Bei den Schleswiger Lederfunden waren auch Junglierbälle (14tes) dabei, aus bildlichen Quellen (Romance of Alexander z.B.) im 14ten sind auch Kegel überliefert, im Wolfegger Hausbuch ist eine Seite mit Gauklern drinn (übrigens eine der wenigen Abbildungen eines Feuerspuckers, die ich kenne).
In einem der jüngeren Artikel zu Spielzeugfunden aus Lübeck wurden einfache und mehrfarbige Leder- bzw. Stoffbälle vorgestellt, letztere explizit im Zusammenhang mit Jonglieren, da hier die Farbeffekte wesentlich sind. Eine zeitgenössische Abbildung war auch dabei. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber es dürfte hier gewesen sein:
Gläser, M. (Hrsg.), geFUNDEn in Lübeck. Archäologie im Weltkulturerbe (Lübeck 1997) [D. Mührenberg, “so sie wurfen den bal” 40-45; S. 67 Miniatur von 1532 mit spielenden Kindern; A. Falk / D. Mührenberg, Spielen macht die Kinder froh - und die Erwachs´nen ebenso? 112-117.]
schneide dir einfach 4-6 mandelförmige Stücke aus, nähe sie aneinander, wende sie durch ein Loch, das du offen läßt, fülle sie mit Sand (oder Getreide, Hirse, etc) und nähe sie zu.
()+()+()+() = O
Sxchau halt, daß du beim Zuschneiden den gesunden Menschenverstand einsetzt (die Höhe der Mandel sollte die Hälfte des Umfangs der späteren Kugel messen, die Breiten der Mandeln an der dicksten Stelle addiert, ergeben den Umfang) Der Rest ist Augenmaß.
Soweit ich weiß, stellte sich jeder sein Jonglierzeug selber her. Klar. Das heißt, dass man im Grunde mit allem jonglieren kann. Mit allerlei Alltagsgegenständen, Schwertern, Essen oder selbstgenähten Bällen.
Zur Geschichte der Jonglage im allgemeinen, schaut mal unter:
netter Vorschlag. Klar - die Sachen wie Eier und ßpfel sind auf jedenfall A - ob man deshalb damit auch jonglierte - who knows.
Aber - es ist etwas schwierig und verlangt etwas ßbung, weil die Sachen entweder nicht so gut ausbalanciert sind wie z.B. richtige Jonglierkeulen und sehr schlechte Flugeigenschaften haben - oder sie gehen beim runterfallen leicht kaputt. Bei Eiern reicht einmal (auch wenn sie gekocht sind) und ßpfel halten es auch nicht lange durch. Es sei denn man fängt sie immer gleich wieder. Zum ßben ziemlich ungeeignet - und das bleibt selbst bei den besseren Jongleuren nicht aus.
ich bin leider zu blöd, um mit solch schweren Sachen zu jonglieren.
Bei mir reicht das nur mit Tüchern. Leider sind die Chiffon-Jongliertücher, die extra im Jonglierbedarf dafür angeboten werden, immer nur in so schrillen Farben erhältlich, was ja nicht gerade besonders A ist.
Aber wie wäre es denn mit Eiern? (soll jetzt kein Witz sein), mit ßpfeln, Kochlöffeln aus Holz, also einfach Alltagsgegenständen?
Fänd ich recht wirksam, auch wenn man ja nicht mit Essen spielen sollte.
Schönes Thema. Damit habe ich mich auch schon beschäftigt. Leider bin ich damit nicht viel weiter gekommen als ihr.
Bzgl. Devilstick habe ich die gleiche Quelle mit Ursprung des “Blumenstock” in China gefunden.
Der Diabolo ist wohl auch daher, obwohl im Buch von Todd Strong auch steht: “obwohl es vereinzelte Hinweise darauf gibt, daß das Diabolo schon 1400 n. Chr. in Europa beliebt war, konnte ich nicht viele Beweise für dieses frühe Datum finden.” Schön -ich habe nicht mal einen Beweis dafür gefunden.
Bälle gab es definitiv schon. In mehreren Ausstellungen (z.B. in der Karlsruher Ausstellung zum Spätmittelalter) sind Funde von Lederbällen zu sehen. In der Machart und Größe sind sie ähnlich den heutigen käuflich zu erwerbenden Jonglierbällen und mit etwas Geschick aus Lederresten und einer Nadel herzustellen. Füllen kann man die mit allerlei Material (vom Sand bis zu Getreidekörner). Sehr praktikabel ist Hirse - evtl. sogar A, denn die gab es damals schon. Ob man damit damals schon Bälle gefüllt hat weiß ich allerdings nicht ;-)
Gut, nun beweist der Fund von Bällen noch nicht, daß man damit auch jongliert hat. Aber davon habe ich schon mal eine Abbildung gesehen. Dusseligerweise hatte ich mir damals weder die Quelle noch die Zeit notiert, aber auf dem Bild sah man deutlich jemanden mit 3 Bällen jonglieren.
Keulen: Zu Keulen habe ich nix genaues gefunden. Allerdings sind schon seit dem MA Kegel erwähnt. Z.B. Richard II. erließ 1388: “Diener und Arbeiter (…). Zugleich haben sie sich jeder Art des Ballspiels, Eisenringwerfens, Kugelstoßens, Kegelns und anderweitiger (…) Spiele zu enthalten.” Wobei die Kegel auf dem Boden standen (unten dicker, nach oben hin dünner werdend) und diese Anfangs aber noch mit Stöcken umgeworfen wurden. Z.b. 1378 aus einer frz. Urkunde. Doch schon im gleichen Jahrhundert ist auch das umrollen durch eine Kugel bzw. einem Ball berichtet. Davon gibt es auch diverse Abbildungen.
Quelle: Walter Endrei, Spiele und Unterhaltung im alten Europa
Klar - die Existenz von Kegeln, die den Jonglierkeulen einigermaßen ähnlich sehen, beweißt natürlich überhaupt gar nicht, daß damit irgendetwas anderes gemacht wurde als gekegelt. Aber es gab etwas, daß ansatzweise so aussah und zum Spielen verwendet wurde…. der Rest ist dann reine Spekulation…. aber mit etwas Fantasie.
Trotzdem viel Spaß beim jonglieren, auch und gerade im mittelalterlichen Umfeld.
Hier vielleicht mal ein wenig über den Devil-Stick.
Sein Ursprung liegt im asiatischen Raum. Man vermute ihn in China. Genaue Belege sind nicht bekannt. Das erste Dokument ist rund 2000 Jahre alt, indem der Devil-Stick (damals hieß das Ding “Blumenstock”) als Spielzeug erwähnt wird. 1758 gab es eine Blumenstock-Vorführung zu Feierlichkeiten (wird in einem Bericht erwähnt). Das erste Auftauen im Westen (Europa) ist für 1790-1800 festgestellt worden. Man geht davon aus, dass Handelsschiffe aus Shanghai dieses Spiel nach Europa mitbrachten. Für 1813 ist eine “Vorführung des chinesischen Stockspiels” eines Berliner Theaters belegt.
Damit dürfte der Devilstick fürs MA schon mal rausfallen.
Das Diabolo hat seinen Ursprung im Devilstick. Der wurde 1796 von einem Holländischen Händler nach Europa mitgebracht (erste europäische Beschreibung: hohle Glocke)
Auch das kommt nach dieser Quelle (Todd Strong: Devil Stick, Moers: Edition Aragon 1997) nicht für MA in frage. Ob es Parallelentwicklungen gegeben hat, ist fraglich.
Problem: Das Buch ist “out of print”. Das heißt, es ist nur noch antiquarisch zu bekommen. Und ich glaube nicht, dass es dir bei der Frage nach Jonglage weiterhelfen wird. Ist zwar ca. 2 Jahre her, dass ich es mal gelesen hab, aber ich meine nciht, dass das Thema darin behandelt wird. Jedoch kann ich es dir nur empfehlen, da sich darin auch viele Angaben über Kleidung, Rechte und Pflichten, Gesellschaftsbild etc. von Gauklern findet.
da ich die darstellung einer bürgerin zu langweilig fand, stelle ich jetzt ein spielwîp um 1200 dar. hoffe ich hab´s richtig geschrieben. das musikalische ist kein problem, das bin ich mehr als genug. hab jetzt aber mit dem jonglieren angefangen, anfang´s mit gummibällen, die aber nicht sonderlich “a” sind. suche deswegen nach alternativen. wie sah es also mit bällen, keulen und so weiter aus? womit arbeitet ihr am liebsten?