Moin Dirk , wie ich sehe interessierst du dich genau für den Zeitraum wie ich und wohnst hier fast um die Ecke ,ich glaube ich kann dir da auch weiter helfen den ich besitze bereits so ein gewand und etwas von der Rüstung. Das einzigste was mir noch fehlt sind die Leute, mit denen ich gemeinsam auftreten kann und zwar hier im norden.( nahe Hamburg ).Der Interessen und Kenntnisse Austausch ist natürlich an der vordersten stelle genau so wie regelmäßiges Training .Also falls ich dein Interesse geweckt haben soll melde dich bitte
gerade bzgl. gepufften Hosen zum fraglichen Zeitpunkt gibt es stets Diskussionen. m.E. sind zu dieser Zeit eher enge Hosen (mehrfarbig gestreift) mit Schlitzen zu tragen, nach Abbildungen öfters am Knie getrennt.Ich habe auch schon knielange Hosen mit mehreren “Ringen” um diese Zeit gesehen, aber reine Pluderhosen nicht. Socken sind sehr fraglich, die Seidensocken kommen erst zur Pluderhose/Hosenteufel zu ihrem Recht, und ob um 1520 Nadelbindigsocken getragen werden könnten, eher wohl nicht.
Rüstung ginge je nach Geldbeutel auch schon ein Teil eines Maximiliansharnisch, gotische Harnische kommen langsam ausser Mode.
Schaller würde ich weglassen, da er in unserem Raum meistens ein Reiterhelm war, gerade die späten, schwarzen oder Blasebalgschaller sind im Fußkampf recht unpraktisch. Helm für Fußvolk ist zu dieser Zeit generell schwierig (ich habe für mich keinen gefunden, mir darum einen etwas späteren machen lassen), eine kleine Eisenhaube oder der Helm aus dem Armeeemuseum Ingolstadt, der wohl eine frühe Sturmhaube darstellt und aussieht wie eine Baseballkappe.
Katzbalger ja, gerade in kurzer Ausführung, ebenso Helmbarte, hier ist nur auf die zeitliche Blattform zu achten. Sie ist beileibe keine Unter-Offizierswaffe, das wäre eher der Sauspies. Flamberge nicht, da viel später, frühe Bidenhander hatten eine gerade Klinge ohne Hacken und eine Hiltze ähnlich dem Katzbalger, nur grösser.
Im kommenden Jahr möchte ich auf den anstehenden Märkten einen Landsknecht des frühen 16. Jahrhunderts darstellen (um 1520 aus dem Bereich Lüneburg).
Leider findet man im Internet widersprüchliche Angaben über eine möglichst authentische Ausstattung.
Nach meinen bisherigen Erkenntnissen kleideten sich die Landsknechte zu der Zeit schon in Wams mit geschlitzten ßrmeln und darunter ein Hemd. Die Beine steckten in geschlitzte / gepuffte Hosen. An den Füßen trugen sie gefärbte Socken und Kuhmaulschuhe. Als Kopfbedeckung wurde meist ein Barrett oder breitkrämpiger Hut herangezogen. Die Farben variierten je nach Geschmack. Aber gab es zu der Zeit schon die Kuhmalschue und die gefärbten Socken, oder kamen diese erst später auf?
Die Rüstung betrug (wie ich hier in einem Beitrag gelesen habe) sehr wahrscheinlich aus hochgotischer Harnisch und Schaller (oder ähnlicher hochgotischer Kopfbedeckung)
Soweit so gut. Aber wie sah es mit der Bewaffnung aus? Geb es um 1520 schon den Katzbalger? Oder trug man noch “typische” Einhänder? Weniger Probleme macht mir die Hauptbewaffnung, die entweder aus einer frühen Form der Pike oder einer Flamberge (bei Doppelsöldnern) bestand. Die Hellebarde war meines Wissens nur den Offizieren zugänglich.
Liege ich mit meinen Annahmen richtig? Und wo finde ich passende Literatur (ich traue den meisten Internetseiten viel zu, vor allem unkorrekte Darstellung der Sachverhalte)