Die Schnittmustersammlungen waren auch ein eigenes Thema, nicht so ganz historisch, war etwas falsch beschrieben gewesen.
Die Dragons hab ich mir angesehen, und nach denen werd ich wohl ohne weiteres ein Kleid nähen können. Die Gruppe aus Düsseldorf? In dem Thread darunter, von meinem Mann, wolltest du (oder wer anders) auch mal die Adressen oder ähnliches schicken, oder? Wär schön.
Großes Lob wegen der Dragons, die sind alle sehr informativ
mit Schnittmustersammlungen ist das so eine Sache…..
Da jeder Nachbau eines spätmittelalterlichen Kleides ein Unikat ist und jeder stolzen Besitzerin “auf den Leib” geschneidert werden muß, um richtig zu passen, gibt es keine regelrechten Sammlungen von Schnitten. Das Verfahren läuft immer ungefähr folgendermaßen ab:
1. Aus zeitgenössischen Abbildungen das “Wunschmodell” heraussuchen
2. Nach bekannten Eckdaten (und hier kann der von Esca erwähnte “Medieval Tailor´s Assistant” sehr hilfreich sein) selbst einen Schnitt erstellen
3. Kleid schneidern und sich darin bewundern lassen
Nun ist es natürlich aufgrund mangelnder ßbung nicht jedem gegeben, nur auf diese Weise ein Kleid zu bauen. Dann sucht man sich am besten in seiner Nähe jemanden, der das schon einmal gemacht hat, und holt sich bei dem Rat. Von unseren Leuten sitzen welche in Düsseldorf, die würden bestimmt gern helfen.
Zum Thema Keile: Wie bei vielen Sachen, steht auch hier ein großes EIGENTLICH…am Satzanfang. Grob verallgemeinernd kann man wohl sagen: In der von uns dargestellten Zeit (70er Jahre des 15ten Jhd.) hatten sich die Keile oder Gere bereits zu figurbetonten Einsätzen entwickelt und sorgten dadurch für den typisch spätmittelalterlichen engen Sitz der Klamotten.
Und zum Thema ßrmel: Klar gab es auch weite ßrmel. Aber am weitesten verbreitet war wohl folgende Variante:
- am “normalen” Kleid, also an dem, welches direkt über dem Hemd getragen wurde, sieht man überwiegend enganliegende lange ßrmel oder Halbärmel mit daran angesteckten, aber ebenfalls eng anliegenden ßrmeln.
- das “ßberkleid” hat meistens weitere ßrmel, allein schon aus dem Grund, weil diese ja über die darunter liegenden ßrmel des “Unterkleides” passen müssen.
Zu unseren Online-Dragons: Da sind in der Tat einige schöne Abbildungen drin, genau wie auch in unseren Costume regulations, und man kann sich tolle Anregungen darin holen; aber zum Nachschneidern selbst geben sie doch zu wenig her.
die Dragons hat mein Mann auf dem Rechner, werde ich mal reinschauen. Das Darstellungsgebiet ist Duisburg und Umgebung. Wo bekomme ich den Schnitte aus den 70’ des 15.Jhs her? Für Männer gibt es ja genug Material, aber für Farauen siehts etwas mager aus…
…wohl auf die Region und die genaue Rolle an; und das Kleid an sich (ßrmel). “weit” ist auch ein dehnbarer Begriff. Auf Darstellungen aus dem Oberrhein gibt es auch Kleider mit relativ lockeren ßrmeln; eine Arbeitsklamotte benötigt ausreichend Bewegungsfreiheit. Zu Keilen kann ich nichts sagen, ich kenne jedenfalls einige Schnitte aus dem späten 15ten ohne diese.
Ich schlage vor, Du guckst dir mal die Dragons der Company an; nicht wegen “Schnitten”, aber wegen entsprechenden Zeichnungen und Quellverweisen.
Auch gut sind Ausstelllungskataloge entsprechender lokaler Kunstaustellungen bzw. lokaler Maler.
Sehr gut sind auch Stundenbücher für Arbeitskleidung.
Eine “Schittmustersammlung” kenne ich nicht; mir fällt da ad hoc nur der Medieval Tailor’s Assistant an, der zwar recht gut ist, aber nur zur groben Orientierung dienen kann.
Und zwar: Sind Keile in Kleidern des ausgehenden 15.Jhs “a” Die darstellung wird sich auf eine Bürgerin/Trossbegleiterin beziehen. Ich habe auch noch eine Frage zu den ßrmeln: bei Herrenschecken gab es ja auch durchaus weite ßrmel, gab es das bei den Damen auch?
Und weis vielleicht jemand woher man Schnittmustersammlungen beziehen kann?