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Eintrag #1 vom 25. Mai. 2005 09:00 Uhr Andrea Huber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrea Huber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo
Kann mir mal bitte jemand zu dem Thema Inquisition Infos geben oder Quellen?Vor allem was die Kleidung und Ausrüstung betrifft?
Vielen Dank
LG Andi

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Eintrag #2 vom 25. Mai. 2005 09:08 Uhr Bettina Drexler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bettina Drexler eine Nachricht zu schreiben.

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Such doch mal in Google, z.B. nach Torquemada.
Welche Kleidung meinst du, die der Inquisitoren?
Welche Zeit? Die Inquisition dauert noch an, wenn du so willst.
Hexenprozesse finden bis in 18. Jhd. hinein statt.
Oder meinst du Ketzerprozesse?
Dann solltest du deine Zeit eingrenzen, denn den! Inquisitor gibt es nicht. Zeitweise waren es die Dominikaner, die hauptsächlich dafür zuständig waren.
Heute heisst das ganze Kongregation für Glaubensfragen und der jetztige Papst war lange Zeit der Hauptzuständig.
Also, ein bisschen genauer dürfte deine Anfrage schon sein.
Johanna

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Eintrag #3 vom 25. Mai. 2005 09:29 Uhr Ulrich Reinhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Reinhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Kleidung : Im Anfang primär das Habit der Dominikaner, es waren aber alle möglichen Personen Inquisitor. Von daher kannst du fast jede geistliche Tracht irgend eines Mönchsordens oder die Tracht eines Priesters der jeweiligen Zeit nehmen.
Ausrüstung : Ganz normale Reiseausrüstung, Inquisitoren waren mehr unterwegs, also Reservekleidung, Gebetsbuch, Bibel, Beutel für Kleidung, usw,
aber ich vermute mal das du auf so etwas raus willst :
Hexenhammer, Weihwasser usw, so was hatten aber die allermeisten Inquisitioren nicht dabei, (wozu auch, Weihwasser gabs in jeder Kirche, de Hexenhammer war ein Werk der Neuzeit und nicht des Mittelalters) daß war zudem eine realtiv kurze Zeitspanne wo solche Bücher ernsthaft verwendet wurden.
Als Behörde innerhalb der Kirche mit diesem Namen gab es die Inquistion ab dem 13 Jahrhundert, 1184 gab es die erste Kommission der Kirche zur Bekämpfung der Häretiker, aus der dann diese Behörde stammte, ab dem Ende der Albigenserkriege, ab 1231 um genau zu sein wurde sie regulär und dauerhafte Einrichtung. Von daher ist daß das früheste.
Ich vermute du willst aufs Hoch- oder Spätmittelalter hinaus. Die allermeisten Inquisitoren waren damals Dominikaner, Zisterzienser und Priester. Die mittelalterliche Inquisition beschränkte sich geographisch auf Zentral- und Südeuropa.
Ab 1367 nahmen dann die Verfolgungen zu und wurden heftiger. Das entscheidende Datum war aber 1484, in diesem Jahr erließ Papst Innozenz VIII. die Bulle Summis desiderata die sich mit dem Hexenwesen befasste.
Die berühmte spanische Inquistion wurde dagegen erst durch die Allerkatholischsten Majestäten Ferdinand und Isabelle 1481 eingerichtet.
Von daher mußt du dir einen Orden aussuchen, bzw das Habit eines Priesters und dazu dann eine Zeit und das Habit aus dieser Zeit wählen. Dann Reiseausrüstung, und da Inquisitoren mMn häufig gebildeteter oder besser gestellt waren von der Qualität her alles etwas anspruchsvoller. Dazu einige geistliche oder theologische Bücher und das dürfte mMn recht stimmig sein.
(wenn ich mich irre wird um Korrektur dringend gebeten, daß soll nur ein Versuch sein)

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Eintrag #4 vom 26. Mai. 2005 07:20 Uhr Andrea Huber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrea Huber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo
Und danke für die tollen Infos.
Ich such das nur weil ich ne Gewandung dazu nähen soll.Zeitraum Spämi.Es kam eben zur diskusion weil derjenige der das möchte meinte es sei eine spezielle Tracht gewesen und ähnlich Prunkvoll wie die mancher Bischöfe.Ich hatte aber irgendwo mal gelesen dass man eben einen Inquisitor nur dann erkennt wenn er sich als solcher zu erkennen gibt und ging dann von geistlicher Kleidung aus nur wußte ich eben nicht welche.Drum hab ich hier nachgefragt weil man da doch immer schnell Antworten bekommt mit denen man auch was anfangen kann.
Danke nochmals und ein schönes WE euch allen
LG Andi

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Eintrag #5 vom 16. Jul. 2005 14:10 Uhr Sebastian Fricke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sebastian Fricke eine Nachricht zu schreiben.

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Wenn ich hier auch sagen darf Prachtvoll war die Tracht der INquistoren gewiss nicht, so fern sie aus den einfachen Mönchsorden stammen (wie es in den meisten Fällen war.
Eins muss man auch noch sagen viel mehr wiederholen um es etwas zu verdeutlichen, die Inquisitoren waren zwar über wiegend Dominikaner jedoch sind auch andere Ordensleute mit der Aufgabe konfrontiert gewesen, es ist nicht einfach einen Inquisitoren darzustellen bzw, einen Ordensmann von denen man weiß das es die Inquistoren gewesen sind (bzw. teilweise auch noch heute sind).
Bruder Gilbert von Bärenfels

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Eintrag #6 vom 21. Mai. 2008 00:21 Uhr Thomas Sossong  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Sossong eine Nachricht zu schreiben.

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Der Hexenhammer wurde von Inquisitoren 1484 nach dem Erlass Papst Innozenz VIII verfasst. Das war doch durchaus noch Mittelalter!? Die “coolen” Hexenjäger ala Helsing gabs aber nicht. In “Die Kinder des Gral” wird ja häufig auf eine Chronik zurück gegriffen. Das Buch handelt von den Katharer-Kriegen und beginnt 1243. Zu der Zeit sind schon Inquistoren am Werk. Auch wenn Filme nicht gerne als Referenz gesehen werden: “Im Namen der Rose” zeigt einen Inquisitor recht deutlich - und sein Gewandt. Auch kann ich die Fernsehsendung “Europa im Mittelalter” empfehlen. Gibt es im iTunes Store zu kaufen - 4 Folgen - eine komplett über Religion und Inquisition im MA.
Gruß
Thomas

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Eintrag #7 vom 21. Mai. 2008 08:33 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Dir ist schon bewußt das es durchaus die Ansicht gibt das das Mittelalter mit der Erfindung des Buchdrucks 1450 oder auch der Eroberung Konstantinopels 1453 endet? Die Ansicht muss man nicht teilen, aber ob ein Buch das 1484 erscheint nun unbestritten dem Mittelalter zugeordnet werden kann ist sicher Diskussionswürdig.
Das es keine Van Helsings gab ist sicher auch keine neue Erkenntnis für die Diskutierenden in diesem Forum. Ansonsten empfehle ich die Lektüre einiger Literatur zum Thema. Filme und Fernsehberichte, zumal zweifelhafte wie “Europa im Mittelalter” taugen da eher wenig. Mal eben mehrere hundert Jahre Inquisitionsgeschichte über einen Kamm scheren trägt auch eher wenig zum Thema bei.
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #8 vom 21. Mai. 2008 12:38 Uhr Sven Wolfgang Pfeifenberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sven Wolfgang Pfeifenberger eine Nachricht zu schreiben.

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Henry Charles Lea
“Geschichte der Inquisition im Mittelalter”
3 Bände
Eichborn Verlag
ISBN 3-8218-0507-2

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Eintrag #9 vom 21. Mai. 2008 14:58 Uhr Andreas Pilz   Nachricht

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Sondern auch die Region muss man stark differenzieren.

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Eintrag #10 vom 21. Mai. 2008 16:24 Uhr Andreas Ahammer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Ahammer eine Nachricht zu schreiben.

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..ich da mal meinen Senf Dazugeben darf:
OB der Hexenhammer, der übrigens nicht “von Inquisitoren, sondern vom Dominikaner Heinrich Kramer verfasst wurde ins MA oder in die FNZ gehört ist fast schon anachronistisch im Bezug auf eine DArstellung, aber:
Sowohl der Buchdruck, als auch der Fall KOnstantinopels, ist hier nicht als Ende des MA zu bezeichnen. Ganz einfach:
Abgesehen davon, dass eine klare Abgrenzung weder bei den Binnengrenzen (aber schon eher), noch bei den Außengrenzen des MA funktioniert und für wahr genommen werden darf, ist das schon gar nicht in der Kultur- und Mentalitätengeschichte der Fall (vor allem für das Ende des MA. 1. weil Renaissance GEdankengut im deutschen Reich sehr rar war und 2. weil von einer Geistesgeschichtlichen Zäsur eher mit Luther zu sprechen ist).
Neben den Beobachtungsobjekt (in dem Fall Glaube) müsste da außerdem der Beobachtungsraum einbezogen werden.
Abgesehen davon, ist es im speziellen Fall des ”Hexenhammer“ überhaupt so, dass die Aussage ”neuzeitliches Buch" ganz und garnicht zutreffend ist. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund:
Verfasst wurde er zwar im sehr späten 15. Jhdt, ordnet und kanonifiziert aber nur alte kirchlichen Anschauungen und Volksglauben. In seinem eigentlichen Inhalt fußt diese Lehre auf weit ältere Dämonologien, welche ihren Ursprung in Bernhard v. Clairvaux und ferner schon Augustinus haben.
Man könnte es so ausdrücken: Ein frühneuzeitliches Buch(Objekt) aber ein durchwegs mittelalterliches BUch(Inhalt).
Und: VOn genannter DOkumentation sit durchwegs nur abzuraten. Qualitativ sehr mieß. Allein schon wenn im Vorspann die Rede von 4 (in Worten: VIER !!!!) Ständen ist.
schönen falschen Freitag,
Andreas

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