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Eintrag #1 vom 06. Nov. 2002 19:20 Uhr Stephanie Winhard   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Kämme 10. und 13. Jhd.

Nachdem ich jetzt stundenlang Bücher gewälzt habe, brauche ich dringend eure Hilfe.
Ich bin auf der Suche nach Kämmen aus dem 10. und 13. Jhd. Gefunden habe ich zwar eine ganze Menge, meistens aber früher (6.-9. Jhd. oder ab 15. Jhd.) oder reich verzierte Elfenbeinkämme, die als einfacher Gebrauchskamm für meine Darstellung auch nicht in Frage kommen.
Bisher dachte ich auch immer, im 13. wären Dreilagenkämme noch üblich gewesen, nach dem ersten ßberblick bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wer weiß Näheres zum Aufbau (Einlagen, Dreilagen, einseitig, zweiseitig)und zum Material (Holz, Horn, Knochen, Geweih, Elfenbein)?
Prima wären natürlich Primarquellen mit genauer Datierung (speziell interessiert mich das 10. und 13. Jhd.), sowie Fundort, Material und Abmessungen bzw. genaue Literaturangaben.
Auf reichlich Hilfe hoffend
Steffi
www.geschichtsstun.de

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Eintrag #2 vom 07. Nov. 2002 09:21 Uhr Andrew Van Ross  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrew Van Ross eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Haithabu

Hi Steffi,
Liegt Haithabu noch in Deinem Interessenbereich?
Falls dem so ist, kannst Du es ja mit folgendem Titel probieren:
Tempel, Wolf-Dieter:
“Die Dreilagenkaemme aus Haithabu - Studien zu den Kaemmen der Wikingerzeit im Nordseekuestengebiet und Skandinavien ”
Göttingen, Univ., Diss., 1969
Grüsse,
Andrew

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Eintrag #3 vom 07. Nov. 2002 10:28 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kaemme, Kaemme, Kaemme

Hallo Steffi,
ich habe im letzten Jahr auch ausgiebig gesucht, eben um mir auch einen Kamm anfertigen zu lassen. Ich hatte mit Schwerpunkt im heutigen Sachsen gesucht, da ich “was Oertliches” haben wollte. Das ist mir allerdings noch nicht so ganz gelungen. Der einzige Artikel mit einem Kamm hier aus der Gegend (Freiberg) wurde mir von der Fernleihe ohne Abbildung kopiert *grumpf*.
Die Verzierungen scheinen bei frueheren Kaemmen (Kaiserzeit, VWZ, auch bis 10.Jh) recht reichlich zu sein, Kreisaugenmuster, Schnittverzierungen, etc. Auch wunderschoen verzierte Kammhuellen. Das scheint bis in die VWZ eine Art Statussymbol bei den Frauen gewesen zu sein.
Im 13. Jh. scheint es dann fast ausschliesslich unverzierte Kaemme zu geben. Es treten sowohl zwei- als auch einzeilige Kaemme auf. Ist wahrscheinlich auch regional verschieden.
Die Literatur, die ich selbst gelesen habe, ist folgende:
B. Wachter, Mittelalterliche Knochenschnitzarbeuten von der Weinbergburg in
Hitzacker, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 4, 1976, 123-130 (leider unergiebig)
Adriaan von Müller & Klara von Müller-Muci, Ausgrabungen und Funde auf dem Burgwall in Berlin-Spandau, 1987, 45 ff. (sehr ergiebig, allerdings nur bis Ende 12. Jh)
Uwe Richter, Mittelalterliche Knochenkämme aus Freiberg. Ausgrab. u. Funde 35, 1990, 37 - 40.
(das ist der Artikel, den ich ohne Bild bekommen habe, da muss ich noch mal nachhaken)
Dann noch zwei Artikel in Baenden der “Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege”, einer zu kaiserzeitlichen Kaemmen, einer zur Rekonstruktion von Kaemmen aus verschiedenen Zeiten. Genaue Titel und Autoren muss ich zu Hause noch mal nachsehen.
Dann war da noch ein Artikel mit Kaemmen aus Luebeck (vorwiegend zweiseitige, einige 13. Jh.), Titel und Autor weiss ich jetzt auch nicht aus dem Hut, muss ich zu Hause raussuchen.
Wahrscheinlich habe ich noch was vergessen - ich seh mal nach.
In Museen sieht man auch gelegentlich welche, ich erinnere mich da noch an einen Kamm aus dem 12. Jh in Goslar im Kaiserpfalzmuseum. Dann noch zwei aus dem 13. in Paderborn in der Kaiserpfalz. Die anderen habe ich allerdings nur in wechselnden Ausstellungen gesehen, da kann man leider keine Hinweise zum Nachsehen geben.
weitere Hinweise, die ich bekommen habe:
Aage Andersen, Mittelalterliche Kämme aus Ribe. in: Archeologica Lundensia III,1968, 25-42
Birgitta Broberg und Margareta Hasselmo, Keramik, Kammar och Skor fran 7 medeltida städer. Fyndstudie. Rapport Medeltidsstaden 30, 1981
Alfred Falk, Knochengeräte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Bodenfunde aus Lübeck, in: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 63,1983,105-128
Lena Flodin, Kammakeriet i Trondheim, in: Fortiden i Trondheim Bygrunn:
Folkebibliothekstomten Meddelelser Nr. 14,1989
Gerhard Kohn, Jungslawische Gruben mit Hinweisen auf Kammproduktion aus dem
Stadtkern von Prenzlau, in: Ausgrabungen und Funde 30,1985,128-136
Uwe Richter Die Verbreitung und Funktion der Knochen- kämme des 10. -14. Jahrh. auf dem Gebiet der DDR, unter der besonderen Berück- sichtigung der Langzinken- und zweiseitigen Einlagenkämme, unveröffentlichte Diplomarb.
F. Svoboda, Die liturgischen Kämme, unver. Diss. Tübingen 1972
Wolf-Rüdiger Teegen, Mittelalterliche Steilkämme aus Hameln, Ldkr. Hameln-Pyrmont, in: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 50,1981,313-319
Wolf-Dieter Tempel, Kämme aus Haithabu (Ausgrabung 1963-1964), in: Berichte über die Ausgrabungen in Haithabu 4,1970,34-45
Ingrid Ulbricht, Die Verarbeitung von Geweih, Knochen und Horn im mittelalterlichen Schleswig. Ausgrabungen in Schleswig 3, Neumünster 1984
Friedrich Westhusen, Einteilige Kämme aus dem mittelalterlichen Hamburg, ihre Herstellung und ihre Verwendung, in: Hammaburg 5, 1956-1958,198-202
Alfred Falk und Manfred Gläser, Funde aus Knochen, Horn und Geweih. In: 25
Jahre Archäologie in Lübeck (=Lübecker Schriften zur Archäologie und Kulturgeschichte 17, 1988), 164-168; bes. Abb. 108, S. 167
Uwe Richter, Der mittelalterliche Langzinkenkamm. Zur Verbreitung und Funktion eines speziellen Knochenkammes. Schriftenreihe des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg 11, 1994, XXX-XXX.
Ich hoffe, das reicht erstmal *g*
Gruss, Claudia

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Eintrag #4 vom 07. Nov. 2002 14:16 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Material

Nachtrag:
Material fuer die Dreilagenkaemme ist nach dem, was ich gesehen habe, vor allem Geweih, seltener Knochen.
Die Steilkaemme (meist als Webkaemme angesprochen, obwohl diese Interpretation heute kritisch gesehen wird) sind immer aus Rinderknochen.
Holzkaemme kenne ich erst ab der fruehen Neuzeit. Da ist ein Fund in dem Buch ueber die Holzfunde in Freiberg abgebildet (bei Interesse kann ich Titel und Autor raussuchen), Material war wohl Buchsbaum.
Gruss, Claudia

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Eintrag #5 vom 10. Nov. 2002 21:48 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht auch Kämme ;o)

Hallo,
zu den Schleswiger Funden: Material hier ist für Dreilagenkämme vorwiegend Knochen. Bei den Einseitigen Dreilagenkämmen sind von 56 gefundenen Kämmen nur 5 Kämme bzw. Kammteile aus Geweih, einer ist kombiniert. Für die zweiseitigen Dreilagenkämme habe ich so eine Statistik leider nicht gefunden, aber dem Text ist auf jeden Fall zu entnehmen das beide Materialien vorkamen.
Einseitige Dreilagenkämme sind bis um 1100 die einzige Form des zusammengesetzten Kammes, werden dann bis in die 1. Hälfte des 13. Jhs. gleichzeitig mit zweiseitigen Dreilagenkämmen produziert. Gegen Ende des 13. Jh. verschwinden auch die zweiseitigen Kämme aus dem Fundmaterial.
Das gilt so für Schleswig! Vergleichbare Berichte in der Art für andere Grabungen such ich noch!
Die Quelle:
I. Ulbricht, Die Verarbeitung von Geweih, Knochen und Horn im mittelalterlichen Schleswig. Ausgrabungen in Schleswig 3, Neumünster 1984
Zwei zweiseitige Dreilagenkämme aus dem 13. Jh., einseitige Dreilagenkämme aus dem 11./12.Jh wurden auch in Magdeburg gefunden
E. Nickel, Der “Alte Markt” in Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1964,
Zum Aufbau der Dreilagenkämme: Dreilagenkämme bestehen aus zwei Beschlagplättchen, zwischen diese Beschlagplättchen sind die Zinkenplättchen genietet (dadurch entstehen drei Lagen: Beschlagplättchen - Zinkenplättchen - Beschlagplättchen). Dabei sind die Beschlagplättchen entweder an einem Rand der Zinkenplättchen, und an einer Seite sind Zinken eingesägt (einseitige Dreilagenkämme), oder in der Mitte, und auf beiden Seiten sind Zinken eingesägt (zweiseitige Dreilagenkämme).
Auserdem gabs natürlich noch einfache Kämme - ein Horn-, Geweih-, Bein- oder Holzplättchen mit eingesägten Zinken.
Langzinkenkämme (Steilkämme) waren wohl eher Werkzeug und nicht für die Haare, die genaue Verwendung wird aber m.W. noch diskutiert.
Grüße
Martin

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Eintrag #6 vom 11. Nov. 2002 08:32 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Steilkämme

Zur Ergänzung:
in der Tat wird zum Teil heftigst diskutiert, ob die einfachen Steilkämme tatsächlich als Flachsriffel bzw. Wollkamm genutzt, oder doch als Haarkämme in Frage kommen - sozusagen als ‘billigere’ Version der Haarkämme. Eine weitere Deutung schreibt ihnen eine Funktion als Steckkämme für Hochfrisuren zu. Besonders interessant erschien mir das Argument, daß die einfachen Steilkämme fast überhaupt nicht im dörflich-ländlichen Bereich zu finden sind, während sie sich in Burg- und Stadtarealen relativ häufig finden.
Diskussion und weitere Literatur dazu bei:
Die Funde der archäologischen Untersuchungen auf dem Schrangen zu Lübeck. Uwe Müller. 1996. Lübecker Schriften zur Archäologie und Kulturgeschichte 24, 53-214

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Eintrag #7 vom 12. Nov. 2002 00:42 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nachschlag

Ich habe mein Zeugs noch mal durchgewühlt und das ist rausgekommen:
Der Lübecker Artikel, an den ich mich zu erinnern meinte, ist ein Wismarer Artikel, und zwar folgender:
Dana Ottenbreit: Die Kammfunde aus dem Wismarer Stadtkern,
in: Wismarer Studien zur Archäologie und Geschichte, Bd.4(1994), S. 90 - 96
Dann war da noch der Artikel zur Kamm-Reko:
Artur Pietzsch, Nachbildungen von Knochen- und Geweihkämmen aus der römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit,
in: Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 23, 1979, S.57 - 82
Ruth, das Buch, das Du genannt hast, habe ich auch. Das gibt aber in Sachen Kämme leider nicht sehr viel her (Abbildungen nur von einem Steilkamm und einem zweiseitigen Einlagenkamm). Die Metallfunde sind da schon ergiebiger (die Fingerhüte! *sabber*).
Gruß, Claudia

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Eintrag #8 vom 12. Nov. 2002 00:44 Uhr Thorsten Koch  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten Koch eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Buchsbaum

Moin, moin,
das Buch über die Freiberger Holzfunde gibt wie folgt her:
Holzkämme aus Holz (Buchsbaum) wurden 120 Stück in Amsterdam gefunden und datiert ab ausgehendes 14. Jhd., sie wurden wohl auch vor Ort gefertigt, was scheinbar aus erhaltenen Dokumenten über den Export des Holzes nach Amsterdam geschlossen wurde.
Der aus Freiberg abgebildete Holzkamm ist einteilig und zweireihig, unverziert, ca. 40mm breit, 35 mm hoch und am Mittelgrat max. 3 mm dick. Formal ist er den Amsterdamer Funden ähnlich, der Autor vermutet, das der Kamm auch aus den Niederlanden kommen könnte.
Weitere Holzkamm-Funde werden erwähnt für Göttingen (spätes 14. Jhd.), Mülenen, Dresden (Töpfergasse).
Pauschal findet sich zum Werkstoff für Kämme folgende Aussage: 13./14. Jhd. Knochen und Horn, 14.-17. Jhd. Holz, speziell Buchsbaum, ab 17. Jhd. Walrosszahn und Schildpatt.
Literatur (ZAM = Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters):
Scholkmann, B., Mittelalterliches Holzgerät aus Südwestdeutschland, 1982, ZAM 10, S. 101-131
Schütte, S., 5 Jahre Stadtarchäologie. Das neue Bild des alten Göttingen, 1984, Göttingen
Baart, J.M., Mittelalterliche Holzfunde aus Amsterdam, ZAM 10, S. 51-62
Alles Gute,
Thorsten

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Eintrag #9 vom 12. Nov. 2002 08:52 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Diskussion Steilkämme

Ich weiß, Claudia… Uwe hat aber dort die Diskusion um die Nutzung der Steilkämme sehr schön zusammengefaßt, und alle relevanten Literaturangaben zu dieser Diskussion finden sich auch dort, deshalb mein Hinweis darauf… :-)
Ruth

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Eintrag #10 vom 12. Nov. 2002 10:47 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Steilkaemme

@Ruth:
Stimmt, den Abschnitt fand ich auch sehr informativ. Ich wusste bloss nicht mehr, dass es in diesem Buch ist. Muss mir wirklich mal ein Verweisverzeichnis anlegen.
Gruss, Claudia

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Eintrag #11 vom 12. Nov. 2002 19:42 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Steilkämme in Hammburg

Hallo,
in dem von Claudia angeführten
Friedrich Westhusen, Einteilige Kämme aus dem mittelalterlichen Hamburg, ihre Herstellung und ihre Verwendung, in: Hammaburg 5, 1956-1958,198-202
gehts nur um Steilkämme. Ohne Abbildung, nur Fundlisten mit Beschreibung. Auch der Text gibt leider nicht allzuviel her. Und für “normale” Kämme nun leider gar nichts.
Grüße
Martin

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Eintrag #12 vom 14. Nov. 2002 07:45 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hamburg

Danke Martin, das spart mir Aufwand beim Bestellen (das war aus der Liste der Literaturhinweise, die ich selber noch nicht in den Fingern hatte).
Gruss, Claudia

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Eintrag #13 vom 14. Nov. 2002 09:49 Uhr Lorenz Rittscher  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lorenz Rittscher eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Literatur

Hi
Ich kann folgenden Titel empfehlen
Holzfunde aus Freiburg/Augustinereremitenkloster und Konstanz.
Herstellung und Funktion einer Materialgruppe aus dem späten Mittelalter.
von Ulrich Müller.
In diesen Buch wird auch die Herstellungtechik doppelzinkiger Kämme beschrieben.
Grüße
Lorenz
Dat Hamborch eyn is und eyn bliwen scal jummermeire!

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Eintrag #14 vom 15. Nov. 2002 22:50 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ...und in Lübeck

Bitte, Claudia, gerne wieder ;o) hier ist der nächste:
Alfred Falk und Manfred Gläser, Funde aus Knochen, Horn und Geweih. In: 25
Jahre Archäologie in Lübeck (=Lübecker Schriften zur Archäologie und Kulturgeschichte 17, 1988), 164-168; bes. Abb. 108, S. 167
lohnt im Bezug auf Kämme auch nur begrenzt. Abgebildet ist (Abb. 56 auf S. 100) ein Steilkamm, das wars. Die Herstellung von Dreilagenkämmen ist noch kurz beschrieben, mit Zeichnung (Abb. 108 auf S. 167. Einige andere Knochengeräte sind noch drin (Griffe, Würfel, Nuss einer Armbrust…)
Ansonsten ist das Buch “25
Jahre Archäologie in Lübeck” aber ganz nett, besonders allerdings für Leute die sich für Lübecker Geschichte interessieren.
Grüße
Martin
der weiter Quellen für Dreilagenkämme sucht

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Eintrag #15 vom 18. Nov. 2002 07:01 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kämme für Lübeck

Hallo Martin,
wenn Du was für Lübeck und Umgebung suchst, besorg Dir das Buch, das Ruth erwähnt hat (dort ist vor allem der Text sehr informativ) und den Wismarer Artikel aus meiner Liste (eine ganze Menge Abbildungen). Das sollte schon was bringen.
Gruss, Claudia
*die momentan seeehr weit von ihren Unterlagen entfernt ist*

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Eintrag #16 vom 18. Nov. 2002 09:11 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ...such ich gar nicht.

Hallo Claudia,
vielleicht hab ich mich ja unklar ausgedrückt, aber ich suche nichts für Lübeck. Der letzte Satz war nur eine Anmerkung für Leute die das tun.
Ich suche nur nach Literatur für Kämme (weniger Steilkämme).
Aber wenn du solche Tipps für Sachsen oder Thüringen hast, die höre ich gerne.
Grüße
Martin

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Eintrag #17 vom 18. Nov. 2002 14:41 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Sachsen

@ Martin:
Ah, ja, hatte nicht auf Deine Stadtangabe geachtet…
Für Sachsen ist das einzige, was ich bisher auftreiben konnte, der Artikel über die Kämme aus Freiberg (siehe weiter unte, da habe ich den Titel hingeschrieben).
Du mußt aber höllisch aufpassen, daß Dir die Fernleihe die zugehörige Abbildung (Tafel) mitkopiert. Hat sie bei mir nicht getan, obwohl unter dem Titel steht “Mit einer Textabbildung und einer Abbildung auf Tafel 5”.
Wenn ich die verantwortliche Bibliothekarin in die Finger gekriegt hätte, ich hätte sie gewürgt.
Die Textabbildung ist nämlich leider bloß ein Steilkamm, der Dreilagenkamm ist auf der Tafel…
Dann das nächstliegende ist wohl Berlin, da gibt’s das Buch der von Müllers.
Weiter bin ich noch nicht.
Das sächsische Landesamt für Vorgeschichte bringt eine jährlich erscheinende Buchreihe mit Arbeitsberichten heraus. Ich weiß, das das Landesamt von Sachsen-Anhalt das auch tut (hab aber noch keins der Bücher in der Hand gehabt).
Vielleicht gibt’s das auch in Thüringen?
Die sächsischen Bücher sind jedenfalls meist recht ergiebig und die älteren (60er Jahre bis zur Wende) werden zu wahren Spottpreisen verschleudert (4 - 10 Euro).

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Eintrag #18 vom 23. Jul. 2003 11:41 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schweriner Fund 13.-14. Jh

In folgendem Buch:
Archäologische Funde von der frührömischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter. Horst Keiling. Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin, 1984
gibt es eine sehr schöne Abbildung eines gut erhaltenen verzierten zweiseitigen Dreilagenkammes aus dem Stadtkern von Schwerin (S. 98). Datierung: 13.-14. Jahrhundert. Eine Materialangabe erfolgte hier leider nicht, findet sich aber bestimmt in dem dazugehörigen detaillierten Grabungsbericht aus Schwerin.
Ruth

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Eintrag #19 vom 23. Jul. 2003 11:44 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht 10. Jh

Nachtrag: Ich habe gerade erst gesehen, daß sich Steffi auch für Kämme aus dem 10. Jh interessiert.
In der gleichen Publikation finden sich auch zwei Abbildungen (S. 89) von Kämmen aus dem 10. Jh, jeweils aus Sülten und Groß Raden. Es sind beides einseitige Dreilagenkämme mit Verzierungen.
Ruth

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Eintrag #20 vom 18. Dez. 2003 22:08 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht weiter im Text

Hallo,
da ich es nun endlich habe:
Artur Pietzsch, Nachbildungen von Knochen- und Geweihkämmen aus der römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit,
in: Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 23, 1979, S.57 - 82
taugt für Steffis Frage, falls sie noch besteht, weniger, da es tatsächlich um Kaiserzeitliche und Völkerwanderungszeitliche Kämme geht. Auch für den Nachbau von Kämmen ist es nur begrenzt brauchbar, die Techniken sind zwar wohl die selben wie im MA, aber nicht sonderlich genau beschrieben. Auserdem geht der Autor an manchen stellen wohl von falschen Vorraussetzungen aus, auch ist mir unklar wieso er für eine einseitigen Dreilagenkamm 83 Stunden brauchte.
Für den Nachbau gibts etwas wesentlich besseres:
Wolfgang Lobisser; Versuche zum Bau von dreilagigen Beinkämmen; in: Experimentelle Archäologie in Deutschland, Bilanz 1996; Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Beiheft 18; Isensee Verlag; 1997; Oldenburg
Dort ist der Nachbau schön beschrieben und abgebildet. Für jeden der Kämme nachbauen will sehr empfehlenswert.
Grüße
Martin

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Eintrag #21 vom 17. Mai. 2004 19:56 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Zu der Frage, ob Langzinkenkämme für die Haare (wie auch ich glaube) oder als Webkämme dienten, haben wir hier etwas mehr geschrieben: [Taverne, Thread: Haar- und Barttracht im MA] 52
In dem heute schon mehrfach genannten Artikel:
Ulrich Müller, Möglichkeiten der Auswertung hölzerner Kleinfunde des späten Mittelalters in Zentraleuropa. In: Ingolf Ericsson/ Hans Losert (Hrsg.), Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Festschrift für Walter Sage. Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 1 (Bonn 2003) 333-340.
ist angegeben, daß Kämme zu 100% - im Text “fast ausschließlich” - aus Buchsbaum hergestellt worden sind. Dies gilt nicht nur für Mitteleuropa, sondern auch für Nordwest- und Nordeuropa.
Viele Grüße Roman

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Eintrag #22 vom 18. Mai. 2004 09:53 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Buchsbaum

Hm, auf welche Gebiete von Mitteleuropa bezieht sich denn der Autor und auf welchen Zeitraum des Spaetmittelalters?
Im Gebiet des heutigen Sachsen tauchen die ersten Buchsbaumkaemme ab der Mitte des 14. Jh auf. Davor war Buchsbaum m.W. hier nicht verfuegbar.
Gruss, Claudia

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Eintrag #23 vom 24. Mai. 2004 12:34 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Claudia,
bei dem erwähnten Artikel von Müller geht es eher um das westliche und nördliche Mitteleuropa und eigentlich quer durch das gesamte Mittelalter.
Bei uns, d.h. dem Elb-Saale-Raum / Mitteldeutschland, sieht es mit frühen Kämmen ja insgesamt ziemlich mager aus.
Bei Rempel, Reihengräberfriedhöfe des 8. bis 11. Jh. (Berlin 1966), sind - wenn ich mich richtig erinnere - , nur zwei Bruchstücke aus Thüringen und Sachsen-Anhalt drin. In die neue Diss. von Rüdiger von Schnurbein, Die slawischen Grabfunde in Sachsen, Diss. Kiel 2000, habe ich jetzt auf die Schnelle nicht kucken können, da leider verborgt.
@ Martin: Unter [Taverne, Thread: Haar- und Barttracht im MA] eine Literatursammlung angezettelt. Da sind auch schon einige Kämme des 10. bis 13. Jh. dabei und es werden hoffentlich bald noch mehr.
Viele Grüße Roman

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Eintrag #24 vom 25. Mai. 2004 14:59 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kämme / Buchsbaum

Hallo Claudia,
auch wenn es ein wenig Off-Topic ist: Hast Du genauere Hinweise auf den ersten Gebrauch / den ersten Nachweis von Buchsbaum in Sachsen (unabhängig von Kämmen)?
Wenn damit die Art Buxus sempervirens gemeint ist (gelegentlich wird auch bei der Bärentraube [Arctostaphylos uva-ursi (L.) Sprengel] als Synonym vom “Wilden Buchs” gesprochen), so ist dies ja eigentlich eine Pflanze des Mittelmeergebietes, welche auf Kalkböden auch bis nach Baden und den Raum der Mosel vorgedrungen ist.
Das Holz dieser Art ist im Mittelalter ja dann sehr schnell heiß begehrt gewesen (v.a. für Schnitzereien, Messergriffe u.ä.) - waren dies alles Nutzungen aus künstlicher Vermehrung (Anpflanzung) oder gab es auch natürliche Verbreitungen?
Vielleicht ist ja auch mal aus einem Klostergarten ein Exemplar ausgebuchst, äh, ausgebüxt?
Gruß, Ingo

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Eintrag #25 vom 27. Mai. 2004 10:25 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Material für Kämme

Hallo,
da, wie ich aus Diskussionen mitbekommen habe, Romans Eintrag (Nr. 21) anscheinend zu Mißverständnissen führt wenn man nicht den ganzen Thread als Kontext liest: HOLZkämme sind fast ausschließlich aus Buchsbaum hergestellt.
Neben Holzkämmen gibt es auch Kämme aus Geweih, Knochen und Horn.
Und ich bin mir sehr sicher das Roman das nicht in Abrede stellen wollte.
Grüße
Martin www.beinschnitzer.de

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Eintrag #26 vom 27. Mai. 2004 11:32 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Vielen Dank an Martin für den Hinweis. Mir war gar nicht aufgefallen, daß es da zu Mißverständnissen kommen könnte, da es in dem erwähnten Artikel ja um die “Möglichkeiten der Auswertung _hölzerner_ Kleinfunde” geht.
Viele Grüße Roman

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