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Eintrag #10 vom 17. Feb. 2000 01:55 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, bin überwältigt, werde sofort eine “Versuchsreihe” starten, und mich in ein paar Tagen noch mal melden , um meine Ergebnisse zu schildern. Wird vielleicht interessant :.) Danke
Patrick

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Eintrag #9 vom 16. Feb. 2000 20:39 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Ei, eine typische Frage für den verhinderten Textiltechniker… *g* ====== Leinen ====== Brennprobe: Verbrennung rasch und hell, nachglühend. Geruch: Nach verbranntem Papier. Rückstand: Hellgraue Flugasche. Trockenreißprobe: Stoffbahn reißen. Die Reißenden bei Leinen sind deutlich länger als bei Baumwolle. Lichtprobe: Gewebe gegen das Licht halten. Kette und Schuß müssen Verdickungen zeigen. Aber Vorsicht! Es gibt heute Baumwollgewebe in Leinenoptik. *g* ßlprobe: In ßl getränktes Leinengewebe läßt einen dunklen Untergrund besser durchscheinen (es wirkt glasiger) als ein ölgetränktes Baumwollgewebe. Wenn du dir danach immer noch nicht sicher sein solltest, wende dich vertrauensvoll an die ßffentliche Prüfstelle für das Textilwesen der Fachhochschule Niederrhein, Mönchenglabach. www.fh-niederrhein.de/fb07/pruefstelle Wer des öfteren vor ähnlichen Problemen steht (und eigentlich muß ja jeder von uns irgendwann Stoffe beurteilen), dem empfehle ich noch einmal dringend folgendes Buch als kleine Fibel durch die Welt der modernen Textil- und Bekleidungstechnik: Eberle, Hannelore [u. a.]. Fachwissen Bekleidung. 3., überarb. Auflage. Haan-Gruiten: Europa Lehrmittel, 1993). ISBN 3-8085-6203-X. Andreas

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Eintrag #8 vom 16. Feb. 2000 19:24 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Leute, ich habe auch noch eine Frage zu Leinenstoff. Folgende Situation: Ich bekomme von meiner Oma ein riesiges Bettuch geschenkt, und sie beteuert, es sei aus Leinen…. Nun ja, meine gute Oma hält mich auch manchmal für meinen Cousin…. Ich habe den Stoff bereits mit gekauftem Leinen verglichen, er ist lediglich etwas feiner. Also, gibt es irgendeine Möglichkeit festzustellen, ob es sich wirklich um Leinenstoff handelt?
gespannt , Patrick

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Eintrag #7 vom 15. Feb. 2000 12:30 Uhr Silvia Breger   Nachricht

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WOW! Und dann wird man gewarnt, hier keine doofen Fragen zu stellen. Danke für eure Hilfe. Solange das mit der Seide nicht geklärt ist, werde ich das wohl lassen und Leinen- bzw. Wollstoffe nehmen. Bis dann Silvia

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Eintrag #6 vom 15. Feb. 2000 11:43 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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ßhem *hüstel* ja… eineinhalb Semester lang. Wobei man mich beim Thema Wildseide auf dem falsche Fuß erwischt hat. Mein Fachbuch sagt zu Wildseide (Tussahseide) folgendes: “Die Kokons der wild lebenden Tussahspinner werden von Bäumen und Sträuchern gesammelt. Wildseide ist meist nicht abhaspelbar und läßt sich schlecht entbasten. Sie behält darum ihre braäunliche oder rötliche Naturfarbe. Die Däden der Weildseide haben Feinheitsschwankungen, die wie unlgleichmäßige Bleistiftstriche wirken.” Ab wann diese Seide produziert wird, darüber schweigt sich das Lehrbuch aus, weil es als Lehrmaterial für Textil-Berufe gedacht ist und nicht für Reenactors. Da aber mir in der gesamten Literatur dazu immer nur die “Seidenraupe”, die “gezüchtete Seidenraupe” und der “Maulbeerspinner” begegnen, würde ich aus dem Bauch heraus sagen, dass Tussah-Seide im 12. Jh. in Europa ungebräuchlich war. Im 6. Jh. kam der Maulbeerbaum mit den Seidenraupen nach Byzanz, ab dem 8./9. Jahrhundert wurde mit der Seidenraupenzucht im arabischen Spanien begonnen, im 10. Jh. in Sizilen. Dabei dürfte es sich immer um die Zuchtform der Seidenraupe, dem Maulbeerspinner gehandelt haben. Das schließt aber noch nicht aus, dass in Asien bereits die Seide der wildlebenden Form genutzt wurde. Eine letztendliche Klärung könnte vielleicht eine Abhandlung speziell über Seidenstoffe des Mittelalters bringen. Hat da jemand einen Tip für mich? Das wäre auch für eine weitere Frage gut, denn leider ist Zuchtseide vom Maulbeerspinner auch nicht gleich Seide, sondern man muß immernoch zwischen drei Hauptformen der Seide (des Maulbeerspinners) unterscheiden: 1. Haspelseide (Reale Seide): Das ist ein Endlos-Faden, der aus dem unbeschädigten Kokon “abgehasptelt” wird. Haspelseide ist die beste Qualtiät aller Seiden und so fein, dass man 7 bis 10 Fäden zu einem Rohseidenfaden zussammenfassen muß. Von “Rohseide” wird auch immer wieder im Zusammenhang mit Seidenimporten im Europäischen Mittelalter und den enstehenden Manufakturen gesprochen (vgl. Loschek 430). 2. Schappseide nennt man längere Seidenfasern vom nicht abhaspelbaren Kokonteilen. Im Kammgarn-Spinnverfahren werden daraus feine, gleichmäßige Seidengarne hergestellt. Das Kammgarnverfahren war in einer einfachen Form bereits im FMA für Wollstoffe gebräuchlich und diese Produkte zählten zu den prestigeträchtigsten. Es bleibt also die Frage offen, ob es auch für Seidengarne angewendet wurde oder nicht. 3. Bouretteseide wird aus Seidenfasern hergestellt, die bei der Schappseidenherstellung als Abfallprodukt anfallen. Diese kurzen Fasern werden im Streichgarn-Spinnverfahren zu einem gröberen, ungleichmäßigen und noppigen Garn verarbeitet, dass im Aussehen dem Leinen ähnelt. Das Streichgarnverfahren war ebenfalls bekannt und wurde für Tuche (Wolle in Leinwandbindung) verwendet, die eine verdichtete Oberfläche als Regenschutz aufweisen sollten (Was damals auf die meisten Wolltstoffe zutraf). Und selbst dann ist man noch nicht fertig, denn es bleibt die Frage, wie die Seide ausgrüstet wurde. Rohseide ist sind durch den sog. Seidenleim hart und spröde. Durch Abkochen in Seidenlauge wird der Seidenleim (“Bast”) entfernt. Dabei kommt es zu einem Masseverlust, der ganz oder teilweise durch “Erschweren” mit Metallsalzen oder anderen Chemikalien ausgeglichen werden kann. Auch hier ist wieder die Frage, ob diese Ausrüstung der Seidenstoffe im fraglichen Zeitraum bereits bekannt und üblich war oder nicht. Denn auch dieses Detail trägt wesentlich zum Erscheinungsbild der Seide bei. Dazu kommen Webdichte (Anzahl der Fäden auf Länge und Breite)und Bindung (Seide in Köperbindug war damals sehr beliebt, heute habe das noch nicht gesehen). Die Frage nach der richtigen Seide ist deshalb leider wieder mal gar nicht so einfach zu beantworten und erfordert intensivere Recherche und Hintergrundwissen in der Textiltechnik. :o( Andreas ____ Loschek, Ingrid. Reclams Mode- und Kostümlexikon. 4. Auflage. Stuttgart: Reclam, 1999. ISBN 3-15-010448-3. Eberle, Hannelore [u. a.]. Fachwissen Bekleidung. 4., überarb. Auflage. Haan-Gruiten: Europa Lehrmittel, 1995). ISBN 3-8085-6204-8.

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Eintrag #5 vom 15. Feb. 2000 10:30 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Silvia, in der Bibliothek habe ich bei Hilfen für Neulinge eine kleine Kostümkunde mit kurzem Anriß der Stoff und Farben beigefügt. Wildseide kannst Du bei einer historischen Darstellung übrigens vergessen - das Zeug ist defintiv nicht zeitgemäß. Ich meine, das Wildseidenherstellung erst im letzten Jhdt. anegfangen hat. Im Notfall kann Dir zu diesem Theam aber Andreas Sturm helfen, der hat das mal beruflich gelernt :-) Ansonsten kannst Du mich auch gerne anmailen (wenn Du etwas Geduld bei der Antwort mitbringst). Bis dann Thorsten

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Eintrag #4 vom 15. Feb. 2000 09:43 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, es gibt hier schon einige Threads über Stoffe und Materialbeschaffung, schmökere doch mal in der Taverne. In Thread 380 findet sich übrigens eine vernichtende Kritik zum Thema Wildseide als Material für mittelalterliche Gewandung von unserem A-Papst. Ruth

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Eintrag #3 vom 15. Feb. 2000 08:41 Uhr Silvia Breger   Nachricht

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Hallo Christoph! Ich will nicht bei einer Schneiderin irgendwelche teure Stoffe kaufen (ich habe schon bei einer Nachgefragt, einmal geschluckt, noch einmal geschluckt und meine Frage in die Taverne gesetzt) Ich möchte wissen, ob ich diverse Kaufhäuser ´heimsuchen´ kann! Ich habe z.B. in einem halt einen naturfarbenen Ballen Wildseide gesehen, der mich reizen würde und möchte wissen, ob es das überhaupt gab. Wer kann mir weiterhelfen. Danke Silvia P.S.: Bitte nicht böse sein

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Eintrag #2 vom 14. Feb. 2000 21:50 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Silvia! Schreib mich mal an und ich geb Dir Adressen von ein paar netten Schneiderinnen, die Dir alle Fragen gerne beantworten werden. Gruß v. Arlen

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Eintrag #1 vom 14. Feb. 2000 21:32 Uhr Silvia Breger   Nachricht

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Hallo zusammen! Ich weiß nicht ob es sowas hier schon gibt, ich habe jedenfalls noch nichts gefunden. Deshalb möchte ich mit im Voraus schon mal entschuldigen, wenn das Thema doppelt ist. Ich als Neuling suche jetzt für mein Gewand (Darstellung: franz. niederer Adel, ca 1150 - 1250) die passenden Stoffe. Was kann ich denn da nehmen, ohne daß ich negativ auffalle? Daß ich keinen Pannesamt nehmen soll, weiß ich schon :-) Ist Wildseide OK? Und wo bekomme ich passendes? Bitte helft mir.
Silvia

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