Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Korrekte Gewandung wie ist das definiert ??

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Eintrag #1 vom 05. Jun. 2005 22:44 Uhr Elke Majstorovic   Nachricht

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Hallo,
ich interessiere mich jetzt schon ca. 5-6 Jahre für das Mittelalter. Seit 2 Jahren beschäftige ich mich mit dem Hochmittelalter.
Ich habe mitllerweile 4 Gewandungen genäht, allerdings hatte ich sie noch nie öffentlich an.
Die ersten beiden waren noch eher an Fantasy Schitten angelegt *schäm* Sprich Quernähte und eines ist Pannesamt *duck*
Die letzen beiden habe ich mit selbstgemachten Schnitten nach dem Codex Manesse genäht.
Jetzt komme ich auch endlich zu meiner Frage: ;-)
Wie ist der Begriff “korrekte Gewandung” definiert?
Ich habe ein Kleid aus Leinen, ohne Quernähte allerdings ist es mit der Maschine genäht. Es besteht aus einer Cotte und einem Surcot.
Würde das in den Augen der Profis als korrekt gelten oder geht es nur wenn es handgenäht ist?
Auch mein Gürtel ist noch nicht Brettchengewebt.
Wäre das für einen Mittelalter Markt in Ordung oder sollte ich micht mit soetwas nicht sehen lassen?
Die 2. Frage ist:
Ich habe für meine Tochter (7 Jahre)auch eine Cotte und einen Surcot genäht. Allerdings ist da der Surcot auch mit Reisverschluss, ja ich weiß ein “schlimmes” Vergehen, aber könnte sie damit gehen oder sollten wir einfach weiter in zivil gehen?
Ich bin mittlerweile ziemlich unsicher, da es in vielen Foren viele negative Stimmen um unkorrekt Gewandete gibt.
Mir macht das Nähen Spaß, aber ich möchte es auch richtig machen.
Wenn jemand Interesse hat, ich habe von jedem Kleid ein Bild gemacht. Ich könnte unabhängige Meinungen gebrauchen ;-)
Vielen Dank das ihr bis hierher gelesen habt.
Viele Grüße und noch einen schönen Abend.
Elke

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Eintrag #2 vom 05. Jun. 2005 22:59 Uhr Susan Sziborra-S.  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susan Sziborra-S. eine Nachricht zu schreiben.

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liebe elke,
du kannst schwierige fragen stellen.. ;o)
die definition von “korrekter klamotte” richtet sich immer danach, wohin du damit willst, und danach, wie du mit den (von dir ja selbst benannten) “kompromissen”/ungenauigkeiten umgehst. es gibt durchaus veranstaltungen, auf denen du mit nem kleid, das annähernd realen abbildungen nachempfunden ist “overdressed” bist. es wird auch eine menge veranstaltungen geben, bei denen du wegen historischer ungenauigkeiten auffallen würdest…. schau dich einfach weiter hier im forum und auf den websites verschidener gruppen/vereine um und definiere für dich, wo du hinwillst. wenn du eine möglichst korrekte historische darstellung anstrebst, dann näh lieber nochmal neu ;o) (und guck dich vorher noch mal im netz um)- ansonsten hab einfach spaß an dem, was du geschafft hast…
gruß suse
familia ministerialis
www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #3 vom 05. Jun. 2005 23:06 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,
Tja, wo soll man anfangen…
Elke, am besten liesst Du dir mal das Forum in Ruhe durch. Dann werden eigentlich alle deine Fragen beantwortet.
Was _dir_ ausreicht, kann Dir keiner sagen, “Profis” kenne ich keine, nur jede Menge Leute, die sich Mühe geben, dem “korrekt” d.h. in Material, Schnitt und Verarbeitung historisch, also belegbar historisch, nahezukommen.
Dazu gehört auch Handnaht, keine Reissverschlüsse (hier erlaube ich mit ein dezentes Räuspern), die passenden Materialien usw.
Wenn Du also Mittelalter machen möchtest, empfehle ich Dir, dich genau auf eine Zeit und Region festzulegen (diese Empfehlung ist schon fast geflügelt), und dann erstmal Dich genau einzulesen, bevor Du dir- und deiner Tochter- _passende_ Kleidung macht.
Die Manesse gehört im übrigen nicht zu den Quellen des Hochmittelalters, gehört sie doch mit einer Entstehungszeit von 1305-1340 und einer sehr dehnbaren Definition für den Anfang des Spätmittelalters von 1250-1300 ins Spätmittelalter.
Insofern empfehle ich, immer mit Jahrszahlen zu arbeiten.
Gruss, Jens

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Eintrag #4 vom 06. Jun. 2005 07:35 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

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Meiner Meinung nach ist für den normalen Mittelalterstandartmarkt schon in Ordnung, da diese ohnehin jeglicher Historie entbehren könntest Du schon overdressed sein, bzw Historischer gekleidet als so mancher andere.
Wenn Du allerdings mal richtig korrekte Kleider haben möchtes kann ich mich nur den beiden Vorrednern anschließen.
Wie schon erwähnt es hängt davon ab wie genau Du es nehmen möchtest und ob Du letztendlich sagen willst: “Ich stelle Mittelalter dar!”.
Wenn Du es genau nehmen möchtest must Du Dir folgende Fragen stellen:
1. Stand der Darstellung, wobei eine einfache für den Einstieg günstiger und leichter zu realisieren ist.
2. Zeitraum +/- 10 Jahre
3. Region, wobei natürlich die Region wo Du lebst am emfpehlenswertesten ist, wegen der besseren Rechercehmöglichkeit!
Ansonsten lese Dir auch mal den Einsteigerhandzettel in der Biblöiothek hier durch, das hilft Dir bei den ersten Schritten schon mal weiter.
Viele Grüße

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Eintrag #5 vom 06. Jun. 2005 08:50 Uhr Bettina Drexler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bettina Drexler eine Nachricht zu schreiben.

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Eigentlich ganz einfach:
Wenn die Kleidung weitgehendst dem entspricht, was die Menschen in dem von dir angestrebten Zeitraum getragen haben.
“Weitgehendst” deshalb, weil weder das Leinen noch die Wolle zu 100 % richtig sind (moderne Sorten des Flaches, moderenere Sorten der Schafe, Industriell verarbeitet, evtl. chemisch gefärbt…) Allerdings ist schon viel gewonnen, wenn im Stoff keine Kunstfasern enthalten sind, die Farbauswahl in etwa einer Pflanzenfärbung entspricht und die Sachen mit der Hand genäht wurden. Wer natürlich zu handgewebten, pflanzengefärbten Stoffen übergeht, hat noch bessere Karten, ist aber halt schwierig zu besorgen und nicht ganz billig.
Auf jeden Fall solltest du auf Reißverschlüsse und Maschinennähte verzichten und deinen Zeitraum wie unten schon angesprochen eingrenzen.
Johanna

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Eintrag #6 vom 15. Okt. 2005 22:06 Uhr Stefan Erdenkäufer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Erdenkäufer eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kommt auf die Gesellschaft an

Ob Deine Klamotte “korrekt” ist, kommt fast einzig und allein auf die Gesellschaft an, in der Du verkehren möchtest.
Denn so ziemlich alle Begriffe, die im Zusammenhang mit der Definition von “korrekt” verwendet werden, sind stark auslegungsabhängig. Formulierungen wie “weitestgehend” oder “nach wissenschaftlichen Erkenntnissen” entbehren einer ausreichenden Prägnanz, um eine verbindliche Definition von korrekter Klamotte erstellen zu können. Und weil das in der Szene jeder mit seinen eigenen Augen betrachtet, gibt es auch ständig Streit um genau dieses Thema.
Selbst wenn du eine Klamotte erstellst, die heute als zu 100% korrekt anerkannt würde, wirst du nächstes Jahr über zahlreiche “neue Erkenntnisse” stolpern und Deine Klamotte, auf die Du heute noch stolz bist, kann plötzlich als absolutes Fuzzitum gelten.
Ich empfehle, Dir eine eigene Grenze des Machbaren (technisch wie motivatorisch) zu setzen, damit glücklich zu werden und die Gesellschaft, in der Du verkehrst, nach dieser Grenze auszuwählen, nicht umgekehrt.
Gruß,
Stephan fonne Varenbach

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Eintrag #7 vom 15. Okt. 2005 22:21 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Elke,
es ist ja fast schon alles gesagt, wie du am besten vorgehen kannst.
Nur eines noch……
“Mir macht das Nähen Spaß, aber ich möchte es auch richtig machen.”
Mehr Motivation kannst du kaum haben, damit liegst du schon weit vorne…….machs also “richtig” und du wirst viel Freude an den Dingen haben die du schaffst.
Gruß Wolf
www.bauer-und-bonde.de

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