Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Holz im Mittelalter ?

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Eintrag #10 vom 04. Jul. 2000 14:53 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andreas, dieser Eintrag gilt dem angefangenen Thread auf Seite 1 “Holz”. Ich kann Dir , um einen ßberblick zu bekommen , nur das Buch Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch ISBN 3-8062-1059-4 empfehlen. Dort befindet sich eine detaillierte Beschreibung eines Hauses im 13. Jahrhundert. (ca. ab Seite 250) Ich hoffe das hilft Dir weiter…
Patrick

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Eintrag #9 vom 10. Mrz. 2000 13:39 Uhr Stephanie Winhard   Nachricht

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Moin Ivain, durch den Erhitzungsprozeß entsteht Holzteer, der das Holz vor Fäulnis und Schädlingsbefall schützt. Bei alten Fachwerkhäusern wurde das üblicherweise gemacht (auch schon im MA). Leider kann ich Dir die Quelle zur Zeit nicht nennen, da sich meine Fachbücher noch in Umzugskartons befinden (ist aus einem Fachbuch für Bautechnik). Da sich die verbrannten Holzellen abschotten, werden die Balken auch nicht instabil (bis zu einem gewissen Grad natürlich). Bis dann Steffi

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Eintrag #8 vom 10. Mrz. 2000 09:34 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Zur Schädlingsbekämpfung: In alten Holzhäusern habe ich des öfteren gesehn, daß das Holz angekohlt wurde, um das Getier zu vertreiben. Eine dünne verbrannte Schicht kann anscheinend einem käfer schon den Appetit rauben. Wieweit diese Praxis allerdings zurückreicht, weiß ich nicht.
Ivain

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Eintrag #7 vom 10. Mrz. 2000 09:25 Uhr Axel Aue   Nachricht

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Dazu noch eine Frage. Ochsenblut soll zum Anstrich von Holz genommen worden sein. Imprägnierung, Schädlingsbekämpfung oder Schmuck ?
Axel

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Eintrag #6 vom 09. Mrz. 2000 23:13 Uhr Torsten Schindler   Nachricht

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Danke für die Info! Was mir aber aufgefallen ist, niemand hat sich konkret zur Fichte geäußert. Wie sieht es denn damit aus? Ist sie von Skandinavien oder Osten her eingewandert, oder auch heimisch? Weiterer Punkt ist die Vorsorge bzw. Bekämpfung vor bzw. gegen Schädlinge (außer Räuchern). Ein Mittel soll verdünnte Schweinejauche sein (mal aufgeschnappt). *gespanntaufantwortwartend* Torsten

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Eintrag #5 vom 09. Mrz. 2000 12:17 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Torsten, Hadu hat im Wesentlichen Recht. Die Betrachtung des Borkenkäfers oder anderer Waldschädlinge ist eher ein ökonomisches Problem als ein ökologisches. Es ist nicht der Borkenkäfer, der den Wald kaputt macht, sondern er lebt nur von kaputtem Wald. Wie das im Kleinen aussieht, sprich wie man seine Möbel gegen Holzwürmer schützte, weiß ich nicht mit Sicherheit; entsprechende Anleitungen aus dem MA sind mir noch nicht über den Weg gelaufen, im Gegensatz zur Obstveredelung. In den Häusern, in denen der Rauch frei in den Räumen nach oben steigen konnte, dürften die Lebensbedingungen für solche Schädlinge denkbar ungünstig gewesen sein. In Mastholte etwa belegt die Dorfchronik, daß die Menschen in der Mitte des 19. Jh quasi gezwungen werden mußten, Schornsteine zu bauen um die Brandgefahr durch Funkenflug herabzusetzen. Als das durchgesetzt wurde, bekamen die Leute auch prompt Schwierigkeiten mit Fäulnis bei ihren Strohdächern. Und Lebensmittel ließen sichauch nicht mehr direkt unter dem Dach räuchern. Die wenigsten Pilze mögen trockenes Klima, von daher dürfte eine entsprechende Lagerung auch im MA davor geschützt haben. Das Vorkommen der Holzarten läßt sich über Ortsnamen indirekt ermitteln. Sehr viele Orte in Deutschland sind Hagengründungen, d.h. Rodungen im Wald, auf denen dann kleine Siedlungen entstanden. Viele Orte scheinen nach der Waldart benannt worden zu sein, die dort gerodet wurde. Jemand hat das mal für den deutschen Raum ermittelt und eine Vorlesung dazu gehalten. Die ist veröffentlicht worden in einem Buch mit dem Titel “Mensch und Umwelt im Mittelalter”. Ich hab´s gerade verliehen, sonst könnte ich den Autor des Beitrages auch nochmal nachschlagen. Egal. Wenn ich mich richtig erinnere kamen in Deutschland Buchen mit fast 80% als die häufigsten Bäume vor. Eichen, Nadelbäume und sonstige teilen sich die übrigen 20%. Damit ist die das ganze Land bedeckende deutsche Eiche zwar als Mythos entlarvt, aber andererseits sagt die Studie nur etwas über die bevorzugten Siedlungsgebiete aus! Wenn da ein Buchenwald (sehr häufiger Name) neben einem Nadelwals stand, dann lieferte ersterer die besser nutzbaren Recourcen für Holzhäuser und Geräte. Wie groß dadurch die Fehlerquote wird, kann ich nicht konkret abschätzen; dazu müßte ich die originale Studie sehen. Für das Ergebnis dieser Studie spricht auch die schnell wachsende und den Waldboden beschattende Natur der Buchen. Eine Konkurrenz zur Buche muß entweder noch schneller wachsen (tun Eichen nicht) oder mit wenig Licht auskommen (können Eichen auch nicht). Somit dürften Erlen und Birken in sumpfigen Gebieten, Nadelbäume in den höheren Lagen für Hagensiedlungen namensgebend gewesen sein. Eichenwälder dürften Inseln im Buchenmeer gewesen sein. Soweit mein Wissen dazu, Grußvoll, Matthias Topasius

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Eintrag #4 vom 09. Mrz. 2000 10:31 Uhr Axel Aue   Nachricht

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Eines der Nydam-Boote (südl. Dänemark), ca. 300 n.Chr. gebaut, ist aus Kiefernholz. Das legt den Schluß nahe, das es in der Gegend zu der Zeit Kiefern gab. Dann hab ich letztens etwas über die Alpen im Fernsehen gesehen, wo so nebenbei erwähnt wurde, das diese (Nadel-)Baumarten hier in Norden die letzte Eiszeit nicht überstanden haben und lange brauchten, um über den Osten wieder ´einzuwandern´, da die Alpen im Weg waren. Aber von der Eiszeit bis ins MA ist ja auch einige Zeit vergangen…
Axel

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Eintrag #3 vom 09. Mrz. 2000 08:26 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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P.S.: Schädlinge wie den Borkenkäfer gab es schon immer, aber nicht die modernen Monokulturen, in denen er sich so ausbreiten konnte. Holzbock- und Wurm ebenfalls, aber nur an totem Holz. Baumkrankheiten wie den berüchtigten Rost an Obstbäumen - keine Ahnung, wahrscheinlich waren die Bäume im allgemeinen nicht so durch sauren Regen und Züchtungen geschwächt.
Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 09. Mrz. 2000 08:22 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Dich, Thorsten, gegeben hats diese auf jeden Fall. Nur das Vorkommen war ein anderes. Der heutige Wald ist meist eine Folge der Monokulturen der letzten 80-100 Jahre, insbesondere bei den schnellwachsenden Nadelhölzern. Dazu kommt, daß viele einzelne Unterarten so nicht vorkamen, da im MA das Klima wärmer war als heute. Die Kiefer und die Tanne waren ein typischer Bewohner von hoch- und mittelgebirgsähnlichen Lagen und ärmerer Böden. Der Schwarzwald war schon im MA eben der Schwarzwald, da er dort so dicht und dunkel mit den Nadelhölzern bewachsen war. Buchen und Eiche waren ebenfalls stark verbreitet, z.B. in den Baumbergen bei Münster und in der norddeutschen Niederung die Eiche und an der Ostsee die Birken. Obsthölzer waren schon im MA kultivierte Bäume,die bei der Herstellung edler Möbel und mechanischer Bauteile sehr Beliebt waren. Bau weiter unbesorgt Deine Tavernen in Nadelholz. In geringem Mass gab es auch schon sowas wie Sperrholz (>Schilde). Das im ganz groben.
Euer Haduwolff

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Eintrag #1 vom 09. Mrz. 2000 01:36 Uhr Torsten Schindler   Nachricht

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Bei einer Diskussion kürzlich warf sich die Frage auf: Gab es die Hölzer Kiefer und Fichte zur Zeit des Mittelalters in Mitteleuropa und auch die dazugehörigen Schädlinge und wie wurde vor diesen geschützt? Wer weiß dazu näheres?
Gut Holz

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