Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Landsknechtshosen

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Eintrag #1 vom 31. Jan. 2002 14:15 Uhr Dirk Rabenschlag   Nachricht

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Tach auch,
ich hab mal zwei kleinere Fragen zum Beinkleid des Landsknechts in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. (vor dem Aufkommen der Pluderhose aber schon zur Zeit einer reichhaltigeren Schlitz- und Verzierung).
1. Zu dieser Zeit wurden die Hosen ja schon als Ganzes getragen, d.h. die Hose war über dem Pöter dicht und nur der vordere Schlitz blieb offen, wurde aber vom Schamlatz verdeckt. Gleichwohl wurde der vordere Hosenbund aber wohl irgendwie geschlossen. Bislang habe ich aber nur auf vereinzelten Holzschnitten (die meisten erfreuen sich in diese Beziehung nicht unbedingt einer großen Detailfreude) Nesteln als Verschluß finden können. Da ich an dieser strategisch wichtigen Stelle (immerhin will man sich im Gefechte ja neben dem Feinde nicht noch des Rutschens des Beinkleides erwehren) dem Knopf als solchem einfach mehr Vertrauen entgegen bringen würde gleichzeitig aber so *a* wie möglich bleiben möchte, hier also die erste Frage:
Hat oder weiß jemand Quellen oder Abbildungen, mit denen sich ein vertrauenerweckender Knopf am Hosenbund nachweisen ließe ?
2. Auf den zeitgenössischen Abbildungen sieht man regelmäßig die Hose bis auf Nabelhöhe reichend. Dies sieht beim Landsknecht mit Hang zur Pummligkeit ziemlich bescheiden aus. Da das Teutsche Mannsbild (wenn man den zeitgenössischen Quellen zumindest hinsichtlich der Bürger und Bauern trauen kann) schon seit je her die Tendenz hatte gleichermaßen nach oben wie nach vorne zu wachsen, also die Frage:
Gibt es Quellen, die die Trageweise der Hose unter dem Bauch belegen ? Und was ist das für ein eigenartiges Lätzchen, was bei den wenigen stämmigeren Landsknechten von vorn von der Nabelhöhe herunter und dann jeweils bis auf etwa die Mitte der Oberschenkel verläuft ?
Ach so, und dann würde mich interessieren, ob es auch Gruppen nördlich des Weißwurstäquators gibt, die Landsknechtsreenactment betreiben.
Bis denn
Dirk

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Eintrag #2 vom 21. Mrz. 2002 14:09 Uhr Torsten Schneyer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Torsten Schneyer eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß dich.
Ja, Landsknechtshosen waren aus einem Stück und auch schon um 1500 rum mehrschichtig , mannigfaltig in Form und Farbe und sehr oft auch asymetrisch geschlitzt.
Ich kenne auch nur Nesteln als Verschlüsse.
In der Regel ist die Hose einfach am Wams festgenestelt.
Die Weste des Landsknechtes war im Grunde also nichts anderes als ein ebsonders hübscher Hosenträger. :o)
Nesteln sind auf jeden Fall am meißten *a*, es war einfach Mode damals.
Knöpfe halte ich für noch vertretbar, habe jetzt aber keine Belege parat.
Daß Nesteln eine unsichere Sache im Kampf sind, kann ich nicht bestätigen.
Wenn man die Schleifen gut fest zieht und Nestelhülsen auf den Bändchen hat, geht normalerweise nix auf.
Ganz im Gegenteil, wnen man mal schnell raus muß, kanns ewig dauern. ;o)
Wie kommst du darauf, daß Landknechte zur Pummeligkeit neigen?
Wochenlang mit Sack und Pack zu marschieren und sich stöndig zu kloppen ist nicht unbedingt die Lebensweise, bei der man viel Fett ansetzt.
Die allermeißten Holzknechte zeigen sehr athletische, durchtrainierte Landsknechte.
Man sollte den Wams und die Form des Plattenharnischs auf keinen Fall
als dicken Bauch interpretieren.
Wenn du Leute suchst, wende ich an Ivo Malz oder kuck mal unter www.bundtschuh.de
Torsten, ZORNHAU , www.zornhau.de

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Eintrag #3 vom 13. Sep. 2002 13:16 Uhr Torsten Schneyer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Torsten Schneyer eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo!
Ich habe mir eine zweischichtige Landsknechtshose genäht, asyemtrisch geschlitzt.
Ich habe nirgendwo Knöpfe, alles ist genestelt und ich kann auch bestätigen, daß das hält. Im Gegensatz zu Knopflöchern, die ja ausleiern können. :o)
Oder meinst du, generationen von Kriegern hätten sich so eingenestelt, wenn ihnen jederzeit im Gefecht die Hose runterrutschen kann? :o)
Zur Figur der Landsknechte: Die Holzschnitte, die ich kenne, zeigen allesamt sehr athletische, sehnige Kerle. Der dicke Gänsebauch kommt bei näherem Hinsehen meißtens durch ein *unter* der Landsknechtsjacke getragenen Krebs (Brustharnisch) zustande.
ZORNHAU , historische Fechtkunst e.V., www.zornhau.de

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Eintrag #4 vom 20. Jun. 2004 09:29 Uhr Kevin Sommer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kevin Sommer eine Nachricht zu schreiben.

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Wer sagt denn, daß Nesteln nicht vertrauenserweckend sind? Bisher ist mir noch kein Loch ausgerissen. Gerade bei der Hose sind Nesteln doch recht praktisch. Die Nestel selbst kann reissen, wenn sie nicht gut geflochten ist oder das Loch zu scharfe Kanten aufweist (hüstel). Bevor die Nestel versagt, tut das eher die Hossennaht.
@Athletik:
Da werden einige Leute ein Problem in Bezug auf die Glaubwürdigkeit ihrer Darstellung bekommen ;)!

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