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Eintrag #1 vom 09. Mrz. 2000 01:36 Uhr Torsten Schindler   Nachricht

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Bei einer Diskussion kürzlich warf sich die Frage auf: Gab es die Hölzer Kiefer und Fichte zur Zeit des Mittelalters in Mitteleuropa und auch die dazugehörigen Schädlinge und wie wurde vor diesen geschützt? Wer weiß dazu näheres?
Gut Holz

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Eintrag #2 vom 09. Mrz. 2000 08:22 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Dich, Thorsten, gegeben hats diese auf jeden Fall. Nur das Vorkommen war ein anderes. Der heutige Wald ist meist eine Folge der Monokulturen der letzten 80-100 Jahre, insbesondere bei den schnellwachsenden Nadelhölzern. Dazu kommt, daß viele einzelne Unterarten so nicht vorkamen, da im MA das Klima wärmer war als heute. Die Kiefer und die Tanne waren ein typischer Bewohner von hoch- und mittelgebirgsähnlichen Lagen und ärmerer Böden. Der Schwarzwald war schon im MA eben der Schwarzwald, da er dort so dicht und dunkel mit den Nadelhölzern bewachsen war. Buchen und Eiche waren ebenfalls stark verbreitet, z.B. in den Baumbergen bei Münster und in der norddeutschen Niederung die Eiche und an der Ostsee die Birken. Obsthölzer waren schon im MA kultivierte Bäume,die bei der Herstellung edler Möbel und mechanischer Bauteile sehr Beliebt waren. Bau weiter unbesorgt Deine Tavernen in Nadelholz. In geringem Mass gab es auch schon sowas wie Sperrholz (>Schilde). Das im ganz groben.
Euer Haduwolff

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Eintrag #3 vom 09. Mrz. 2000 08:26 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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P.S.: Schädlinge wie den Borkenkäfer gab es schon immer, aber nicht die modernen Monokulturen, in denen er sich so ausbreiten konnte. Holzbock- und Wurm ebenfalls, aber nur an totem Holz. Baumkrankheiten wie den berüchtigten Rost an Obstbäumen - keine Ahnung, wahrscheinlich waren die Bäume im allgemeinen nicht so durch sauren Regen und Züchtungen geschwächt.
Euer Haduwolff

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Eintrag #4 vom 09. Mrz. 2000 10:31 Uhr Axel Aue   Nachricht

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Eines der Nydam-Boote (südl. Dänemark), ca. 300 n.Chr. gebaut, ist aus Kiefernholz. Das legt den Schluß nahe, das es in der Gegend zu der Zeit Kiefern gab. Dann hab ich letztens etwas über die Alpen im Fernsehen gesehen, wo so nebenbei erwähnt wurde, das diese (Nadel-)Baumarten hier in Norden die letzte Eiszeit nicht überstanden haben und lange brauchten, um über den Osten wieder ´einzuwandern´, da die Alpen im Weg waren. Aber von der Eiszeit bis ins MA ist ja auch einige Zeit vergangen…
Axel

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Eintrag #5 vom 09. Mrz. 2000 12:17 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Torsten, Hadu hat im Wesentlichen Recht. Die Betrachtung des Borkenkäfers oder anderer Waldschädlinge ist eher ein ökonomisches Problem als ein ökologisches. Es ist nicht der Borkenkäfer, der den Wald kaputt macht, sondern er lebt nur von kaputtem Wald. Wie das im Kleinen aussieht, sprich wie man seine Möbel gegen Holzwürmer schützte, weiß ich nicht mit Sicherheit; entsprechende Anleitungen aus dem MA sind mir noch nicht über den Weg gelaufen, im Gegensatz zur Obstveredelung. In den Häusern, in denen der Rauch frei in den Räumen nach oben steigen konnte, dürften die Lebensbedingungen für solche Schädlinge denkbar ungünstig gewesen sein. In Mastholte etwa belegt die Dorfchronik, daß die Menschen in der Mitte des 19. Jh quasi gezwungen werden mußten, Schornsteine zu bauen um die Brandgefahr durch Funkenflug herabzusetzen. Als das durchgesetzt wurde, bekamen die Leute auch prompt Schwierigkeiten mit Fäulnis bei ihren Strohdächern. Und Lebensmittel ließen sichauch nicht mehr direkt unter dem Dach räuchern. Die wenigsten Pilze mögen trockenes Klima, von daher dürfte eine entsprechende Lagerung auch im MA davor geschützt haben. Das Vorkommen der Holzarten läßt sich über Ortsnamen indirekt ermitteln. Sehr viele Orte in Deutschland sind Hagengründungen, d.h. Rodungen im Wald, auf denen dann kleine Siedlungen entstanden. Viele Orte scheinen nach der Waldart benannt worden zu sein, die dort gerodet wurde. Jemand hat das mal für den deutschen Raum ermittelt und eine Vorlesung dazu gehalten. Die ist veröffentlicht worden in einem Buch mit dem Titel “Mensch und Umwelt im Mittelalter”. Ich hab´s gerade verliehen, sonst könnte ich den Autor des Beitrages auch nochmal nachschlagen. Egal. Wenn ich mich richtig erinnere kamen in Deutschland Buchen mit fast 80% als die häufigsten Bäume vor. Eichen, Nadelbäume und sonstige teilen sich die übrigen 20%. Damit ist die das ganze Land bedeckende deutsche Eiche zwar als Mythos entlarvt, aber andererseits sagt die Studie nur etwas über die bevorzugten Siedlungsgebiete aus! Wenn da ein Buchenwald (sehr häufiger Name) neben einem Nadelwals stand, dann lieferte ersterer die besser nutzbaren Recourcen für Holzhäuser und Geräte. Wie groß dadurch die Fehlerquote wird, kann ich nicht konkret abschätzen; dazu müßte ich die originale Studie sehen. Für das Ergebnis dieser Studie spricht auch die schnell wachsende und den Waldboden beschattende Natur der Buchen. Eine Konkurrenz zur Buche muß entweder noch schneller wachsen (tun Eichen nicht) oder mit wenig Licht auskommen (können Eichen auch nicht). Somit dürften Erlen und Birken in sumpfigen Gebieten, Nadelbäume in den höheren Lagen für Hagensiedlungen namensgebend gewesen sein. Eichenwälder dürften Inseln im Buchenmeer gewesen sein. Soweit mein Wissen dazu, Grußvoll, Matthias Topasius

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Eintrag #6 vom 09. Mrz. 2000 23:13 Uhr Torsten Schindler   Nachricht

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Danke für die Info! Was mir aber aufgefallen ist, niemand hat sich konkret zur Fichte geäußert. Wie sieht es denn damit aus? Ist sie von Skandinavien oder Osten her eingewandert, oder auch heimisch? Weiterer Punkt ist die Vorsorge bzw. Bekämpfung vor bzw. gegen Schädlinge (außer Räuchern). Ein Mittel soll verdünnte Schweinejauche sein (mal aufgeschnappt). *gespanntaufantwortwartend* Torsten

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Eintrag #7 vom 10. Mrz. 2000 09:25 Uhr Axel Aue   Nachricht

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Dazu noch eine Frage. Ochsenblut soll zum Anstrich von Holz genommen worden sein. Imprägnierung, Schädlingsbekämpfung oder Schmuck ?
Axel

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Eintrag #8 vom 10. Mrz. 2000 09:34 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Zur Schädlingsbekämpfung: In alten Holzhäusern habe ich des öfteren gesehn, daß das Holz angekohlt wurde, um das Getier zu vertreiben. Eine dünne verbrannte Schicht kann anscheinend einem käfer schon den Appetit rauben. Wieweit diese Praxis allerdings zurückreicht, weiß ich nicht.
Ivain

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Eintrag #9 vom 10. Mrz. 2000 13:39 Uhr Stephanie Winhard   Nachricht

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Moin Ivain, durch den Erhitzungsprozeß entsteht Holzteer, der das Holz vor Fäulnis und Schädlingsbefall schützt. Bei alten Fachwerkhäusern wurde das üblicherweise gemacht (auch schon im MA). Leider kann ich Dir die Quelle zur Zeit nicht nennen, da sich meine Fachbücher noch in Umzugskartons befinden (ist aus einem Fachbuch für Bautechnik). Da sich die verbrannten Holzellen abschotten, werden die Balken auch nicht instabil (bis zu einem gewissen Grad natürlich). Bis dann Steffi

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Eintrag #10 vom 04. Jul. 2000 14:53 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andreas, dieser Eintrag gilt dem angefangenen Thread auf Seite 1 “Holz”. Ich kann Dir , um einen ßberblick zu bekommen , nur das Buch Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch ISBN 3-8062-1059-4 empfehlen. Dort befindet sich eine detaillierte Beschreibung eines Hauses im 13. Jahrhundert. (ca. ab Seite 250) Ich hoffe das hilft Dir weiter…
Patrick

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Eintrag #11 vom 05. Jul. 2000 00:29 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Hallo Axel, meinst Du mit Ochsenblut die so genannte Farbe ? Ich habe dazu im Buch, “Natürliche Farben” vom AT Verlag, Folgendes gefunden: “Holzhütten können, wie in Skandinavien auch heute noch oft zu sehen, nach einer sehr alten Rezeptur dauerhaft haltbar gestrichen werden. Trotz ihres Namens hat die dazu verwendete sogenannte Ochsenblutfarbe solches wohl nur selten enthalten.Die bezeichnung geht vermutlich auf den Farbton zurück. Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass gelegentlich auch Blut verarbeitet wurde, da die Albumine des Blutes, ähnlich wie das Eiweiss des Kaseins, eine Bindemittelfunktion einnehmen können.”(S.110) Das darunter aufgeführte schwedische Rezept enthält Roggenmehl,Erdfarbe(rotbraun),Eisenvitriol,Leinölfirnis,Wasser und eventuell Zugabe einer harzigen Lösung. Der Anstrich diente der Imprägnierung und sicherlich auch dem Schmuck.Ob es Schädlinge zurückhielt weiss ich aber nicht.

              Diana

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Eintrag #12 vom 05. Jul. 2000 12:02 Uhr Andreas Lechner   Nachricht

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Hallo Patrick, Danke für den Tipp, werde mir das Buch einmal ansehen. Des weiteren interessiert mich, ob es üblich war, Holz zu importieren? Ich frage desshalb, weil ich gelesen habe, das in Wien Holz aus Linz, Passau, usw … importiert wurde. Obwohl gleich im Westen von Wien die Waldberge (zur Zeit der Wienerwald) exestiert(en). Wurden manche Wälder wegen der Jagt nicht abgeholzt, oder gab es andere rechtliche, wirtschaftliche, abergläubische Gründe? Vielen Dank bereits im Vorhinen, für die Beantwortung meiner Fragen. Schöne Grüße Andi

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Eintrag #13 vom 06. Jul. 2000 07:17 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Ich weiß nicht, ob es für den Wald bei Wien zutrifft, aber es gab Wälder, in denen es bei sehr hohen Strafen verboten war, Bäume zu schlagen. Grund: sie wurden als natürliches, besonders für Reiter und Armeen undurchdringliches Hindernis benutzt und gezielt gepflegt. Es gab dann nur einige enge Wege durch dieses Dickicht, die durch Schranken und Türme gesichert wurden. Die Bäume wurden oft dahingehend gestutzt, daß sie sich dicht miteinander verflochten. Man konnte damit ganze Landstriche abriegeln. Es half sogar noch gegen die Schweden im 30jährigen Krieg. Könnte jedenfalls eine Erklärung sein. Joachim - I.G. Hospitalis

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Eintrag #14 vom 06. Jul. 2000 12:12 Uhr Andreas Lechner   Nachricht

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Hallo Joachim, Danke für die Info. Möglich wärs. Die Hauptbedrohung zu dieser Zeit kam jedoch aus dem Osten. Und zwar aus dem Ungarischen Königreich. Vielleicht handelte es sich bei den Importen auch von Hölzern, die in der Nähe von Wien nicht so oft gefunden wurden. Welche Arten und Sorten Holz das auch immer waren. Grüße Andi

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Eintrag #15 vom 06. Jul. 2000 15:03 Uhr René Schwab   Nachricht

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Hallo, noch etwas zum Thema Holzimporte: Man muss auch bedenken, dass es im deutschsprachigen Raum früher teilweise deutlich weniger Wald gab als heute. Die geringste Waldfläche hatten wir zu Beginn des 14. jahrhunderts. Damals war sie gerade mal halb so groß wie heute. Viele der verbliebenen Wälder waren durch fehlende Pflage (Einschlag ohne Aufforstung, Schweinemast etc) in einem so schlechten Zustand, dass sie kaum noch fuer Bauholz genutzt werden konnten. Belegte Holzexporte habe ich leider erst aus dem 18. Jahrhundert. Damals wurde aus dem Pfälzer Wald Holz für den Schiffsbau in die Niederlande exportiert, immerhin gute 1000 km. Man machte sich sogar die Mühe, Kanäle zum Flößen des Holzes zu bauen, ich glaube über 100 km. Reste davon finden sich heute noch an zahlreichen Stellen.
Viele Grüße, René

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Eintrag #16 vom 06. Jul. 2000 15:30 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo! Auch die Hanse hat schon Holz ex- und importiert. Eibenholz, begehrt für den Bogenbau, z.B. kam aus Rumänien. England soll ein guter Abnehmer für Schiffbauhölzer gewesen sein. Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #17 vom 07. Jul. 2000 14:03 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo, zur Fichte mal noch ein paar Worte. Die gemeine Fichte (Pícea ábies), auch Rottanne genannt, kommt natürlicher Weise bei uns vor, die ursprüngliche Verbreitung reicht von den Alpen bis nach Skandinavien. Ihren Standort hat sie, ähnlich wie die Tanne, gern etwas höher, meint im Gebirge. Sie wächst natürlich in Mischwäldern oder, an geeigneten Standorten, in kleineren Reinbeständen. Dabei mag sie kühl-feuchte Standorte mit sauren, humosen Böden. In einer Bodenanalyse aus dem Duisburg des 5. Jh. sind Fichten nachweisbar. Wobei der Autor zurecht bemerkt, daß das Rheinland nicht zum natürlichen Verbreitungsgebiet gehört und eher mit einem Eintrag durch den Fluß, der damals noch am Siedlungskern vorbei floß, ausgegangen werden kann. Bedenkt man den Ursprung des Rheines und seiner Nebenflüsse, scheint das doch sehr plausibel. Im Hasehandel ist für das 15. Jh. Fichtenholz aus dem Herzogtum Masowien nachweisbar. Wie Haduwolff schon schrieb, ist auch bei ihr der Schädlingsbefall vor allem ein Problem in neuzeitlichen Monokulturforsten. Das sind diese Pflanzungen mit dem leicht faschistischen Einschlag, “in Reih und Glied, STRAMMGESTANDEN”, und der Waldboden immer ordentlich gefegt. So etwas sollten reine Holzproduktionsflächen werden, mit Wald hat das nichts gemein. Ging nur leider schief, denn solche Denkweisen sind etwas simpel und haben den Borkenkäfer nicht berücksichtigt… Die freuen sich natürlich ob so überreichen Nahrungsangebotes, wo die nächste Fichte sogar zu Fuß erreichbar ist. In der Forstwirtschaft werden übrigens oftmals auch nordamerikanische Fichten, wie die Sitka-Fichte angepflanzt. Zeitweilig war ein Drittel der Holzanbauflächen in Deutschland mit Fichten bedeckt. Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #18 vom 09. Jul. 2000 12:15 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo noch mal! Nun auch noch eine mögliche Verwendung von Fichtenholz: Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg bewahrt eine “litauische” Reiterpavese des 15. Jh. aus Fichtenholz auf. Das Stück ist mit einem Deutschordenskreuz bemalt. Die Bezeichnung litauisch kommt daher, daß solche Pavesen zunächst auf litauischen und - schon wieder - masowischen Reitersiegeln zu finden sind. Kennt jemand noch weitere Verwendungen Fichtenholzes im Mittelalter? Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #19 vom 09. Jul. 2000 13:05 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Sascha! Ja, da gibt es noch einiges, z.B. in Freiburg im Augustinerermitenkloster sind sehr viele Daubenbecher und gedrechselte Teller und Pokale aus Fichte gefunden wurden. Auch im Landes Archäologischen Museum in Konstanz sind einige Bespiele aus dem häuslichen Bereich wo Fichte verwendet wurde, waren aber in der Regel billige Produkte die sich leicht verzogen oder wo sich Risse bildeten, deshalb vermutlich die große Anzahl an Funden da nicht all zu haltbar sind die Sachen recht oft in die Latrine gewandert.
Gruß vom Schmierfink

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Eintrag #20 vom 09. Jul. 2000 23:29 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Hallo Sascha , schau doch mal auf die Internetseite des Museumsdorfes Düppel in Berlin-Dahlem . Dort findest Du unter “Düppeler Lexikon”den Eintrag “Holzarten”.Darin sind (fast) alle Holzarten Mitteleuropas mit ihren Eigenschaften und Verwendungszweck beschrieben. Die Adresse lautet : www.dueppel.de Schöne Grüsse

              Diana

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Eintrag #21 vom 09. Jul. 2000 23:36 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Entschuldige ,die Adresse lautet natürlich vollständig: http ://www.dueppel.de

              Diana

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Eintrag #22 vom 10. Jul. 2000 13:33 Uhr Andreas Lechner   Nachricht

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Hallo! Danke für die Beantwortung meiner Fragen. Schöne Grüße Andi

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Eintrag #23 vom 17. Nov. 2001 03:37 Uhr Thomas Schlosser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Schlosser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Leute
Zum Thema Sperrholz habe ich mal eine Frage!. Ich höre immer wieder das auch bereits im HMA Sperrholz bekannt war und z.B. für Schwertscheiden und Schilde verwendet wurde. Ich weis das es nicht so ein 3Lagen Sperrholz, wie man es heute überall kaufen kann, gewesen ist; aber wie sah das damalige Sperrholz aus? Aus welchen Holz wurde es gewonnen, und was wurde damit vieleicht noch alles gemacht.Wie dünn konnte es sein ect. ect.
Danke schon mal im vorraus!
Thomas der Schlosser

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Eintrag #24 vom 30. Sep. 2002 21:50 Uhr Charlotte Erpenbeck   Nachricht

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In einem sehr frühen Beitrag zu diesem Thema wurde gefragt, wie früher Holzschutz betrieben wurde. Eine übliche Methode war der Holzeinschlag im Winter ( wenn der Saftstrom im Holz fast zum Erliegen gekommen war), dazu noch abhängig vom Mondstand - bestimmte eng begrenzte Einschlagzeiten lieferten ein Holz, das auch ohne Konservierung so gut wie nie von Schädlingenbefallen wurde. Diese Methode wurde mit gutem Erfolg auch in der Neuzeit ausprobiert.
Da unsere Holzindustrie aber nicht nur in zwei oder drei Wochen im Jahr arbeitet, wird das Holz heute überwiegend zu Zeiten geschlagen, wo es anfällig bleibt, und muß dann chemisch konserviert werden.
Im übrigen funktioniert die Methode mit dem Ankohlen von Holz auch, meine Holzpfähle im Garten stehen schon seit mehr als 10 Jahren direkt in der Erde, ohne abgefault zu sein, wir haben sie vor dem Eingraben rundherum in einem kleinen Feuer angekohlt.
Heutzutage könntet Ihr alle diese Probleme umgehen, indem Ihr nicht mittelalterliches, aber inzwischen hier häufiges Robinienholze für alles verwendet, Robinie ist ähnlich unzerstörbar wie Teakholz, wird weder von Pilzen noch von Tieren zernagt,ist allerdings sehr hart und daher schwer zu bearbeiten.
Hoffe, damit weiterzuhelfen. C.Erpebeck

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Eintrag #25 vom 25. Okt. 2004 21:53 Uhr Gerhard Holzinger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gerhard Holzinger eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
die borkenkäfer und auch andere holzverzehrende Insekten sind ein natürlicher Bestandteil der Nahrungskette.
Nus, passen die nicht in unsere Hochleistungsmonokultur.
In Europa gibts ja auch noch Urwälder. Die sind in den entlegensten Gebirgstälern (Alpen, …) zu finden.
Dort hat es sich einfach nie gelohnt was zu tun, weil die Transportkosten immens waren/ sind. Tja, ab und zu hat das Gewinnstreben auch was gutes.
Diese Wälder wurden seit Jahrhunderten nicht bewirtschaftet, und dort funktioniert das ßkosystem gut bis perfekt.
Ich weiß zwar nicht wie die Wälder im MA ausgesehen hatten, aber je näher sie dem Urzustand waren, desto gesünder war der Bestand.
Noch was anderes, was kann man gegen den Wolzwurm tun?
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wär keine weiche Landung gewesen.
holzi

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Eintrag #26 vom 26. Okt. 2004 06:49 Uhr Claus Winhard   Nachricht

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@Charlotte:
Die Information mit dem im Winter geschlagenen Holz ist leider eine Legende, die sich so schon seit vielen Jahren hält. Dendrochronologische Untersuchungen an Holzbauten aus den letzten Jahrhunderten zeigen, daß zwar der Anteil an Winterholz leicht überwiegt, aber auch jede Menge Holz zu anderen Jahreszeiten geschlagen wurde. Verständlich, denn, wenn mir gerade beim gemeinsamen Dorfbrand die Hütte abgefackelt ist, werde ich schwer bis zum Winter warten, um mir dann feines Bauholz zu suchen. Auch die Mondphasen hatten keinen erkennbaren Einfluß auf den Einschlagzeitpunkt. Selbstverständlich arbeitet Sommerholz stärker, aber was soll’s? Die meisten Gebäude waren auf eine Lebensdauer von nicht mehr als 30 Jahren ausgelegt - um so erstaunlicher, daß z.B. hier bei uns in Limburg noch Fachwerkhäuser aus dem 13. Jh. stehen.
Als Konservierungsmittel wurde und wird Ochsenblutfarbe verwendet, die einen hervorragenden Schutz vor Schädlingen bietet, sofern regelmäßig gestrichen wird. Das Ankohlen der Ständer fand im Frühmittelalter ein Ende, danach wurden Gebäude i.d.R. mit Fundament und Schwelle (unteren Querbalken) errichtet, so daß kein Holzbauteil direkten Bodenkontakt mehr hatte.
Quelle: Großmann, “Fachwerkbau”, Detmold 1987, ISBN 3-923432-11-9
Liebe Grüße,
Claus Winhard
AG Hochmittelalter www.hochmittelalter.net

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Eintrag #27 vom 26. Okt. 2004 14:07 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Diese Absage an jahrhundertealte Erfahrungen der Forst- und Bauwirtschaft sollte hier nicht so undiskutiert stehen bleiben.
zum Argument “wenn mir gerade beim gemeinsamen Dorfbrand die Hütte abgefackelt ist, werde ich schwer bis zum Winter warten, um mir dann feines Bauholz zu suchen.”
Auch in früheren Zeiten konnten die Menschen Bauholz für solche Fälle in gewissem Umfang auch planmäßig einschlagen und vorrätig halten (ähnlich dem Brennholz). Im Mittelalter lebten die Menschen auch nicht nur von der Hand in den Mund.
Sicher gibt es Beispiele von Bauholz aus alten Häusern, welches nach Prüfung auf einen Einschlag außerhalb des Sommers zurückgeht und trotzdem lange der Verwitterung standgehalten hat. Andererseits habe ich gelesen, dass die Pfähle auf denen Venedig gebaut wurde alle wintergeschlagen sein sollen.
Unbestritten ist aber, dass der Holzeinschalg im Winter viele Vorteile hat.
Zu allererst wird zumeist der Trocknungsgrad des Holzes genannt. Im Winter befinden sich die Bäume in einer “Saft-Ruhephase”. Nur das für das ßberleben notwendige Mindestmaß an Flüssigkeit zirkuliert in Stamm und ßsten. So schwindet oder reißt das Holz beim Trocknungsvorgang nicht so leicht; es behält sein Volumen und wird nicht so leicht von Schädlingen befallen. Deshalb kann auch überwiegend auf umwelt- und gesundheitsbedenkliche Holzschutzmittel oder nachgasende Lösungsstoffe aus Lacken oder Klebern weitestgehend verzichtet werden. Konstruktiver Holzschutz ist kein Allheilmittel - im Zusammenhang mit Holz, welches zu Einschlagzeitpunkt wenig Feuchtigkeit enthielt ist dies aber die beste Wahl.
Wintereinschlag schützt auch den verbleibenden Bestand im Wald, denn stehen die Bäume dagegen im Saft, fallen häufig große Rindenstücke ab. Die Gefahr der Infektion mit Pilzen oder Insekten ist dann sowohl beim eingeschlagenen Holz, als auch im verbleibenden Bestand größer.
Im Winter fällt beim Laubholzeinschlag kein zusätzliches Laub an, welches sonst entfernt und entsorgt werden muss.
Förster, Baubiologen und Bauingenieure haben dies schon lange erkannt und handeln danach.
Darüber hinaus ist immer wieder vom Einfluss des Mondes auf den Saftfluss im Baum die Rede. Untersuchungen eines Züricher Institutes sollen zum Ergebnis gehabt haben, dass bei abnehmendem Mond der Saft vermehrt im Wurzelbereich zu finden ist - optimaler für einen Einschlag. Ob dies wirklich so ist, darüber lässt sich sicher eher streiten, da bisher dazu zu wenig Untersuchungen vorliegen. Ein interessanter Artikel dazu und eine Liste weiter führender Literatur findet sich hier:
www.forst.tu-dresden.de/Technik/fn/mondholz/mond2.htm
Noch einen schönen Tag
Gruß, Ingo

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Eintrag #28 vom 26. Okt. 2004 18:31 Uhr Gerhard Holzinger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gerhard Holzinger eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
zum Wintereinschlag kann ich auch was beitragen.
ich stamm von nem bauernhof ab, und wir schlagen nur im winter holz, weil:
o, Im Winter für sowas mehr Zeit ist (keine Aussaat, Ernte, …)
o, Im Winter der Boden gefroren ist, Traktoren und Ackergäule die Baumstämme durch die Landschaft schleifen verursachen im Sommer erheblichen Flurschaden weil der Boden sofort aufreißt.
hoffe verbleibende klarheiten beseitigt zu haben.
holzi

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Eintrag #29 vom 26. Okt. 2004 19:59 Uhr Vera Wilson  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Vera Wilson eine Nachricht zu schreiben.

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Na ja, abgebrannte Hütte.
Wenn man sich alte Holzbauten ansieht, kann man sich kaum vorstellen, dass die mit grünem Holz gebaut wurden denn der Bau eines Hauses war ja auch ein Riesen Arbeitsaufwand. Ich nehme an, dass sich in dem Fall Leute eher für eine gewisse Zeitlang beherbigen liessen, und das Projekt dann vernünftig angingen.
Ich glaube auch, dass wohl in einer Gemeinschaft eine gewisse Menge Holz vorrätig war.
Es hatten ja auch die Zünfte Lagerhallen, die Gemeinschaftgut waren und nicht Eigentum der einzelnen Handwerker.
Vera

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Eintrag #30 vom 22. Nov. 2004 17:08 Uhr Norbert Schuller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Norbert Schuller eine Nachricht zu schreiben.

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Früher hielt man die Fichte in meinem Heimatort (Gars, Niederösterreich, 280msm) auch für nicht heimisch, bis vor einigen Jahren garnicht wenig Fichtenholzkohle in einer jungsteinzeitlichen Siedlung gefunden wurde. Die Fichte war also früher offensichtlich auch auf relativ geringer Seehöhe verbreitet und konnte sich vermutlich auf exponierten Felsspitzen und -kämmen halten.
Man kann dendrochronologisch sehr gut feststellen, zu welcher Jahreszeit Holz geschlagen wurde. Bitte nicht bös sein, aber irgendwie finde ich es witzig, dass man nun auf dem Diskussionsweg erreichen will, dass doch alles Holz im Winter geerntet wurde, obwohl man in genauen Untersuchungen offenbar viel sommergeschlägertes Holz festgestellt hat.
Natürlich hat wintergeschlagenes Holz viele Vorteile. Von einem alten Zimmerermeister (aus Gars) weiß ich , dass das Holz (“immer schon”) etwa ab Martini (11. Nov) bzw. Leopoldi (15. Nov) bis etwa Lichtmess (2. Februar) geschlagen wurde. Zum Aushacken (Hacken der Balken mit Bandhacke und Breitbeil) wars da aber zu kalt, das hat man nach dem Schnitt, etwa ab Ende August gemacht. Wenns aber jemand eilig gehabt hat oder wenn jemand billigere Balken wollte, hat man auch im August geschlagen und dann gleich ausgehackt. Am ganz frischen grünen Holz geht das Aushacken nämlich fast doppelt so schnell und das schlägt sich im Preis nieder. Ein weiterer Vorteil des Sommerholzes war der, dass der Dachstuhl gleich aus dem grünen Holz gemacht werden konnte. Schlitz und Zapfen schwinden etwa gleich, und weil sich das grüne Holz meist beim Trocknen verdrehen will, so verspreizen sich die Hölzer und die Holzverbindungen werden recht haltbar.
Liebe Grüße und alles Gute
Norbert

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