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Eintrag #1 vom 05. Apr. 2004 14:45 Uhr Tobias Müller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Tobias Müller eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo!
Ich stelle einen kleinen Landgrafen im Allgäu nach, der nach meinen Forschungen eine Burg besaß, die, was mich fasziniert sogar ein Steinbau gewesen sein soll! Nun würde mich interessieren, welche Personen denn durchschnittlich in so einer Burg gelebt haben mögen und wie viele Soldaten eine Garnison einer solchen Burg umfasst habe möge!
Interessant wär auch noch, was ein solcher Soldat an Sold bekommen hat!
Graf Konrad von Roth

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Eintrag #2 vom 05. Apr. 2004 18:23 Uhr Joachim Dittrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Dittrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
zum einen: ist dieser “kleine Landgraf” namentlich fassbar? Wann lebte er? Wie heißt die Burg? Ich hoffe, Du irrst Dich dabei nicht im Stand.Die Formulierung “kleiner Graf” irritiert mich etwas. Hier ein paar Einblicke in die Verhältnisse von Ständen innerhalb des Adels, der es sich leisten konnte, Burgen - als Eigentümer -zu besitzen (der einfache Niederadel bleibt deswegen unerwähnt):
-Grafen, grafengleiche Familien: neben ihren Grafschaftsrechten haben sie einen umfangreichen Eigenbesitz (Allodialgüter) und verfügen über eine ritterliche Dienstmannschaft. Diese Ritter verwalten das Territorium.
-Edelfreie Familien: Neben ihrer Stammburg und ansehnlichen Feudalrechten haben auch sie eine kleine ritterliche Dienstmannschaft.
-ministeriale Oberschicht: Sie ist dem Stand der Edelfreien häufig überlegen, was Einfluß, Macht und Reichtum anbelangt. Hier finden sich die Reichsministerialen und die Spitzengruppe gräflicher und herzöglicher Dienstritter. Hier vereinigt sich das höfische Gefolge (u. a. Inhaber der Hofämter) der Fürsten.. Sie sind im Besitz einer Stammburg, umfangreicher Ländereien und Güter und haben ihrerseits eine kleine Ritterschaft um sich versammelt.
-mittlere Ministerialenschicht:sie hat Ländereien und Güter durchschnittlicher Größe im Besitz, die sie aber selten zum Bau von größeren Burgen befähigt.
Je nach Stand und Ansehen hatte der Burgherr entsprechendes Personal. Hinzu kommt, welche Bedeutung die Burg an sich hatte. War sie eine reine Wohnburg mit Verteidigungsanlagen? Lag die Burg an einem territorialherrschaftlichen Grenzgebiet? Usw. usw.
Beste Grüße
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis

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Eintrag #3 vom 06. Apr. 2004 07:53 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Die Frage (abgesehen davon, dass wir sie in ähnlichem Zusammenhang schon öfter hatten) lässt sich so nicht beantworten. Denn das ist von Burg zu Burg sehr unterschiedlich. Es gibt aber eine einfache, wenn auch nicht bequeme Lösung. Heimatforschung betreiben. Gibt es dort kein Burgmuseum? Oder einen Burgverein? Und die haben dann oft auch schon was veröffentlicht, etwa eine kleine Broschüre. Mit etwas Glück haben die auch darüber hinaus die passenden Unterlagen sofort zur Hand. Zum Beispiel alte Rechnungen, Inventarauflistungen usw. Ich besitze so was für eine märkische Burg. Nur was bringt das, wenn ich diese Zahlen hier veröffentlichen würde.
Viel Spaß bei der Forschung!
Joachim

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Eintrag #4 vom 06. Apr. 2004 10:05 Uhr Joachim Dittrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Dittrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Tobias,
habe mich mal über das Geschlecht der Herren von Roth schlaugemacht. Du hast da einen falschen Ansatz: Die Herren von Roth gehören nicht dem urschwäbischen Hochadel an. Ihre ganze Vita, die ich übrigens u. a. auch bei Dir gefunden habe, deutet darauf hin, daß sie Edelfreie waren. Indiz hierfür ist zum einen die im 13. Jh. erwähnte Bezeichnung als “nobilis vir” (nicht “höchster Adel”, sondern “freier Herr”, zum andern das Absinken der Familie in den unfreien Stand zu Ende des 13. Jh., was vor allem zu dieser Zeit vielen edelfreien Häusern widerfuhr. Im Wappenbuch des J. Siebmacher z. B. fand ich die Herren von Roth unter dem einfachen Adel verzeichnet. Die Burg zu Oberroth, die Konrad von Roth erbaute, ist das aus diesem adeligen Selbstbewußstsein sichtbar gewordene Statussymbol einer kleinen edelfreien Familie,kleine Landgrafen gab es nicht (wie wohl die Landgrafen von Hessen und Thüringen aufschreien würden bei dieser Bezeichnung *g*). Weißt Du näheres zu dieser Anlage?
Beste Grüße
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis

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Eintrag #5 vom 06. Apr. 2004 10:13 Uhr Joachim Dittrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Dittrich eine Nachricht zu schreiben.

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Eine Möglichkeit, den Stand der Herren von Roth zu ermitteln wäre auch, die Zeugenfolge in den Urkunden, wo sie als Zeugen erscheinen, zu überprüfen: bei den Laienzeugen (laici) werden zunächst die comites, die Grafen genannt, dann folgen die liberi (etwa ab dem 13. Jh. auch nobilis genannt), die edelfreien Herren. als 3. Stand erscheinen die ministeriales, die einfachen Ritter.
Beste Grüße
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis

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Eintrag #6 vom 06. Apr. 2004 12:19 Uhr Tobias Müller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Tobias Müller eine Nachricht zu schreiben.

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Danke für die vielen Tipps!
Ich werde noch einmal in meinen Unterlagen nachschlagen, die ich besitze, aber so viele sind das nicht!
Ich habe so ziemlich alle Gemeinden im Umkreis angeschrieben, aber die meisten wissen überhaupt nichts!
Das Bistumsarchiv Augsburg hat mir schließlich eine Kopie einer Seite aus einem schwäbischen Adelslexikon geschickt (keine Ahnung wie das Lexikon heißt), aus dem ich das mit dem schwäbischen Urhochadel rausgenommen habe!
Das wars schon fast. Ich hab dann noch aus einer kleinen Heimatzeitschrift von 1941, das mit dem Burgbau und wo sie stand und die Anmerkung, dass der Vater des Konrad, Heinrich, am Feldzug gegen Passau teilgenommen hat!
Dann hab ich nur noch Informationen ab dem Ende des 15. Jh. über Judenverfolgungen etc.
Graf Konrad von Roth

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