Bestimmt nicht, denn in Zeughäusern hätten Zierrüstungen keinen Platz, ausserdem hätten solche keine Beschussmarke (Plattenpanzer wurden oft und gern durch Bolzenbeschuss geprüft). Desweiteren passe ich in einige gut rein, und bin mit 1,80+ nicht klein geraten.
Die “kleinen” Rüstungen, auf die gerne verwiesen sind, sind meisstens wesentlich später. Kein MA.
Der Hintergrund für die Anfangsfrage ist ja sicher der oft (unkritisch) dahergebetete Hinweis auf die kleinen Ritterrüstungen in Museen.
Ich habe mal irgendwo (auch bei mir ein Hinternbiss nötig, *g*) gelesen, dies wären “alles nur Zierrüstungen” und da wäre “nie ein Ritter” drin gewesen. Nun ich habe die Blechhaufen nicht alle nachgemessen, aber für einige mag das schon zutreffen - hat jemand hier Vergleichsmessungen als Ableitungen von Rüstungsmaßen?
die durchschnittlichen Körpergrößen einiger Jahrhunderte waren ja schon genannt. Ursache für das “Schrumpfen” war z.B. auch aufkommende einseitige Ernährung, sprich Wechsel von verschiedenen Getreidesorten auf Weizen als alleiniges Getreide. Wenn ich meine Informationen im Kopf richtig sortiere, lag eine “Schrumpfungsperiode” im 12./13. Jhdt. Neben der Ausrichtung auf Weizen wurden auch die Einschränkungen im Jagdrecht und der Rückgang des Fleischverzehrs bei breiten Bevölkerungsschichten genannt. Auch die Verstädterung trug zu einer Verringerung der Körpergröße bei: der Wald als Nahrungslieferant (Honig, Kräuter, Wildfrüchte, Kleintiere) rückte in räumlich größere Ferne, der einseitigen Ernährung wurde weiter Vorschub geleistet.
Nachzulesen in Dieter Breuers “Ritter, Mönch und Bauersleut” oder auch in “The Year 1000” von Robert Lacey/Danny Danziger.
Abgesehen von der Körpergröße, scheint die Schuhgröße aber wesentlich kleiner gewesen zu sein. Ich habe neulich eine ßbersicht für die männliche Bevölkerung gesehen, wonach der Durchschnitt bei ca. 37 lag, heute liegen wir bei Männern ja weit jenseits der 40. Ich weiß nicht, inwiefern Schuh- und Handgröße zusammenhängen. Aber einige Grifflängen europäischer Einhandschwerter sind auch auffallend knapp bemessen.
ich beziehe mich hier mal auf den frühmittelalterlichen Bereich des Mittelalters (etwa 500 - 1500), speziell die Zeit zwischen etwa 500 und 700 n. Christus.
“Die Franken unterschieden sich, soweit dies nach dem Knochenbau zu beurteilen ist, nicht von anderen frühmittelalterlichen Volksgruppen wie Thüringern, Alamannen und Bajuwaren.
Die durchschnittliche Körpergröße von Männern betrug 171 cm, von Frauen 162 cm.
Diese relativ hohen Werte lassen sich mit einer gleichmässigen und ausreichenden Ernährung mit viel Fleisch erklären.”
Zitat “Die Franken -Wegbereiter Europas”, Katalog Handbuch in zwei Teilen, Verlag Philipp von Zabern, Mainz. ISBN 3-8053-1819-8
Diese Aussage begründet sich in den gefundenen Skeletten oder Skelettresten zahlreicher Gräberfelder in West- und Nordwestdeutschland, ebenso wie Gräberfeldern in Mittel- Südwestdeutschland (Alamannen, Thüringer) und Südostdeutschland (Bajuwaren).
Der häufig gut erhaltene (weil dickste) menschliche Oberschenkelknochen reicht Anthropologen aus, um die Größe eines Menschen mit einer sehr hohen Genauigkeit festzustellen.
Auch die Skelette der Toten der Towton Massengräber hat man auf die Körbergröße untersucht. Der Schnitt lag dort bei etwas über 1,70 Meter, der Größte war so ca 183.
Du kannst davon ausgehen das die Leute im Mittelalter nicht so unheimlich viel kleiner waren. zumindest nicht im Schnitt.
Ich habe in eine Museum enmal eine Grafik genau dazu gesehen. Dabei ging es um Menschen in Deutschland, ich weiß nicht mehr ob generell oder Regional.
Das ist eine langsam aber stetig ansteigende Kurve mit zwei Zacken über einige Jahre (Jahrzehnte?) hinweg wo die durchschnittliche Körpergröße um gut 15 cm absackte.
Mangelernährung war der Grund, ich weiß jetzt aber auch nicht mehr welches die auslösenden Ereignisse waren.
Ich könne mir immer wieder in den Hintern beißen das ich nciht mehr weiß in welchem Museum das war.
Ich kann Dir etwas über Friesische Funde berichten:Die Ausgrabungen Wüstung Kloster Barthe (Landkreis Leer) , 13. Jahrhundert ,ergaben bei den untersuchten Skeletten eine durchschnittliche Körpergröße bei den Frauen von 1,65 m und bei den Männern von 1,75. Einige waren sogar 1,80 groß.
Also ungefähr wie heute. Nun kann man aber davon ausgehen , daß die Friesen “recht groß ” waren , da es hier kaum Mangelernährung gab.Die Friesische Landwirtschaft hatte schon im 12. Jahrhundert einen enormen Produktionsüberhang an Vieh , Käse und Getreide. Da das durchschnittliche Wachstum auch mit der Versorgung Heranwachsender mit ausreichend Eiweiß zusammenhängt und gerade die Kombination Getreide- Milch ,sich als wachstumsfördernd erweist , ist meiner Meinung nach eine regionale Durchschnittsgröße mit von dem Nahrungsreichtum des Landstriches abhängig.
ich bin ein Frischling in dem Thema und warscheinlich wurde die Frage schon sehr oft gestellt, aber ich konnte übber die Suche keine zufriedenstellende Antwort bekommen.
Gibt es denn nun eine klare wissenschaftlich fundierte Aussage darüber, wie groß die Menschen im Mittelalter wirklich waren? Und warum waren sie kleiner (wenn dem so ist)? Hatten sie generell eine “sportlichere”, kräftigere Statur (könnte man ja annehmen)?