Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Hosen

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Eintrag #20 vom 03. Jan. 2001 16:16 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Knut, hat sich in meine Quelle ein ßbersetzungsfehler eingeschichen oder zitieren wir zwei verschiedene Passagen? “Die Kleidung…war die seiner Väter, d.h. die fänkische. Auf dem Leib trug er ein leinernes Hemd und leinerne Unterhosen; darüber ein Wams, das mit seidernen Streifen verbrämt war, und Hosen, sodann bedeckte er die Beine mit Binden und die Füße mit Schuhen, und schützte mit einem aus Fischotter oder Zobel verfertigtem Rock im Winter Schultern und Brust….” aus Schmid/Fragen an die Geschichte (nach Einhard) Nach einer Abbildung aus dem Utrechtpsalter um 830 tragen die Männer scheinbar lange Hosen (die Hemden sind recht kurz, deshalb nehme ich nicht an das “Beinlinge” dargestellt sind). Die Waden sind mit Wadenwickeln versehen. Leider kenne ich aus dieser Zeit keine Abbildung von einem Mann in Unterhose. Sylvia

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Eintrag #19 vom 03. Jan. 2001 12:57 Uhr Knut Schneider   Nachricht

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Hallo zusammen, Zu Eintrag 13: Karl der Große Einhard, der Karl persönlich kannte, spricht im Zusammenhang mit der für die Franken typischen Kleidung Karls, daß dieser sich u.a. mit “feminalibus lineis” bekleidete. Feminalia werden meist als vom Wort “femur” (Schenkel, insbesondere Oberschenkel) abgeleitete Unterhosen oder Beinwickel interpretiert. Das Wort ist eine Pluralbildung, es sagt nichts über eine eventuelle Einteiligkeit dieser Beinkleider aus. Gleichzeitig existiert ein Wort “femoralia”, welches eine bruoch-ähnliche, den Oberschenkel bedeckende Hose bezeichnen soll. Zusätzlich trug Karl lt. Einhard “tibialia”, also eine Unterschenkelbekleidung, und umwickelte die Unterschenkel.
Schönen Gruß Knut, der wandernde Söldner

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Eintrag #18 vom 03. Jan. 2001 08:11 Uhr Nikolaus Hofbauer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaus Hofbauer eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen, na dann mal auch meine 10 Groschen zu dem Thema .. Unter “hose” versteht man in der mittelalterlichen Sprache eigentlich einen “Beinling”, eine Erwähnung des Begriffs “hose” in mittelhochdeutschen Texten ist daher in den meisten Fällen nicht im Sinne unserer heutigen Hosen zu sehen. Ach ja, der Begriff “ein Paar Hosen”, der bis vor kurzem noch recht gebräuchlich in der Alltagssprache war, kommt wohl vom “paar”weisen Auftreten der “Beinlinge”. Gruß Nikolaus

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Eintrag #17 vom 01. Jan. 2001 19:28 Uhr Julia   Nachricht

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Schön dass ihr euch alle für das Thema Hose interessiert :-) und so viel Ahnung habt. Danke. Ich wünsche Euch allen jetzt ein wunderbares, freude- und glückbringendes, friedliches und gesundes Jahr 2001!
Iohânne de l´arpa

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Eintrag #16 vom 29. Dez. 2000 13:50 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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ßhhhm, mit “diagonal zuschneiden” meine ich, dass der Fadenverlauf des Stoffes schräg zur Senkrechtachse des Beins steht. Grüße, Patrick.
www.hippodromus.de

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Eintrag #15 vom 29. Dez. 2000 13:44 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Christoph, meine Vermutungen bezogen sich auf die Entwicklung von Braccae zu Bruch und Beinlingen - wo es bis dato noch keine hinreichende Erklärung gibt - und nicht zum Stoff an sich. Ich würde das mal als “Educated Guess” bezeichnen ;-) Neben den Textilfunden, die Silvia und Patrick schon angesprochen haben, gibt es noch den Bockstenmann (ca. 1330 - 1350) und die Hjerlofsnesfunde, die in etwa das 14. Jhdt. abdecken bei denen ausschließlich Wolle als Fundmaterial genannt wird. Wer´s sich leisten konnte hat übrigens für die Beinlinge “Scharlach-Tuch” verwendet, das wohl in sich schon eine gewisse Flexibilität besaß. Bis denne Thorsten

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Eintrag #14 vom 29. Dez. 2000 10:15 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo. Wollbeinlinge sind auch in London belegt. Es wurden dort wollene Beinlingfragmente aus dem späten 14. Jahrhundert gefunden. Interessant ist, dass die Wolle in Leinwandbindung gewebt und (bei einem Fragment) trotz des höheren Stoffverbrauchs aus Elastizitätsgründen diagonal zugeschnitten wurde. Grüße, Patrick. ____________ Quelle: Textiles and clothing, Crowfoot/Pritchard/Staniland, Museum of London, S. 185 ff.
www.Hippodromus.de

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Eintrag #13 vom 29. Dez. 2000 09:03 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Christoph! Es gibt Sie doch! In Haitabu verwendete man Texteilfragmente (besser Lumpen) in Teer getränkt zum kalfaktern von Schiffsrümpfen. So sind Woll“beinlinge” für ca. das 11. Jahrh. nachgewiesen und auch eine Hose. Ein Fagment der sog. Rushose aus schriftl. Quellen bekannt als Hose mit sehr weiten Beine, die an den Waden eng geschnitten ist. Die Hose war zweifarbig. Allerdings wurden die zwei sehr dünnen, in faltengelegten Stofflagen übereinander verwendet. Eine war rosa und die andere hellgelb. (Quelle: Wikinger Museum Haitabu: Schaufenster einer frühen Stadt bw. Museumsbesuch) Karl der Große trug übrigens noch eine eine lange Leinenunterhose und eine lange Wollüberhose (Nach Einhard Vita Karoli) Sylvia (weiter auf der Such nach einem Beweis per Grabungsfundzitat wie fast immer *g*!)

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Eintrag #12 vom 28. Dez. 2000 20:24 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin, Christoph. Mir sind keine weiteren erhaltenen Strumpfhosen bekannt, ich habe nur die leinernen erwähnt, da Dietrich dieses Material ausgeschlossen hatte. Wenn man vom Klima in Mitteleuropa ausgeht, kommt man recht schnell zu der Erkenntnis, daß es wollene Hosen gegeben haben muß. Auch der Faltenwurf bildlicher Darstellungen spricht dafür. Gruß Ivo

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Eintrag #11 vom 28. Dez. 2000 19:50 Uhr Tomasz (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tomasz eine Nachricht zu schreiben.

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Czesc Zdzichu und Hallo an den Rest! Nur kurz ein Link zu Schnitten von Beinlingen (13. Jhdt.) und Hosen (15.Jhdt): ourworld.compuserve.com/homepages/[…]/hose.htm Bye, Tomasz

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Eintrag #10 vom 28. Dez. 2000 18:19 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Dietrich und Thorsten! Ich muß mal wieder was stänkern. ;o) Aussage Dietrich: “Wir gehen also davon aus, daß die Beinkleider aus Wolle bestanden….” Aussage Thorsten: “Ich persönlich bin ja der Meinung, daß…” Auf einmal Grundsatzbruch? Ich denke, ihr geht nicht von logischen Schlußfolgerungen, sondern von Belegen und Fundstücken aus? Mein pottscher Glaube ist erschüttert! Vieleicht sollte ich besser jetzt Ivo vergöttern, der ein Fundstück benennt? ;o)) Gruß v. Arlen

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Eintrag #9 vom 28. Dez. 2000 13:06 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin, Dietrich. Nachtrag zu den Hosen aus Leinen…eine ebensolche, im klassischem knackengen SMA-Schnitt mit Latz, Füßlingen (abgerissen) und den berüchtigten drei Nähten hinten, befindet sich unter den Funden aus dem Kloster Alpirsbach. Datiert wird sie allerdings auf die Mitte des 16. Jahrhunderts. Gruß Ivo

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Eintrag #8 vom 28. Dez. 2000 12:37 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Wolf, sorry, die Randgebiete habe ich tatsächlich nicht berücksichtigt. Dem Vernehmen nach trugen auch englische Seeleute des 15. Jhd. weite Leinenhosen. Auszuschließen ist auch keinesfalls, daß die bewohner Lapplands diesen Blödsinn mit den getrennten Hosenbeinen niemals mitgemacht haben und eine ungebrochene Hosentradition vom Anbeginn aller Zeiten bis zur Einführung der Röhrenjeans besitzt. :-) Französischen Adel würde ich eher unter “Modetorheiten” und “hipp sein wollen” einordnen. Oder unter dem heraldischen Aspekt, den Thorsten dankenswerterweise nachgeliefert hat.
Dietrich

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Eintrag #7 vom 28. Dez. 2000 11:41 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zsammen, zu den Hosen hat ja Dietrich schon einiges gesagt. Ich persönlich bin ja der Meinung, daß sich das Bruch/Beinlinge-Prinzip aus den Wadenwickeln des FMA entwickelt hat, die immer höher wurden um dann am Bruchband befestigt zu werden. Was das Mi-Parti angeht, so begannen die Entwicklungen dahin im 13. Jhdt. Zuerst bei Spielleuten etc., dann durch das Aufkommen des Wappenwesens zuerst bei den Dienstleuten, die dadurch schon ab Anfang des 14. Jhdts. die Zugehörigkeit zu ihrem Dienstherrn zeigten. Da das das Wappenwesen auch in die “normale” Mode Einzug hielt, entwickelte sich im 14. Jhdt. auch die sogenannte heraldische Kleidung, die ihre Hochzeit Ende des 14. Jhdts. hatte. Bedingt durch die Heraldik war es dann auch Adeligen möglich Miparti auch in den Beinlingen zu tragen. Ab Anfang des 15. Jhdts entwickelte es sich dann aber wieder zu einer Modeerscheinung von Stutzern, Soldaten, Künstlern und Narren. Frühe Beispiele von heraldischer Kleidung auch im adeligen Bereich findet man z.B. in den Wardrobe Accounts (Garderoben-Aufstellungen) von Edward I., der seine Familie und die komplette Dienerschaft für bestimmte Feiern entsprechend einkleidete. Ein letztes mal ist diese Mode im 16. Jhdt. aufgetaucht, als die Landsknechtsmode, die das Miparti sowohl in Farbe als auch in Form kannte, auch vom Adel und Bürgertum übernommen wurde. Bis denn Thorsten P.S. Zidi, schau doch mal in die Bibliothek unter “Gewandungen”. Afaik müten dort Anleitungen für eine Bruch, Beinlinge und eine Bundhaube sein. Ansonsten schau mal auf Marc Carsons Homepage www.geocities.com/Athens/Parthenon/5923 dort ist einiges zu Hüten, Kleidung Schuhen, Leder- und Hornbearbeitugn etc. Meiner Meinug nach eine der besten Sites im Netz für praxisbezogenes Mittelalter.

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Eintrag #6 vom 28. Dez. 2000 11:29 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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PS: In dem Buch Medieval Costume and Fashion von Herbert Norris werden unter anderem “Louis Duc de Orleans” sowie verschiedene Adelige mit zweifarbigen Beinkleidern dargestellt. Fällt der französische Adel jetzt unter “sozial wurschtelig” oder unter “unehrenhafte Berufe” ? ;-)
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege, Arfast Harksen

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Eintrag #5 vom 28. Dez. 2000 11:11 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Dietrich, haben wir da nicht mal wieder den Norden vergessen ? ;-) In Norddeutschland,hier besonders in den friesischen und Küstenlanden, wurde schon im 14. bis weit in das 17. Jhd ßberhosen aus Leinen getragen. Diese wurden über den “normalen” Hosen getragen, sozusagen wie heutzutage ein “Blaumann” als Schutz der Kleidung bei der Arbeit. Diese Hosen waren wie gesagt aus Leinen und sehr weit geschnitten.Im 16.Jhd wurden diese dann sogar bestickt und wurden später zum Bestandteil der Trachten z.B. auf den friesischen Inseln und in Dithmarschen. Mi-Parti waren die allerdings auch nicht.
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege, Arfast Harksen

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Eintrag #4 vom 28. Dez. 2000 10:55 Uhr Zdzislaw Duda   Nachricht

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Hi ! köennt Ihr mir noch sagen wo ich die Schnitt-Muster und abbildungen finden kann ? zum Thema Gewand sind es genügend, aber wenns um Hose, Unterwäsche, Kopfbedeckung oder Handschuhe geht… nichts ! oder fast nichts… koennt Ihr mir helfen ? Gruss an Alle und Gutes Rutsch ins Neues Jahr
Zdzich

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Eintrag #3 vom 28. Dez. 2000 08:51 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Julia, meines Wissens nicht. Das, was wir heute eine “Hose” nennen (ein Kleidungsstück mit zwei Beinen, einem Gesäß, umlaufendem, geschlossenen Bund und einem Abschluß nach vorn) kam irgendwann im 11. Jhd. (genau zu Epiphanias 1087, Samstags vormittags) aus der Mode, wandelte sich zu einer Art “Unterhose” (Bruoch) aus Leinen und wurde mit dem ergänzt, was wir heute “Beinlinge” nennen, also den von Tricia bereits erwähnten Leggins. Diese aparte Kombination hielt sich bis etwa Mitte des 15. Jhd., bis ein findiger Kopf auf die Idee kam, die beiden Hosenbeine mit einem Gesäß und einer Frontklappe zu versehen und dieses Ensemble am oberen Rand mit einem umlaufenden Bund zu fixieren. Wahrscheinlich hat er für diese bahnbrechende Neuigkeit den Ehrenpreis der Haute Couture von Paris erhalten. Sowohl bei den “Beinlingen”, als auch bei der daraus entstandenen “Hose” war Zielsetzung, daß sie eng (im Sinne von: knalleng, so wie die Jeans der 70er Jahre) anlagen. Diesen schönen Effekt kann man mit Leinen nur schwer erreichen, da selbiges nicht so dehnbar und flexibel wie Wolle ist. Wir gehen also davon aus, daß die Beinkleider aus Wolle bestanden, und es gibt meines Wissens keinen Beleg für solche aus Leinen. Zur Frage der Zweifarbigkeit: Das Konzept von geteilten Kleidungsstücken war bereits im 13./14. Jhd. bekannt (siehe Sachsenspiegel und Manesse), aber wohl eher Personen mit geringer Reputation vorbehalten. Oder, möglicherweise, was die Manesse angeht, eine Modetorheit für Leute, die besonders “hipp” sein wollten. Die hohe Zeit des Mi-Parti war zweifelsfrei das 15. Jhd., bis hinein in´s 16. Aber es war immer das Zeichen einer gewissen sozialen Wurschtigkeit, so wie es heute lange oder bunte Haare, ausgefranste Hosen, Piercing oder, bei den Damen, der Verzicht auf gewisse Teile der Unterbekleidung ist. Mit anderen Worten: Kein ehrenhafter Mensch in einer gewissen sozialen Stellung hätte sich mit zwei verschiedenfarbigen Hosenbeinen auf der Straße sehen lassen; das blieb jungen Leuten, Künstlern, Studenten, Soldaten und unehrenhaften Berufen vorbehalten.
Dietrich

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Eintrag #2 vom 28. Dez. 2000 07:03 Uhr Patrizia Frin  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrizia Frin eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Julia! Stellt sich erstmal die Frage: wann im Mittelalter? Sicherlich war der Großteil der Gewänder aus Leinen. Ich kenne nur die Leggins-artigen Hosen, die auf der Beinrückseite mit einer einzigen Naht geschlossen wurden, gab aber sich noch andere. Die sog. Mi-parti-Hosen (zweifarbig) waren vor allem den Spielleuten vorbehalten. Irgendwann (12.Jhd.?) war diese Mode auch kurzfristig im Hochadel beliebt. Kommt also ganz drauf an, welche Zeit und welche Gesellschaftsschicht Du darstellen möchtest? Wer weiß mehr?
Tricia von Lubecca

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Eintrag #1 vom 27. Dez. 2000 22:44 Uhr Julia   Nachricht

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Gab es im Mittelaler (Leinen-)Hosen (nicht so hauteng anliegend), bei denen jedes Bein eine andere Farbe hat?
Iohânne de l´arpa

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