Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Landsknechte und Helme

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Eintrag #1 vom 09. Mrz. 2003 14:05 Uhr Micha Koepff   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Was wurde getragen

Hallo
Ich beschäftige mich seit ca einem Jahr recht intensiv mit den Landsknechten aus der ersten Hälfte des 16. Jhdts.
Die Art der Kleidung und Rüstung lässt sich ja wunderbar aus der Fülle von Holzschnitten ersehen, aber mit Helmen sieht es eher mau aus.
Jetzt stelle ich mir die Frage, was wurde getragen, und wurde überhaupt was getragen.
Nahe liegend wären der Schaller, weil er Deutschland sehr verbreitet war, und die meisten gefundenen Teile aus der Zeit von ca 1480 (+/- 20 Jahre) stammen. Allerdings fehlt es mir an Bildquellen , die das untermauern.
Was man noch sieht sind Hirnhauben (ich kenne ein Bild) oder Strurmhauben (aber erst ab ca1530).
Das schlichtweg keine Helme getragen wurden erscheint mir nicht so ganz logisch, die Leute waren zwar etwas irre was die Kleidung angeht, aber bestimmt nicht blöd.
Ich habe allerdings Bilder von 1504 gesehen auf denen Landsknechte gegen Schweden ziehen. Die Schweden tragen Gotische harnische mit Schallern, die Knechte hingegen nur ihre geschlitzte Tracht und Barette…
vielleicht wisst ihr mehr
micha

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Eintrag #2 vom 25. Mrz. 2003 21:07 Uhr Berthold (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Berthold eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Micha,
Es wurden nach meiner Information teilweise noch Helme Getragen. Besonders bei den Ofizieren und bei den Doppelsöldnern (die als erster den Kopf hinhalten mussten).
Einge Helme die in die Zeit Anfang bis Mitte des 16. Jh. passen siehst du auf der Website der Herzogstadt Burghausen. www.herzogstadt-burghausen.de/herz_1/bilder/[…]/in[…]
Mit dem verstärkten einsatz von Feuerwaffen sind die Helme sehr zurückgegangen, da sie so wie so nicht mehr geschützt haben.
Servus Berthold

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Eintrag #3 vom 29. Mrz. 2003 11:24 Uhr Micha Koepff   Nachricht

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Ich hab inzwischen auch was gefunden: Im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt ist eine Sturmhaube (fast schon Basecap) von 1520 ausgestellt. Sehr flache Glocke und breiter Schirm und kurze wangenklappen, die Glocke ist längsgeriefelt.
Ausserdem noch eine Art frühen Birnmorion (mit tendenzen zum Eisenhut) von 1540.
weitersuchen!!
Micha

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Eintrag #4 vom 13. Feb. 2007 09:15 Uhr Peter Dietl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Peter Dietl eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
ich suche auch noch Abbildungen oder Nachweise für eine Sturmhaube/Burgonet um 1520, das meiste, was ich bislang gefunden habe, datiert sich deutlich später. Bekannt sind mir bislang die Sturmhaube von Karl.V. mit Bart nach Art einer ital. Schaller (aber die ist ausserhalb jeder möglichen Darstellung…), die aus Ingolstadt kenn ich noch nicht.
Wäre nett, wenn da jemand etwas beizutragen hätte.
Danke
Peter Tollomei … Kaufmann aus Töplitz

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Eintrag #5 vom 15. Feb. 2007 15:29 Uhr Rudolf Markus Fink  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Rudolf Markus Fink eine Nachricht zu schreiben.

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Schlechte Zeit …
Mir ist nicht bekannt für deinen Zeitraum. Sturmhaube kommt erst 30-50 Jahre später aus der Burgonet hervor meines Wissens. Burgonet entwickelt sich paralell dazu weiter zum Morin. Also in der Zeit nach hinten wandern, oder anderen Helm nehmen (z.B. italienischer Schaller).
Marcus

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Eintrag #6 vom 15. Feb. 2007 17:57 Uhr Dieter Graf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dieter Graf eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo
Sturmhauben, bzw. deren Frühformen gab es sehr wohl bereits zu Anfang des 16. Jahrhunderts. Einige sind in dem sehr guten Band “Europäische Helme” des Museums für Deutsche Geschichte in Berlin abgebildet. Die meisten Landsknechte zur Zeit Maximilians I. trugen jedoch, glaubt man den unzähligen Holzschnitten dieser Zeit, gar keine Helme. So sind im “Triumphzug” Maximilians z.B. dutzende von Landsknechte sehr detailliert dargestellt und kein einziger mit einem Helm. Sehr verbreitet war jedoch, auch bei voll gerüsteten Doppelsöldnern, die Hirnhaube, oft auch unter dem Barett getragen. Aus dieser entsteht bis ca. 1530 durch Anfügen von Augenschirm und beweglichen Wangenklappen die klassische Sturmhaube, die so mit wenigen Abarten noch gut 100 Jahre weiter existiert.
ßbrigens ist der “Morion” eine späte Abwandlung des Eisenhutes.
Gruß
Dieter

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Eintrag #7 vom 02. Apr. 2007 10:24 Uhr Wolfgang Stocker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Stocker eine Nachricht zu schreiben.

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Na dann schau Dir den Triumphzug nochmal genau an. “kein einziger” ist wohl sehr übertrieben.
Frühformen der Sturmhaube sind bereits für 1510 belegt. Ansonsten trug man in der Frühzeit der Landsknechte alle Helme die in dieser Zeit eben angeboten wurden. In Wien hängt ein Gemälde von Burkmair von 1522 auf dem ist ein Landsknecht mit einem zu jener Zeit völlig unmodischen und veralteten Schaller zu sehen.
Du kannst davon ausgehen daß die Leute gerade zu beginn des 16. alles getragen haben was es damals gab. Bei den Reisläufern waren Eisenhüte sehr beliebt.
Immerhin sprechen wir hier von rund 100 Jahren (ca. 1485 bis 1590) in denen technisch, wirtschaftlich, sozial und modisch viel passiert ist.

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Eintrag #8 vom 02. Apr. 2007 16:45 Uhr Dieter Graf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dieter Graf eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Wolfgang
ich habe Deinen Rat befolgt und mir den “Triumphzug” nochmal genau angesehen. Von den etwa 140 mitmarschierenden Landsknechten trägt tatsächlich nicht einer (!) einen Helm. Vielleicht meinst Du die Ritter und Turnierreiter, die hier teilweise auch zu Fuß gehen.
Natürlich wurden zu Anfang des 16. Jahrhunderts, also in der ßbergangszeit von der Gotik zur Renaissance, vor allem von den einfachen Soldaten die alten Waffen und Rüstungsbestände vollends aufgetragen. So sind z. B. auf vielen Darstellungen aus dem Bauernkrieg die Bauern noch 1525 mit spätgotischen Harnischen ausgerüstet. Nachdem aber gerade die Landsknechte einen ungeheuren Aufwand mit ihrer teuren Kleidung getrieben haben, kann man davon ausgehen, daß auch deren Bewaffnung meist auf dem modernsten Stand war.
Gruß
Dieter

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