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Eintrag #5 vom 07. Jan. 2001 19:11 Uhr Heike Schlachter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Schlachter eine Nachricht zu schreiben.

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Zur Frage der Existenz weiblicher Spielleute/Gauklerinnen: Weibliche Spielleute gabe es definitiv (z.B. Abbildung in der Manesse-Handschrift um 1320 oder andere Abbildungen u.a. in dem Buch “Musikanten, Gaukler und Vaganten” von Margit Bachfischer). Wobei hier ausdrücklich von spielenden und tanzenden Spielfrauen die Rede die. Außerdem war der Spielmann nicht nur reiner Musiker sondern eine Art “Entertainer”, der auf vielseitige Art sein Publikum unterhielt (Musik, Gesang, Tanz, andere Kunststücke wie z.B. Marionettenspiel und Tierdresssuren z.B.als Bärenführer). Wenn es also weibliche Spielleute gab und andererseits der Spielmann eine Art Allroundentertainer des MA war - ergo gab es auch Frauen die diesen “Beruf” ausübten. Z.B. gibt es auch eine Abbildung aus dem 16. Jhd. einer definitv weiblichen Bärenführerin - Augsburger Flugblatt u.a. in “Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker” von Irsigler/Lasotta) Zugegeben kann es kein einfaches Leben gewesen sein da man als Frau bei den eh schon gering geachteten Spielleuten nochmal eine Stufe niederer in der MA-lichen Hackordnung stand. Auch das Benutzen von Schminke rückte weibliche Spielleute wohl ziemlich oft (zu Unrecht?) in die Nähe von Prostituierten. Aber was blieb Kindern von Spielleuten anderes übrig als zum Broterwerb das gleiche zu tun wie ihre Eltern - viel andere Chancen hatten sie in der ständischen Gesellschaft nicht. ßberliefert ist auch, daß Spielfrauen in der Tat “Karriere” machen konnten. z.B. eine Musikantin Agnes, die zur engsten Vertrauten und Geliebten des König Wenzel II. von Böhmen aufsteigen konnte (um 1300). Nur zu Kleidung eben jener Frauen ist wenig gesagt. Auf den Abbildungen tragen sie fast ausschließlich Kleider. Ich hoffte darauf, daß es auch noch andere, eindeutigere Quellen als diese Abbildungen gibt (die mir leider auch nur in sw vorliegen). Und außerdem lieber Ranus Haduwolf muß ja nicht jede Darstellung einer weiblichen Spielfrau in die Darstellung “wilder Weiber, die auf der Bühne rumhüpfend abrockend” ausarten. Es gibt ja auch solchen und solchen Schwertkampf in der MA-Szene.
Gruß, Heike

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Eintrag #4 vom 07. Jan. 2001 12:53 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, zum Thema Beinlinge und Kleidung ist ja alles gesagt. Lediglich zum Thema “Zigeuner” möchte ich etwas hinzufügen. Bekannt waren die Volksgruppen der Roma und Sinti erst im 14.-15.Jhd. 1348 n. Chr. sind Roma und Sinti in Makedonien und Serbien bezeugt, 1361 in Dubrovnik, 1378 in Zagreb usw. Von 1417 an sind wir in der Lage, genügend Belege für den Zug bestimmter Gruppen durch Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien zu sammeln. Zunächst wurden sie als Pilgerakzeptiert und toleriert. Doch mit Beginn des 16. Jahrhunderts setzte die staatliche Gesetzgebung sie in verschiedenen Ländern der härtesten Verfolgung aus. In Rumänien waren sie von 1400 bis 1891 Sklaven. Seit dem Jahre 1499 waren Roma auch in Spanien in Ungnade gefallen, man hatte ihnen sogar die Zungen abgeschnitten, die Augen ausgestochen und die Bewohner zur Jagd auf die Roma aufgehetzt. Dies kündigte man durch das Läuten der Kirchturmglocken an. In Deutschland wurden in der Periode von 1500 bis 1800 148 Edikte gegen die Roma erlassen. In vielen dieser Edikte wurden sie für “vogelfrei” erklärt und somit Raub und Totschlag ausgesetzt. In der Gruppe der Gaukler und Musiker dürften sie daher wohl kaum zu finden sein
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege, Arfast Harksen

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Eintrag #3 vom 07. Jan. 2001 01:16 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, …das Erscheinungsbild der meisten Gauklerinnen, Musikerinnen usw. im Neumittelalter haben nicht die geringste mit “A” zu tun. Weder gab es Frauen in Leggins, noch im Fetzenlook, noch als wilde Weiber, die auf der Bühne rumhüpfend abrocken. Auch schlafanzugähnliche Gebilde mit bunten Fetzen dran sind Blödsinn. Und das gilt fürs ganze Mittelalter. Fürs HMA gibts entsprechende Bilder in der Manesse und der Majekowski. Im SMA waren die Kleidungs-Regeln sogar eher strenger. Es stellt sich die Frage, ob es weibliche Gauklerinnen gab. Nur Musikerinnen sind bekannt. Einzige Ausnahme sind die Tänzerinnen am Hofe Friedrichs II. im 13. Jhdt. Nur das waren Sarazeninnen, die entsprechend arabische Kleidung, hochgeschlossen trugen. Die Kleidung der im 13./a4. Jhdt. nach Europa kommenden Zigeuner ist fürs MA nicht überliefert…
Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 06. Jan. 2001 23:47 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Kurz dazu: Es gab auch im SMA recht strenge Kleiderordnungen, grade was die Frauen angeht. Mir ist eine Stadt bekannt, die ihre Verordnungen aufgrund der Verdienste der Frauen bei der Verteidigung der Stadt gelockert hat. Und selbst diese Lockerung bezog sich “nur” auf solche “Kleinigkeiten” wie Kopftücher etc. Beinlinge für Frauen sind imho ein definitives DONT ! Meine 5 Pfennig.
Gruß, Ivain

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Eintrag #1 vom 06. Jan. 2001 23:41 Uhr Heike Schlachter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Schlachter eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo miteinander! Gerade habe ich Euren kompetenten (und ausführlichen) Diskurs über das Thema “Hosen”(Beinlinge) gelesen und hoffe, Ihr könnt ebenso hilfsbereit zum Thema Kleidung weiblicher Spielleute und Gaukler Auskunft geben. Konkret interessiert mich das späte Mittelalter (15. Jhd), vorzugsweise in Norddeutschland - obwohl Spieleute und Gaukler ja etwas weiter rumgekommen sein dürften. Haben die Frauen tatsächlich auch Gewänder/Kleider getragen (wie unpraktisch! ;-)) oder gibt es auch historische Belege, daß Frauen ab und an auch Beinlinge getragen haben?

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