Hallo Nachtrag. Ich habe in nem Onlineshop eine Abbildung gefunden die dem von nikolaus angesprochenem Themsenfund fast entspricht. Ist halt ne nachbildung, aber immerhin besser als garnichts: www.finfars.de/Online_-_Shop/Reenactment/ac002.jp (nur 249 Mark find ich dafür zu viel *G)
Hi, mal abgesehn davon das die Linien auf der Abbildung auch Punzierungen sein könnten hat Hilmar recht (bzw der Autor des Insel Buches). In Stadluft, Hirsebrei und Bettelmöch sind eine Reihe von diesen Keramiken mit rötlichem Muster abgebildet und beschrieben, die aus Bouch stammen. Häufige Muster waren einfache Linien, die Rautenförmige Muster ergaben. Allerdings fürt S.H.&B. keinen Fund mit Henkeln auf, abgesehen von einem Dreibeintopf. Literatur: Stadluft, Hirsebrei und Bettelmönch Theiss Verlag ISBN: 3-8062-1059-4 Preis 49,80DM bei www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/[ ]/tempusvivit-21
Na gut denn: Bei der auf Tafel 106, Herr Günther von dem Vorste (Forste), dargestllten Flasche handelt es sich um eine sog. Gurde. Das ist ein Trinkgefäß mit zwei Löchern für den Tragriemen. In südlichen Ländern werden Gefäße dieser Art auch heute benutzt. Die Feldflasche ist eine Keramikflasche. Dies stützt sich vor allem auf die rote, flächendeckende Bemalung. Dadurch hebt sie sich von Holz und Metallgefäßen ab. Durch die Bemalung läßt sich auch die Herkunft mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen. So hat im Entstehungsgebiet des Codex Manesse, dem süddeutsch-nordschweizer Raum, eine einzige Töpferei in Bouch im Remstal bei Waiblingen im 13./14. Jh gelbtonige Flaschen mit diesem roten Dekor hergestellt. Viele Funde dieser Keramik wurden auf Burgen gemacht, so daß man davon ausgeht, daß diese “rotbemalte Feinware” in Adelskreisen üblich war. --------- Literatur: Codex Manesse. Die große Heidelberger Liederhandschrift. Texte. Bilder. Sachen. Katalog zur Ausstellung vom 12. Juni bis 4. September 1988 Universitätsbibliothek Heidelberg, Braus, ISBN 3-925835-20-2 Codex Manesse. Die Miniaturen der Großen Heidelberger Liederhandschrift. Insel, ISBN 3-458-14385-8 Link: www.bawue.de/~wmwerner/grabung/bw1_496.htm
Hallo Joachim, ich weiß nicht, wer die Fassung herausgegeben hat - wie gesagt, Hilmar besitzt sie… Aber: Die Begründung war einleuchtend. Es war die Rede von einer Keramik aus “habichleidervergessen” (irgend ein Ort mit B am Anfang), die so häufig in einer rötlich melierten Farbgebung dargestellt wurde, dass eben diese Farbgebung heute als ein Zeichen für die Keramik gesehen werden kann (wenn ich mich recht erinnere)… Hörte sich irgendwie überzeugend und fundiert an. Hilmar, klär uns doch mal auf! Grüße, Patrick.
Mit der kommentierten Fassung der Manesse (gehe jetzt mal davon aus, daß die im Insel Verlag erschienene Ausgabe gemeint ist) wäre ich etwas vorsichtig, da werden einige Details eindeutig falsch beschrieben. Da wird z.B. ein Nuppenglas als weißer Becher aufgeführt, ein Gambeson als merkwürdig, gemustertes Unterkleid beschrieben, Topfhelme haben plötzlich heruntergelassene Visiere usw. Würde dem Text also nicht bedingungslos glauben. Grüße Joachim
Hallo Leute. Als ich gestern bei Hilmar zu Besuch war, hat er mir die kommentierte Fassung der Heidelberger Liederhandschrift unter die Nase gehalten, in der erklärt ist, dass die abgebildete Flasche NICHT aus Leder , sondern sicher aus Ton gefertigt wurde (genaue Begründung habe ich vergessen - fragt Hilmar :0). Ich wollte das nur noch kurz klarstellen - wir nehmen wirklich nur Bezug auf die Form der Flasche… Aber Nikolaus, wo finde ich eine Abbildung der von Dir erwähnten Flaschenform? Die will ich sofort nachbauen! Grüße, Patrick.
Morgen, die einzigen mir bekannten Realienbelge für Feldflaschen aus Leder stammen aus den Themsefunden und sind im Museum of London zu sehen … allerdings in einer walzenförmigen Form, mit einem angesetzten Stuzen als ßffnung auf der Längsseite der “Flasche”. In “London”funden waren sie recht zahlreich vorhanden, es kann sich allerdings natürlich auch um eine Eigenart des englischen Kulturaums handeln. Ein Erwähnung von ledernen Flaschen findet sich für den deutschen Raum allerdings in der Literatur, in einem Gedicht des “Königs vom Odenwald”, 14.Jh … er spricht von den wunderbaren Nutzbarkeiten der Kuh und erwähnt dabei “Flaschen, Trichter und Zapfen (?) zur Aufbewahrung des Weines” sowie “Lederschläcuhe für den Wein”. Eine Form oder Fertigungsart ist meines Wissens für den zentraleuropäischen Raum nicht belegbar, die von Patrick angesprochene Hippodromus-Auslegung der Feldflasche aus der Heidelberger Handschrift als Lederflasche halt ich aber durchaus für gut gelungen. Gruß Nikolaus Nikolaus
Hallo, nur zur info: so viel ich weiss kommt kein Korken rein welche Flasche es sein mag denn der Korken ist erst seit dem 16. JH als Stopfen belegt, davor wurde Holz gebraucht….
Hallo. Auf unserer Homepage gibt es eine Bauanleitung für Feldflaschen. Die Form ist angelehnt an eine Abbildung aus der Heidelberger Liederhandschrift. Ob das Material -wie bei den Wikis- auch in unserer Zeit Leder gewesen ist, ist eine Spekulation. Mir ist auf jeden Fall kein Fund aus dieser Zeit bekannt. Grüße, Patrick.
Seyd gegrüßt, einen genauen Beweis für die Zeit habe ich nicht, aber bei den Wickingern wurden wie folgt hergestellt: Zwei Lederstücke in der Form der Flasche aufeinandernähen und in Wasser tränken. Dann mit Sand füllen und warten bis das ganze trocken ist. Dann entferntman den Sand und gißt die Flasche mit Bienenwachs aus, das man dann anschließend wieder herausschmilzt. Dadurch wird sie vollständig wasserdicht, Korken rein und fertig Ist zwar von den Wickis aber ich wüßte nicht warum man es später viel anders gemacht haben sollte!
Hallo TVler, ich will mich kurz fassen. Ich suche eine Bauanleitung oder Tips zum Bau einer Wasserflasche für den Zeitrau 1230-1250, die nicht aus Ton oder anderen zerbrechlichen Materialien besteht. Die “gewachsten Lederbeutel” sind mir geläufig - hier würde mich interessiern, ob einer nen Beleg für die oben genannte Zeit hat, wenn ja: wie kann man die Dinger selber bauen? Danke schonmal im Voraus, und im Sinne aller auf einen produktiven Thread, Gruß