Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Hirten/Waldarbeiter o.ä. im HMA

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Eintrag #1 vom 12. Sep. 2003 12:32 Uhr Stefan Soyke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Soyke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht mal vorsichtig angefragt...

Seid erstmal alle ganz herzlich gergrüßt,
ich habe mich jetzt eine ganze Weile durch die Threads hier geschlagen und auch jede Menge Websites für historische Darsteller aufgesucht.
Mir gehts um Folgendes: Ich würde gerne einen Hirten oder einen Holzfäller oder etwas in die Richtung darstellen. Die Zeit wird so um 1230 +/- 20 Jahre liegen. Gegend: Sauerland/Südwestfalen/Kurkölner Raum. Ich habe aber leider nichts über diese Berufszweige gefunden, auch unser Museum hält nicht viele Infos zum HMA parat, wo unsere Stadt doch 1222 gegründet wurde.
Kann mir da jemand vielleicht passende Quellen nennen? Insbesondere habe ich Fragen zur Gewandung:
Da Holzfäller/Schäfer ja eigentlich immer draussen (teils im Gestrüpp) waren, inwieweit kommen da Kleidungstücke wie z.B. Beinwickel, Mäntel, Umhänge in Betracht.
Oder welchen Stand hatten solche Leute?
Würde mich gerne mal bei einer historischen Gruppe reinschnuppern (Aber bloss kein “Seyed-mir-gegryszet-edler-Recke-blabla”, ich habe durchaus vor ein “Brachialauthentiker” zu werden)
ßber Antworten würde ich mich sehr freuen. Ach ja, wenn es einen solchen Thread schon geben sollte, hab ich ihn nicht gefunden, dann löscht meinen Post einfach.
Liebe Grüße
P.S. insbesondere interessiert mich auch die mittelalterliche Geschichte des Sauerlandes und der Kreise OE und MK. Ganz besonders Attendorn!
Stefan (noch ohne Charakter-Namen)

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Eintrag #2 vom 13. Sep. 2003 07:48 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht jaaaa!

Moin!
Endlich einer der mal richtig anfängt!
mit ner einfachen Darstellung :-)
1230? hmm eigentlich nicht genau meine Zeit, mein Bauer ist 1250 angesiedelt aber im Groben macht das grade bei der Kleidung des einfachen Mannes keinen Unterschied.
Was aber grade die kleinen Accessoires anbelangt wird Dir nichts anderes übrigbleiben und versuchen regionale Quellen zu beschaffen - fang mal in einem Heimatmuseum am Ort an - die sind im Allgemeinen sehr kooperativ und erfreut wenn sich jemand mal für sie wirklich interessiert.
Nur eine Spezialisierung der Arbeitskleidung gab es nach meinem Wissen nicht (mit einer Ausnahme: die lederne Schmiedeschürze).
Das heisst deine Kleidung wird sich von der eines Bauern nicht unterscheiden.
Du brauchst:
Bruche aus Leinen, also Natur“grau” oder leicht gebleicht - aber vergiss das mit dem “Arielweiss”
optimal wäre das sogenannte “Bauernleinen” - findest Du in Ebay unter Suche nach genau diesem Stichwort
Hemdelin (oder auch Tunika genannt) aus dem gleichen oben genannten Stoff - einfach geschnitten, Langarm - gerade ßrmel und Länge bis knapp übers Knie. Schlüsselloch oder Kreisausschnitt - 2 Geren an den Seiten eingesetzt.
Cotta - Wollstoff - Farbe nicht leuchtend, Erdtöne bevorzugt. Stoffqualität entweder gewalkte Wolle oder gleich dünner Lodenstoff. es geht auch einfacher Wollstoff in Leinwand- oder Köperbindung - jedoch franst er leichter und bietet auch nicht so den Wetterschutz ohne Futter.
Beinlinge - aus gewebtem - nicht gestricktem, billigeren - Loden naturgrau oder naturweiss - wenn möglich bitte gleich den Schnitt OHNE separate Sohle ;-)
Schuhe, innengeschnürt, knöchelhoch und wendegenäht - Material pflanzlich gegerbtes Rindleder
Bundhaube - 2-teilig mit Scheitelnaht - nicht die dreiteiligen “Kosmonautenkappen” ebenfalls aus dem “Bauernleinen”
gefilzter Hut, ebenfalls naturgrau - mit relativ breiter Krempe - (kennst Du die “Sepplhüte” vom Münchner Oktoberfest?)
einfacher Ledergürtel mit einfacher Messing oder Bronzeschnalle - da kannst Du ja nen regionalen Fund suchen :-) - keine Beschlagbleche!
Als Wetterschutz gibts dann mehrere Möglichkeiten :
Gugel, Cappa kurz, Cappa lang/ mit Armlöchern oder, wenn Du wirklich einen Eigenbrötler fern jeder Mode machen willst - ein mit einfacher Eisenringfibel -gerne auch verzinnt- verschlossener Rechteckmantel aus dickem Lodenstoff - hat übrigends den Vorteil dass Du Dir dann nicht auch noch ne Decke anschaffen musst :-)
ßber Beinwickel ist mir da so ohne weiteres nichts aus Deutschland bekannt - es gibt jedoch Fresken aus dem Anfang 14. /Italien die bei Hirten sowas zeigen - wobei nicht klar ist ob die wegen dem biblischen Bezug nicht bewusst veraltet dargestellt sind.
Aber lass Die eines aus Erfahrung gesagt sein - Beinlinge - auch ungefüttert - aus gutem Lodenstoff halten selbst bei Extremtemperaturen warm - auch durchfeuchtet…
Soweit erstmal die Kleidung.
Generell Utensilien:
Essmesser mit gestecktem Holzgriff und passender Lederscheide
Löffel Holz
Schale Holz, idealerweise grüngedreht
einfacher Daubenbecher
günstig wäre ein Brotbeutel zum Umhängen oder so ne netzartige Hirtentasche - siehe Kreuzfahrerbibel - jedoch bin ich da noch nicht explizit weiter gekommen mangels Kenntnis von Realfunden
eine gehärtete Lederwasserflasche
Kleiner Beutel mit Feuerstein, Zunder und Schlagstahl
nen Rosenkranz
ein einfaches Leintuch - rundum gesäumt - zum Waschen, abtrocknen, Proviant verpacken
nur das Messer gehört an den Gürtel - alles andere kommt in den Brotbeutel ;-)
Bei folgenden Sachen kannst Du dann die Regionalität mit einbringen:
Fibel
Gürtelschnalle
Form der Holzlöffel/Becher/Schale
Zu den Accessoires - als Hirte brauchst Du
typischerweise einen eisenbeschlagenen Hirtenstab - schaut ein bisschen aus wie ein mannshoher Wanderstab mit Eisenspitze (zum Treiben/und auch wehren ;-) )
auch wenn ich Dir garantieren kann dass das auf Märkten kaum einer identifizieren kann ….
mehr ned… ausser den Tieren ;-)
möglich wäre als Schafhirte noch ne Bügelschere mit einzupacken
tja - als Holzknecht - ne gute belegbare Axt, evtl ne Säge, ein Sappi (Holzzieh/Bewegewerkzeug), oder ein Zieheisen zum Entrinden
und idealerweise ein Pferdegespann zum Holzrücken :-))))
eigentlich nicht viel oder?
Zum Stand - Wald/Feldarbeiter unterscheiden sich statusgemäss nicht vom Bauernvolk - dem sie ja auch funktionsbedingt angehören.
Hirten stehen bei Bauern i.d.R im Brot oder waren von der Dorfgemeinschaft gemeinsam angestellt. Und auch voll Schadensersatzpflichtig sollte ein anvertrautes Tier sterben oder verletzt werden! also fast ein härteres Los als Bauern selbst hatten…
Die Holzarbeiter waren im Normalfall auch die entsprechenden abgabenpflichtigen Bauern - als auch nix mit Selbstständigkeit (Spezialisten wie Köhler ausgenommen)
Soweit zu Deinen Fragen - also bei regionalen Sachen kann ich Dir nicht weiterhelfen - ich hab halt dann doch eine andere Gegend als Interessensschwerpunkt ;-)
Die einzelnen Quellen kann ich Dir tiptechnisch auf Nachfrage auch liefern - no Prob -
aber zuerst einmal ne Frage von mir:
Welche Literatur hast Du denn bereits ?
erstmal die wichtigste grundlegende Literatur:
Purrucker: HMA- Bauernkleidung, erhältlich nur in Düppel
Werner Rösener: Bauern im Mittelalter
Dann guckst Du mal unter home.tiscali.nl/~t401243/mac
So - dann erstmal willkommen in einem Hobby, das Dir seltsame Blicke bescheren wird und in dem Du wenn Du es richtig angehst mehr Geld für Fachliteratur ausgeben wirst als für die eigentliche Ausrüstung ;-)
Liebe Grüsse aus Brandenburg
-mike-
aka Lui der Bauer

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Eintrag #3 vom 13. Sep. 2003 10:44 Uhr Jürgen Trautmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jürgen Trautmann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht weihnachtsszenen

Suche nach Szenen, in denen der Engel den Hirten die frohe Botschaft verkündet. Die nächste Abbildung zu 1230 die mir gerade einfällt stammt aus der Trierer Gegend um 1200 (Mit Vorsicht genießen, Buch ist ein Kunstsammelband aus den letzten Kriegsjahren, das im Vorwort das übliche von Glanz der deutschen Geschichte verzapft. Nette Bilder allerdings.)Die drei Hirten tragen alle hüfthohe Holzstecken: Aussehen in etwa wie Spazierstock, dessen rundgebogener Griff halbiert wurde und nun in eine Kugel übergeht. Der Stecken wird so gehalten, daß die Kugel auf dem Boden liegt.
Zur Kleidung: Einmal Wadenwickel; einmal eine Gugel aus wahrscheinlich Schafspelz mit dem Fell nach außen,, leicht über die Schultern reichend; einmal Gugel mit überdimensionalem Schulterkragen bis zur Hüfte, im Rücken leicht länger; einmal kopfbedeckungslos (runder Halsauschnitt ohne erkennbaren Schlitz, der Rest trägt Gugel und verhüllt damit den Ausschnitt und eventuelle Leinenkäppchen); einmal grauer langer Spitzbart beim ältesten Hirten; einmal bloße Beine; Cotte jeweils ca knielang, der alte Hirte natürlich die längste Version, aber auch nur knapp unter die Knie; zweimal niedrige Stiefel mit Streifen am Schaft die ein durchgeführtes Lederband vermuten lassen.
Und du solltes schonmal überlegen, woher du Miniaturschafe bekommst. Vorzugsweise in dottergelb, obwohl eines der Schafe dunkelblau ist. Inwieweit das allerdings Verfärbungen des Originals oder der Buchabbildung sind…
Alsdenn
Jürgen

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Eintrag #4 vom 13. Sep. 2003 10:56 Uhr Jürgen Trautmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jürgen Trautmann eine Nachricht zu schreiben.

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home.tiscali.nl/~t401243/mac/mac25vB.jpg

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Eintrag #5 vom 15. Sep. 2003 08:26 Uhr Stefan Soyke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Soyke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht is ja ne ganze menge...

vielen Dank,
damit kann ich schonmal ne ganze Menge anfangen. Inwieweit ich echte Schafe in meine Darstellung einbauen will ;-) mal schauen. Vielleicht wenn ich im Lotto gewinne und nicht mehr arbeiten brauche.
ALso der Grundstock ist dank Euch ja nun gelegt, jetzt beginnt erstmal die regionale Detailsuche. Ich lasse es Euch wissen, wenn ich ne kleine Erfolgsmeldung vermelden kann.
Die Szene ist ja doch nicht so unnett wie alle behaupten!!
Liebe Grüße
Stefan (noch ohne Charakter-Namen)

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Eintrag #6 vom 16. Sep. 2003 15:29 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hirten-Plastik 1250

Hallo Stefan,
eine schön detaillierte Hirtenplastik, datiert um 1250, findest Du zum Beispiel auch am Mauritiusrondell des Konstanzer Münsters. Unter anderem interessant dabei der einfachste Gürteltyp - nämlich ein Strick; ansonsten entspricht er bekleidungstechnisch dem, was Mike bereits treffend beschrieben hat. Bild kann bei Interesse verschickt werden.
Gruß,
Ruth

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