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Eintrag #1 vom 04. Jun. 2006 11:22 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen,
…Klamotten, Sachkultur…alles schön und gut, und es ist schon fein, wie sich in den letzten Jahren die meisten Darstellungen gemausert haben.
Dennoch ist der Tunnelblick auf Handnaht und Löffel, auf Webart und Pflanzenfarbe auch gleichzeitig beschränkt.
Welcher Herr herrschte über das Land des Dargestellten? Wer hatte das Sagen? Welche Sprache wurde gesprochen, welche Lieder gesungen? Womit vertrieben sich die Menschen ihre Zeit?
Gut, Religion wurde mal so halbwegs gestreift, aber das ist doch lange nicht alles!
Kaum jemand weiss, wer in seiner dargestellten Zeit König, Kaiser, Papst war. Warum dieser oder jener gegen den anderen ins Feld zog.
Dieses Wissen hat übrigens nichts mit dem leider verpönten Rollenspiel zu tun, es ist Basiswissen, das den meisten schlichtweg fehlt.
Es ist Basiswissen, das fehlt. Und die Suche danach ist weitgehend aufgegeben worden.
Ein Kleiderständer in “A”-Klamotte mit korrektem Krimskrams drumherum ist noch lange keine umfassende Darstellung.
So. Nun harre ich Euren Beiträgen und Aufregern ;-)
P.S….danke Gilbert, für den Anstoss…
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 04. Jun. 2006 12:23 Uhr Johannes Kulick  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Johannes Kulick eine Nachricht zu schreiben.

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Ich denke, das liegt hauptsächlich daran, dass wir mit einer solchen Darstellung ja den Fokus auf Alltagsleben haben und es dafür relativ irrelevant ist, ob gerade noch Friedrich II. an der Macht ist oder schon das Interregnum eingesetzt.
Nichtsdestotrotz stimme ich dir zu, dass man auch in diesen Bereichen wenigstens das Grundwissen haben sollte. Ich glaube aber das die, die eine ernsthafte Darstellung betreiben dieses Wissen auch haben. Nur woran “sieht” man dieses Wissen denn? Gar nicht - und wann hat dich das letzte Mal einer nach politischen Fragen deiner Zeit gefragt?
Wenn ich gerade ein Handwerk ausübe (oder eine Exerzierübung mache, oder oder….), dann ist dieses Handwerk ja auch für den Zuschauer das interessante, über das er mehr erfahren will.
Trotzdem würde es sicherlich keinem schaden unabhängig von den gegenständen einmal mehr den Alltag der Zeit zu studieren.
Wie gesagt, ich glaube aber auch, dass das von anspruchsvollen Darstellern auch getan wird.
In diesem sinne: Für mehr Basiswissen.
Johannes - www.hildensia.de

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Eintrag #3 vom 04. Jun. 2006 12:43 Uhr Roland Schulz   Nachricht

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Ein guter Punkt, stimmt. Hintergrund muss sein, macht eine glaubwürdige historische _Darstellung_ eigentlich auch erst zu einer solchen, ansonsten kann es durchaus bei der “belebten” Figurine stehen bleiben.
Allerdings sehe ich es ebenso wie Johannes: Liegt der Fokus auf einer bäuerlichen/bürgerlichen Darstellung sind häufig andere Dinge von Belang als die Fragen, wer grad Papst ist und warum (was sich je nach Epoche eh manchmal wechselhaft gestaltet), wer grad gegen wen zu Felde zieht und warum..
Denn auch das gehört zu einer “runden” Darstellung, zu wissen, wo die Alltags-Prioritäten des Dargestellten Menschen gelegen haben dürften.
Aber grundsätzlich gilt sicherlich schon, was hier als Anstoss aufgeworfen wird, keine Frage.
Gruß,
Roland
Leben und Handwerk
www.leben-und-handwerk.de

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Eintrag #4 vom 04. Jun. 2006 12:53 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,
Ich meine aus dem Einfangsbeitrag “Kleiderständer ist keine Darstellung” rausgehört zu haben. Gut, das mag eine Meinung sein. Ich bin persönlich auch kein Fan dieses Ansatzes. Aber das muss sich jeder wohl selber aussuchen. Die einen machen auf Erklärbär, die anderen können und wollen das garnicht, die einen machen ihr Handwerk und wollen in Ruhe gelassen werden, wieder andere haben grad mal ihre Klamotte genäht und/oder gekauft.
_Schade_ finde ich das häufige Fehlen des Hintergrundes- sogar en detail über die Kleidung- allemal.
Was das Rollenspiel betrifft, ohne obiges Wissen kann man das vergessen, und ich kenne fast niemanden hier in D., der das macht. Hochqualitative Darstellung und Rollenspiel ist meiner Erfahrung nach hierzulande inkompatibel. Der Grund ist wohl sehr psychologisch, und individuell.
Meine Frage ist eher: was soll der Thread bringen? Ich fürchte ein Ausarten bei derartig provoklanten Thesen..
Gruß, Jens

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Eintrag #5 vom 04. Jun. 2006 12:59 Uhr Elisabeth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Elisabeth eine Nachricht zu schreiben.

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Allzuviele “Aufreger” werden da wohl nicht kommen, Haduwolff, da allen klar sein dürfte, daß ein gewisses Basiswissen dazugehört.
In der Praxis überprüft, sieht es dann aber meist eher mau aus. Bei vielen Leuten (zugegeben, eher GroMis) ist selbst eine grobe, wirklich ganz grobe Zuordnung von Jahreszahlen zu Früh-, Hoch- und Spätmittelalter ein Problem! Könige und politische Verhältnisse sind dann schon was für die “Fortgeschrittenen”…
Aber jenseits von Politik gibt es auch noch andere Faktoren, die das damalige Leben beeinflussten, und oftmals umbekannt sind. Mir fallen da spontan Landnutzung (“Damals gab’s (immer und überall) große, undurchdringliche Wälder!”), Flora und Fauna ein. Es gibt noch endlos mehr Beispiele… Und z.T. sieht man das Wissen/Nicht-Wissen eben doch an der Darstellung (Wiki-Truhen aus Fichte, Kaninchenfellbesatz am Klappenrock etc.).
Klar, nicht jeder kann in jedem Bereich Bescheid wissen. Als Ziel sollte man die “Allwissenheit” natürlich trotzdem nicht aus den Augen verlieren ;)
(Danke übrigens für den Tritt in den Hintern - werde mich noch ein bischen in die Politik vertiefen *g*)
Viele Grüße, Elisabeth

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Eintrag #6 vom 05. Jun. 2006 12:54 Uhr   Nachricht

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Grüße!
Ich kann nur den zustimmen, was am Anfang gesagt wurde.
Ohne Basiswissen ist auch die beste “Ausrüstung” nur halb so viel Wert.
Was mich verwundert ist, das man doch eigentlich automatisch über den Horizont des Alltaglebens hinaus bescheid wissen möchte und informiert sein will, eben wegen der Liebe zum Hobby/Darstellung und meiner Meinung nach, das eine vom anderen gar nicht zu trennen ist.
Von daher ist ein Rundumwissen über die dargestellte Zeit genauso anzustreben wie ein gutes ßusseres, aber auch da ist wohl der Anspruch entscheidend.

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Eintrag #7 vom 06. Jun. 2006 10:45 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Also erstmal im groben Zustimmung, Hintergrund ist wichtig.
Wir hatten bei uns dazu mal die Praxis, daß die Leute einen sinnvollen Lebenslauf mit Stand und Beruf der Eltern zu ihrer Darstellung schreiben sollten. Hintergrund war nicht das Rollenspiel mit dieser Rolle sondern der tiefere Einblick in die Sozialstruktur der Zeit.
Nach außen hin merkt man sowas aber so gut wie nie, wie Roland schon treffend sagte.
Selkten nur kommen politische oder gesellschaftliche Fragen oder Diskussionen von Besuchern oder zwischen Aktiven auf, das Wissen ist daher die meiste Zeit ungenutzt.
Der Mensch ist ein optisch fokussiertes Wesen, er will Dinge sehen. Politik und Gesellschaft intressieren zumeist eher dann, wenn sie erkennbare Auswirkungen auf sichtbare Teile der Darstellung haben.
Warum ändern sich Mode, Rüstung, Baustil, Gesellschaftsnormen uva. ?
Hier ist das Hintergrundwissen als Erklärung gefragt.
Intressant ist noch der Umstand, daß viele Leute zwar wie oben beschrieben, kein primäres Intresse an diesen Hintergründen haben, aber wenn man durch einen beliebigen Einstieg auf diese Themen kommt, sich sehr intressierte Zuhörer und Diskussionspartner finden lassen.
Es fehlt meist nur der Auslöser, so scheint es.
Gruß, Ivain

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Eintrag #8 vom 06. Jun. 2006 10:59 Uhr Susan Sziborra-S.  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susan Sziborra-S. eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
im Groben stimme ich natürlich zu, wobei ich, wie viele Vorredner davon ausgehe, daß gerade die, die sich mit Detailverliebtheit in ihr Hobby, in historisch korrekte Nähte, Keramik, Sachkultur stürzen über dieses Basiswissen automatisch verfügen. Und persönlich finde ich einen Darsteller, der en Detail über die politischen Verhältnisse eines Jahres, den aktuellen Papst, seine drei Vorgänger, den aktuellen Kaiser (oder das Nichtvorhandensein eines solchen), die zig Regionalherrscher und ihre aktuellen und drei vergangenen Fehden berichten können, aber offensichtlich null Ahnung (und null Bock) von der Sachkultur und der Bekleidung der entsprechenden Zeit haben allemal viel viel peinlicher, als den, der in einer korrekt replizierten Klamotte vor korrekter Keramik auf historisch nachvollziehbaren Möbeln sitzt und nen Hänger bei der Einordnung des aktuellen Regionalfürsten hat.
Gruß suse

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Eintrag #9 vom 06. Jun. 2006 11:45 Uhr David Seidlitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um David Seidlitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
jede noch so gut rekonstruierte Klamotte verpufft geradezu im Nichts wenn auf dem Tisch Weinflaschen, Wasserkocher etc. zu erkennen sind…
Dies nur mal vorweg.
Politisches Hintergrundwissen ist wichtig und sollte auch bei jedem Darsteller vorhanden sein. Allerdings geht es hier um “Basiswissen”. Das für die Darstellung des Alltagslebens, oder was auch immer, relevante Wissen, erstreckt sich nun mal über die Sachkultur. Ohne eine solide Grundlage auf diesem Gebiet ist es schlicht unmöglich gute Rekonstruktionen anzufertigen/ anfertigen zu lassen. Somit ist auch eine glaubhafte Darstellung Essig. Es gibt doch schon genug Leute, die sich in (häufig noch dazu schlechter)Klamotte hinstellen, oder setzen (Thema Sitzritter) und den Leuten stundenlang etwas von Pabst XY erzählen…
Allerdings ist es ja auch jedem selbst überlassen wie er sein Hobby konzeptioniert.
Uns ist es bspw. wichtig, keinerlei moderne Dinge im Lager zu haben, das fängt bei den Lebensmitteln an, die in Eichenfässern und Bottichen verpackt werden, und hört bei den Schlafgelegenheiten noch lange nicht auf.
Aber wie gesagt, nicht jeder möchte auf Kaffee, Schrippen und Nutella verzichten.
Wenn ich aber so einen Frühstückstisch sehe, habe ich gar keine Lust mehr dort nach politischen Hintergrunden zu fragen…
David

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Eintrag #10 vom 07. Jun. 2006 23:16 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen,
…war zu erwarten. Das ßbliche.
Mit dem Hinweis auf die Defizite anderer am Thema vorbei sich selbst beweihräuchern…schön und gut - jetzt bitte zurück zum Thema.
Nochmal zur Erinnerung: es geht um Hintergrundwissen, und nicht um anderer Leute Ausrüstung.
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #11 vom 07. Jun. 2006 23:33 Uhr Susan Sziborra-S.  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susan Sziborra-S. eine Nachricht zu schreiben.

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okay….,
dann formulier das thema nochmal, bitte. was war deine frage? nach meinungen zu deiner these? mit einschränkungen d`accord. die einschränkung ist, daß ich den von dir aufgemachten gegensatz zwischen korrekter darstellung und hintergrundwissen nicht nachvollziehen kann, und diesen behaupteten widerspruch eher als selbstbeweihräucherung deinerseits sehe.
zustimmung insofern, daß ein basiswissen über historische, politische UND kulturelle hintergründe vorhanden sein sollte. zu einer fundierten alltagsdarstellung gehört natürlich immer die recherche zu sozialem hintergrund in zeit und region.
freundliche grüße
suse

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Eintrag #12 vom 08. Jun. 2006 09:50 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Vielleicht wäre das THema einfacher zu diskutieren, wenn man nicht künstlich Fronten und Parteien aufbaut, wo normalerweise keine sind ?
Ich kenne - als Darsteller (!) - weder topausgerüstete Kleiderständer, die null Ahnung vom gesellschaftlichen Hintergrund haben, noch kenne ich den im Hintergrund hochgebildeten Ausrüstungsfuzzi.
Wenn man diese Konstrukte rausläßt und sich rein um die Frage des Hintergrundwissens unterhält, ist das meines Erachtens zielführender, als es mit Nutella aufzuwiegen.
Gruß, Ivain

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Eintrag #13 vom 08. Jun. 2006 13:52 Uhr Patrick Artner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Artner eine Nachricht zu schreiben.

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Wieviel Wissen hat jemand von niedrigem sozialen Rang, genötigt viel Zeit mit lebenserhaltender, körperlicher Arbeit zu verbringen?
- Seinen direkten “Vorgesetzten” wird er kennen, schließlich muss er Naturalien und Dienste liefern. Aber weiss er wem dieser Rechenschaft ablegt?
- (Aktuelle) ruhmreiche Gestalten vielleicht, Kaiser/König/… aber mit welcher Aktualität? Wie exakt sind die Informationen?
- Wieviel Wissen hat der “gelehrte” Dorfpfaffe, was weiß jemand aus einer Stadt, ein Reisender, ein Adliger?
- Wie aktuell sind die Informationen eines Wallfahrers?
- Wie schnell/exakt reisen Informationen auf den Handelswegen/-flüssen von Stadt zu Stadt und wieviel (quantitativ & qualitativ) bekommt man auf dem Dorf mit?
Wie sehr grenzt man sein Wissen ein um sich dem (vermuteten … oder gibt es Belege ;o) Wissen der (bürgerlichen) Darstellung anzupassen?
Meiner Ziel ist irgendwann mal eine historisch korrekte Darstellung (Klamotte, Realien, evtl. Handwerk), eine Debatte über Könige/Kaiser und wer schlief mit wem halte ich für unnötig. Dann schon lieber über die Dorfmitglieder herziehen:
- Weisst du schon das Bauer K dem Bauern H den Grenzstein verlegt hat
- Gesegnet ist Frau Q. die schon 6 Monate nach der Hochzeit ein gesundes Kind geboren hat
- Hoffentlich wird’s Wetter besser, schon mein Vaters Vater sagte: Ist der Mai ganz kühl und nass, gibts beim Erntedank keinen Spass.
Padreigh

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Eintrag #14 vom 08. Jun. 2006 14:59 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen,
das Wissen um die grösseren Zusammenhänge war schon wichtig…hier gings um Steuern und Abgaben, und wenn sich ein Landesherr mit der Kirche in die Wolle bekam, konnte es so richtig ans Eingemachte gehen…Ein Kirchenbann ist für ALLE Einwohner eine mittlere Katastrophe.
Ebenso ging es bei den endlosen Streitereien der Fürsten untereinander sehr wohl um sein oder nichtsein. Alleinwenn ich an die Abgabenpolitik denke, die Sonderabgaben für Kreuzfahrten, Heiraten usw…
Dann darf ich noch an die Unruhen im Süddeutschen (Riesgebiet) erinnern, bei denen es zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen kaiserlich gesonnenen Bürgern und den päpstlich Denkenden gekommen ist. Da wurden ganze Weiler abgefackelt und Klöster plattgemacht.
Oder an die diversen Einfälle fremder Mächte…wenn der Dänenkönig mal kurz in Schleswig einfiel, war das für die Bewohner durchaus eine Katastrophe…da wurde die Tagespolitik nicht ignoriert.
Und dann war da noch das Ding mit dem “..welschen Schrein”…die politischen Lieder waren durchaus fürs Volk gemacht, um Stimmung zu machen.
Und ewig blieb die Hoffnung der einfachen Leute, daß eine harte, starke Hand kommt, die Abgabenlast gerechter zu verteilen und die übermütigen Fürsten zu bremsen und den Kirchenadel einzudämmen….Das ging auch noch den kleinsten Bauern, Handwerker oder gar Tagelöhner an, denn Frieden und Ordnung bedeutete Sicherheit und Wohlstand…
Wenn auch die Nachrichtenwege langsam waren, so war es doch existenziell wichtig, Bescheid zu wissen.
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #15 vom 08. Jun. 2006 15:19 Uhr Roland Schulz   Nachricht

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Hadu, ich bin mit dir einig darin, daß die _relevanten_ Dinge, die also den “kleinen Mann/die kleine Frau” direkt betrafen, sicherlich ein Hintergrund ist, den ein heutiger Darsteller aufbieten sollte.
Was aber die breite Masse der Bevölkerung und die ganzen Details angeht, die “da oben” ausgeheckt und abgekaspert worden sind, angeht, so denke ich doch, daß dies der Masse damals unbekannt und unwichtig war.
Warum jetzt Graf X mit Graf Y in Fehde lag, mag wohl _vielleicht_ noch von Interesse und mindestens im Ansatz bekannt gewesen sein.
Aber mit wieviel Spießern, Armbrustern und Panzerreitern jetzt wer gegen wen und im Detail..
Das nur mal als - sicher überzogenes - Beispiel für das, was ich sagen will.
Die den jeweiligen betreffenden Dinge wird der jeweilige schon gewusst haben, aber ob es Bauer P. aus H. interessierte, welche Päpste sich in Avignon und Rom gerade die Klinke in die Hand gaben..oder warum und mit welchen Mitteln Könif Edward Plantagenet von England nun König von Frankreich werden wollte..warum nun im die Stadt Frankfurt im späten 14. Jhd. den Huren vorschrieb rote Gebende oder Schleier zu tragen, anstatt grüner..
Das alles ist Bauer P. aus H. sicherlich völlig gleichgültig gewesen, weil es ihn einfach nicht betraf. Zumal die Möglichkeiten der Informationsverbreitung ja nun auch etwas bescheidener waren als heute.
Und wenn ich sehe wie die Allgemeinheit HEUTE, bei DIESEN Möglichkeiten und wahrscheinlich doppelt soviel Freizeit, über die Welt oder sogar nur das Geschehen im eigenen Land informiert ist, dann hab ich keine Fragen mehr. ;-)
Meine Meinung.
Gruß,
Roland
Leben und Handwerk
www.leben-und-handwerk.de

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Eintrag #16 vom 08. Jun. 2006 15:58 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Mir scheint, (auch) dieser Threat gleitet mal wieder in eine gar nicht intendierte und letztlich fruchtlose Diskussion ab.
Denn wenn ich es bzw. ihn recht verstanden habe, ging es Haduwolff doch nicht um die Frage des Hintergrundwissens eines mittelalterlichen Bauern, sondern seines heutigen Darstellers.
Natürlich können wir über das Wissen eines “einfachen” Menschen im MA nur spekulieren, da wir hier nicht genügend Quellen haben und auch nie haben werden, denn i. d. R. war der “einfache” Bauer, Handwerker, kleine Kaufmann, selbst der Dorfgeistliche ganz oder weitgehend illiterat, konnte allenfalls die Grundkenntnisse an Lesen und Schreiben aufbringen - und hinterließ uns vor allem leider (von wenigen Ausnahmen abgesehen) zumindest bis weit ins HMA keine schriftlichen Aufzeichnungen, die uns konkrete Auskünfte über seinen geistigen Horizont und seinen Wissensstand geben würden. Wer solche hinterließ, war im Regelfall von Adel, eher noch von geistlicher Ausbildung, Beamter o. ä.
Das will allerdings noch nicht besagen, dass alle anderen dumm und uninteressiert waren, denn - wie Hadu richtig vermerkt - die Auseinandersetzungen der “großen Politik” hatten sehr konkrete Auswirkungen auf den “kleinen Mann” - und diesen sollten wir uns nicht generell als “tumben Toren” vorstellen, auch wenn er keine Memoiren hinterließ und seine Weltsicht schriftlich verbreitete (übrigens: Wer bzw. welche Bevölkerungsgruppe tut dies heute?!).
Doch darum, so habe ich es verstanden, ging es ja gar nicht, sondern um das Hintergrundwissen des heutigen MA-Darstellers. Und da, so scheint mir, hat Hadu sehr recht: Es ist nach meiner Erfahrung oft einseitig auf einen eingeschränkten Bereich der Sachkultur ausgerichtet. Will sagen: Man kennt (bestenfalls; ich rede nicht von den so genannten “Gro-MIs”) zwar die in einer bestimmten Epoche benutzten Webarbeiten und Schwerttypen, aber weite wichtige Bereiche ma-lichen Lebens bleiben wissensmäßig ausgespart. Man verzeihe mir, wenn ich dies - wieder einmal - am Beispiel des religiösen Lebens verdeutliche: Selbst bei etlichen sachkulturmäßig recht guten Darstellern, die jede nicht handgenähte Gewandung zutiefst verschmähen würden, herrscht da bestenfalls Nichtwissen, oft aber eine Sammlung schlimmster Vorurteile.
Insofern denke ich, sind in der Tat da noch einige Hausaufgaben zu machen, nicht nur auf dem Gebiet der Religion, auch der der sozialen Verhältnisse: Natürlich haben wir eine andere Sozialordnung, aber wo bitte findet sich der Beleg dafür, dass Ritter ihr Gesinde dauernd angebrüllt und drangsaliert haben, wie es nicht nur eine Fernsehserie vor einiger Zeit nahelegte, sondern auch in fast jedem beliebigen Lager zu beobachten ist, weil das ja so schön ins schaurig-schöne Bild vom rauhen Mittelalter passt.
Oder fragen wir mal was einfacheres (und da brauchen wir wohl kaum zu diskutieren, ob das auch unser “Dorfsimpel” wusste), nämlich, welche Tiere in welcher Gegend lebten - domestiziert oder wild, wie die ma-lichen Formen von Getreide, Gemüse und Obst aussahen, welche Geräte und Instrumente benutzt wurden usw. usf.
Natürlich weiß ich, dass es hier in der so genannten “Szene” hervorragende Experten gibt, die auch bei diesen Dingen jeden erreichbaren archäologischen Bericht konsultiert und sich spezialisiert haben; aber wenn ich mir das durchschnittliche Lagervolk anschaue und dann auch noch nachfrage, sieht es nach meiner Erfahrung anders aus …
Oder hier noch zur Erläuterung des Gemeinten eine ganz simple Frage, auch als Selbsttest für jeden, der mich der Schwarzmalerei bezichtigen mag: Wir alle verabscheuen den berühmt-berüchtigen KZK-Silberling (oder jetzt Goldrandling), aber wer kann denn - ohne erst nachzusuchen - sagen, wie die gängigen Münzen der von ihm dargestellten Zeit und Gegend aussahen? Und das wußte auch unser Kleinhandwerker, Produkte verkaufende Bauer oder Trödelhändler sehr wohl! Wer von uns Darstellern weiß es, könnte eine Münze seiner Zeit durch bloßes Ansehen von einer unterscheiden, die vielleicht erst 100 Jahre später geprägt wurde - von einem anderen Herrscher und in einem anderen Land.
Hier fängt Hintergrundwissen an, denn - um bei diesem Beispiel zu bleiben - diese Münzen hatten eine Prägestätte und einen “Herausgeber” - und es war lebensnotwendig, hier Grundkenntnisse zu besitzen - und so auch zu wissen, welcher Herr denn nun die für mich nutzbaren Münzen prägen ließ …
Mit freundl. Gruß Nikolaj

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Eintrag #17 vom 08. Jun. 2006 16:50 Uhr Roland Schulz   Nachricht

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Dem stimme ich zu, Nikolaj. Ohne Wenn und aber.
Ich muss dabei nur an meine eigene Nase fassen und grad das Beispiel “Münzen/Währung” hat mir grad eben bitter vor Augen geführt, daß ich da im Prinzip völlig unbedarft bin. :-(
Allerdings hab ich mich zuvor vielleicht dusselig ausgedrückt, denn mir ging es mitnichten und neffen darum, den Horizont des “kleinen Mannes” zwischen 500 und 1500 zu beleuchten, sondern anhand von Beispielen deutlich zu machen, daß es Bereiche gibt, die der heutige Darsteller eines solchen “kleinen Mannes” eigentlich (zumindest für diese Darstellung) auch verlachlässigen könnte.
Was nicht heißen soll, daß er das zwangsweise tun _muss_, denn umfassender informiert ist immer gut.
Ich hoffe mich jetzt halbwegs klar ausgedrückt zu haben, mea culpa. *ggg*
Gruß,
Roland
Leben und Handwerk
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Eintrag #18 vom 08. Jun. 2006 17:38 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
irgendwie kann ich der Diskussion nicht folgen ?
Wenn es ein Aufruf a la : Lies ruhig mal 2 oder 3 Bücher mehr. Kann ich mich da nur anschließen
Aber ein umfassendes Wissen über alle Bereiche eines “fremden Lebens” kann man sich kaum aneignen. Ich sage mal nur ein paar Stichworte: Nutztiere, Ackerbau, lokale Baustile plus eher soziologischer Aspekte, wie Religion, Erziehen, ethische und moralische Werte.
Und wie tief soll das Wissen dann gehen ?
Und wenn man das ganze schon bei den anderen bemängelt, wie will man das feststellen ? “Wachstafeln raus wir schreiben einen Test” ? Oder wie unterschiede ich den Kleiderständer vom “guten Darsteller”
Ich persönlich hab auch mal das eine oder andere gelesen,aber nicht alles immer präsent ?
Oder verstehe ich den Thread falsch ?
Turtle

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Eintrag #19 vom 09. Jun. 2006 09:07 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Also, ich bin bekennender “nicht alle Kaiser auswenig wisser”. Auch das Münzwesen ist nicht mein Ding.
Falls ein Frage der Art kommt, wenn ich mich auf einer Veranstaltung mit Dingen befasse, mit denen ich mich auskenne, muß ich auf jemanden verweisen, der sich auskennt. Oder besser noch das tun, was ich in Foren, Artikel etc. auch tue: Auf Literatur verweisen.
Um einen Vergleich zu ziehen: Ich kenne mich in meinem Beruf, als in meinem Fach, wirklich aus. (Sollte nach 18 Jahren auch normal sein). Aber es gibt immer mal Dinge, die ich nachsehen oder nachfragen muß.
Das soll jetzt keine Auforderungs sein nichts mehr zu lesen etc., aber irgendwo sollte man auch realistisch bleiben.

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Eintrag #20 vom 09. Jun. 2006 10:37 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Ich habe FßR MICH (und damit beanspruche ich keineswegs die Allgemeingültigkeit meiner These) die Erfahrung gemacht, das es im Bereich der ernsthaften “Reenacter” (und nur von diesen werde ich hier reden, kommt mir also bitte nicht mit Sitzrittern und Polyester-Prinzen)drei unterschiedliche Faktionen gibt.
Zum einen sind da die Leute, die zu der jeweiligen Epoche, die sie darstellen eine ganz besondere und wie auch immer geartete Affinität haben. Das bringt sie dazu, sich mit dieser und ausschließlich (eventuell noch mit einer zweiten) intensivst zu befassen. Das schließt sowohl das Interesse an der damaligen Kultur, die Geisteshaltung, den Glauben etc. als auch das Wissen um die Mode, die Handwerkskunst mit ein. Diese Leute wälzen nicht nur Bücher Literatur, Philosophie, Musik und Politik sondern basteln sich im wahrsten Sinne des Wortes die Finger wund, um soviel wie möglich selbst herzustellen.
Die zweite Kategorie (die ich für mich persönlich ausgemacht habe) sind jene, die sich weniger bis garnicht für Politik, Literatur etc. interessieren, sondern intensiv mit der Sachkultur in(fast) all ihren Facetten auseinandersetzt. Dies sind zumeist Leute, die sich nicht nur auf eine bestimmte Zeit konzentrieren, sondern sich mit gleich mehreren - 3 bis 4- Epochen befasssen. Dies geschieht zumeist aus einer Art “sportlichen” Ehrgeizes heraus, nach dem Motto: “HoMi-Kleidung hab ich jetzt, aber FrüMi interessiert mich auch und dann ist da ja noch die Antike…Barock sieht allerdings auch verlockend aus und…”
Dann gibt es da noch eine kleinere, dritte Fraktion, die sich - ebenso ernsthaft und seriös - -zig Ausstattungen zusammenstellt, einzig und allein aus dem Grunde heraus, auf sovielen “Hochzeiten” wie möglich tanzen zu wollen. “Eine gute Veranstaltung ohne mich? Undenkbar!”
Alle drei betreiben ihr Hobby seriös und ernsthaft.
Das schwierige daran ist, alle drei unter einen Hut zu kriegen…was allerdings nicht an der Materie, sondern vielmehr an der jeweiligen inneren Einstellung liegt.
Thema “Rollenspiel” (das oft verpönte).
Fakt ist für mich: Wer sich die Kleidung einer vergangenen Epoche überstreift, vor Publikum einer Tätigkeit nachgeht, diesem fachundige Erläuterungen gibt und interessierte Fragen ebantwortet, “spielt” automatisch eine Rolle.
Dazu ist es nicht mal nötig zu sagen: “Ich bin der Bauer X aus dem Dorf Y und lebe im Jahre 12haumichblau!”, ja
man muss auch nicht mal sagen: “Ich bin Sven-Justin Maidorf, Biologierstudent aus Dornfeld und trage hier die Kleidung eines Bauern aus dem Jahre 12weissichnich!”
Das interessiert die Zuschauer garnicht, die sagen: “Schau’ mal dahinten, der Bauer!”, fertig um!
Auch der Einwand, dere weiter unter angeführt wurde:
“Dann schon lieber über die Dorfmitglieder herziehen:
- Weisst du schon das Bauer K dem Bauern H den Grenzstein verlegt hat
- Gesegnet ist Frau Q. die schon 6 Monate nach der Hochzeit ein gesundes Kind geboren hat
- Hoffentlich wird’s Wetter besser, schon mein Vaters Vater sagte: Ist der Mai ganz kühl und nass, gibts beim Erntedank keinen Spass.”,
das geht für mich auch klar in Richtung Rollenspiel, wenn es sich dabei nicht schon um eines handelt!
Udo

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Eintrag #21 vom 10. Jun. 2006 07:47 Uhr Iris Gillessen-Brandt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Iris Gillessen-Brandt eine Nachricht zu schreiben.

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Guten Morgen allerseits!
Ich bin der ßberzeugung, dass ohne den politischen Hintergrund einige Sachen, die die Darstellung betreffen garnicht möglich sind. Allein, was die Kleidung betrifft, spielen so viele Einflüße eine Rolle: Aus welcher Gegend kommt meine Darstellung? Welche überregionalen Geschehnisse haben einen Einfluß? Wie ist die Infrastruktur vor Ort gewesen?, etc., etc., etc.
Das eine Bürgersfrau aus Köln darstellerisch auch an eine Edelfrau aus einer etwas abgelegeneren Gegend heranreicht, kann genauso vorkommen, wie der plötzliche Modeeinfluß irgendeines europäischen Hofes in Städten, in denen man es garnicht vermutet, einfach weil der Landesherr eine Dame eben jenes Hofes geehelicht hat und diese natürlich nicht nackt erscheint um die regionale Mode zu übernehmen sondern ihre Kleidung mitbringt, die danne evtl. kopiert wurde.
Um seine Darstellung also “a-nah” zu gestalten, sollte man sich sowieso etwas mit der Politik (wenigstens der regionalen) befaßen, da sie immer direkten Einfluß hat, egal ob man sich nun brennend dafür interessiert oder eben nur wegen der Rekonstruktion zum Buch greift…..
Iris

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Eintrag #22 vom 10. Jun. 2006 11:29 Uhr Sandra Neuser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sandra Neuser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Hadu,
interessanter Aspekt. Das regt mich doch an, mich mehr hinter die gesamtpolitische Lage meiner Region zur dargestellten Zeit zu klemmen - ob ich es brauche oder nicht - aber es ist sehr interessant. Zusammenfassend kann man aus allen Beiträgen doch Punkte entnehmen, die als Leitfaden dienen könnten, was man meint, wissen zu müssen?
Liebe Grüsse, Sanni

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Eintrag #23 vom 13. Jun. 2006 11:49 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
also, ich kann den Ansatz, dass auch ein gewisses “Hintergrundwissen” zur Publikumsarbeit hilfreich und notwendig sein kann, nicht so neu und spektakulär finden… wir haben so was schon seit Jahren für unsere Darstellung erarbeitet bzw. zusammengetragen (Beispiel siehe hier: www.brandenburg1260.de/randdaten-regierungszeiten.html).
Wobei ich aus unserer Erfahrung sagen kann, dass ich in all den Jahren gerade mal 1 Frage eines Besuchers zur politischen Situation im Deutschen Reich während unserer dargestellten Epoche erlebt habe, Fragen zur Situation in der Mark Brandenburg waren da etwas häufiger, aber die Sachkultur ist nach wie vor das, was die Leute viel mehr interessiert.
Regierungszeiten und Herrschernamen haben wir genau wie die Besucher alle im Geschichtsunterricht gelernt und recht schnell wieder vergessen - das spiegelt sich deutlich in den Besucherfragen wieder…:-)
Das Hintergrundwissen ist vielleicht wichtiger für die eigene Recherche, z.B. zur Einordnung von Textquellen, Auftraggebern von Bildwerken etc.
Ruth

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Eintrag #24 vom 13. Jun. 2006 19:07 Uhr   Nachricht

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Dem kann ich mich fast ausnahmslos anschließen. Es liegt ja in der Natur des Menschen bei so einer Veranstaltung jene Fragen zu stellen die sich einem bei der Betrachtung aufdrängen. Wenn man zum ersten Mal ein Rüstung aus der Nähe sieht, wird einem keine Frage über die GEsundheit des Herrschers einfallen.
Hintergrundwissen ist zwar sehr wichtig, aber meiner Meinung nach kein politisches. Es ist viel wichtiger Sachen zu wissen wie Aberglaube oder Beziehung zur eigenen Sexualität, medizinsche Versorgung etc.
Das ist das Hintergrundwissen dass bei einer Darstellung oft fehlt.
Es ist zwar interessant für den Besucher zuzusehen wie eine Spindel benutzt wird, jedoch würde es ihn sicher noch mehr freuen wenn man zu ihm sagt: “Das machen wir nur um die funktionsweise zu zeigen. Im MA hätte das niemand gemacht, weil man nach dem allgemeinen Volksglauben dachte, wenn man öffentlich spinnt kommt der Teufel.”

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Eintrag #25 vom 14. Jun. 2006 09:57 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andreas,
im Prinzip ein gute Idee - aber leider ist besonders zu diesen Themen besonders wenig an Informationen stichhaltig greifbar.

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Eintrag #26 vom 14. Jun. 2006 13:20 Uhr   Nachricht

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Naja, über Sexualität gibts z.B. zur Genüge. Natürlich wird man ncihts spezielles über ein Bergdorf der Walachei(okok, Extrembeispiel) finden, aber dennoch einiges Verwertbares.
Hab dazu gerade letztes Semester ein Seminar an meiner Uni gehabt. DA gibt es einiges Lustiges (zit: Hast Du getan, was manche Frauen zu tun pflegen? Sie nehmen einen lebendigen Fisch und stecken ihn in ihre Scheide, lassen ihn dort so lange, bis er tot ist, kochen oder braten ihn und geben ihn ihren Ehemännern zu essen, damit diese mehr in Liebe zu ihnen entbrennen. Hast Du das getan, sollst du zwei Jahre lang an den erlaubten Wochentagen fasten)
Gleich zeigt es sich mit Aberglauben.
Die Gefahr ist hierbei allerdings, je nachdem wieviel Erfahrung man mit der Interpretation von Texten und deren Anwendung hat, dass von Werken wie z.B. I Benendanti(Carlo Ginzburg) die ja Mikrohistorisch gedacht sind auf mehr geschlossen wird…. ( eine lustige Vorstellung von Schlachten mit Fenchel an Quatembern falls das Buch jemand kennt).
Will mich allerdings aus meiner Kritik über schlechte “Hintergrundwissen” keinesfalls ausschließen, jedoch versuch ich mich verstärkt auch in diese Richtung einzulesen. Zwar mehr aus Studienzwecken als für die Darstellung, jedoch ist dass eine dem anderen ja nciht so fern.

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Eintrag #27 vom 14. Jun. 2006 16:58 Uhr Katrin Auer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Katrin Auer eine Nachricht zu schreiben.

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Also ich denke, eine Minimal-Grundregel sollte sein: ßber alles, was ich darstelle, sollte ich ein gewisses Grundwissen haben. Oder zumindest zugeben, dass ich da unsicher bin und gerne mehr wüsste.
Das klingt erst mal nach wenig, umfasst aber eben schon Wissen über politische und soziale Verhältnisse. Zum Beispiel die Frage, wie streng oder locker der christliche Zwang für Frauen, eine Kopfbedeckung zu tragen (1. Kor. 4-10) in “meiner” Zeit/Gegend/schicht gehandhabt wurde.
Meine persönliche Entscheidung ist es, lieber kein Rollenspiel zu machen, als den Leuten die übliche Im-Mittelalter-war-das-so-Show vorzuführen. Bei uns im Lager holt derjenige das Wasser, der gerade eh zum Brunnen (bzw Wasserhahn) geht, egal ob das jetzt im 10. Jahrhundert Frauenarbeit war oder nicht. Ich finde, das ist noch kein schwerer Darstellungsfehler - da gibt es so einiges Andere, woran wir dringender arbeiten müssen.
Ich halte es für sehr sinnvoll, auch über politische Geschichte genügend Grundwissen zu haben, gerade weil es in meinem Bereich des Frühmittelalters und gerade über Wikinger sehr seltsame Vorstellungen gibt, gegen die nur mit historischen Fakten anzugehen ist (ich meine jetzt nicht die Hörnerhelme, sondern die leider viel hartnäckigeren Germanentum-Vorstellungen mancher Leute).
@Andreas: Die von Dir angeführten Beispiele zeigen für mich gerade, dass es zwar interessant ist, sich bestimmte Quellen anzusehen, man es aber lieber lassen sollte, diese unkritisch ans Publikum weiterzugehen. Wir alle kennen doch den Unfug von der Sorte “im Mittelalter war Gelb verpönt, das trugen nur Huren”. In die gleiche Kategorie gehören für mich Aussagen wie “im Mittelalter” sei nicht öffentlich gesponnen worden (hä? Quelle?) oder “im Mittelalter” hätten Frauen ihre Männer mit vergammelten Fischen behext. Gerade bei den Themen Geschlechterrollen, Sexualität und Aberglauben wäre ich sehr vorsichtig, und viele der Quellen stammen aus der Neuzeit oder von verklemmten Mönchen ;-)
www.vidforli.org

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Eintrag #28 vom 15. Jun. 2006 12:27 Uhr   Nachricht

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Ich könnte dir zum spinnen natürlich Quellen raussuchen, allerdings muss ich dir sagen, dass mir das einfach zu mühsam ist. Ich weis es, habs gelesen und dass genügt mir.
Wie du auf die Anschauung der Quellen aus der Neuzeit kommst ist mir zwar ein Rätsel, aber auch gut.
Voll und ganz recht hast du mit dem Wasserholen etc. Soetwas in eine Darstellung einzubauen ist auch m.M. nach cniht nötig. Abgesehen davon, dass ich es cniht für richtig halte FRauen Wasser schleppen zu lassen.

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Eintrag #29 vom 15. Jun. 2006 12:58 Uhr Johannes Kulick  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Johannes Kulick eine Nachricht zu schreiben.

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Ich halte solche Verallgemeinerung wie “Im Mittelalter hat man nicht öffentlich gesponnen” auch für fragwürdig. Es mag sein, dass das in Landstrich X zur Zeit Y ein verbreiteter Volksglauben war (ist man nun mit seiner Darstellung in diesem Rahmen kann man dann auch gerne darauf hinweisen) überall und immer war es bestimmt nicht so und ich könnte spontan auch ein Gegenbeispiel bringen ( www.manesse.de/cgi-bin/mndx.cgi?a=ganz&geg=733 ).
Ich finde da sollte man gerade wegen Hintergrundwissen quellenkritisch genug sein können, um sowas abschätzen zu können.
Johannes - www.hildensia.de

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Eintrag #30 vom 15. Jun. 2006 17:12 Uhr   Nachricht

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Achso, darum geht es! Stand etwas auf der Leitung….
Natürlich sind solche Aussagen vollkommen unnütz wenn es um eine fachliche Diskussion gehen soll. Hab auch nur einfach “im MA” geschrieben, weil ich eben nicht das Wisssen habe wo genau wann dieser Volksglaube(falls es überhaupt etwas wie “einen Volksglauben gegeben hat, was man ja auch wieder durch genügend Beispiele wiederlegen kann) bestand hatte. War ja nur ein Hausnummernbeispiel, das keinesfalls so stehen gelassenw erden kann, wenn es um eine konkrete Darstellung gehen soll.
Allerdings ist m.M. auch immer fraglich wieviel es bringt, einem ”laien"-Besucher detailliertes Fachwissen darzubreiten, welches mit Jahreszahlen gespickt ist. Wenn cih einem Besucher erzähle, dass der Ahlspiess eine Waffe des SMA ist, ist diese Aussage natürlich genau betrachtet nciht richtig, jedoch wird sie ihm vermutlich mehr bringen und besser im GEdächtniss bleiben, als wenn ich ihm beginne zu erzählen, dass eine klare Epochenabgrenzung nciht genau möglich ist, zuw elcher Zeit der Ahlspiess wo verbreitet war etc. etc.
Aber das geht schon ein wenig zu sehr ins Museumspädagogische hinein und ist hier glaub ich etwas fehl am Platze.

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Eintrag #31 vom 15. Jun. 2006 19:09 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Ich finde, wir sollten in dieser Diskussion deutlichst den Wissenfundus des Darstellers und die Vermittlung an Besucher trennen.
Die Ausgangsfrage ging ja dahin, welches Wissen man haben sollte.
Die Vermittlung - speziell auf Aufnahmefähigkeit bezogen - in die Diskussion zu packen kompliziert diese Diskussion sehr, außerdem liefert der Aspekt genug Stoff für einen eigenen Thread.
Den gibt sogar hier: [Taverne, Thread: Verbesserung der Didaktik auf MA-Veranstaltungen]ß, Ivain

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Eintrag #32 vom 16. Jun. 2006 14:06 Uhr Juergen Nitschke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Juergen Nitschke eine Nachricht zu schreiben.

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Habe mir gerade den ganzen Beitrag ein zweites (oder drittes) mal durchgelesen.
Ich denke alle hier geäußerten Ansätze sind grundlegend richtig und wichtig.
Nur stellt sich dabei für mich ein Prob. dar.
Um “darstellungsspezifisches” (klingt toll) Hintergrundwissen zu bekommen muß man ja ,nach Möglichkeit, die entsprechenden Quellen finden / kennen. Dieses mag ja im Bereich “höhergestellter” Bevölkerungsschichten noch relativ einfach sein, aber über “Bauer X aus Y” wird das doch sicherlich sehr viel schwieriger.
Als Grund davon sehe wer was aus betreffender Zeit schriftlich ( oder wie auch immer) hinterlassen hat.
Aus diesem grund habe ich folgende Bitte:
Bitte alle die irgendwas über hist. Hindergrundwissen zur niederen Bevölkerung wissen, meldet euch. viell. kann man das ja irgendwie sammeln und für den “einfachen Darsteller” nutzbar machen.
Ich hoffe irgendjemand versteht mein Geschreibsel hier und kann meinen wirren Gedanken folgen.
juergen

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Eintrag #33 vom 16. Jun. 2006 14:14 Uhr Johannes Kulick  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Johannes Kulick eine Nachricht zu schreiben.

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Es gibt auch für die niederen Schichten durchaus Quellen. Gerade über soziale Strukturen u.ä. gibt es reichlich.
Als ersten Ansatz kann ich da nur das oft genannte (und selten gelesene?) “Lebensformen im Mittelalter” von Arno Borst empfehlen.
Natürlich wirst du nicht direkt was von Bauer X aus Y finden, aber vielleicht etwas über das Leben von Bauern zur Zeit etc.
Johannes - www.hildensia.de

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Eintrag #34 vom 16. Jun. 2006 14:55 Uhr Juergen Nitschke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Juergen Nitschke eine Nachricht zu schreiben.

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natürlich gibt es die. Ich dachte aber eher daran diese evtl. zu sammeln und interessierten Leuten zur Verfügung zu stellen.
Also nicht als ausführliches Lexikon sondern eher als “linkliste”.
Wäre viell. ne gute Idee um das “gemeine Volk” bei Darstellungen zu fördern und nicht den allgegenwärtigen “Anfängerritter” das Feld zu überlassen.
Hab mich da auch bekehren lassen.
Vom rauchenden Hörnerwiki zum Stellmacher gewechselt.
juergen

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Eintrag #35 vom 19. Jun. 2006 15:32 Uhr Katrin Auer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Katrin Auer eine Nachricht zu schreiben.

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Ich glaube, ich kann gerade nicht ganz folgen…
Hintergrundwissen über den Alltag der einfachen Leute inkl. deren Wissenshorizont sammeln: machen wir das nicht sowieso schon die ganze Zeit? Es gibt doch viele schöne Bücher z. B. über die “Geschichte des täglichen Lebens”, in denen da viel Interessantes drinsteht.
Aber auch die Gruppen, die wirklich Rollenspiel machen, also bei denen z. B. Herr und Knecht im Lager wirklich unterschiedliche Arbeiten ausführen etc., wollen doch nicht wirklich auch den Wissenshorizont der Leute “spielen” Inklusive aller Vorurteile und einseitigen Vorstellungen?
Ich hatte die Anfangsfrage eigentlich gerade anders herum verstanden - denn sehr viel Wissen über vergangene Zeiten entsteht erst in der Rückschau, z. B. warum sich etwas politisch oder wirtschaftlich entwickelt hat. Und es wäre doch schade, dieses Wissen zu ignorieren. Zum Beispiel erkläre ich immer, dass das Flügelspinnrad erst sehr spät erfunden wurde, dass im Früh- und Hochmittelalter also hauptsächlich mit der Handspindel und teilweise mit dem Spindelrad gesponnen wurde und dass man dennoch sehr feine Qualität erreichen konnte. Das dürfte ich als Frühmi dann doch eigentlich gar nicht wissen… es hilft aber mir und dem Publikum beim Verständnis dafür, was die Leute früher handwerklich schon so drauf hatten.
Also, wollt Ihr wirklich einen Bauern mit seinem beschränkten Wissensstand darstellen? Oder hab ich die Diskussion falsch verstanden?
www.vidforli.org

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Eintrag #36 vom 20. Jun. 2006 10:15 Uhr Juergen Nitschke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Juergen Nitschke eine Nachricht zu schreiben.

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Da hast Du was falsch verstanden. Ich dachte so daran das man viell. schwer zugängliche Infos zum Laben des kleinen Mannes sammeln könnte und diese dann weitergeben. Ich habe die Erfahrung gemacht das Geschichtsschreibung innerhalb von Kloster- oder Burgmauern “häufiger” anzutreffen ist als davor.Gemeint ist das Alltagsleben von Bauer X aus Y welche ja oftmals als Grundlage einer Darstellung herangezogen wird.Also was machte/ wusste/konnte der kleine Mann zu seiner Zeit wirklich. Ich denke sowas zu sammeln und weiterzugeben könnte vielen “einfachen” Darstellern einiges erleichtern.
Viell. ist es ja auch nur ne total blöde Idee.
Sagt mal was dazu.
juergen

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