Hallo, Udo, ich bin mal in einen neuen Thread ausgewichen. Ist ja doch immerhin schon die nächste Generation, die da in Worringen geschlachtet hat. Ich brauche allerdings noch etwas Zeit. Habe das zwar so grob noch im Gedächtnis, werde allerdings vorsichtshalber noch mal nachschlagen, um hier keinen Bockmist zu erzählen. Das ist nämlich doch schon recht verwirrend, wer da wann so mit wem… Herzlichen Gruß Sascha
Brabant? Jülich?? Berg??? Köln???? Hört sich ganz so an wie die Vorläufer eines Konfliktes, welcher 1288 in der Schlacht bei Worringen kulminierte…weißt Du da auch was näheres drüber? Dann habe ich noch eine Frage (Ich weiß, sie gehört vielleicht nicht ganz in diesen Tread, aber deswegen einen neuen zu eröffnen wäre zu diesem Zeitpunkt albern): Ich hörte irgendwann mal gerüchtehalber, vor Jahren hätte es Bestrebungen gegeben, sowas wie ein Reenactment der Worringer Schlacht aufzuziehen, was jedoch scheiterte. Weiß da jemand was drüber?
Tach, mal wieder, noch was zu den Reichsstädten. Duisburg hat sich ganz ähnlich verhalten, wie Dortmund auch. Nach dem Bekenntnis zu Wilhelm, hat dieser es an einen Landesherren verpfändet. Die Stadt profitierte von dadurch abgehandelten Privilegien. Konkret wurde Duisburg an Walram von Limburg verpfändet, übrigens für die gleiche Summe, wie Dortmund an Konrad von Hochstaden: 1200 Mark. (1 Mark ~ 240 g Silber). Dem standen allerdings Steuerzahlungen allein aus Dortmund von jährlich bis zu 300 Mark gegenüber, wie aus staufischen Steuerlisten zu ersehen ist. Und zu Gesamtsituation habe ich auch noch ein bißchen was gefunden. So waren der eben erwähnte Walram IV. von Limburg und Adolf von Berg Brüder. Adolf war seit 1244 mit der Schwester Konrads von Hochstaden, dem Kölner Erzbischof, verheiratet, was nach Wilhelm Kohl ein gutes Verhältnis begründet haben soll… Dietrich V. von Kleve ist ein Vetter Wilhelms von Holland. Der Herzog von Brabant ist schon erwähnt worden und sowieso mit den Holländern verschwipst und verschwägert. Die Grafschaft Mark ist zwar zu dieser Zeit, sehr zur Freude des Kölner Bischofs, geteilt zwischen zwei Brüdern, die beiden arbeiten aber wohl politisch ganz gut zusammen. So gelingt es ihnen wohl durchaus gemeinsam einen Streit mit dem Bischof von Münster, Otto von Münster, beizulegen. Otto von Altena, einer der beiden Märkischen Brüder gilt als Gefolgsmann Konrads von Hochstaden. Wie Engelbert von der Mark, der andere Bruder, zu dieser Allianz stand, weiß ich allerdings nicht. Ich denke, das politische Klima im Nordwesten des Reiches wäre damit aber schon ganz gut beleuchtet, was auch immer dieser Inzuchtverein sonst noch so an kleinen Verwandtschaftsstreitereien am Rande geführt haben mag. Habe ich noch irgendwelche größeren Gebiete übersehen? Bei dem Streit mit den Friesen soll es zugleich auch um Rivalitäten mit Flandern gegangen sein. Weiß denn dazu vielleicht jemand was? Herzlichen Gruß Sascha
Upps…entschuldigt bitte, das ich zu Eintrag N° 5 nicht geantwortet habe…hab´s glatt vergessen! Also das Buch heißt “Deutsche Könige und Kaiser des Mittelalters”, herausgegeben 1989 von Evamaria Engel und Eberhard Holz, erschienen im Böhlau Verlag, ISBN 3-412-03688-9. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Biographien, angefangen bei Heinrich I. bis hin zu Maximilian I. Verfasst wurden sie von unterschiedlichen Autoren.
Grüß Euch, hey Sascha, das war also nicht das kleine Scharmützel, als was es üblicherweise dargestellt wird, selbst wenn die Zahlen nach üblich mittelalterlicher Manie etwas überzogen sein können. Wurde wie Bornhoeved schlichtweg irgendwie unterschlagen. Spannende Sache. Danke Euch allen bisher! (Warum denke ich nur völlig unbedacht an Schlachtenreenctement bei den Friesen..Träum…Spinn…Schwärm…? Klappt ja eh nicht)
Hallo Haduwolff! In einem niederländischen Text habe ich zur Schlacht bei Hoogwoude, in der Wilhelm starb, noch gefunden: “Die Herren van Brederode und Lyden sind dabei”. Angeblich hatte uns Willi 30000 Schlächter mit sich! Dürften also wohl noch ein paar mehr Herren gewesen sein. Im Text werden noch die Städte Delft, Alkmaar und Dordrecht erwähnt, ohne daß ich Dir sagen könnte zu wessen Machtbereich die gehörten. Der Text ist zitiert nach : Merkaardige Kasteelen van Nederland blz.55(´De Torenburcht´) Ich meine mich zu erinnern, in Deinem Schiffahrtsartikel (bin da altmodisch) im Furunkel hättest Du NL-Bücher zitiert, daher hier auch die Internetadresse des Textes, dann kannst Du Dir das selber mal durchlesen: www.euronet.nl/users/sportmne/history/dbs/slag1.htm Es gibt auch noch ein paar Details zum Hergang des Unglücks und zum Verlauf der Schlacht. An anderer Stelle findet sich noch Willem van Berkhout (zoon van Walther, heer van Berkhout), ein West-Friese(!)/ Nordholländer, der mit Willem II. gefallen sein soll. Das könnteaber auch Legende sein. Herzlichen Gruß Sascha
Hallo Hadu! Die Wahl Wilhelms am 3.10.1247 in Worringen (das mit der Schlacht von 1288) wurde von den geistlichen Fürsten, als da wären die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln (Konrad von Hochstaden) vorgenommen. Dazu kam der Herzog von Brabant, anwesend waren mehreren Herzöge, Grafen und Landadlige. Am 25.3.1252 wählen noch der Herzog von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg nach. Was dazu führt, daß Lübeck und andere niedersächsische Städte sich nicht mehr der Anerkennung Wilhelms widersetzen können. Das ist das politische Lager, wer davon mitschlachtete kann ich Dir nicht sagen. Aber vielleicht hülft Dir dies ja weiter bei Deiner Suche. Was den Nordwestdeutschen Raum angeht empfehle ich einen Blick auf die Geschichte der Grafschaft Mark und des Bistums Münster, sollte mich nicht wundern, wenn Du da fündig würdest. Die Familie von Altena (Mark) stellte nicht nur öfter den Bischof von Köln, sondern auch den von Münster und Lüttich (kann Dir allerdings nicht sagen wie es gerade 1256 aussah.) Münster könnten ebenfalls wirtschaftliche Interessen bewogen haben und so ganz nebenbei war die Stadt (nicht das Bistum!) seit 1253 in einem Bündnis mit Dortmund und anderen westfälischen Städten, das als ein Vorläufer der Hanse gilt. Ohne allerdings, daß ich diesem Bündnis zu viel Gewicht in dieser Sache zusprechen möchte, zeigt es doch Verflechtungen auf. Hallo Dietrich, wenn der Erzbischof Wähler war, warum verweigerte denn dann Köln die Wahl in der Stadt? Waren die Bürger in Köln damals schon so mächtig? Oder hatte Konrad Angst vor der Rache Friedrichs? Herzlichen Gruß Sascha
Hallo Dietrich! Was soll den daß heißen: Die Reichsstädte blockten? So ein Verleumdung!! Schließlich hat unsere freie, dem Reiche holde Stadt sich deutlich zu Wilhelm von Holland bekannt! (Hm, muß wohl an den guten Handelsbeziehungen nach Westen gelegen haben.) ßbrigens stellte das sich sträubende Köln wenig später einen Teil des Heeres Wilhelms. Dortmund schickte zwar keine Kämpfer, wurde dafür aber mit seinen dem König zu entrichtenden Steuern an Köln verpfändet und erhielt als Gegenleistung von Wilhelm neu Privilegien. Und alle im Nordwesten waren zufrieden:-)) Gruß Alexander van Dorpmunde
Grüß Euch, nun ja, da waren doch noch die Deutschordensritter, die im Peipussee ins Eis einbrachen…noch vor dem armen Möchtegern-König. EIn beliebtes Bild.
Ach weißt Du Dietrich, WIRKLICH große Herrscher sterben nicht. Die verschwinden nur: Artus nach Avalon, Friedrich I.in den Kyffheuser, Friedrich II. in den ßtna, Adolf und Erich nach Südamerika Die Liste läßt sich beliebig verlängern. ;-)
Moin zusammen. Noch einige Mosaiksteine zum Gesamtbild: Wilhelm wurde 1228 geboren und am 03.10.1247 im Alter von erst 19 Jahren von den papsttreuen deutschen Fürsten in der Gegend von Köln zum Gegenkönig gewählt; die Stadt hatte die Wahl innerhalb ihrer Mauern verweigert. Aachen schließlich mußte 1/2 Jahr lang belagert werden, bis die Krönung dort am 01.11. durchgeführt werden konnte. Von Anfang an konnte sich Wilhelm nicht richtig gegen die königstreuen Kräfte durchsetzen; die Reichsstädte blockten, die Fürsten mauerten, niemand hatte ihn richtig lieb. Lediglich im Nordwesten des Reiches konnte er Fuß fassen; Kunststück, war ja auch in der Nähe seiner Stammlande. Etwas besser wurde es erst, als Konrad IV zur Wahrung seiner Rechte nach Italien zog. Trotzdem bestand fast die gesamte “Regierungszeit” Wilhelms aus Feldzügen und Belagerungen. Unter anderem eben auch gegen die Friesen. Diese würde ich nicht aufständisch nennen, sondern loyal; schließlich war der rechtmäßige König nicht der vom Papst eingesetzte Wilhelm, sondern der Staufer Konrad IV als Nachfolger Friedrich II. Wie dem auch sei, Wilhelm zog nach Westfriesland und starb in der Schlacht bei Alkmaar in Westfriesland, etwas nördlich des heutigen Amsterdams. Den Westfriesen hat´s nicht viel genutzt; 1289 wurden sie von den Grafen von Holland eingesackt. Der Rest konnte sich aber immerhin bis 1744 unabhängig halten; dann kamen sie zu Preussen. Was den geschilderten Tod Wilhelm´s angeht- ist euch schon mal aufgefallen, daß ein berühmter und hochrangiger Mann immer mit seinem Pferd in den Schlamm versinkt, das Eis einbricht oder ihm das Tier einfach erschossen wird, bevor man ihn killt? Klingt für mich etwas nach Mythos, weil es ja nicht so einfach sein darf, einen Prominenten zu killen.
Also, ich habe mich mal schlau gemacht: Wilhelm von Holland fiel am 28.I.1256 während eines Heereszuges gegen die aufständischen Friesen. Diese wurden von der Gräfin von Flandern, die ihrerseits im Streite mit dem König lag, unterstützt bzw. dazu aufgewiegelt. Wilhelm suchte die Schlacht auf einem zugefrorenen See, Roß und Reiter brachen ein, er wurde erschlagen. Sein Leichnam wurde zwar geborgen, aber erst 26 Jahre später im Kloster Middelburg beigesetzt.
Also so ganz aus´m Kopp weiß ich es nicht, aber ich meine gelesen zu haben, der König sei während des Kampfes mit seinem Pferd in Ufernähe ins Eis eingebrochen und während er noch versuchte, sich zu befreien sei er von einer Gruppe Friesen erschlagen worden. Ich schau daheim gerne nochmal in mein schlaues Kaiser- und Königsbüchlein.
Grüß Euch, im Januar des Jahres 1256 wurde der unrechtmäßige König Graf Wilhelm von Holland, König von des Papstes Gnaden, im Kriege gegen die Friesen von den tapferen treuen Küstenvölkern vernichtend geschlagen und dabei getötet. In diesem Feldzug ging es um die Grafschaft Hennegau. ßber die Schlacht, das Wo, Wie und Wann ist nichts herauszubekommen. Wer weiß mehr über das Gefecht, und die Beweggründe des ansonsten bemühten, aber erfolglosen Widerpartes gegen das Imperium, ausgerechnet sich mit den Friesen anzulegen?