Hallo - ich interessiere mich auch für den Berufsstand, aber hauptsächlich für die Darstellung. Ich kenne eine Darstellung von einem spätmittelalterlichen Kartenspiel, interessiere mich aber mehr für 13. Jhd. - kennt da jemand Darstellungen (auch von Küchen an sich)?
Die in der Antike ausgeformte Berufstradition des Kochs setzte sich anscheinend kontinuierl. an den frühma. Fs.enhöfen fort, wie dies alem. und westgot. Volksrechte belegen. Koch oder Köchin gehörten in Hoch- und SpätMA, von Ausnahmen bedeutender Küchenmeister abgesehen (Maistre Chiquart, Taillevent, Meister Hans), zum niederen und entsprechend gering entlohnten Gesinde jedes größeren öffentl., kirchl. und privaten Haushalts. Köche sind als Bedienstete auf ma. Baustellen ebenso zu finden wie in Heeresaufgeboten. In spätma. Städten können Köche auch als selbständige (Garküchen) bzw. abhängige (Trinkstuben von Patriziat und Zünften) Unternehmer nachgewiesen werden, wobei diese Berufsgruppe hohe Mobilität (Konstanzer Konzil) auszeichnet. Die Funktionen der Köche und ihres Hilfspersonals an großen Haushaltungen sind in ßkonomiken (Konrad v. Megenberg) und Diätetiken beschrieben, die Aufgaben in Hofordnungen bzw. städt. Dienstanweisungen geregelt, ihre Anzahl entsprechend der ständ.-sozialen Stellung des Haushalts in Reformschr. (Reformatio Sigismundi) reglementiert worden. An großen Höfen unterstand der Koch einem Küchenmeister als betriebswirtschaftl. Leiter. Wert wurde v. a. auf Sauberkeit, auf spärl. Umgang mit Salz (Diätetik), Gewürzen und Feuerholz, auf eine den Jahreszeiten angepaßte Speisevielfalt und auf Vorkosten (Vergiftungsfurcht) gelegt. Speisezubereitungsarten, Mengenverhältnisse, Brat- und Kochzeiten, Lebensmittel-sowie diätet. und med. Kenntnisse waren Teil eines mündl. tradierten, als verfeinerte K.kunst im ganzen europ. Raum verbreiteten, aber streng bewahrten Berufswissens. Kochbücher und Rezeptslg.en, in der Regel von Berufsk.en diktiert bzw. angelegt, sind daher vor dem 16. Jh. selten und enthalten kaum techn. Einzelheiten über Speisebereitung und -folgen.
Literatur (leider nur sehr wenig):
H. Wiswe, Kulturgesch. der K. kunst, 1970
G. Fouquet, ‘Wie die kuchenspise sin solle’. Essen und Trinken am Hof des Speyerer Bf.s Matthias v. Rammung, Pfälzer Heimat 39, 1988, 12-27