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Eintrag #1 vom 19. Jun. 2003 11:10 Uhr Johannes Kulick  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Johannes Kulick eine Nachricht zu schreiben.

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Also ich las gestern (und grad wieder) einträge, von wegen Jeansstoff ist das allerschlimmste (mal platt ausgedrückt)
AAAABER: Jeansstoff ist doch prinzipiell nur Baumwollstoff in Köperbindung, wenn ichs recht sehe. Das es Baumwolle ja wahrscheinlich nun doch häufiger als bisher angenommen gab, haben wir ja relativ ausführlich diskutiert, somit wäre ja auch Köperbindung desselben wahrscheinlich gewesn. Natürlich nicht in dem heutzutage Standart-Jeans-Blau, aber in naturton wäre es doch denkbar, oder nicht???
Versteht mich nicht flasch, ich will da wieder mal keine Entschuldigung für schlechte Gewandung liefern, aber es interessiert mich ja schon.
Denim Stoff heißt ja nur so, weil er Aus Nimes (De Nimes, entstanden aus “Serge de nimes”) kommt. Also die Weberei ursprünglich da war, von der Levi Strauss dann später seinen Stoff kaufte um seine allseits bekannten Hosen zu nähen.
Eine kurze Recherche im Internet sagt auf jeden Fall, dass es diesen Stoff schon im 16. Jahrhundert gegeben hat. Dies würde also Ende SpäMi - Anfang Renaissance bedeuten. Somit scheint der Jeansstoff mindestens für SpäMi Darsteller aus Nimes “A” zu sein…
Johannes ‘Glaurung’ Kulick (Moderator beim Karfunkel Radio)

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Eintrag #2 vom 19. Jun. 2003 17:06 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Die Farbe "Jeans-Blau" ist "a"...

»Natürlich nicht in dem heutzutage Standart-Jeans-Blau, aber in naturton wäre es doch denkbar«
Ouh, das kann ich so nicht stehen lassen - denn was viele vieleicht nicht wissen: Färberwaid und die Indigo-Pflanze enthalten die Vorstufe Indican, nur in unterschiedlichen Konzentrationen.
Während im MA der einheimische Waid fürs Blaumachen gebräuchlich war, führte die ostindische Handelsgesellschaft im 17. Jh. den Indigo ein, der sich auch wegen des höheren Farbstoffgehalts durchsetzte.
1878 gelang dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer synthetische Herstellung von Indigo.
Der synthetische Indigo wiederum ist bis heute das wichtigste Färbemittel für Marken-Jeans…
Zwar soll der natürliche Indigo etwas heller färben als der synthetische, doch auch die mittelalterlichen Färber verstanden es bereits mit Waid und anderen Zutaten tiefdunkle Blautöne zu färben.

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Eintrag #3 vom 20. Jun. 2003 21:37 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Tja

da gibts bloß ein Problem der Jeansstoff den Levi Strauß verwendete war Segeltuch.
Ab dem 19. Jahrhundert sollen Segel nicht mehr aus Leinen sondern aus der, ab da billigeren Baumwolle gefertigt worden sein.
Zumindest hörte ich das so im Warenkundeunterricht in der Berufsschule.
Was ich sicher weis das die “Urjeans” so steif gewesen sein soll das man sie, bevor sie weichgetragen wurde, hinstellen
konnte.
Da kann man sich schon vorstellen das die Herren damals auch im Hochsommer nicht auf ihre langen Unterhosen
verzichten wollten.*scheuer* ; )
Spricht für mich ganz schön für Segelstoff.
Also als Bekleidungsstoff? Daran kann ich nicht glauben!
Bridget von Godefroyd’s Erben

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Eintrag #4 vom 21. Jun. 2003 08:42 Uhr Robert Wege  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Robert Wege eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht mööp

Nix durcheinanderbringen, im ersten Posting war nicht von Blautönen die Rede, es ging nur um den Stoff und mit Naturton war hier sicher kein natürlicher Blauton gemeint, sondern halt der natürliche Baumwollton…
Rothbarth Ruhlandson

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Eintrag #5 vom 21. Jun. 2003 12:12 Uhr Johannes Kulick  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Johannes Kulick eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Segel?????

@Birgit:
Dagegen spricht aber, dass es den besagten Stoff schon gesichert bis ins 16. Jhdt. zurück gab. Da dann Segelstoff aus Baumwolle? Du sagst ja, dass das erst ab dem 19. üblich war Baumwolle zu Segeln zu verarbeiten. (Das mit dem 16. steht übrigens auch im Levis-Geschichtsbuch, das ich z.Zt. leider nicht griffbereit hier habe…) Allerdings denke ich auch, das der Stoff etwas härter und schlechter tragbar war als heutzutage. Das war ja (laut Aussage meiner Mutter) auch in den 60er Jahren des 20. noch sehr viel unkompfortabler….
Johannes ‘Glaurung’ Kulick (Moderator beim Karfunkel Radio)

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Eintrag #6 vom 23. Jun. 2003 14:42 Uhr Bernd Hagmeier   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Herr

Eine kleine Anmerkung von mir zum Thema Jeans:
Die ersten “Levis”-Jeans, waren dunkelbraune Latzhosen mit extrem großen, aufgesetzten Taschen.
Diese Hosen wurden als Spezialanfertigung für den 1848/1849 Goldrausch in Amerika hergestellt.
Diese erste “Urjeans” war jedoch auch Cordstoff !
Erst nachdem sich diese Hose aufgrund ihrer Funktionalität durchgesetzt hatte, entwickelte sich die Jeans weiter.
Und zum Thema Hosen aus Segelstoff:
Bis Ende des 18. Jahrhunderts war es üblich Hosen aus reinem Leinen zu tragen. Diese konnte ungefärbt oder auch mit Naturfärbung sein.
Leinen war günstig, pflegeleicht und Handelsüblich !
Und im übrigen - ich trage im Hobby auch Breeches aus Leinen, genauso wie lange Hosen, einmal ausgewaschen sind die richtig bequem und luftig leicht !
Gruß Bernd

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Eintrag #7 vom 25. Jun. 2003 08:42 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kann auch sein.

@ Joachim
Kann auch sein.
Sagte ja das ich diese Info aus dem Warenverkaufskundeunterricht meiner alten Verkäuferausbildung habe.
Als gesicherte Quelle würde ich das auch nicht ansehen.
Tja da danke ich man für die Aufklärung. : )
Bridget von Godefroyd’s Erben

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Eintrag #8 vom 25. Jun. 2003 08:46 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht upps

sollte eigentlich
@ Bernd heißen.
Bridget von Godefroyd’s Erben

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Eintrag #9 vom 25. Jun. 2003 12:52 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Blau im FMA und in der Antike

Hallo Jahannes,
hier mal kurz zu den Naturtönen:
Nach der “After-Museumsfest-Party 2001” in Oerlinghausen konnte eine Küppe mit Färberwaid angesetzt werden. Das Ergebnis ist ein mittlerer, kräftiger Blauton auf Landschafwolle ähnlich “Traub blaugrau”. (Vermutlich war die Küppe zu wenig konzentriert). Dunkler gefärbt Stoffe habe ich in Lettland gesehen, bzw. als Beschreibung vorliegen (Färbemethoden im alten Lettland).
Archäologisch sind sehr viele Bespiele für Blaufärbung nachgewiesen (Loenne Hede (strahlend blau), Thorsberg (himmelblau), div. keltische Befunde). K. v. Kuschinski beschreibt eine fast schwarze Färbung auf dunkeler Wolle für die Hallstattzeit.
Proben unserer Küppenfärbung sind in der Textilausstellung in Oerlinghausen oder bei unseren Aktionen zu sehen.
Bitte beachtet, daß Wolle und Leinen andere Färbeeigenschaften als Baumwolle haben. Es gibt (meines Wissens nach) ein Beispiel für waidblaues Leinennähgarn für das HMA. (Bei Bedarf trage ich die Ortangabe und Datierung gern nach, bin im Büro)
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte
www.folgari .de

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Eintrag #10 vom 25. Jun. 2003 13:56 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Segel aus Baumwolle

Grüß Euch,
nur so am Rande, Segel aus Baumwolle waren bei europäischen Segelschiffen grundsätzlich aus Leinen. Erst mit dem Ende der traditionellen Tiefwassersegler wurde auch bei Schulschiffen nach dem 1. WK teilweise mit Baumwolle gearbeitet, weil Baumwollsegel eben dieses blendende Weiss haben, das die Landratten und maritime Edelsegler so schick finden. Ebenso wurden BW-Segel bei Rennyachten und einigen wenigen Klippern aus diesem Grunde geführt.
BW-Segel wurden in der Hochseeschiffahrt von US-Schiffen geführt, da sie ja den Baumwollanbau ab dem 17. Jhdt. im grossen Stil vor der Tür hatten.
Aber auch hier waren BW-Segel eher aus optischen und Gewichtsgründen (Leinen ist schwerer!) bevorzugt. Das Marssegel einer typische Viermastbark um die Jahrhundertwende wog ca 1,5 Tonnen!
Bekannt wurde der BW-Effekt durch den Besuch des US-Klippers “Oriental” 1850 in London, dessen schneeweisse Segelpyramiden und die radikal neue Konstruktion ganz England in Aufruhr versetzten.
Optisch ist das Erscheinugnsbild von Leinensegeln auf alten Bildern und Fotografien klar ersichtlich. Arbeitsschiffe hatten dunkel, teils sogar rotbraun gelohte (Eichenrinde) Segel, Großsegler graue. ßltere Segelgarnituren für die Schönwetterzone um den ßquator waren durch die Sonne fast weiss gebleicht.
Segel aus BW waren cremefarben, und wurden an den Lieken (Kanten) und Beschlägen schnell rostbraun vom Metall. Weiss waren nur neue Segel und das Zeug von Yachten, die halt nicht wirklich den Launen von Wind und Wellen ausgesetzt waren.
Heutige Segler fahren zumeist superleichte Dacron-Gewebe. selbst die meisten Traditionssegler. Dieses Gewebe ist in Webart und Farbe dem alten Leinenzeug angepasst, der altertümlichen Optik wegen…aber was solls, Hanftauwerk gibts auch nicht mehr…Spleitex und umwickelter Draht rules…
Nur so am Rande.
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #11 vom 25. Jun. 2003 14:05 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ...einen hab ich noch...

Grüß Euch,
einen hab ich noch…bei leichtem Wind waren Schiffe mit Leinensegeln ihren amerikanischen Kollegen im VOrteil.
Wenns ums Ganze ging, so bei Verfolgungsjagden oder Rennen haben die Leute der Schiffe mit Leinensegeln ihre Segel nass gemacht…man kennt das ja aus dem MA - wenn das Leinenzelt nass wird, wirds dicht.
In diesem Falle Luftdicht, das Segel fängt den Wind besser, und das kleine bisschen mehr an Geschwindigkeit war da, um das Rennen zu gewinnen, dem überlegenen Feind zu entkommen, oder um das Opfer vor die Kanonen zu bekommen.
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #12 vom 25. Jun. 2003 16:52 Uhr Thomas Wiedemeier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Wiedemeier eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Gelohter Faden

Hallo,
Ranes Haduwolff erwähnte in einem interessanten
Abriss über Segel:
…..
> Arbeitsschiffe hatten dunkel, teils sogar
> rotbraun gelohte (Eichenrinde) Segel,
wurde eigentlich auch gelohter Faden zum nähen
von Leinentextilien genutzt?
Ich nähe grad an einer Leinenkotte und überlege mal gelohten Faden zu nehmen, einfach weil er grad zur Hand ist. (und ich die Nähte besser sehen kann.)
Thomas Wiedemeier ( Hofmusikant zu Rügen)

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Eintrag #13 vom 15. Jul. 2003 11:26 Uhr Fabian Peise  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Fabian Peise eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Jeansblau erstaunlich oft im MA

zufällig fand ich über die Suchmaschine diese interessante Diskussion: Da ich des öfteren in mittelalterlichen Textilschätzen arbeite, ist mir das Jeansblau (nämlich Waid- der Farbstoff ist je derselbe wie beim Indigo) ein bekannter Anblick. Mittelalterliche Paramente sind außen zwar aus den kostbarsten Brokaten, Lampas, Samit etc, aber innen meist mit Leinen gefüttert. Fast immer ist dieses blau, denn dies ist die am besten wirksame Farbe für Pflanzenfasern. (Beizenfarben haften nicht gut auf Zellulose, Blau ist Küpenfarbstoff). Ab und zu gibt es sogar Gewänder, die an der Außenseite aus blauem Leinen bestehen. Das sieht fast schon aus wie Jeansjacken. (Und Jeans aus reinem Leinen statt Bw sind ja auch wieder im kommen).
Allerdings ist die Doppelnaht heutiger Jeans eine moderne Angelegenheit (im MA bekannt, aber selten). Das Thema Nähte im MA wird viel zu wenig in den Mittelpunkt gestellt, wäre aber auch Thema eines anderen Forums.
Viele Grüße,
Fabian

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