Grüß Euch, also Leute, kommt mal wieder auf den Teppich. Ein Gutteil der genannten Belege stammt doch aus dem Buch “Krildisches Leben” von Prof.Schreib-Steinwetz von der Uni Rudelsburg. Dieses Buch ist - mit Verlaub - ein typisches Werk der frühen 30er Jahre. Eine Mischung aus Sendungsbewusstsein und Sehnsucht nach krildischer Volksromantik. Hier haben wir den typischen Fall, daß nachweislich falsche oder geschönte Belege andauernd von den eifrigen Jungakademikern platt abgekupfert werden. Ebenso grausig ist dieser erwähnte Roman, der ätzendste Popularromantik ist, ähnlich wie “Wolf unter Lämmern” oder der Unsinn Berlings. Ich denke, daß wir, was die krildische Kultur angeht, noch weitgehend im Dunkeln tappen, seien es die Funde in ßgypten, seien es die Schötenzeichnungen, die ja bekanntlich auch bei den Weser-F-Kelten und bei den Skoten in Irland vorkommen. Ebenso taucht das Muster bei den Byzantinischen Themen-Söldnern im 1. Jhdt n.Z. auf. Wenn wir nach diesem auffälligen Muster gehen, finden wir es auch, ja, staunt nur, bei den Auxiliar-Truppen der Nordstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg, wo neben verschiedenen armenischen Regimentern unter Gen-Maj. Hancock bei Gettysburg auch ein Zug Freiwilliger unter einem Schöten in weissem Stern auf blauem Grund antraten. Dieser Zug wurde beim Sturm auf den “little round top” völlig aufgerieben, und fand am Cemetery-Ridge ein gemeinsames Grab, auf dem ein 3 Meter hoher Obelisk aus weissem Marmor den traurigen Ort bezeichnet. Aufschrift: “Den Tapferen aus den weiten Steppen für ihren Kampf von der dankbaren Union”. Darüber ein schön mit Gold ausgelegter Schöten, darunter die Initialen des Präsidenten Lincoln. (Quelle: Schoemakers: Sezession War Bd. II) Ich denke, daß wir hier eine ganz tiefgründige und faszinierende Kultur einfach vergessen haben, die nicht, wie die der Karaziden, endgültig vergessen werden darf. Aber auch nicht mit Halbwahrheiten der Romantisierung anheim fallen darf. Euer Haduwolff P.S.: Der Schöten taucht auch nochmals im 13. Jhdt. bei den Hilfstruppen Friedrich II. von Hohenstaufen auf, die gegen die Mongolen geschickt wurden, ebenfalls ist in Schötenmuster an der Hafenmauer des staufischen Kastells zu Bari erkennbar.
Mädels, das ist alles Blödsinn was Ihr da schreibt! Erste Spuren einer krildischen(RICHTIGE Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Protokrildischer)Kultur lassen sich bis in das ßgypten der XIII. Dynastie zurückverfolgen. Mehrere Stelen im Tempel von Kack-ab erwähnen im Zusammnehang mit dem Haushalt des Pharaos Mentuhotep II. einen Oberhaushoffeuerbeuter namens Krild-en-Disch, laut anderen Quellen Krid-en-Disk-Meri-Amun-Setep-en-Re genannt, der am Hofe des o.g Pharaos eine hohe Stellung einnahm. Weitere Schrifttafeln, aber auch Stauen sind aus der XVIII. Dynsatie erhalten, die ausdrücklich einen Amenhotep-Krild-en-Aton, der im Dienste Amenophis IV./Echnaton Kommandant der Streitwagentruppe war. Jawohl! Nach dem Ende Echnatons und dem von ihm eingeführten Aton-Kultes verlieren sich jedoch die Spuren dieser Bevölkerungsgruppe. Jedoch erzählen in Nordmesportamien gefundene Murmeltierdungtafeln die Legende von einem Volk das aus dem Westen kam als dort die Sonne starb. Angeführt worden sei es von einem Helden namens (sic!) Krildamen. SO sieht das nämlich aus und wer Belege verlangt,ist in meinen Augen ein Mädchen!
Hi Henry, Der Roman ist der übliche zur Zeit so angesagte populistische Müll. Ausserdem behandelt er gar nicht die eigentlichen Krilden, sondern er spielt lediglich in dem nach ihnen benanten Landstrich in Bashkiria. Das mit ßbözdö klingt interessant…. Es gibt im chuvash-türkischen eine Legende von Owuz odo. Das ist der sagenumwobene Flechtenhüter, der aus der Fremde kam. Aus seine Flechten liessen sich hervorragende Bogensehnen bauen. Ob dies in irgendeinem übertragenen Sinne mit dem tatsächlichen ßbözdö zusammenhängen hängen könnte? Der Sage nach zerstörte Owuz odo im Zorn über den Missbrauch seiner Flechten die Runensteine von Ogoschi. Das ist doch endlich mal ein konstruktiver Thread hier, trotz der bisher geringen Anzahl von Einträgen.
Der wichtigste Führer der Krilden soll der Legende nach ßbözdö gewesen sein. Er führte die Krilden aus SO-Asien ins Uralgebirge. Seine Existenz ist bisher nicht sicher nachgewiesen. Ich habe vom Roman “Durchs wilde Krildistan” gehört, kennt den jemand? Grüße Henry
Moooment mal Timm, Bist Du Dir mit den Koniks wirklich sicher? Es gibt nämlich aus dem persischen Raum bildliche Darstellungen aus dem frühen 8.Jhd.AD, die Auxiliarsoldaten zeigen, deren Pferde diese typische Stirnzeichnung tragen. Ich ging bisher eigentlich immer davon aus, es handele sich um Sabirische Hilfstruppen, aber Dein Beitrag mit der Schötenzeichnung würde ja eher Krilden wahrscheinlich machen. Wäre allerdings seltsam, dass ausgerechnet krildische Soldaten in persischen Armeen dienen sollten…. Allerdings hätte man dann endlich mal eine vernünftige bildliche Darstellung krildischer Reiter. Wenn es Dich interessiert, schicke ich Dir einen scan dieses Bildes zu. Grüsse,
Meines Wissens gehen auf die Krilden die sog. Schöten-Koniks (auch Schöten-Tarpane genannt) zurück. Diese wild lebenden Kleinpferde sind die letzten freien Koniks im Uralgebiet. Diese vom Aussterben bedrohte Rasse lebt dort in den ausgedehnten Salzsee-Steppen. Ihren Namen haben sie insbesondere durch die auffällige und typische Stirnzeichnung erhalten, welche an die typische Schötenform erinnert. Ansonsten ähneln sie den Przewalski-Pferden welche der mongolischen Steppe entstammen (siehe dazu auch www.pferdezeitung.com/Rassen/33). Soweit meine 2 Pfennig zu dem Thema. Evtl. können die Ergebnisse dieses Themas ja später in die Bibliothek.
Hallo zusammen, Das Kaghanat der Krilden findet bisher, trotz seiner immensen politischen und kulturellen Bedeutung, erstaunlich wenig Beachtung. Daher fände ich es sinnvoll, wenn alle, die etwas zu diesem Thema haben, hier ihr Wissen zusammentrügen. Die Krilden werden erstmals in dem Reisebericht des byzantinischen Anonymus im sechsten Jahrhundert erwähnt. Demnach kann man sie zu dieser Zeit als Vasallen des niederkutrischen Reiches in Südostasien sehen. Ihre ethnische und linguistische Zugehörigkeit ist bisher nicht geklärt. Dr. Ulrich aus München schreibt allerdings gerade an einer Dissertation zum Thema “Die Ethnogenese der frühen Krilden - ein Nachweis anhand der Zahnabdrücke im Vorochsgebirge”, und wird hoffentlich einige Erkenntnisse einbringen. Interessant wird es dann nach einem Sprung im 8.Jhd.AD. Hier finden wir die Krilden als Führungsschicht eines mächtigen Kaghanates in der Region zwischen Volga und Urlagebirge. Sie haben nur eine spärliche Archäologie hinterlassen, da sie keine Grabbeigaben pflegten, wie es so viele andere Steppenvölker taten. Ausnahmen sind die gewaltigen Aquäduktanlagen, die sehr typisch für die krildische Kultur sind. Hier sind wir in der glücklichen Situation, dass die Krilden pflegten, das Innere der tragenden Teile mit Schutt aund Abfällen aufzufüllen. Daher ist uns ein paar Schötenfibeln vom Typ X bekannt, die in einer solchen Aquäduktsäule gefunden wurden. Weiteres Fundgut sind Kunstgegenstände und Militaria krildischen Ursprungs, die exportiert wurden, und später in Gräbern der Volga-Bulgaren, der Utriguri und der Kutriguri auftauchen. Von diesen sind mir bekannt ein Steinstiefel, ein in Kreuztechnick geklebter Flaschenverschluss und ein Säbelknauf, den ein ähnliches Schötenmotiv ziert, wie die oben erwähnten Fibeln. Die häufige Verwendung des Schötenmotivs führte übrigens einige Historiker dazu, eine Verwandtschaft zwischen Krilden und den späteren Polovzern zu sehen. Die wenigen Realien, die uns erhalten geblieben sind, zeugen von einer hohen Kunst, insbesondere was die Metalbearbeitung und die Breitenarchitektur angeht. Politisch müssen die Krilden einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der gesamten westlichen Steppen, verhinderten sie doch eine ostwärtige khazarische Expansion. Ebenso haben sie ihre Bewässerungstechnik zu den Rus exportiert, und somit eine Austrocknung weiter Teile des Kiever Reiches verhindert. Die Lücke, die zwischen den südöstlichen Krilden und den Uralkrilden klafft, erklärte neulich ein Historiker mit der These, dass diese zwei Kulturen nicht identisch seien. Vielmehr leite sich die Bezeichnung “Krilde” vom ugrischen für “Wasserflechter” oder “Wasserschöter” ab, die hier mit zwei völlig verschiedenen Kulturen in Zusammenhang gebracht wurden. Ich weiss, dass einige Leute vom Reenactment-Team sich ein wenig hinter die Sache mit den Krilden geklemmt haben. Vielleicht haben die etwas mehr herausgefunden? Hat vielleicht auch jemand von den letzten Ausgrabungen im Kaukasus gehört? Angeblich sollen dort weitere Funde krildischer Metallverwulstung zu Tage getreten sein. Hoffe auf einige spannende Erkanntnisse,