@Lui: ich bezog mich mit dem ersten Teil meines Posts eigentlich gar nicht auf einen bestimmten Eintrag, war nur so mein Gedanke zum ursprünglichen Thema ;o)
wieso muß den mit “Koller” ein KETTENkragen gemeint sein? Oder gibt es Abb. auf denen solch ein Teil mit dieser Bezeichnung zu sehen ist? Im baierischen Landfrieden (war der nicht von 1244, oder meintest du einen anderen?) ist aber auch von “irgendeinem Kettenpanzer” die Rede. Wäre damit die Erwähnung nicht doppelt gemoppelt?
De rusticis. … Thoraces vel ysenhut vel colliria vel juppas de pukramo vel cultrum latinum aut aliquid catenatum vel hostile - nisi gladium suum hospites et non alii - ante suam deferant ecclesiam, privatis diebus non aliud quam stimulum vel reutil deferant. ….
“Sie dürfen Panzer, Eisenhut, Koller, Joppen von feinem Gewebe, ein lateinisches Messer, irgendeinen Kettenpanzer und kriegerischen Schmuck - ein Schwert nur die Hauswirte und keine anderen - zum Kirchgang tragen. An Werktagen dürfen sie nur ein kurzes Messer und einen Reutil (eiserner Stab) tragen.
Wobei nach dem etymologischen Wörterbuch der deutsch Sprache S. 389
und nach dem Mittelhochdeutschen Wörterbuch S. 74 das Wort Koller oder gollier einem Bedeutungswandel unterworfen ist - und wandelt sich von der Bedeutung der ”Halsrüstung" zum normalen Kragen - oder Halsbekleidung. Dies passiert jedoch erst später.
Ich müßte zuhause noch einmal nachlesen, welche exakte Quelle das war (Ich habe im Kopf eine bayrische) doch wurde meines Wissens nach in der zweiten Hälfte des 13. Jhdts. in einem Bauernspiegel darauf hingewiesen, daß Bauern zwar erlaubt sei ein Eisenkoller (ein Ringgeflechtkragen) und Eisenhut zu tragen, sie dieses jedoch beim Kirchgang - ähnlich dem Waffentragen - zu unterlassen hätten. Poser gab´s damals wohl auch schon :-).
Nach den Abb., die ich als Koller interpretiere, sollte der Kragen aber tatsächlich ein richtiger sein und nich nur einfach auf den Schultern aufliegen, sondern bis unters Kinn geschlossen sein (wie ein Eisenrolli ;o). Man kann sich da vielleicht an den Gambesons der Kreuzfahrerbibel orientieren. Ich denke, daß in einem solchen Fall das Ringgeflecht auch auf einer Unterlage liegen sollte.
…daß es hier nur nette, hilfsbereite Menschen gibt, die einem typischen Anfängerfehler(der ihnen so oder ähnlich natürlich NIEMALS hätte unterkommen können) mit einer solch unerreichten Nachsicht und Güte begegnen?
Für das 13. Jahrhundert ist mir kein Kettenkragen bekannt, was aber nichts heißen soll. Für die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts aber gibt es sogar einen erhalt. Kettenkragen, nämlich den des Khs des heiligen Wenzels.
Warum nur? Erklär’s mit bitte, ich verstehe es nicht. Wieso kauft man sich _erst_ Klamotte und legt sich dann auf eine Zeit fest, kauft _erst_ Rüstung und fragt dann, ob es die gab, kauft _erst_ und macht sich _dann_ über den Sinn Gedanken, fragt _erst_ im Forum statt mal ein paar der Links auf derselben Seite durchzugucken- wo Gruppen exakt dieser Zeit sich gross und breit drüber auslassen, wie das Kleidungstechnisch und Rüstungstechnisch aussah.
Bitte-sag es mir- ich möchte das endlich mal verstehen.
zumindest für das Hochmittelalter ist ein reiner Kettenkragen ohne Haube unbekannt. Wie es im Spätmittelalter ist, kann ich nicht sagen. Meiner Meinung nach ist das Teil eine Erfindung der Filmemacher Hollywoods. Zu Ende des 15. Jh. erscheint der sogenannte Bischofskragen, dessen Kettenteile weit über Schultern und Brust hinab hingen. Der Kragen dürfte aber gewiß nicht vergleichbar sein mit jenem, den Du gekauft hast. Beste Grüße
In Deinem anderen Thread ist mir das schon mal aufgefallen: Kauf Dir mal ne Tuete Deutsch, bevor Du hier postest. Das ist ja grauenhaft.
Und eventuell wuerde es helfen, ZUERST ein paar Geschichtsbuecher zu lesen, sich auf eine Darstellung (Zeit, Ort, Person) festzulegen und DANN Zeugs zu kaufen.