Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Kampf der Dreißig

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Eintrag #1 vom 22. Mrz. 2000 09:51 Uhr Arndt Nellen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arndt Nellen eine Nachricht zu schreiben.

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Im Jahre 1351 trug es sich zu, daß 30 probretonische Ritter eine entsprechende Anzahl englischer Ritter in der Bretagne zum Zweikampf herausforderten. Kann mir jemand dazu näheres Informationsmaterial zukommen lassen?
Ob der nahenden Saison frohe Grüße Arndt

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Eintrag #2 vom 22. Mrz. 2000 10:17 Uhr Jörg Bellinghausen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Bellinghausen eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Arndt! In Oakeshotts “Archeology of Weapons” steht was darüber. Mehr weiß ich leider auch nicht.
Jörg

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Eintrag #3 vom 22. Mrz. 2000 19:43 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Arndt, leider habe ich das Buch, in dem dieser Kampf beschrieben ist, gerade verliehen, werde es mir aber eh´ in der nächsten Zeite weider holen. Dann kann ich Dir hoffentlich genaueres sagen. is´ ja schließlich meine Zeit ;-) Soweit ich noch aus der Erinnerung weiß, fand dieser Kampf bei einer größeren Belagerung statt. Da sich beide Seiten langweilten, hat man ein Turnier zwischen Belagerern und Belagerten organisiert, das scharf und mit voller Härte gekämpft wurde. Die Kämpfer, die sich an diesem Turnier beteiligten (und überlebten) wurden zu “Helden des Rittertums” gemacht. Eines der wenigen Beispiele des Auslebens des ritterlichen Ideals. Bis denn Thorsten

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Eintrag #4 vom 22. Mrz. 2000 21:29 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Einen habbich noch, afaik war Bertrand de Guesclin einer der Teinehmer! Für die, die ihn nciht kennen: er galt als DER Vertreter des klassischen Rittertums im 14. Jhdt. und war als Heerführer und zeitweise als französischer Marschall erfolgreich. Thorsten

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Eintrag #5 vom 24. Mrz. 2000 08:23 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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ßhnliches ist mir auch für das HMA bekannt. Müßte so 1188 gewesen sein, Krieg Philip gegen Heinrich. Ich glaube, Philip machte den Vorschlag, die Sache durch einen Zweikampf zu entscheiden, hielt das aber nur für einen guten Scherz. Heinrich freilich nicht. Ich weiß gar nicht mehr, wie die Sache ausgegangen ist, geschweige denn, wo ich das einst gelesen habe. Weiß nur noch, daß die Brut von Heinrich drin verwickelt war und mein Vorbild Guillaume le Marechal. Vielleicht weiß da einer noch mehr. Denke aber, so etwas wird hin und wieder, besonders im HMA, schon mal vorgekommen sein. Grüß Euch Joachim aus Rudow

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Eintrag #6 vom 24. Mrz. 2000 09:02 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Solche Aktionen gab es wohl öfter. Von Kaiser Otto II. weiss man, das er den französischen König Lothar I. nach alter germanischer Sitte zum Zweikampf forderte. Wurde aber durch die Adeligen auf beiden Seiten verhindert, die sich weigerten, zuzusehen wie ihre Könige kämpften. Karl V. muss Franz I. von Frankreich zum Duell gefordert haben, was von dem jedoch abgelehnt wurde.
Udo

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Eintrag #7 vom 30. Mrz. 2000 11:43 Uhr Arndt Nellen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arndt Nellen eine Nachricht zu schreiben.

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Also, folgendes konnte ich bislang zusammentragen aber das paßt irgendwie nicht so ganz zu Philipp gegen Heinrich oder Lothar I. oder Otto III. Vielleicht fällt dem einen oder anderen nach der Lektüre des folgenden noch was ein? “Episode im Kampf um die Nachfolge des Herzogtums Bretagne zwischen Charles de Blois, unterstützt durch den französischen König, und John von Montfort, unterstützt durch den englischen König. Der bewaffnete Kampf wurde berühmt durch den Bericht eines unbekannten Augenzeugen und durch veränderte Erzählungen des Jean Froissart. Als trotz einer Waffenruhe John Bramborough, der englische Hauptmann von Ploermel, seine Verwüstungen im Bezirk Josselin fortsetzte, schickte Jean de Beaumanoir, Hauptmann von Josselin und Marschall der Bretagne eine Herausforderung. Diese besagte, daß am 27. März 1351 in der Nähe von Ploermel ein Kampf stattfinden sollte zwischen 30 ausgewählten Waffenmeistern, Rittern und Gutsherren auf beiden Seiten. Beaumanoirs Seite bestand aus 30 Bretonen, Bramboroughs Seite aus 20 Engländern, 6 deutschen Söldnern und 4 Brabantern. Der Kampf, mit Lanzen, Schwertern, Dolchen und ßxten bzw. Streitkolben geführt, erinnert an den letzten Kampf der Burgunder im Nibelungenlied, insbesondere bezüglich des Ratschlags von Geoffrey du Bois an seinen verwundeten Führer, der nach Wasser fragte: ”Trink Dein Blut, Beaumanoir! Es wird Deinen Durst stillen!“ Der Sieg wurde durch Guillaume de Montauban entschieden, der sein Pferd bestieg und sieben der englischen Kämpfer überrannte, der Rest wurde unterworfen. Alle Kombattanten waren entweder tot oder schwer verwundet, Bramborough war unter den Erschlagenen. Die Gefangenen wurden gut behandelt und gegen ein kleines Lösegeld wieder frei gelassen.” War das ganze also nur ne große Kneipenschlägerei oder ein Ehrenhandel oder was steckte dahinter?
Ob der nahenden Saison frohe Grüße Arndt

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Eintrag #8 vom 30. Mrz. 2000 12:37 Uhr Jörg Bellinghausen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Bellinghausen eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Arndt! Genau das ist der text,wie er im Oakeshott drin steht. Als Grund für diesen Kampf wurde angeführt: “Let us joust for our ladies honor!”. Also eine abgesprochene Keilerei mit z.T. recht drastischen Ausgang.
Jörg

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Eintrag #9 vom 30. Mrz. 2000 12:48 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen, die Daten kriege ich jetzt nicht mehr zusammen, da war Arndt ja schneller. Ich meine in Maurice Keens “Chivalry” wurde der Kampf als eine der wenigen Manifestationen des ritterlichen Ideals, wie es in den Romanen beschrieben wurde kommentiert. Ich erinnere mich, daß es im Warhammer-Papierrollenspiel den psychischen Defekt der “heroischen Idiotie” gibt, den man auch ganz gut auf das “ideale” Rittertum ummünzen kann. Im 14. Jhdt. hatten die Ritterheere nunmal immer weniger Schnitte gegen die “bürgerlichen” Fußsoldaten und so mußte man sich halt durch exaltiertes Benehmen vom Fußvolk absetzen. Bis dann Thorsten

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Eintrag #10 vom 10. Jul. 2000 12:22 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Eine sehr gute Schilderung dieses Kamfes gibt es übrigens in dem Buch “Der ferne Spiegel” von Barabara Tuchmann zu lesen!
Udo, dreissig

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