schwieriger wird. Praktisch ist es, den Plattenrand warm an den fertigen Kegelstumpf anzulegen, das reduziert die Probleme beim Nieten , da keine stoerenden Abstaende mehr zwischen Stumpf und Plattenrand bestehen. Vollnieten bekommst du im gut sortierten Eisenwarenladen, wird aber immer schwieriger, da keine Sau die Dinger mehr benutzt. Manchmal haben die Laeden noch verstaubte Restbestaende im Keller schlummern. Eine weitere Quelle sind besagte Schlossereien, wenn Du gerade zum sicken da bist , frag mal mit Hundeblick. Ich wuerde dir 4mm Rundkopfnieten empfehlen, vergiss aber nicht, das du auch einen entsprechenden Nietzieher und -kopfmacher brauchst. So, das ist alles was mir auf die Schnelle einfaellt. Gruss, Timm
Leider kann ich mangels praktischer Erfahrung nichts produktives zum diesem Thread beisteuern, möchte aber schon gleich darum bitten die Ergebnisse auch für die Bibliothek bereitzuhalten .. danke und viel Erfolg! Ronald
aka Reinold v. Theiss - Vom Orden des Hospitals des heiligen Johannes zu Jerusalem
Hallo und Gott zum Gruße. Ich möchte mich in Bälde daran machen, selbst einmal Helme (oder erst mal einen) herzustellen. Mein erster Versuch schlug schon fehl, da mir die nötigen Kentnisse fehlen. Ich wollte einen der frühen Kreuzfahrerhelme (wie hießen die noch?) bauen, Kegelstumpf ab der Stirn aufwärts, mit Nasal oder Gesichtsplatte, die Scheitelplatte flach aufgenietet. Beim Börteln des Scheitelplattenrandes bekam ich jedoch Schwierigkeiten, die Scheitelplatte bog sich unkontrolliert. Muß ich warm (HEISS!) arbeiten oder kann ich diese Arbeiten auch kalt ausführen? Und woher bekomme ich Schlossernieten? Wer kann mir im Speziellen oder auch im Allgemeinen helfen? DANKE schon jetzt für die, hoffentlich, zahlreichen Tipps zu meinem Thema.