Meines Wissens nach wurde auch die Aussaat von Getreide als “ficken” bezeichnet, könnte daher (Spekulation!) auch was mit “in-die-erde-stecken” zu tun haben, womit wir wieder bei den Stadtbefestigungen wären, die in die Erde gerammt werden.
Der Beruf hat sich auch in den Familiennamen eingenistet - Ficker, Fickel, Fickenscher, Fickelscher.
Lt. der Namenserklärung (Quelle + Zitat kann folgen) handelt es sich um Fickenmacher - Taschenmacher. Eine Ficke ist danach eine Tasche, welche am Gürtel hängt und am Bein reibt - erst später kommt über das Reiben etc. etc. etc. die heute bekannte “Nebenbedeutung” dazu.
“fick” ist auch heute noch im Schwedischen ein Wort fuer Tasche. Daher das “fickbok” (Taschenbuch), oder die “ficklampa” (Taschenlampe). Auch wenn’s fuer uns komisch klingt ;-)
Ansonsten kann ich mich erinnern, dass es ein “Lexikon der ausgestorbenen Berufe” gibt (oder so aehnlich), da koennte man ja mal nachgucken.
vicke ‘Tasche’ für den Taschenmacher oder ßbername zu mittelhochdeutsch ficken ‘reiben’ für einen unruhigen Menschen, früh aber auch schon in obzöner Bedeutung”
Ich suche derzeit Informationen über mittelalterliche Berufe. Hintergrund: Ich plane eine Sendung für einen Webradiosender, in der ich ein Mittelalterquiz durchziehen möchte. Keine schweren Fragen, meine Hörer sind zu 95% Laien, aber einfach ein paar Dinge, wo sie eben schon Google bemühen müssen, sprich, bei denen sie eben wirklich ein wenig recherchieren müssen.
Jetzt habe ich vor einiger Zeit von dem Beruf des Fickers (oder schreibt man es Fikker?) gehört, dessen Aufgabe es angeblich war, Stadtbefestigungen in den Boden zu rammen.
Ihr seht, über dieses Thema weiß ich selbst null, ich habe zwar fröhlich gesucht im Netz, aber nichts Brauchbares dazu gefunden.
Wenn ihr Ideen oder Links habt, wo und wie ich da an Infos kommen kann - immer her damit ;)