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Eintrag #1 vom 29. Apr. 2003 15:02 Uhr Andrea Rieskamp   Nachricht

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Hallo,
ist vielleicht `ne blöde Frage, aber weiß zufällig jemand, ob´s im MA schon irgendwelche Süßigkeiten oder Knabbergebäck gab?
lg. Andrea

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Eintrag #2 vom 29. Apr. 2003 16:15 Uhr Julia Dix  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Julia Dix eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andrea,
folgendes habe ich im Buch “Tafelfreuden im Mittelalter” von Bruno Lauroux (Bechtermütz Verlag)gefunden:
“… Beim Apotheker kaufte man auch alle Arten von Zuckerwerk, das am Ende der Mahlzeit serviert wurde und die Verdauung fördern sollte: zum Beispiel kandierte nüsse, Mandeln und Pfirsiche, Dragees -eine Art Bonbon, die mit einer Zuckerschicht überzogen waren-, oder Nougat und Marzipan aus Honig.
Diese hochentwickelte Kunst, Süssigkeiten herzustellen, hatte ihre Wurzeln in den Werken arabischer ßrzte. …”
Leider fehlen genaue Angaben zum Zeitraum und Ort. Da das Buch aus dem Französischen übersetzt wurde, gehe ich davon aus, dass der Autor sich hauptsächlich mit der französischen Ma- Küche befasst hat.
liebe Grüße Julia

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Eintrag #3 vom 29. Apr. 2003 21:16 Uhr Andrea Rieskamp   Nachricht

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Danke, das ist doch schonmal was, das mir weiterhilft! :o) Weiß vielleicht noch jemand was?
lg. Andrea

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Eintrag #4 vom 20. Nov. 2004 22:35 Uhr Fabian Fritsch  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Fabian Fritsch eine Nachricht zu schreiben.

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ein freund von mir ist an der schule in der bio-ag. und dort schleudern die mit einem imker den honuig, den die bienen der bio-ag prodzuieren. dabei nehmen sie sich oft ein stück wachs(mundgrechet), welches sie dann in den mund nehmen und wie wild drauf rumkauen. dadurch, dass das wachs honiggetränkt war, soll das ganze so wie ein honig-kaugummi geschmäckt haben.
würde mich nicht wundern, wenn es das auch im MA gab!
FabYan,

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Eintrag #5 vom 21. Nov. 2004 15:44 Uhr Oliver Hauss  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver Hauss eine Nachricht zu schreiben.

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Tatsächlicher Rohrzucker breitete sich von den “maurischen” Gebieten Spaniens über Katalonien nach Europa aus. Zuckerrohr wurde dort z.B. in der Gegend von Valencia angebaut. Er war daher in Portugal, Spanien und Katalonien lange vor den übrigen Gebieten bekannt. Reinzucker wurde aber auch aus dem Orient importiert -dann natürlich sündhaft teuer. In den übrigen Gebieten, aber auch immer noch in Spanien, wurde vorwiegend Honig zum Süßen verwendet. Rohrzucker wurde demzufolge auch als Canyamel, als “Honigstange” bezeichnet. Als Süssigkeit wurde die Stange zum Teil schlicht geschnitten und wie Obst gegessen, oder aber eben Saft extrahiert. Reinzucker wurde wie schon erwähnt als “indisches Salz” im Mittleren Osten eingekauft -für Otto Normalbürger kaum zu bezahlen. Dies in der Form von Zuckerlaiben, oder kristallisiert, ähnlich Kandis, und manchmal mit diversen Aromen versetzt (Veilchen- oder Rosen-Extrakt, aber auch Fruchtsäfte. Immer aber war die Benutzung von Zucker ein Zeichen von Wohlstand. Ende des 13. Jahrhunderts hatte er in Katalonien jedoch den Honig schon weitgehen als Süßungsmittel abgelöst.
In Katalonien wurden dadurch schon recht früh Produkte wie kandierte/dragierte Nüsse und Früchte, sowie Marzipan und Melmelades (eher Fruchtkompott als Marmelade) hergestellt.
Aus Honig wurde schon zu arabischer Zeit die Masse gefertigt, die heute in Südfrankreich als Touron oder Nougat bekannt ist (nicht zu vergleichen mit dem, was bei uns in der Nougatschokolade drin ist, mehr schon mit “Türkischem Honig”.
Informationen nach einem kurzen Blick in “La table médiévale des Catalans” von Eliane Thibaut-Comelade ISBN 2-85998-148-9
Darin sind etliche zeitgenössische Bücher mit Koch- und Backhinweisen zitiert.
Keine Garantie für 100%ige Richtigkeit dieser Fünf-Minuten-Lesen-und-ßbersetzen-Aktion ;)

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Eintrag #6 vom 22. Nov. 2004 15:56 Uhr Volker Bach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Volker Bach eine Nachricht zu schreiben.

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In verschiedenen spätmittelalterlichen kochbüchern finden sich Rezepte für so etwas wie in Fett ausgebackene ‘Chips’ (natürlich nicht aus Kartoffeln). Mein Lieblingsrezept besteht vaus geriebenem Käse, Ei und Mehl das dünn ausgerollt, in Streifen geschnitten und fritiert wird. Frisch serviert ist es ein schönes Knabbergebäck für müde und hungrige Krieger. Kann man auch in heraldischen Figuren ausstechen wie Kekse, aber dafür habe ich keinen Nachweis. Auch gefüllte ‘Krapfen’ sind nachgewiesen.
Aus dem arabischen Raum gibt es schon früh Zuchergebäck und Süssigkeiten (etliche Rezepte im Qitab al-Tabikh aus dem 13. Jh), aber wie viel davon seinen Weg nach Deutschland fand ist fraglich. Auf jeden fall gibt es im 14. und 15. Jh in deutschen Quellen Latwergen, in denen Früchte mit Zucker eingekocht werden, bis sie fest gelieren (z.B. im Buoch von guoter Spise mit Sauerkirschen).
Marzipan ist natürlich schon früh bekannt und von der herrschaftlichen Tafel kaum wegzudenken, und ich habe den Verdacht, dass man es auch aus (billigeren) hiesigen Nüssen gemacht hat (den frühesten Nachweis für Hasel- und Walnußmarzipan den ich kenne ist allerdings aus dem späten 16. Jh.
Ich weis nicht, wie eingelegte Früchte oder Fruchtmus gegessen wurden, aber ich könnte sie mir als ‘Snack’ mit Weissbrot schon vorstellen. Dann ist da noch die etwas mysteriöse ‘begozzen semel’ (begossen mit *was*? Einige Autoren meinen Fruchtmus, andere Schmalz oder zerlassene Butter).
In Kochbüchern aus dem 16. Jh finden sich eine Vielzahl von Zuckerrezepten, darunter hin und wieder auch solche für ‘Bonbons’. Es soll auch ein solches Rezeptbuch für Zuckerbäckerei aus dem späten 15 Jh aus Nordengland geben, aber ich habe das Original nicht aufspüren können.
Für das 16. Jh habe ich mal eine Reihe von Kuchen- Keks-, Marzipan- und Schmalzgebäckrezepten zusammengestellt. Kann ich dir schicken wenn es was bringt.
Ianus

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Eintrag #7 vom 22. Nov. 2004 16:13 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Also das buch von guter Spise erwahnt bei dem “cumpost”-Rezept keinen Zucker, sondern Honig.
Siehe auch hier, Posting 37: [Taverne, Thread: Marmelade im Mittelalter?]
Gruss, Claudia

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Eintrag #8 vom 23. Nov. 2004 22:46 Uhr Volker Bach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Volker Bach eine Nachricht zu schreiben.

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Stimmt, in die Kirschen kommt Honig.
|85:1| Einen fladen von wisseln.
|85:2| Der einen fladen woelle machen von wiseln, der nem sie vnd breche
|85:3| in die stile abe vnd siede sie in einem hafen, biz sie trucken
|85:4| werden, mit sines selbes brue. vnd schuete sie denne vz vnd laz
|85:5| sie der kueln vnd slahe sie durch ein tuoch. vnd smir ein taueln
|85:6| wol mit honige vnd schuete die kirsen dor vf vnd setze die taueln
|85:7| vf holtze an den luft, biz daz ez trucken si. hot der des luftz
|85:8| niht, so setze (in) in einen kuelen hof. vnd mache daz wuerfeleht
|85:9| vnd snidez vnd bestrauwez mit wuertzen. vnd
|85:10| iz als ein latwergen.
Der Zucker ist im Quittenmus.
|68:1| Ein kuetenmus.
|68:2| Wilt du machen ein kuetenmuos, so nim kueten, wie vil du wilt, vnd
|68:3| suede sie gar schon. vnd nim denne einen moerser vnd stozze sie
|68:4| dor inne clein vnd slahe sie durch ein tuoch. vnd nim eyer totern
|68:5| dor zvo vnd suedez do mit. vnd tuo ein zucker druf vnd versaltz niht.
Ich frage mich, ob die Rezepte aus verschiedenen Quellen stammen oder zu verschiedenen Zeiten geschrieben wurden.
Ianus

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