Es ist nicht die einzige Grabplatte, und die Datierungsmöglichkeit dieser ist ja nicht auf das Sterbedatum der Person eingegrenzt. Und nein, es war im 14ten nicht üblich, die Person zwangsläufig zu verjüngen, nicht mal bei den Damen. Da reicht ein Blick auf die Grabplatte von Königin Philippa von England z.B., oder die Grabplatte von Bertrand du Guesclin.
Die betreffende Grabplatte stammt ziemlich sicher von um 1400, und nicht sehr viel später.
Ich würde eine Grabplatte in diesem Fall eher nicht als Beleg werten. Wenn der begrabene Ritter schon etwas älter war, dann entspricht die Abbildung auf der Grabplatte wohl eher seinem jungendlichen Erscheinungsbild als dem kurz vor dem Tod.
Die Verbindung zwischen Kuebelhelm und Gestechhelm klingt in der Tat sehr sinnvoll, jetzt wo Du das so schreibst.
Werde mich mal selbst weiter umsehen nach Quellen aus der 1. Haelfte des 15. Jh. Interessant auch der Hinweis auf die Royal Armouries. Trotz mehrerer Besuche bin ich dort halt immer mit Periodenbrille durch - der Gestechhelm ist mir dort nie aufgefallen.
Eine sehr genaue Antwort wird man hier wohl nicht geben können, zumal das mal wieder regional unterschiedlich ist. Ich kenne Bildquellen aus dem späten 14ten, z.B. aus Italien, die um 1370 z.B. noch Kübelhelme im Gefecht zeigen. Ebenso Grabplatten locker bis 1400 aus England und Deutschland (z.B. von Nicholas Hawberk, Cobham Church, England).
In der Royal Armoury in Leeds liegt ein früher Gestechhelm, ebenfalls um 1400, soweit ich mich erinnere. Insofern würde ich von einer schleichenden Entwicklung ausgehen, mit dem Verschwinden des Kübelhelmes vom Schlachtfeld und der Reduktion auf das Gestech wird eine Spezialisierung der Konstruktion auf dieses eingeleitet.
Und der jeweils eingesetzte Helm wird dann eben für die Helmschau verwendet, die gibt es im späten 15ten ja noch mit Gestechhelmen.