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Eintrag #10 vom 26. Jun. 2002 08:42 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Latein oder lieber doch verständlich?

Hallo Uli,
es war so, wie Jürgen weiter unten berichtet hat. Was glaubst Du, warum sich der liebe Martin Luther so unbeliebt gemacht hat? Nicht nur, daß er gegen die Bereicherung der Institution Kirche polterte, nein, er übersetzte die Bibel gar fürs Volk!! Welch Frevel!! ;-)
Damit sind ja all die schönen Händel (siehe Jürgens Eintrag) aufgeflogen *g*
Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #9 vom 25. Jun. 2002 20:41 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Grammatik ist Glücksache

AUAA, da ist mir aber was rausgerutscht!:
Gruß von Carsten

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Eintrag #8 vom 25. Jun. 2002 19:46 Uhr Jürgen Trautmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jürgen Trautmann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht JA

Klar war die Messe auf Latein. Und wenn du dein Lebtag lang die Messe auf Latein gehört hast weißt du auch ungefähr was gerade in der Messe abgeht.
Evangelium war auf Latein. Fürs ßbersetzen war dann die Predigt da, in der dem Volk dann (evtl in gekürzter Form und ohne anstößige Textstellen) das eben gehörte verdeutscht und erläutert wurde. Und da kann den Bauern dann auch erklärt werden, wo der Barthl den Most – äh, was man unter gottesfürchtiger Lebensweise versteht.
Ob natürlich jeder Priester sein Latein konnte sei dahingestellt. Da gibts dann so schöne Geschichtchen wie diejenige, in der der Priester nur die Marienmesse kann und die dann IMMER hält. Oder das “In nomine patria et filia et spirita sancta”… Auf der anderen Seite, was machts denn? Der Bauernpöbel versteht ja eh kein Latein, einen Gebildeten oder einen Prüfer verschlägts nicht nach Kleinkuhdorf und der Herr übers Dorf kann seinen nicht erbberechtigten Bruder gut unterbringen (Und denkt daran, in der Bibel steht, daß der Zehnt eine Gnade von meinem Bruder ist. Eigentlich dürfte er viel mehr verlangen. Siehst du, hier steht zum Beispiel das Fallrecht -hält Bauern irgendwo aufgeschlagenes Decamerone unter die Nase. Für so was bitte die Ausgabe ohne Bilder verwenden -, was wiederum dem Bischof eine Spende einbringt. Und siehe da, jeder ist glücklich. (Bauer hat Pfaffe, Ritter Bruder los und Bischof Geld)
Und dann kommen natürlich wieder diese elendiglichen Bettelmönche, die alles besser wissen. Kein Wunder, daß die Priesterschaft was gegen sie hatte. Mal ganz abgesehen von den entgangenen Spendengeldern.

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Eintrag #7 vom 25. Jun. 2002 18:13 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Latein?

Moin!
Wurde die Messe auch in Dorfkirchen auf Latein abgehalten? Nicht nur, das es keiner versteht, was ja nicht so wichtig ist, es setzt ja eine ganze Menge Lateinkundiger Prediger vorraus. Soweit ich das aus meinem Gedächtnis weiß, waren die eher Mangelware, oder? Und: wurde dam Volk auch in verständlicher Weise zugesprochen? Um es vor akuten Sünden, Problemen, Versuchungen und ähnlichem zu schützen?
gruß, uli

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Eintrag #6 vom 25. Jun. 2002 09:29 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kirchgang

Hi Steffi,
hier mal eine kurze Zusammenfassung, was mir zum Thema Kirchgang einfällt:
In den Kirchen und Kapellen ist jeden Tag Frühmesse, an Sonn- und Feiertagen geht man auch mehrfach zum Gottesdienst. Da Sitzbänke in der Regel fehlen, steht man oder kniet betend am Boden.
Für die meisten Gemeinden in den Städten und Dörfern ist der Kirchenraum der einzige größere Versammlungsraum; oft gibt es nur eine Kirche für mehrere Dörfer, und so hat der Kirchgang eine ausgeprägte ‘soziale’ Komponente. Im Berliner Raum mußten die Bewohner von Richardsdorf (heutiges Rixdorf) zum Kirchgang beispielsweise immer bis nach Tempelhof laufen.
Laut Borst ging man vor allem zur Frühmesse in der Regel in Alltagskleidung.
Herrad von Landberg (12. Jh) soll sich schon dagegen verwehrt haben, daß Kirchen zu Orten der Ausschweifung herabgekommen seien, die Kirchenräume würden durch Possenreißen, unsaubere Späße und offenes Spiel oder Schlimmeres entweiht - dies scheint also keine alleinige Erscheinung des Spätmittelalters gewesen zu sein… ;-)
Arno Borst: Alltagsleben im Mittelalter. Insel Taschenbuch, 1983
Ruth

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Eintrag #5 vom 25. Jun. 2002 09:27 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Indirekter Kleidungshinweis

mehr eine Anekdote:
Zeitweilig waren sich männliche und weibliche Kleidung nicht ganz unähnlich.
Und es war üblich, sich am Ende der Messe den Friedenskuss zu geben.
Also stellte sich ein etwas verliebter Herr in der Messe neben die Dame, in die er sich wohl verguckt hatte, um vom Friedenskuss zu profitieren, was sie laut Augenzeugenberichten einigermassen überraschte.
Ergo: Es war nicht Usus, in der Messe zu sitzen, man ging nicht in voller Montur zur Messe und es gab am Schluss den Friedenskuss.
Nic

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Eintrag #4 vom 25. Jun. 2002 03:33 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Verifikation

VERIFIZIEREN? Igitt, Uli! Was ist das denn * g * ?
Scherz beiseite:
Die Messe wurde im (Hoch)Mittelalter in Latain abgehalten.(Es mag wenige überlieferte Ausnahmen ab dem 12. Jahrhundert gegeben habe, die ich aber nicht belegen könnte)
Dies gilt auch für die “Volkskirchen”: Für Dorfkirchen, Kirchen in den wenigen Städten und für die Kapellen in den Burgen.
Wer lateinisch nicht gebildet war, konnte den Inhalt nicht verstehen. Das war im Sinne des mittelalterlichen Glaubens auch gar nicht nötig. Denn allein das Hören der (als heiligende Formeln wahrgenommenen) lateinischen Verse wurde als ‘heiligend ' verstanden. Die mittelalterliche Kultur basierte nicht auf der Schrift sondern auf das ‘Hören’.
Selbstverständlich wird man dann auch (zumindest vonseiten der Nichtlateiner) während des Gottesdienstes fröhlich geschwatzt haben!
* Die mittelalterlichen Amtsträger haben das bestimmt genauso wenig geschätzt, wie die Informatik - LehrerInnen, Sachkunde - PädagogInnen oder Philosophie - DozentInnen, katholischen Priester, die evangelischen PffarrerInnen, und andere Leute, die etwas mitteilen wollen, heute! *
Empfehlenswert ist auf jeden Fall die Lektüre, die Larissa angeregt hat:
Arnold Angenendt, Formen der Frömmigkeit im

                    Mittelalter

Gruß von Carsten

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Eintrag #3 vom 24. Jun. 2002 21:57 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Frage

Moin!
Ich hab irgendwo gelesen, das im HMA bei der Messe in lat. Sprache ein fröhliches unterhalten, schwatzen etc. üblich war, da allein die Anwesenheit bei der Verkündigung des Wortes Gottes gut für das Seelenheil war. Kann das jemand verifizieren?
gruß, uli

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Eintrag #2 vom 24. Jun. 2002 01:55 Uhr Larissa Fröhlich   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Literatur und Internetseiten

Arnold Angenendt, Formen der Frömmigkeit im Mittelalter
Klaus Schreiner (Hg.), Gesellschaftliche, körperliche und visuelle Dimensionen mittelalterlicher Frömmigkeit.
Berndt Hamm und Thomas Lentes (Hgg.): Spätmittelalterliche Frömmigkeit zwischen
Ideal und Praxis, Tübingen 2001
Page on Liturgy and Medieval Women
www.compusmart.ab.ca/fhenders/index.htm
Mehr habe ich jetzt auch nicht gefunden,
Larissa

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Eintrag #1 vom 24. Jun. 2002 00:05 Uhr Stephanie Winhard   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Dresscode?

Moin ihr,
ich weiß nicht, ob´s das Thema schon gibt. Habe nichts Entsprechendes gefunden. Falls doch, bitte ich um Hinweis.
Mir stellte sich heute die Frage, wie man damals (hier interessiert mich speziell das europäische 13. Jhd.) zur Kirche ging?
Voll aufgerödelt in Rüstung, mit Helm, Schild und Schwert? Oder im guten Zivilanzug? Mit oder ohne Waffen? Oder gab es Unterschiede, wer wie dort erscheinen durfte/mußte?
Ich hab lediglich im Buhmke was gefunden (hab´s grad nicht zur Hand, deshalb aus dem Gedächtnis): Der Bayerische Landfriede von 1244 erlaubte den Bauern das Tragen einer Rüstung und Helm, Halspolster und Leibpolster aus Buckram (?) sowie eines lateinischen Messers (?) zum Kirchgang. Galt das nur für die Bauern? Und welcher Dresscode galt für die ßbrigen, vor allem aus dem militärischen Bereich?
Weiterhin suche ich dringend Infos über das Verhalten während der Messe. Man hört so einiges (z.B. daß es zuging wie auf dem Basar *g*), aber galt das nur für´s Spämi oder auch für HMA? Was ist mit der Regelung Männlein rechts, Weiblein links?
Fragen über Fragen…
Ich hoffe auf munteres Diskutieren und weniger spekulieren ;-)
Gruß, Steffi
www.hippodromus.de

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