Ich bekenne mich auch zu Eistee, Coca-Cola, Pepsi, Bier, Wein, Gewürzen, etc… Mich stört natürlich auch, wenn soetwas in der Umverpackung auf dem Tisch steht, aber ich muß weißgott nicht jeden Tag ausprobieren, wie mein Selbstgebrautes Bier schmeckt, aus Gerste, die es seit 200 Jahren nicht mehr gibt. Schön, wer es macht. Aber dann melden sich doch jetzt einfach mal die Leute, die sich historisch korekt auf jedem Markt ernähren (und vorsicht, ich lasse mich gerne Einladen…). Dazu fallen mir jetzt zwei Dinge ein: 1. Wenn “A” dann richtig: Die Gentechnik machts Möglich. Gerste kann man mitlerweile auch wieder ohne “Stiel” anbauen. Dazu nimmt man das gute Hopfen (ich weiß noch nicht mal, ob es da Zuchtunterschiede gibt) und Malz (dito) Fluß- oder Quellwasser und versucht in dubiosen Holz oder Metallgefäßen Bier zu brauen. Prost! “ßh”, sprach ich von Einladen? Besser nicht, denn ich bin ja Warmduscher! Beim Essen bitte die gleiche Gründlichkeit. 2. Ich frage mich bloß, in was für Läden Ihr einkauft? Also ich lebe im vorletzten Jahr des 20. Jahrhunderts. Fahre mit dem Auto zum Event, habe einen Computer, ein Handy, benutze Telefon und E-Herd. Morgens dusche ich mithilfe meines Durchlauferhitzers und fahre dann mit dem Fahrad (Mountainbike) zur arbeit, wo ich dann acht Stunden Greenpeace ärgere. Star-Trek verpasse ich nur selten und waschen tue ich auch mit Persil (sogar die MA-Klamotten). Ich bin sogar ein ganz weicher und gehe zum Arzt, wenn ich krank bin (Aderlassen finde ich nämlich unmodern :-) und nehme sogar Medikamente. Und wenn ich im Wohnzimmer licht brauche, betätige ich den Schalter und habe Licht! Ich bin doch nicht blöd und gebe dieses Leben auf! Experimentelle Archäologie ist gut und schön, da ich weiß, es immer dann ein ende, wenn ich es will. Wir spielen also Ritter und Indianer und fangen an, uns dabei selbst zu belügen? In dem Moment, wo mir der Eistee nicht mehr gut genug ist, darf mir der Rest auch nicht mehr gut genug sein. Wo sit die Grenze? Wo sind die Grauzonen? Oder ist das Auto dann da bereits die Grauzone? Wir leben im 20. Jahrhundert und können leider nichts daran ändern. Wir können mal reinschnuppern, in die Vergangenheit, aber das war es auch schon. Also bin ich der Meinung, haupsache die Optik stimmt… Wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen kann, werde ich mir auch Bronzenadeln gießen und eigenhändig auf einem Kamel Seide aus China holen. So, ich packe jetzt meinen Beutel mit einem Handtuch und einen Bademantel, meine tolle Sonnenbrille und versuche auszurechnen, was die größte unwarscheinlichkeit ist, im Jahre 1204 zu landen. … komisch, aber ich komme immer auf 42…
Hallo, lieber Axel, lieber Ranes, es wäre schön, wenn ihr eure Aussagen nicht so verallgemeinern wuerdet. Sicher habt ihr recht, wenn Bierflaschen und Tetrapaks auf dem Tisch stehen, oder die Pfadfinder-Jurte neben einem Waffenständer mit Waffen für viertausend Mark. Da ist dann einfach jemand zu faul und will sich nicht anstrengen. Aber bei anderen Sachen waere ich vorsichtiger. Wenn jemand Leggins statt Beinlingen traegt, oder Omas Fleischgabel statt einer vom Schmied benutzt, dann kann das auch daran liegen, dass er einfach noch nicht lange genug dabei ist, um seine Ausruestung komplett zu machen. Wollt ihr dem verbieten, an einem Markt teilzunehmen, bis alles stimmt? Dann koennt ihr neue Leute in der Szene schlichtweg vergessen.
Hallo Johannes. Bin mal gespannt auf die Heerlagerordnung. In gespannter Erwartung der nächsten Saison wünsch ich ´ne schöne Winterpause. Und hallo Michael. Genau diese Einstellung stört mich ein wenig. Ice-Tee bleibt Ice-Tee und Cola bleibt Cola, ob sie nun aus Dosen oder Tonbechern getrunken wird. Sicherlich macht´s optisch für den Zuschauer einen Unterschied. Aber, wollt ihr nicht nachempfinden wie die ´Jungs´ lebten? Das nicht mal´n Wochenende auf das gewohnte Leben verzichtet werden kann….Warum betreibt ihr dieses Hobby? Und zu dem was ich als Eröffnung sagte: Es kommt nicht darauf an, das man Tonbecher hat, sondern darauf, ob diese Tonbecher der Zeit eurer Darstellung entsprechen (oder eher der Zeit eurer Großeltern).
leider mus ich auch sagen das ich selber ice tee mitnehme aber es in unserem ²abfallzelt² umfülle und dort die dosen usw, gleich wieder wegschmeise auf unserem tisch den wir selbergezimmert haben und gedrechselt kommen nur tontöpfe usw drauf, tee machen wir selber vor ort zb aus brenneseln :( aber wie gesagt ich kanns net verstehen das manche ihre bierflaschen auf dem tisch vor dem zelt stehen haben. mann kann es auch authentischer machen da habt ihr recht.
Moin, spannend, macht weiter - dies ist bisweilen auch unser Problem, und ich hatte immer gedacht, auf “A-Events” klappt das alles … Hilmar und Ger haben eine “Heerlagerordnung” ausgearbeitet, nur weil Winter ist, habe ich das erst mal weiter weg gelegt, bevor ich dran arbeite. Eine Agenda wäre packend, auch wenn bei “K-Events” (steht für “kommerziell”) die Agenda sicherlich nicht in allen Punkten Anwendung fände … Beste Grüße, und frohen Diskurs, Fogelvrei
Grüß Dich, Axel, Deine Frage könnte man noch umfassender stellen: warum BW-Stiefel, Leggins statt Beinlingen, warum Grillfässer statt Feuerschalen, warum Piratenhemden usw, usw, usw… Was sich bei den Klamotten abspielt, passiert genauso bei der Lagerausrüstung. Frag doch mal nach Alex-Zelten oder Kohten, nach der Cola-Dose und dem Tetra-Pack! Warum, so fragst Du mit recht, warum? Weil es vielen doch Sch…egal ist, Hauptsache das vielzitierte Rittercamping und Kostümsaufen. Aber eigentlich ist das Warum auch wo anders zu suchen. Also nochmal: Warum??? - Weil den rein kommerziellen Veranstaltern das meist völlig Wurst ist, die machen ihre Kohle mit Mittelalterkirmes, und das Volk frißt es und zahlt auch für Ramsch. - Weil die Veranstalter interner Feste wie FF, Tannenberg usw. nicht konsequent sein können, da sie von den eigenen Leuten im Stich gelassen werden. Kaum sagt man mal, daß etwas nicht A ist oder weg soll, ist man gleich das große A-Loch, und wird von allen Seiten angemacht, in FF, in Tannenberg, auf dem Ginsberg und manche andere, die es versuchen. Teilweise werden diese engagierten Leute schon in der eigenen Gruppe plattgemacht. Es gibt keinen Handlungsbedarf von aussen, keinen Zwang, also muß es nicht sein. Und wer will sich schon so tief in die Nesseln setzen, daß er sagt, “Jetzt aber, für alle, ohne Ausnahme und konsequent, notfalls bis zum Platzverweis?” Es gibt kein gemeinsames Handlungsbewußtsein, jeder köchelt sein Süppchen weiter, und so bleibt alles beim Alten…oder? (Hoffnungsschimmer irgendwo…? Vielleicht die Agenda?) Schönen Sonntag noch
Was mir immer wieder Sauer aufstößt, ist die Qualität vieler Lager. Da sieht man Festzelttische mit Decken drauf, die Keramik (wenn den vorhanden) kommt ganz eindeutig aus Oma´s Voratsschrank und die Becher vom Flohmarkt. Vom Werkzeug ganz zu schweigen. Dafür glänzen aber die Waffenständer mit (auch nicht ganz billigen) Waffen ohne Ende. Ich denke, das Bestreben sollte doch sein, über die Jahre so viele Dinge wie möglich nach zeitgemäßen Vorlagen zu gestalten oder gestalten zu lassen. Von der Nähnadel über das Werkzeug bis zum Kochgeschirr. Leider tut sich aber in dieser Richtung in vielen Lagern nichts. Warum?