Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Hörnerhelme - wer hats verbrochen?

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Eintrag #15 vom 12. Mai. 2000 09:39 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, kurzer Einwurf von mir zu den Hörnerhelmen: im letzten Jahrhundert, als man das MA, die Wikis etc. wiederentdeckte, wurde auch einiges ausgegraben. U.a. der Gundestrup-Kessel, heute in Kopenhagen zu besichtigen. Auf der Innenseite ist eine menschliche Gestalt mit einem Hirschgeweih zu sehen. Da man in der Altersbestimmung der Gegenstände noch nicht so weit war wie heute, wurde kräftig interpretiert. Und so wurde der Gundestrup-Kessel wie auch einige andere Fundstücke mal eben der Wikinger-Zeit zugeschlagen - obwohl die Teile deutlich älter sind und häufig kultischen Zwecken dienten, was man aber erst mit moderneren Meßmethoden belegen konnte. (Aus einem Vortrag während der Frankenausstellung in Mannheim) Ebenfalls aus Kopenhagen habe ich mir eine kleine Bronzefigur mitgebracht (Firma “Kopi-Museums smykker”), die einen Mensch mit Hörnerhelm, Blitzen und Schwert in der Hand darstellt. Die gängige Gelehrtenmeinung dazu ist, daß es sich um eine Figur handelt, die mit Odin in Verbindung gebracht wird, wobei nicht gesagt ist, ob dies Odin direkt sein soll oder ein Priester oder ein Talisman zu Odins Gunsten. Das Fundstück ist allerdings älter als die “Wikingerzeit”, es kann sich also nur um eine sehr frühe Odinsdarstellung halten. Also auch hier: Hörnerdarstellung nur bei frühen Fundstücken und nur mit kultischer Bedeutung. (Beschreibung des Figürchens aus dem Kopi-Booklet) Natürlich hat dann auch Hollywood und die beginnende Filmindustrie dazu beigetragen, daß sich die “bösen Wikinger” von den “guten Rittern” unterscheiden mußten - und da wurde dann kräftig in die Klamottenkiste gegriffen…. Vergleicht auch mal die historischen Schinken von Eisenstein mit den geschichtlichen Tatsachen - da wurde auch kräftig überdreht zugunsten der Publikumswirksamkeit. Ich denke da an die Schlachtszene am Peipussee oder an “Iwan der Schreckliche”. Aber das ist dann ein anderes Thema ;-) Gruß
Ameli/Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #13 vom 11. Mai. 2000 23:50 Uhr Beitrag anonymisiert

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Das Problem ist einfach, das man eigentlich alles Interpretiert was gefunden wird. So kann man nie Hundertprozentig Sicher sein was richtig ist und was Fitkion. Man müsste schon eine Zeitreise unternehmen um es zu belegen oder zufällig auf einen Eingefrorenen Wiki im Eis stoßen den man mal kurz auftaut ;-) Gut Witz beiseite selbst die Mittelalterlichen sind nicht Hundertprozentig belegbar, denn hier gilt der Satz der Sieger schreibt die Geschichte! Allein diese Definition ist schon waghalsig, was? wenn der Schreiber nur Informationen aus dritter oder noch entfernterer Hand hat und sie nach seinem Verständniss und mit seinen Kentnissen umgesetzt hat? Mir fällt dazu immer der Vergleich mit dem Mülleimer ein. Irgendwann in der Vergangenheit hat jemand sein Haus gekehrt und alle mislungenen Versuche eines Topfes in einem Haufen Müll vor seinem Haus vergraben. jahre Später kommt ein Wissenschaftler daher und behauptet seht ihr das hatten die damals benutzt, das war gänig und jeder hatte das! Ich wage mal zu behaupten es ist unglaublich schwierig etwas zu finden was man belegen kann, denn brauchbares wurde stets weitervererbt und hat selten den weg in den Boden gefunden. Genauso könnte man behaupten der Hörnerhelm hat überhaupt nur die Funktion gehabt, den Toten bei seiner Reise zu begleiten, und ihm die stärke der Tiere im Totenreich zu verleihen. vermutung, vermutung, vermutung. Bei einer einfachen Kultur ist es noch relativ einfach den Fehlerkreis zu beschränken. Das ändert sich aber bei fortgeschrittener Zivilisation dort wird es immer schwieriger den Gebrauchsgegenstand von Kult, Spaß, Kunst oder Nutzen zu unterscheiden. Im Grunde kann man nur eine 100% Aussage aus einem Fund machen namlich das das was man gefunden hat irgendwann mal von irgendwem aus unbekanntem Grund gefertig wurde. Um auf das Thema Helm zurückzukommen, ein Helm muss nicht unbedingt zum Schutz da sein, er kann auch der Einschüchterung dienen zB hat man bei einigen Wikingerhelmen Farbpigmente unter den Helmrändern gefunden was darauf hindeutet das man eine Art Bemalung zusätzlich Auftrug. Wozu und warum ist unbekannt ob für Kult Spaß oder zum Erschrecken des Gegners! Man könnte aus den Historischen Texten jetzt interpretieren das die Wikinger bei Kämpfen dermaßen schrecklich aussahen und den Gegner schon vor dem Kampf Moralisch besiegten….. Theorie und Vermutung…… Gru?
Thorgrimm Firesbrunst (freier Wikinger)

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Eintrag #12 vom 11. Mai. 2000 22:35 Uhr Jens Neumann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jens Neumann eine Nachricht zu schreiben.

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Peter: Danke für die Info… Die Beschreibung des Objektes ist sicher glaubwürdig, aber gerade der Satz:“…solche Hörner sollten auf den Gegner Zauber ausüben…” ist äußerst unwissenschaftlich, da weder im Fundgut noch in der (halbwegs glaubwürdigen) zeitgenössischen Literatur belegbar. Ein typischer Fall von Pseudowissenschaftlicher Interpretationswut… …Und mal wieder ein Beweis, daß wir nicht immer unseren Büchern trauen sollten…denn nur, weil einer ein Buch schreibt, wird das, was er sagt, nicht richtiger. (Aber vielleicht sollte ich es auch mal versuchen…dann glaubens wenigstens einige mehr *g*)
der Barde vom Glan

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Eintrag #11 vom 11. Mai. 2000 22:34 Uhr Klaus-Peter Althaus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Klaus-Peter Althaus eine Nachricht zu schreiben.

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An Jens Neuman Die Bücher sind beide aus dem Jahre 1985. Gruß
Peter der alte Inseldäne

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Eintrag #10 vom 11. Mai. 2000 22:29 Uhr Klaus-Peter Althaus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Klaus-Peter Althaus eine Nachricht zu schreiben.

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Und noch mal was zu den Helmen: Auszug aus “Wikingfahrt” von Wolfram zu Mondfeld: “Veksö, Kulthelm, Bronzezeit ca. 1000 v. Chr. Der Helm befindet sich heute im Nationalmuseum in Kopenhagen. Irgendwer hat irgendwann die Behauptung aufgestellt, die Helme der Germanen seien mit Büffelhörnern geschmückt gewesen, und so wurde der ”Hörnerhelm“ germanisches Charakteristikum aller ernstgemeinten und nicht so ernstgemeinten Germanendarstellungen. Historisch wie waffentechnisch ist dieser ”Hörnerhelm“ absoluter Schwachsinn! Waffenteschnisch: Sinn und Zweck eines Helmes ist, eine feindliche Waffe vom Kopf abzulenken, und dies erreicht man seit eh und jeh am besten dadurch, das der Helm möglichst glatt und rundlich ist, um besagte Waffe abgleiten zu lassen (vom Helm der Bronzezeit bis zum heutigen Stahlhelm hat sich an diesem Prinzip nichts geändert). Der angeblich germanische ”Hörnerhelm“ wäre nun das exakte Gegenbeispiel (so es ihn gegeben hätte), denn der Ansatzpunkt Hel-Horn hätte mit unfehlbarer Sicherheit das feindliche Schwert bzw. die gegneriche Axt nicht am Helm entlang, sondern an der Ansatzstelle in den Helm und damit in den Kopf des Trägers hinein-(!)-geleitet. In der Realität gibt es eine ganze Reihe von Wikingerhelmen und Darstellungen solcher Helme, allen aber ist die glatte (!) Form gemeinsam, sei es der Spangenhelm etwa der Vendel Epoche oder der spitz-konische Helm, wie wir ihn aus Sigtuna oder vom Teppich von Bayeux kennen. Natürlich gab es seit der mittleren Bronzezeit, d.h. seit etwa 1000 v. Chr. ”Hörnerhelme“- die kultischen Helme wie wir sie auf Felszeichnungen (z.B. Kalleby, Schweden) auf dem Kopf von Lurenbläsern, oder eben durchaus real auf den beiden Helmen, die man im Moor von Veksö fand, kennen-, wobei es sich in jedem dieser Fälle ganz eindeutig um kultische Zeremonial- und keinesfalls um Kampfhelme handelt.” Desweiteren ist in dem Buch “Die Kelten, die Herren des Westens” von Vencelas Kruta und Werner Forman ein Hörnerhelm abgebildet: “Dieser Bronzehelm, der ursprünglisch mit roter Emaille geschmückt war, wurde im Themsebett in der Nähe der Waterloo-Brücke gefunden. Da er zu zerbrechlich ist, um seinem Träger wirklich Schutz bieten zu können, muß er wohl entweder ein rituelles Objekt oder als Votivgabe verwendet worden sein. Es ist der einzige erhaltene keltische Helm mit unverserhten Hörnern; solche Hörner sollten auf den Gegner einen Zauber ausüben. Diese Art der Reliefverzierung, die mit geschickter Asymetrie denKopfteil und den rückwärtigen Nackenschutz bedeckt, sowie die Nuppen in emaillierter Bronze lassen darauf schließen, daß der Helm aus dem letzten Jahrhundert v. Chr. stammt” Soviel zum Hörnerhelm!
Peter der alte Inseldäne

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Eintrag #9 vom 11. Mai. 2000 22:29 Uhr Jens Neumann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jens Neumann eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Christian, Was die Kelten angeht, weiß ich bisher nur von Flügeln und Federn, aber nichts von Hörnern; lasse mich aber gern weiterinformieren, falls Du mir eine Quelle zur Verfügung stellen kannst… Der Inseldäne sei darauf hingewiesen, daß die Forschung (wir leiden in dem Fach noch heute darunter) zeitweise dazu neigt, alles, was sich nicht direkt einem eindeutig faßbaren, rein praktischen Zweck zuordnen läßt, als “kultisch” zu bezeichnen… Was sich in neuerer Literatur meist als grober Schnitzer erweist. ßltere Bücher also bitte mit Vorsicht genießen. Wagners Einfluß war in der Tat sehr groß…er brauchte halt etwas wahnsinng martialisch und barbarisch wirkendes…wie heute bei Fantasy-Filmen. Gruß in Eile
der Barde vom Glan

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Eintrag #8 vom 11. Mai. 2000 22:21 Uhr Andrew Van Ross  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrew Van Ross eine Nachricht zu schreiben.

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Es existieren m.W. zeitgenössische Abbildungen von behelmten Köpfen, an deren Seiten sich die zwei neckischen Raben aufplustern. Die sehr grobe Form dieser Abbildungen oder ihr schlechter Zustand verleiten mitunter zu der Annahme, es handele sich bei den Vögeln um Hörner - insbesondere, wenn man die eben erwähnten Hörnerhelme aus anderen Kulturkreisen im Hinterkopf hat.
Andrew

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Eintrag #7 vom 11. Mai. 2000 22:04 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Ich könnte mir Vorstellen, daß diese Hörnergeschichte durch christl. Propaganda entstanden ist. Schließlich wurde dies ja öfters als “Heimsuchung” (teuflische?) bezeichnet. Und das ergäbe dann natürlich: Teufel=Höhrner+wikingsche Heimsuchung= teuflische Wikis haben Höhrner; und wo? Natürlich auf dem Helm! Gruß v. Arlen

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Eintrag #6 vom 11. Mai. 2000 20:42 Uhr Klaus-Peter Althaus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Klaus-Peter Althaus eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Christian. Hörner an den Helmen gab es in der jüngeren Bronzezeit in Dänemark. Zwei sehr gut erhaltene Stücke die für kultische Zwecke benutzt wurden hat man 1942 bei Veksö auf Nordseeland gefunden und sie sind jetzt im dänischen National Museum in Kopenhagen zu sehen. Aus der Wikingerzeit gibt es keine Helme dieser Art.
Peter der alte Inseldäne

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Eintrag #5 vom 11. Mai. 2000 19:21 Uhr Udo Brühe  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Udo Brühe eine Nachricht zu schreiben.

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Vieles deutet darauf hin, das Richard Wagner einen bedeutenden Einfluss darauf hatte (jedenfalls im deutschen Bereich), wie seine Zeitgenossen sich den alten Germanen/Wikinger vorstellten. Wagner war nicht nur Komponist, er war auch bestimmend in der Frage der Ausstattung seiner Stücke…schaut Euch mal Künstlerportraits von Opernsängern(innen) jener Epoche an, da dürfte einiges klar werden
Udo

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Eintrag #4 vom 11. Mai. 2000 18:02 Uhr Andre Ruck  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andre Ruck eine Nachricht zu schreiben.

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Nur ein kurzes Statement, die Romatnik des vorletzten Jahrhunderts hat der Historienforschung eine Menge verklärter Details hinterlassen. Es wurde hemmungslos künstlerisch interpretiert und bedenkenlos für richtig angesehen. Noch schlimmer als das Mittelalter (hier: 800-1500) traf es die Antike. Diese wurde nachträglich zum goldenen Zeitalter mystifiziert. Meiner Meinug nach stammen viele dieser falschen Infos von Bilder und Fresken aus der oben genannten Epoche.
Mit heraldischem Gruße - André

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Eintrag #3 vom 11. Mai. 2000 17:57 Uhr Beitrag anonymisiert

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Unsinn es war Hägar :-)
Thorgrimm Firesbrunst (freier Wikinger)

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Eintrag #2 vom 11. Mai. 2000 17:33 Uhr Patrick Schubert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Schubert eine Nachricht zu schreiben.

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Hi! Ich denke das “Wickie und die starken Männer” da durchaus einen sehr großen einfluss hatten. Grüße Patrick.
Cathal o´ Bran - Milites Crucis - www.milites-crucis.de

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Eintrag #1 vom 11. Mai. 2000 17:12 Uhr Christian Eberle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christian Eberle eine Nachricht zu schreiben.

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Woher kommt die allgemeine Vorstellung, daß die Wikinger Hörner auf den Helmen hatten? Das kann ja nicht nur von “Wickie und die starken Männer” herrühren… Allerdings habe ich gehört, daß tatsächlich für “besondere Anlässe” o.ä. die Hörner draufgeklebt wurden. Bei den Kelten und früheren Völkern stimmt es aber, soviel ich weis, daß die sich Hörner, Flügel und alles mögliche hingeschraubt haben. Wer weis mehr?

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