Meiner Meinung nach wird der Jude im dem Gedicht nur mit einem Ritter verwechselt…
In dem Osprey-Band “The Moors” zeigt eine Illustration einen “Andalusian Heavy Cavalryman”, dessen Banner Judensterne trägt. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, das ist auch nicht erläutert. In der Taifa-Epoche (11. Jh.) haben die Emire regelmäßig alle Arten von Söldnern angeheuert. Warum also nicht auch Juden?
Ein Ritter kann es aber alleine deshalb schon nicht sein, weil die Araber keine feudale Gesellschaftsordnung hatten.
Da hat es doch irgendwie ein paar Zeilen aus meinem Eintrag rausgehauen…
Nun gut, es ging um die Buchempfehlung “Süßkind von Trimberg” von Friedrich Torberg. Das ist dann leider nur noch antiquarisch, z.B. über ZVAB zu bekommen.
Auch wenn die religiöse Toleranz auch dort abnahm, gab es noch recht lange ein Miteinander von Christen, Juden und Sarazenen - und insb. die Sarazenen waren soweit ich weiß noch in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Leibgarde des Königs. Die Juden kenn ich soweit nur als Handwerker, aber bei ca. 5% Bevölkerungsanteil, vor allem im Dienste des Königs, könnte schon auch mal einer in den militärischen Dienst gelangt sein…
interessante Frage. Ich fürchte nur, daß du da wenig finden wirst, wahrscheinlich schon aus dem Grunde, weil “Ritter” und Christentum zumindest ab etwa dem späten 12. Jh eigentlich für mindestens Mittel und Westeuropa kaum getrennt werden kann.
Wie es in früheren Epochen und anderen Gegenden aussah, kann ich nicht genau sagen.
Welche Zeit und Region solls denn bei dir überhaupt werden? Das würde es erleichtern.
ich vermute mal, der von dir zitierte jüdische Ritter lebte zur Zeit Alfons des Weisen. Damals war Kastillien-Leon ein faszinierendes Beispiel für religiöse Toleranz (das ganze Gegenteil zu den sog. “Katholischen Majestäten” am Ende des MA). Aber Genaueres weiß ich zu dieser Figur nichts.
Ich habe auch einmal gelesen, dass es zur Zeit der Ottonen?/Salier? (genau weiß ich das nicht mehr, jedenfalls vor den Staufern) einen Ritter jüdischen Glaubens gab, der auf einem Kriegszug seinem König das Leben gerettet hatte, indem er sich selbst opferte.
Ich vermute aber, spätestens seit etwa 1200 war es mit dieser religiösen Toleranz in West-/Mitteleuropa vorbei. Es gab aber immer wieder Beispiele für gelebte Multikultur, z.B. das Fürstentum Rügen (siehe www.wizlaw.de )
ist aber nur noch antiquarisch zu haben. Mir hat das Buch gut gefallen, allerdings war das noch vor der intensiven Beschäftigung mit dem MA. Müßte ich direkt nochmal lesen…