Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Historische Sättel

Einträge 1 bis 31 (von insgesamt 31 Einträgen)
Eintrag #1 vom 09. Okt. 2001 14:27 Uhr Bernd Theine   Nachricht

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Wer kann mir bei der Suche nach Vorlagen und Abbildungen für die Rekonstruktion von historischen Sätteln weiterhelfen? Ich bin an Sattelmodellen des Hoch- und Spätmittelalters Europas und des Osmanischen Reiches interessiert.
Im voraus besten Dank
Bernd

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Eintrag #2 vom 09. Okt. 2001 15:23 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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hallo,
versuch’s doch mal mit folgenden Literaturtips:
“The medieval warhorse from Byzantium to the crusades”, Ann Hyland. 1996, Combined Books, Pennsylvania, ISBN 0-938289-84-5
“The Medieval Horse and Its Equipment c. 1150-1450”. Medieval Finds from Excavations in London series, No. 5, ISBN 0112904858 (meines Wissens nur noch antiquarisch erhältlich)
Ruth

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Eintrag #3 vom 09. Okt. 2001 15:48 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
zeitlich vielleicht etwas früh: im Ausstellungskatalog “Die Franken - Wegbereiter Europas” aus dem Theiss-Verlag ist ein nach Originalfunden rekonstruierter Sattel beschrieben und abgebildet.
Dabei handelt es sich um einen Maultiersattel. Geborgen wurde er aus einem Frauengrab. Die Konstruktion ist identisch mit der noch heute verwendeter Packsättel.
Ansonsten unter www.manesse.de mit Stichwort “Sattel” die Suche starten, dann erhältst Du alle Abbildungen von Reitern. Auffällig ist, daß es anscheinend nicht nur Sättel mit festen Galerien (“Rückenlehne”) gab, sondern auch Stoffrollen zum Aufpolstern im vorderen und hinteren Bereich verwendet wurden.
Hoffe, das hilft bei Deiner Suche weiter.
Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #4 vom 09. Okt. 2001 16:26 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Im Boeheim “Handbuch der Waffenkunde” von 1890 handelt das 10. Kapitel über Pferdezeug. Ist zwar nicht allzu speziell, aber für`n Einstieg wird es reichen.
ISBN habe ich leider nicht. Das Buch ist aber im Bertelsmann Club zu bekommen…
Gruß
Ulrich von Suderloh

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Eintrag #5 vom 15. Okt. 2001 19:17 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Verweise auf die beiden “Klassiker”:
Ann Hyland, The Medieval Warhorse from Byzantium to the Crusades, Sutton Publishing, Stroud 1994 (ISBN 0-7509-1243-X) mit etlichen Sattelabbildungen
sowie (zu - fast - allem anderen, aber leider keinen Sätteln; trotzdem lesenswert):
John Clark, The Medieval Horse and its Equipment c. 1150-1450 (Medieval Finds from Excavations in London 5), Museum of London, HMSO, London 1995 (ISBN 0-11-290485-8).
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #6 vom 16. Okt. 2001 10:52 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Entschuldigung, Ruth: Du hattest die beiden von mir angeführten Bücher ja schon genannt (wie peinlich für mich! Man sollte eben immer auch die ganzen Einträge lesen und nicht nur den oder die jeweils letzten, wozu allerdings - damit versuche ich mich jetzt herauszureden! - die Funktion anregt).
Ich hoffe, Du kannst mir verzeihen!
Beste Grüsse Nikolaj

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Eintrag #7 vom 16. Okt. 2001 12:28 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo
Unter www.personal.utulsa.edu/~marc-carlson/[…]/saddlebi[…] habe ich eine Bibliographie zu hist. Sätteln gefunden
Hilmar

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Eintrag #8 vom 30. Okt. 2001 16:57 Uhr Silke Eckert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Silke Eckert eine Nachricht zu schreiben.

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Vielleicht ganz interessant (wenn auch keine Primärquelle) in der aktuellen CAVALLO (Reitsportzeitschrift) ist ein Bericht über Wolfgang Krischke (Tjoster), der laut Bericht auch MA- und Renaissance-Sättel nach Originalvorlagen nachbaut.
Gruß Silke

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Eintrag #9 vom 19. Nov. 2001 02:47 Uhr Philipp Klostermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Klostermann eine Nachricht zu schreiben.

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Ich gerade 67 (oder so) “Ausschnittvergrößerungen” mit Sätteln (Teilweise ohne Reiter) aus der Kreuzfahrerbibel in die neue “Manesse” - Suchmaschine gepackt. Einfach wie gehabt suchen…
Gruß, Philipp

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Eintrag #10 vom 20. Nov. 2001 11:05 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Philipp,
ich würde ja gerne suchen, weiß aber nicht wo!
Vielleicht sollte ich es wissen, tue es aber nicht.
Könntest Du bitte die URL noch einmal kundtun?
Danke!
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #11 vom 20. Nov. 2001 11:54 Uhr Stefan Breu  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Breu eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen!
Ausführlicher als “Die Franken. Wegbereiter..” widmet sich “Das Gräberfeld von Pfahlheim und das Reitzubehör der Merowingerzeit” dem Thema. Publikation zur aktuellen Ausstellung “Die Reitergräber von Pfahlheim” des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Es wird auch ein alternatives Konstruktionsprinzip, der “Pritschensattel” erörtert.
Dieser leitet sich wohl vom spätrömischen Militärsattel ab und hat im Ggs. zum Trachtensattel keine durchgehende Kammer, sondern nur im Bereich des Widerrists. Der Trachtensattel wird als aus Osteuropa, der Pritschensattel als aus dem Mittelmeerraum stammend betrachtet.
Der Schlußsatz des entsprechenden Kapitels:
“Ungebrochen setzt sich die Tradition der römischen Satteltypen in der Merowingerzeit fort, die als ”missing link“ zu den mittelalterlichen Krippensätteln überleiten. Die Jahrhunderte anhaltende, kontinuierliche Sattelbautradition im alteuropäischen Kulturraum wurde im frühen Mittelalter nicht plötzlich durch den überschätzten steppennomadischen Einfluß unterbrochen.”
Dem Titel entsprechend wird auch das übrige Geschirr behandelt, wie Vorder- u. Hinterzeug, Steigbügel etc. Aber nicht HMA. (Was mich nicht stört) ;-)
Gruß
Stefan

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Eintrag #12 vom 21. Nov. 2001 11:49 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Nikolaj,
schau hier nach: www.manesse.de
Die Suchmaschine hat bei mir funktioniert….
Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #13 vom 15. Dez. 2002 20:58 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht noch was zum Thema

Auch wenn schon lange keiner mehr über dieses Thema geschrieben hat, möchte ich mein Wissen kurz niederschreiben: Ich habe mit verschiedenen Historikern telefoniert, ob sie mir einen Tipp geben können, wie wohl der Baum eines Sattels - wie in der Kreuzfahrerbibel abgebildet - ausgesehen haben könnte. Mir wurde gesagt, daß es dazu absolut keine Funde gibt. Man kann also nur Vermutungen anstellen. Der römische Hörnersattel hat ja ein Paneel aus dickem Leder, ist also leicht flexibel. Trachten/Pritschensättel mit zwei Holzpaneelen gab es ja, wie wir bereits gehört haben, mehr im osteuropäischen Raum. Dies schrieb auch einmal Dr. Axel Gelbhaar in einem Artikel für die Freizeit im Sattel, bzw. in seinem Buch über Sattel- u. Zaumzeug aus den Sammlungen der Veste Coburg. Was also wahrscheinlicher ist, wenn man sich die Sättel in Nürnberg einmal näher von unten anschaut, ist, daß der “Krippensattel” aus einem vorderen Baum und einem hinteren Baum bestanden hat, wie heutzutage noch die franz. Gardiansättel oder der span. Vaquerosattel. Ob diese Aufbauten mit Strohrippen gefüllt waren, oder aus Holz oder sonstwas, kann man leider nicht mehr nachvollziehen. Ich habe eine Abbildung im “Buch der Turniere” gesehen, wo ein erhalten gebliebener Hinterzwiesel aus Elfenbeinschnitzerei war….
Auf alle Fälle könnte es so gewesen sein, daß zwischen den Aufbauten Stohrippen wie heutzutage immer noch beim Vaquerosattel üblich, verwendet wurden. Beim Gardiansattel verwendet man seit Jahrhunderten einen Flachstahl und macht unten Lederpolster dran. Ich werde mich beim Nachbau eines Sattels im 1250 jedenfalls an die französichen und spanischen Bauarten halten. Wer zu diesem Thema noch interssante Theorien hat, kann mir gerne mailen. Ich bin für jeden Tipp und jede Diskussion sehr dankbar.
ßbrigens hat Prof. Junkelmann den Dollinger Sattel nachgebaut. Er müßt 14. Jahrh. sein. Es gibt dazu ein Buch, welches leider vergriffen ist: “Dollinger, das Buch zum Spiel”. Außerdem gibt es in London wohl noch den Sattel Hinrich V zu sehen. Leider habe ich noch keine Gelegenheit gehabt, das Museum zu besuchen.
Gruß, Alexandra von Lichtenstein

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Eintrag #14 vom 16. Dez. 2002 07:28 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Im Zeughaus Berlin liegt zumindest noch einer aus dem 15. Jh. rum. Wenn ich mich recht erinnere ein Prunksattel mit Elfenbeinschnitzereien.
Gruß
Joachim

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Eintrag #15 vom 18. Dez. 2002 07:33 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Habe mal in meinen Katalog geschaut:
Prunksattel, süddeutsch, um 1450. Der Holzrahmen ist mit geschnittenen und gravierten Elfenbeinplatten belegt. Aus der ehemaligen Sammlung des Prinzen Carl von Preußen. Bekannt sind etwa 20 Elfenbeinsättel aus dem 15. Jahrhundert.
Ich tu mich mit der Beschreibung schwer, aber was auffällt, die hintere Stütze oder wie immer man das nennt, ist zweigeteilt, jeweils in ovaler Form.
Ansonsten existieren noch jede Menge Roßpanzer im Zeughaus mit den entsprechenden Sätteln. Und auf einem Foto, das die provisorische Auslagerung 1952 zeigt, liegen etwa 10 sehr unterschiedliche historische Sättel zwischen Rüstteilen ungeordnet in der Gegend rum.
Eine Recherche im Zeughaus könnte also lohnen.
Schon mal frohe Weihnacht Euch allen, ich verzieh mich allmählich in die Weihnachtsferien
Joachim,
leider sattel- und pferdeloser Ritterdarsteller

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Eintrag #16 vom 14. Feb. 2003 12:17 Uhr Stephen Pajer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stephen Pajer eine Nachricht zu schreiben.

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www.zaumundzuegel.de
hier habe ich eine HP zu dem Thema gefunden, weiß leider selber nicht wie “A” die Sättel sind, aber das Bocksattelprinzip scheint mir stimmig und gefühlsmäßig richtig. Aber zur Sicherheit bitte noch recherchieren.
Alles Liebe,
Stephen
www.11chor.at → des Widerlings Heimat

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Eintrag #17 vom 08. Apr. 2003 12:07 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Der Vollständigkeit halber will ich noch auf die Homepage von Caro Holleber www.zaumundzuegel.de verweisen, wo die Rekonstruktion eines Sattels 8. Jhd. gezeigt wird.
Gruß, Alexandra von Lichtenstein

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Eintrag #18 vom 13. Okt. 2003 09:35 Uhr Stephen Pajer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stephen Pajer eine Nachricht zu schreiben.

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das hast du sehr schön abgeschrieben, danke
:-)
wie du sicher bemerkt hast, steht der link eins weiter unten *g*
Wilhem der Widerling - www.11chor.at

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Eintrag #19 vom 26. Jul. 2006 15:17 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
Jens hat eine Frage im Thread “Königswahl zu Forchheim” gestellt. Dort gab es in den Bildern einen Nachbau eines Sattels aus dem 13.Jdh. zu sehen:
“Wenn ich mir den Vorderzwiesel ansehe, dann ist der nach aussen gewölbt, ich kenne Turnier-oder Gefechtssättel jetzt aber nur mit nach innen gewölbtem Vorderzwiesel.
Gibt es genaueres zum Aufbau des Sattels, worauf basiert z.B. der Sattelbaum etc.?”
Wenn Du Dir die Miniaturen der Kreuzfahrerbibel ansiehst, dann bekommst Du massenhaft Vorderzwiesel zu sehen, die sich nach aussen hin wölben. Später, im 14. und 15. Jhd. sind Turniersättel auf Abbildungen häufiger zu sehen, die typisch nach innen gewölbt sind, so daß der Reiter wie in einer Zange sitzt. Nicht ganz so krass habe ich aber auch schon Abbildungen aus dem 11. Jhd. gesehen, die bei denen sich der der Sattel ebenfalls nach innen wölbt. Diese Varianten scheinen nebeneinander existiert zu haben. Bezüglich des Unterbaus haben wir das Problem, daß kein einziger Sattelbaum aus dem 13. Jhd. vollständig existent ist. Somit können wir nur Vermutungen anstellen, Vergleiche ziehen, eine Typologie aufbauen und auch verschiedene Satteltypen dieser Zeit vergleichen, ihren Entstehungsort und den Grund ihres Entstehens. Ich schreibe derzeit darüber eine Arbeit. Zu einem eindeutigen Ergebnis bin ich aber auch nach gründlicher Forschung noch nicht gekommen. Ich kann alsweilen nur sagen, daß es Trachten schon zu allen Seiten gab und diese Form wahrscheinlich auch im HMA nicht ausgestorben war. Der nächste Sattel, der erhalten ist, ist der von Heinrich V. Er hat Holztrachten und ein enormes Sitzkissen, das den Reiter hoch über das Pferd gesetzt hat, so daß er mehr gestanden ist…
Soweit zu diesem Thema…
Viele Grüsse, Alexandra

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Eintrag #20 vom 26. Jul. 2006 23:59 Uhr Bruno Jung  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bruno Jung eine Nachricht zu schreiben.

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Bei der Konstruktion der Sättel haben wir uns weitgehend an die wenigen bekannten Vorlagen, wie Bamberg Reiter, Magdeburger Reiter, Kreuzfahrerbibel, und die Allseits bekannten Liederhandschriften gehalten, leider gibt es keinerlei Sattelfunde aus dem 13.Jh, die bekannten Sattelfragmente die in Frankreich oder Nordostdeutschland gibt stammen aus dem 11.Jh oder Früher spätere Sättel und Sattelteile sind aus dem frühen 15.Jh bekannt.
Um eine Alltagstauglich zu gewährleisten mussten die Sättel anatomisch an heutige Bedürfnisse und Pferderücken angepasst werden, dies geschah unter Verwendung eines dem Westensattel ähnlichen Unterbaus, zum einen um eine Optimale Gewichtverteilung zu ermöglichen zum anderen da sich diese Sattelart die übrigens von den Spanischen Konquistadoren Sättel ableitet, am besten für unsere Zwecke eignet. Vordere und Hinterzwiesel sind aus Sicherheitsgründen niedriger gehalten als die der Reiterstandbilder, in der Kreuzfahrerbibel scheinen sie auch deutlich niedriger zu sein als bei besagten Reiterfiguren.
www.heribu.de/hastings/sattel1.jpg
www.heribu.de/hastings/sattel2.jpg
Gerald von Storndorf

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Eintrag #21 vom 27. Jul. 2006 20:07 Uhr Bruno Jung  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bruno Jung eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe hier etwas von einer Französischen Seite, früher 1008 / 1010 - 1040 es sind einige Artefakte abgebildet auch teile von Sätteln, vergleichbar den Sattelfragmenten aus dem Salierkatalog, Pferdezubehör, Lanzen, u.s.w. unten gibt es den Link.
Weiterhin kommt wahrscheinlich noch im Herbst ein Buch “Reiter und Ritter Formenkunde, Chronologie, Verwendung und gesellschaftliche Bedeutung des mittelalterlichen Reitzubehörs aus Deutschland” auf den Markt es beruht auf einer Dissertation.
www.culture.gouv.fr/culture/arcnat/[…]/chepay.htm
Gerald von Storndorf

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Eintrag #22 vom 28. Jul. 2006 07:57 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Bruno,
an welcher Stelle im Salierkatalog sind denn Sattelfragmente abgebildet? Ich finde nur Striegel, Steigbügel und Gebisse. Nachgeschaut habe ich in “Das Reich der Salier” (Thorbecke). Gibt es von dem Katalog mehrere Bände und die Fragmente sind in einem anderen Teil abgebildet?
Dann nochwas: Boeheim schreibt was über einen Sattel des Königs Jakob I von Aragonien (1206-1276). Dieser Sattel soll sich in der Armeria Real zu Madrid befinden. Weiß jemand von diesem Sattel und was aus ihm geworden ist?
Viele Grüsse, Alexandra

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Eintrag #23 vom 01. Okt. 2006 16:04 Uhr Philipp Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

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Ich bin auf der Suche nach Abbildungen/Literatur zu historischen Sätteln der frühen Neuzeit. Die Hinweise weiter unten waren schon sehr hilfreich, aber ich würde mich über Tipps zu späteren Modellen sehr freuen. Vielleicht hat sich bereits jemand mit diesem Thema beschäftigt? Ferner wird weiter unten folgende Dissertation erwähnt:
“Reiter und Ritter. Formenkunde, Chronologie, Verwendung und gesellschaftliche Bedeutung des mittelalterlichen Reitzubehörs aus Deutschland”. Ist hierbei bekannt, an welcher Universität die Arbeit eingereicht wurde?
Vielen herzlichen Dank schon jetzt.
Besten Gruß
Philipp Schmidt

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Eintrag #24 vom 03. Okt. 2006 18:22 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Phillip,
nach welchen Satteltyp suchst Du denn genau? Und warum kann Dir z.B. das Buch “Mittelalterliches und frühneuzeitliches Fahr- und Reitzubehör” von Dr. Axel Gelbhaar nicht weiterhelfen?
Und bitte immer daran denken: Einen Sattel nach oben hin nachzubauen ist das eine, dem Pferd aber sollte er ebenfalls passen und das ist eine Geschichte, die jedenfalls auch sehr viel Erfahrung braucht und das eigentlich Schwierige am Rekonstruieren ist. Jeder Fehlversuch ist einer zuviel.
Viele Grüsse, Alexandra

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Eintrag #25 vom 03. Okt. 2006 20:29 Uhr Philipp Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Alexandra,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich glaube, ich muss mich ein wenig erklären: Ich schreibe zurzeit an meiner Diplomarbeit (Restaurierung von archäologischem Kulturgut). Dabei beschäftige ich mich mit wassergesättigten, organischen Materialien am konkreten Fall eine Sattelfragments (aus Holz, Leder und Eisen). Primär geht es also um die Konservierung dieses Fragments aus Bodenlagerung. Als zweites würde mich aber auch eine typologische Einordnung stark interessieren, was letztlich auch bestimmte Entscheidungen der Konservierungsplanung beeinflussen kann. Da ich aber zugegebener Maßen nur wenig Ahnung vom Reitsport habe, und damit natürlich auch von Sätteln, fällt mir eine Beurteilung des von mir zu bearbeitenden Sattels sehr schwer, zumal es eben nur ein Fragment ist. Es ist auch nicht meine Absicht, einen Sattel zu rekonstruieren und irgendein armes Pferd damit zu quälen-
Der Sattel müsste in die Zeit des frühen 17. Jh. datiert werden und stammt aus dem Ostseeraum (der Sattel könnte demnach eventuell sogar schwedischen Ursprungs sein). Ich versuche nun Literatur zu diesem Thema zu horten, um herausfinden zu können, um was für einen Satteltypen es sich handelt. Also, Alexandra oder andere Leser dieses Forums: Ich freue mich sehr über jeden Hinweis!
Besten Gruß
Philipp

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Eintrag #26 vom 22. Mrz. 2007 13:25 Uhr Oliver Höfgen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver Höfgen eine Nachricht zu schreiben.

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Ein Spätmittelalterlicher Sattel in Nürnberg:
213.95.21.60/IMG_3772.jpg
213.95.21.60/IMG_3773.jpg

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Eintrag #27 vom 22. Mrz. 2007 18:29 Uhr Tobias (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tobias eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Oliver,
der Sattel auf deinem Bild ist ein typischer Turniersattel für eine der vielen Reiterspiel-Arten der Zeit. Bei einigen diesen Spielen, die sehr häufig auf größeren Plätzen vor, oder innerhalb einer Stadt stattfanden, mussten zB neue Handwerksgesellen der verschiedenen ßmter/Gilden gegeneinander antreten. Das Ganze war ein riesen Spaß, vor allem für die Zuschauer. Die Teilnehmer waren oftmals eher mäßige Reiter und wurden teilweise sogar in den Sätteln festgeschnallt. Mit einem wirklichen Gebrauchssattel hat das Ganze leider nicht viel zu tuen. Zeitlich vorsichtig einzuordnen etwa Ende 15.Jh, wahrscheinlicher erste Hälfte des 16. Jh, wie bei dem Sattel im Hintergrund.
Auf den vorletzten Eintrag eigehend: “Mittelalterliches und Frühneuzeitliches Reit und Fahrzubehör” ist für den angefragten neuzeitlichen Satteltypus auf alle Fälle sehr zu empfehlen. Für das Mittelalter leider, der selige Herr Gelbhaar möge mir verzeihen, komplett nicht zu gebrauchen.
In diesem Zusammenhang: Ich kenne kaum brauchbare deutschsprachliche Literatur für den Bereich mittelalterlichen Reitzubehörs, hat da jemand noch weitere Tips, ausser den bereits genannten? Ich möchte mich demnächst mal selber an eine Publikation wagen….
Tobias Frin

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Eintrag #28 vom 23. Mrz. 2007 00:04 Uhr Oliver Höfgen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver Höfgen eine Nachricht zu schreiben.

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Will ich nicht bestreiten, gefragt war _jeder_ Hinweis :-)

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Eintrag #29 vom 12. Jul. 2007 12:50 Uhr Inez Dreyer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Inez Dreyer eine Nachricht zu schreiben.

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Osmanisches Reich:
www.tuerkenbeute.de
Der Ausstellungkatalog lohnt sich auch, da die Abbildungen detailierter sind und noch weiter Exponate erklärt werden.
Ich baue gerade einen brettchengewebten Zaum nach.
Anwar von Danischmendid

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Eintrag #30 vom 01. Jan. 2008 12:41 Uhr Bertus Brokamp  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bertus Brokamp eine Nachricht zu schreiben.

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There´s another book I have not come across in this thread;
“In the Saddle
Edited by Lauren Gilmour
There is no need to delve deeply into English history to appreciate the importance of the horse and its saddle. Saddles carried Roman, Saxon and Norman invaders across Britain, sustained the peripatetic English monarch and court, and advanced Tudor trade and Stuart civil war. From the 18th century the English saddle developed rapidly into the world’s leading design and remains pre-eminent today.
It is not difficult to find recent books describing the classic English saddle of the 19th and 20th centuries, but none deal with earlier saddles. The authors of the present volume, which is based upon a conference held in 2002 at Saddlers’ Hall in London, explored rare books and manuscripts, private and fine art collections, archaeological fragments, museum stores and family records to piece together this account of the historic antecedents of the English astride saddle and the parallel development of the side-saddle.
Few people in history owned saddles as these were cumbersome and expensive objects. Although horse ownership increased after the Middle Ages, saddle survival depended upon a coincidence of care, neglect and good fortune. The conservation of several of these rare survivals has made it possible for their hand manufacture and original decoration to be described and illustrated for the first time. This book describes how collaboration between archaeologists, restorers and experimental riders enabled a Roman saddle to be recreated and ridden.
This delightful and beautifully illustrated volume should fascinate riders, archaeologists, conservators, historians and curators alike.
Contents
- Roman Saddles: Archaeology and Experiment 20 Years On - Carol van Driel-Murray, Peter Connolly and John Duckham
- Anglo-Saxon and Contemporary European Saddlery - Angela Care Evans
- The Medieval War Saddle and its Accessories - Ann Hyland
- The Saddle of Henry V at Westminster Abbey Library - Lynda Hickling
- The Conservation of a 16th-Century War Saddle - Elise Blouet and Ian Beaumont
- The Saddle from Unicorn Passage, Southwark - Hazel Forsyth
- Conservation of the Saddle from Unicorn Passage, Southwark - Robert Payton
- Saddles of the Stuart Period - Lauren Gilmour
- The History and Development of the Side-Saddle - Lindsay Smith
ISBN: 1873132891 £22.50 / $35.00
Paperback
124 pages Pages
52 colour Illustrations”
Text taken from the publishers webpage archetype.co.uk

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Eintrag #31 vom 19. Dez. 2009 23:47 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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Diejenigen, die “historisch” reiten - was nehmt Ihr eigentlich als Satteldecke? Allgemein, aber am liebsten bezogen auf das 13. Jahrhundert…
MfG
Nicole

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